VBG-Sportreport 2025 PDF Free Download

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VBG-Sportreport 2025
Analyse des Verletzungsgeschehens
in den zwei höchsten Ligen der Männer:
Basketball, Eishockey,
Fußball und Handball
VBG-Fachwissen
Schwerpunktthema
Verletzungen im
professionellen
Frauenfußball
inklusive
1 Vorwort
Erstmalige Betrachtung des Verletzungsgeschehens im
deutschen Profifußball der Frauen zeigt signifikante
geschlechtsspezifische Unterschiede
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dem VBG-Sportreport 2025 legen wir Ihnen eine umfassende Analyse zweier aufeinanderfolgen-
der Saisons (2021/22 und 2022/23) der beiden höchsten deutschen Spielklassen der Männer in den
Sportarten Basketball, Eishockey, Fußball und Handball vor.
Ziel dieser aufwändigen Längsschnittbetrachtung – die inzwischen neun aufeinanderfolgende
Spielzeiten umfasst – ist es, Entwicklungen in Häufigkeit und Schwere von Verletzungen in den vier
großen Mannschaftssportarten systematisch zu erfassen. Wir analysieren, welche Verletzungsarten
besonders relevant sind, unter welchen Umständen diese typischerweise auftreten und wie sich
diese Parameter im Laufe der Jahre verändern. Auf Grundlage dieser Informationen lassen sich
gezielt präventive Handlungsfelder ableiten, die dazu beitragen sollen, das Verletzungsrisiko nach-
haltig und weiter zu senken.
Mit dieser mittlerweile achten Ausgabe des VBG-Sportreport erweitern wir unseren Blick um einen
wichtigen Aspekt: die geschlechtsspezifische Betrachtung von Verletzungen. Im diesjährigen Schwer-
punktthema präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse einer Auftragsstudie, bei der das Verletzungsge-
schehen der Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga in der Spielzeit 2023/24 analysiert wurde.
Dass sich bei Fußballspielerinnen andere Verletzungsschwerpunkte zeigen als bei männlichen Spie-
lern, ist bereits durch verschiedene internationale Studien bekannt. Auch in der nationalen und
internationalen Presse wird regelmäßig über schwere Verletzungen im Profifußball der Frauen be-
richtet. Was bisher jedoch weitgehend fehlt, sind systematische Datensammlungen und -auswer-
tungen des gesamten Verletzungsgeschehens im deutschen Profisport der Frauen. Diese Daten-
grundlage ist aber zum Nachweis häufiger Verletzungen erforderlich.
Aus diesem Grund war es uns ein besonderes Anliegen, eine deutschlandweite Ausschreibung zur
wissenschaftlichen Analyse von Verletzungsprofilen im Profifußball der Frauen zu initiieren, die in
einer multizentrischen Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Regensburg durchge-
führt wurde. Die Ergebnisse der Studie können Sie ab Seite 23 nachlesen: Es zeigen sich deutliche
Unterschiede zum Profifußball der Männer. Dies bestärkt uns darin, die geschlechtsspezifische Ana-
lyse des Verletzungsgeschehens im Profisport weiter zu intensivieren, um Präventionsstrategien
zukünftig noch besser differenzieren zu können.
Denn als Partnerin des Sports ist die VBG stets bestrebt, durch innovative, praktikable und ressour-
censchonende Präventions- und Rehabilitationsangebote Sportunternehmen bei der Gesunderhal-
tung ihrer Sportlerinnen und Sportler zu unterstützen.
Viel Spaß beim Lesen und sportliche Grüße
3
VBG-Sportreport 2025
Kay Schumacher
Hauptgeschäftsführer
Nada Göltzer
stellvertretende
Hauptgeschäftsführerin
Dr. Andreas Weber
Direktor Prävention
VBG – Ihre gesetzliche Unfallversicherung
Von A wie Architekturbüro bis Z wie Zeitarbeitsunternehmen – rund 1,8 Millionen
Unternehmen aus mehr als 100 Branchen sind Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung
VBG. VBG ist die Kurzbezeichnung für die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Sie ist
eine der neun auf Branchen ausgerichteten gewerblichen Berufsgenossenschaften
in Deutschland. Die VBG steht ihren Mitgliedern in zwei wesentlichen Bereichen zur
Seite: bei der Prävention von Arbeitsunfällen, Wegeunfällen, Berufskrankheiten und
arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie bei der Unterstützung im Schadensfall.
