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update
M
it 13 Jahren kam Simo-
ne Kopmajer erstmals
mit Jazz in Berührung.
Da hat es gleich „Klick“
gemacht. Heute spielt Österreichs
Jazzkönigin vor ausverkauften Häu-
sern in Asien, Lateinamerika und den
USA. Bei diesen Reisen hat die Sän-
gerin ihren eigenen Zugang zur hei-
mischen Volksmusik gefunden. Und
wurde immer wieder gefragt, ob sie
denn jodeln könne. Die Antwort dar-
auf gibt sie in unserem Gespräch. Die-
ses findet abends statt, nachdem sie
die Kinder zu Bett gebracht hat.
Lassen Sie uns mit Ihren Wünschen
und Vorsätzen für 2026 beginnen.
Im Grunde wünsche ich mir das, was
sich viele wünschen: gesund bleiben
und dass sich die Welt zum Guten ver-
bessert. Dann vielleicht noch etwas: Es
gibt ja viele, die Berührungsängste mit
Jazz haben. Ein Vorsatz könnte sein:
„Warum nicht was Neues ausprobie-
ren?“ Ich wünsche mir, dass das Hin-
einhören in meine Musik in Menschen
das Gefühl auslöst, sich auf etwas
Neues einzulassen. Ein anderer ins-
geheimer Wunsch von mir ist eine
Kolla boration mit Diane Krall, die ich
wahnsinnig schätze. Ich liebe ihre
Songs und bin jedes Mal fasziniert von
der scheinbaren Leichtigkeit ihres
Klavierspiels.
Sich auf Neues einlassen bedeutet,
keine Angst vor dem Scheitern zu
haben. Welche Sache hat bei Ihnen
einiges an Überwindung erfordert?
Jodeln! Bis vor einigen Jahren konnte
ich keinerlei Verbindung zwischen
Jodeln und Jazz sehen. Bei internatio-
nalen Konzerten, vor allem in Ameri-
ka, wurde ich aber immer wieder ge-
fragt, ob ich jodeln könne. Ich bin im
Ausseer Land aufgewachsen. Das Aus-
seer Bradln ist ganz etwas Spezielles, so
wie die Trommelweiber und Flinserl
zur Faschingszeit und das Narzissen-
fest im Mai. Ich finde Jodeln schön,
aber ich konnte mir nicht vorstellen,
einen Jodler zu verjazzen. Ich habe
meinen Zugang schließlich gefunden,
indem ich mir meine Wurzeln bewusst
gemacht habe. Bradln hat sich aus
der Hausmusik entwickelt. Familie,
Freun d:innen, Nachbar:innen setzen
sich spontan zusammen, immer ist ein
Instrument zur Hand. Hinhören oder
„zuwilosen“, wie wir sagen, aufeinan-
der musikalisch eingehen, das ist
bradln. Eigentlich nicht anders als im
Jazz. Ich habe es nur nie gesehen und
es hat dieser Anstöße von außen be-
durft. Heute ist der verjazzte Erzher-
zog-Johann-Jodler fixer Bestandteil
meiner Konzerte.
Hatten Sie je Bedenken, dass ein Zu-
sammenspiel nicht harmoniert oder
die Improvisation nicht klappt?
Eigentlich nicht, weil alles Interpreta-
tionssache ist. Voraussetzung ist die
Beherrschung des Handwerks. Dann
kommt die Erfahrung dazu. Je öfter
man solche Erlebnisse hat, desto bes-
ser hört man hin und geht aufeinander
ein. Da nimmt die Angst vor Fehlern
von selbst ab. Irgendwann ist einfach
nur mehr Begeisterung da und Freude
auf Neues. Bei mir war es zuletzt das
Johann-Strauss-Projekt Birthday Roses:
Strauss meets Jazz, zu dem ich Norbert
Schneider und Marika Lichter ein-
geladen habe. Strauss-Walzer jazzig zu
interpretieren, war genauso herausfor-
dernd wie der Erzherzog-Johann-Jod-
ler. Das Strauss-Programm werde ich
demnächst in Florida und Asien vor-
stellen.
Der Donauwalzer darf bei keinem
Neujahrskonzert fehlen. Wie erklären
Sie sich die unveränderte Popularität
von Walzerkönig Johann Strauss?
In meinem Leben nimmt der Donau-
walzer einen besonderen Stellenwert
ein. Weil ich ihn bei meiner ersten Vor-
spielstunde gespielt habe. Da war ich
acht Jahre alt. Das Erlebnis werde ich
nie vergessen. Mit dem Walzer löste
Johann Strauss eine Revolution im
Paartanz aus, er hat Körperkontakt
salonfähig gemacht. Davor galt enger
Paartanz als unanständig. Die „Tanz-
wut“, die durch Strauss ausgebrochen
ist, setzt sich meiner Meinung nach
Date mit Simone
In Österreich galt Simone Kopmajer lange als
Geheimtipp. In Thailand, Malaysia, Japan, Spanien,
Frankreich, der Türkei und den USA dagegen ist die
Jazzvokalistin seit vielen Jahren ein gefeierter Star.
VON Barbara Gasser
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