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J K. R
Im ersten Band erährt der Protagonist, der bislang als Waise in
der Familie seiner Tante gelebt hat und dort wie ein ›Aschenputtel‹
behandelt wurde, an seinem el en Geburtstag, dass er zu den mit
magischen Fähigkeiten begabten Menschen gehört und von nun an
Hogwarts, die Internatsschule der Zauberer, besuchen darf. Aber auch
in der magischen Welt nimmt er eine Sonderstellung ein: Seine Eltern
wurden von einem mächtigen Zauberer, der sich der schwarzen Magie
verschrieben hatte, ermordet. Er selbst überlebte die Gewalttat als
Baby auf wundersame Weise und trägt seither eine Narbe in Form
eines Blitzes auf der Stirn.
In der folgenden, knapp ein Jahr umfassenden Handlung lernt
Harry nicht nur das Internatsleben kennen, gewinnt Freunde und
Feinde unter Schülern und Lehrern und studiert diverse Disziplinen
der Magie, sondern wird auch mit rätselha en und bedrohlichen
Ereignissen konfrontiert, die darauf hindeuten, dass Voldemort, der
Mörder seiner Eltern, ihm nach dem Leben trachtet. Seit seinem
gescheiterten Versuch, sich die absolute Macht zu sichern, ührt
Voldemort ein schattenha es, entkörperlichtes Dasein. Im ersten
Band versucht er, sich mit Hilfe eines Lehrers des Steins der Weisen zu
bemächtigen, der ihm ewiges Leben schenken würde, was Harry aber
verhindern kann. Dass es sich dabei nur um einen Teilsieg handelt,
zeigen die folgenden Bände, in denen das im ersten Band etablierte
Handlungsschema (Ferien außerhalb des Internats – Reise nach Hog-
warts – Schulalltag – Kämpfe gegen Voldemort und seine Helfershel-
fer – Rückkehr in die Welt der Muggel) in seinen Grundzügen wieder-
holt, dabei aber immer komplexer ausgestaltet wird.
Der Reiz der Harry-Potter-Romane liegt wohl in der Verbindung
von archetypischen Handlungsmustern mit einer ungemein viel-
ältigen, detailliert geschilderten Phantasiewelt, die gleichwohl in
satirischer Verfremdung auch die alltägliche Erfahrungswirklichkeit
widerspiegelt. In dem über Seiten umfassenden Werk tritt eine
Vielzahl von Figuren auf, von denen nicht wenige über ihre zunächst
typenha e oder skurrile Zeichnung hinauswachsen und Individuali-
tät erlangen. Zugleich webt Rowling mit spielerischer Leichtigkeit das
gesamte Erbe der kollektiven phantastischen Imagination des Abend-
landes ein – von Alraune bis Zentaur, von Aberglaube bis Zauberei –