
Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend
Protokoll der 5. Sitzung
vom 26. August 2025
Unsere Antwort kennen Sie. Ich glaube, es liegt
nicht daran, dass Arbeiten in Deutschland zu
teuer ist oder ähnliche Faktoren, sondern daran,
dass der Reichtum ungleich verteilt ist. Wir müs-
sen prüfen – das müsste jede Arbeitnehmerin und
jeder Arbeitnehmer machen, wenn das Geld
knapp wird – woher Mehreinnahmen kommen
können. Das machen Privatmenschen jeden Tag,
wenn sie massiv finanziell unter Druck stehen.
Das müssen wir staatlich ausbauen und sagen:
Man muss sich das Geld holen, damit ein or-
dentlicher Sozialstaat gewährleistet wird. Ich
glaube, dass wird ein großer Brandbeschleuniger
sein, wenn wir sehen, was das für den weiteren
Rechtsruck bedeutet. Das können wir alles ablesen
für die nächste Bundestagswahl. Die Umfragen
zeigen das an jeder Stelle. Ich hoffe, dass Politik
endlich mal gewillt ist, aus diesen fatalen Folgen
der letzten Jahrzehnte zu lernen und dem entge-
genzuwirken.
Was die Abwanderung von Familien oder das
Nicht-Kinder-Kriegen in diesem Land angeblich
angeht, halte ich das für bemerkenswert, weil ich
glaube, dass sich in einer Gesellschaft, in der nur
noch Verrohung, Gewalt, Hass und Hetze vorherr-
schen, viele Erwachsene überlegen, ob man in so
einem Umfeld überhaupt noch Kinder bekommen
will. Diejenigen, die Kinder haben oder adoptiert
haben, ziehen in die Schweiz und nehmen auch
noch das Kindergeld mit. Das sind putzige Um-
stände, wenn man das Teilen der Gesellschaft
auch noch vorwirft. Das sind nur einige Vorbemer-
kungen.
Ich will skizzieren, was wir uns an Veränderungen
in diesem Einzelplan des Bundeshaushaltes über-
legt haben. Wir stehen massiv dafür ein, zu sagen,
dass wir den Unterhaltsvorschuss auf jeden Fall
deutlich ausbauen und verbessern wollen. Wir
wollen dafür sorgen, dass mindestens 300 000
Kinder bei uns im Land eine Besserstellung be-
kommen, indem wir festlegen, dass das Kinder-
geld nur noch zu 50 Prozent auf den Unterhalts-
vorschuss angerechnet wird und dass es keine Be-
darfsprüfung mehr für Kinder ab zwölf Jahren
gibt, weil diese Kinder und die Elternteile – die
meistens Frauen sind – dringend auf dieses Geld
angewiesen sind. Das sind große Aufwüchse, aber
wenn man damit 300 000 Kinder unterstützen
kann – wir wissen alle, wie teuer es ist, allein ein
neues Schuljahr beginnen zu lassen – ist dieses
Geld auf jeden Fall gut angelegt und dringend not-
wendig.
Seit Jahren wird das Elterngeld nicht dynamisiert.
Das ist eine vehemente Forderung von uns. Das
Mindestelterngeld muss auf 420 Euro von jetzt auf
gleich angehoben werden und muss vor allem
jährlich angepasst werden, weil wir alle unter
steigenden Preisen leiden und das sind natürlich
gerade Menschen, die auf das Elterngeld angewie-
sen sind.
Wir wollen gerne eine Fachstelle für Mädchen-
und Jugendarbeit schaffen. Ich glaube, die Kinder-
und Jugendarbeit, das haben Sie den Änderungs-
anträgen entnommen, ist für uns auch ein großes
Anliegen. Da muss viel passieren. Sie kennen aus
Ihren Wahlkreisen, was auf kommunaler und Lan-
desebene passiert: Die kommunalen Haushalte
ächzen, insbesondere bei der Kinder- und Jugend-
arbeit. Da wird massiv gekürzt und gestrichen. Der
Bund muss dafür sorgen, dass diese Bereiche auf-
gefangen werden, weil das häufig damit zu tun
hat, dass die Kinder- und Jugendarbeit tariflich
dem TVöD unterliegt oder daran angeglichen ist
und die Kommunen es nicht immer schaffen,
diese Gelder mit Gehaltssteigerungen auszuglei-
chen.
Auch den Kinder- und Jugendplan wollen wir dy-
namisieren. Das ist angelehnt – wir haben in vie-
len Bereichen geprüft, was der Koalitionsvertrag
vorsieht: Darin steht, dass der Kinder- und Ju-
gendplan dynamisiert werden soll. Das haben Sie
leider versäumt, im Haushalt abzubilden. Deswe-
gen geben wir eine kleine Unterstützung und sa-
gen: Wir helfen Ihnen, den Koalitionsvertrag ein-
zuhalten. Das wollen wir einführen.
Die Vorsitzende: Das ist sehr nett, liebe Frau Ka-
miniski, aber Ihre Zeit ist schon sehr weit über-
schritten. Ich würde vorschlagen…
Abg. Maren Kaminski (Die Linke): Gut, dann höre
ich damit auf. Wie gesagt, Kinder- und Jugendar-
beit ist uns ein großes Anliegen. Wir hätten noch