
DER AKTUELLE STAND IM JAHR 2025
Ransomware entwickelt sich weiter und im Jahr
2025 ist sie nicht nur präsent, sondern erlebt
ein regelrechtes Comeback. Um über die Ent-
wicklungen im Bereich Ransomware auf dem
Laufenden zu bleiben, führt das Team von Horn-
etsecurity regelmäßig internationale Umfragen
durch, um Trends zu verfolgen und Erkenntnisse
von IT-Fachleuten zu sammeln.
Ransomware hat sich erneut als eine der welt-
weit disruptivsten Bedrohungen für Unterneh-
men erwiesen – mit wachsender Raffinesse
und Reichweite. Auch die allgemeinen Sorgen
um die Cybersicherheit nehmen zu. 76 % der
Sicherheitsverantwortlichen halten es für
wahrscheinlich, dass es innerhalb der nächs-
ten 12 Monate zu einem schwerwiegenden Cy-
berangriff kommen wird. Diese Einschätzung
hat deutlich zugenommen und spiegelt den in
unserem Bericht festgestellten Wiederanstieg
von Angriffen wieder.
Die diesjährigen Ergebnisse zeigen eine klare
Umkehr des rückläufigen Trends bei der Häu-
figkeit von Angriffen. Dies verdeutlicht sowohl
das wachsende Ausmaß der Ransomware-Akti-
vitäten als auch den dringenden Bedarf an ak-
tualisierten Abwehrmaßnahmen. Im Jahr 2024
meldeten nur 18,6 % der Befragten, von einem
Ransomware-Angriff betroffen gewesen zu sein
– der niedrigste Wert seit 2021. Doch in diesem
Jahr ist die Zahl wieder auf 24 % angestiegen,
was das besorgniserregende Wiederaufleben
der Ransomware-Aktivität signalisiert.
Dieser Anstieg scheint vor allem auf zwei Fak-
toren zurückzuführen zu sein: eine stärkere
Automatisierung der Angriffe und ein breiteres
Spektrum an eingesetzten Taktiken der Cy-
berkriminellen. Während klassisches Phishing
nach wie vor den Hauptangriffsvektor darstellt
(von 46 % der Befragten angegeben), zeigen
die Daten eine zunehmende Nutzung kompro-
mittierter Endgeräte (26 %) sowie gestohle-
ner Zugangsdaten – oft infolge mangelhafter
Patch-Praktiken oder unsicherer „Bring Your
Own Device (BYOD)“-Umgebungen.
Trotz des Anstiegs der Häufigkeit von Angriffen
zahlen immer weniger Unternehmen Lösegeld,
was auf bessere Wiederherstellungsstrategien
oder eine wachsende Zurückhaltung, auf Erpres-
sungen einzugehen, hindeutet. Dennoch bleiben
die finanziellen und operativen Auswirkungen
gravierend, insbesondere da Ransomware im-
mer gezielter und hartnäckiger eingesetzt wird.
Ransomware ist eine besonders zerstörerische
Form von Malware, die Unternehmen den Zugriff
auf ihre Daten und Systeme verwehrt, während
die Angreifer als Gegenleistung für die Wieder-
herstellung Lösegeld fordern – oft in Form von
Kryptowährungen. Die Folgen reichen von Da-
tenverlust und Ausfallzeiten bis hin zu regula-
torischen Sanktionen und Reputationsschäden.
Laut dem diesjährigen Bericht „Voice of the
CISO“ von Proofpoint haben 66 % der Unter-
nehmen kürzlich einen Verlust sensibler Da-
ten erlitten. Dieser Wert, der deutlich höher ist
als im Vorjahr, verdeutlicht die dringende Not-
wendigkeit, die eigene Resilienz zu stärken, wie
in unserer Studie näher erläutert. Zudem fühlen
sich 58 % der CISOs trotz weit verbreiteter Di-
saster Recovery Pläne unzureichend auf Cy-
berbedrohungen vorbereitet.
In diesem Jahr gaben die Befragten auch Ein-
blicke in ihre sich weiterentwickelnden Cybersi-
cherheitsstrategien. Investitionen in Endpunkt-
erkennungs-Tools, regelmäßige Backups und
Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbei-
ter bleiben weiterhin wichtige Bestandteile der
Ransomware-Abwehr. Angesichts der Zunahme
von Angriffen über gestohlene Zugangsdaten
und Software-Exploits betonen die Ergebnisse
jedoch die Bedeutung mehrschichtiger Sicher-
heitsstrukturen und Zero-Trust-Prinzipien.
Da Ransomware-Taktiken immer komplexer und
facettenreicher werden, müssen Unterneh-
men nicht nur auf den Schutz vor anfänglichen
Kompromittierungen setzen, sondern auch wi-
derstandsfähige Systeme aufbauen, die im
Ernstfall eine schnelle Wiederherstellung er-
möglichen.
„58 % der CISOs fühlen sich unzu-
reichend auf Cyberbedrohungen
vorbereitet.”