Im Jahr 2024 wurden rund 420.000 Unfälle und Berufskrankheiten registriert. Die VBG
kümmert sich darum, dass Versicherte bestmöglich wieder zurück in den Beruf und
ihr soziales Leben finden. Über 2.500 Vollbeschäftigte an elf Standorten arbeiten an
dieser Aufgabe mit. Darüber hinaus finden in den sechs Akademien die VBG-Seminare
für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit statt. Neben Präsenz-Seminaren bietet
die VBG auch verstärkt Online-Seminare für eine ortsunabhängige Weiterbildung an.
Weitere Informationen: www.vbg.de
1Vorwort 3
Methodik – Vorgehensweise,
Definitionen und Begrifflichkeiten 6
Faktencheck – Die Saisons 2021/22
und 2022/23 in der Schnellübersicht 10
Verletzungsgeschehen –
Die Sportarten im Vergleich 12
Schwerpunktthema – Verletzungen
im professionellen Frauenfußball 23
Verletzungen im Basketball 34
Verletzungen im Eishockey 60
Verletzungen im Fußball 86
Verletzungen im Handball 112
2 Methodik – Vorgehensweise,
Definitionen und Begrifflichkeiten
Beobachtete Ligen und Sportler
Für die Analyse des allgemeinen Verletzungsge-
schehens wurden die Verletzungen der Saisons
2021/22 (Zeitraum: 01.07.2021–30.06.2022) und
2022/23 (Zeitraum: 01.07.2022–30.06.2023)
betrachtet.
Berücksichtigt wurden dabei alle Versicherungs-
fälle, die zu finanziellen Leistungen (Heilbehand-
lungen und Entgeltersatzzahlungen) der VBG
und/oder zur Arbeitsunfähigkeit eines Spielers
geführt haben.
In unserer Betrachtung haben wir die Zahl der
Verletzungen gezählt. Im Einzelfall kann ein
Unfallereignis auch zu zwei oder mehr Verlet-
zungen geführt haben.
→Verletzungskollektiv
(Stand der Daten: 09/2023)
Erhobene Variablen: unter anderem verletzte
Körperregion, Verletzungsart, Heilbehand-
lungskosten, Arbeitsunfähigkeit.
Analyse des Verletzungsgeschehens
Für die Analyse des Verletzungsgeschehens wur-
den alle Spieler der jeweils höchsten beiden
Männerligen im
Basketball:
Basketball Bundesliga
(im Folgenden: BB1)
2. Basketball Bundesliga ProA (BB2)
Eishockey:
Deutsche Eishockey Liga (EH1)
Deutsche Eishockey Liga 2 (EH2)
Fußball:
Bundesliga (FB1)
2. Bundesliga (FB2)
Handball:
Handball-Bundesliga (HB1)
2. Handball-Bundesliga (HB2)
Der Abzug der Daten aus dem Datawarehouse
der VBG erfolgte circa drei bis vier Monate nach
Abschluss der Saison zum Stand 15.09.2022
beziehungsweise 15.09.2023. In den dargestell-
ten Leistungen für Heilbehandlungen und Ent-
geltersatzzahlungen sind deswegen nur diejeni-
gen Leistungen der VBG berücksichtigt, die bis
zum jeweiligen Stichtag gezahlt wurden.
Ebenso wurde die Dauer beziehungsweise die
prognostizierte Dauer der Arbeitsunfähigkeit
zum Zeitpunkt des Datenabzuges am jeweiligen
Stichtag betrachtet.
Leistungen und Dauer der Arbeitsunfähigkeit
wurden unter Berücksichtigung der oben ge-
nannten Restriktionen als Indikatoren für die
Schwere der Verletzung herangezogen.
berücksichtigt, die jeweils in der Saison 2021/22
und 2022/23 im Zeitraum vom 01.07. bis zum
30.06. mindestens einen Pflichtspieleinsatz in
nationalen oder internationalen Wettbewerben
für ihren Club hatten.
→Gesamtkollektiv
Erhobene Variablen: unter anderem Alter,
Liga, Spielposition
Förderlizenzen/Doppelspielrecht/
Vereinswechsel
Spieler, die im Beobachtungszeitraum durch
Förderlizenzen, Doppelspielrecht oder Vereins-
wechsel sowohl in der ersten als auch in der
zweiten Liga zum Einsatz kamen, werden bei
Gegenüberstellung der Ligen (zum Beispiel
Prävalenzen und Inzidenzen) in beiden Ligakol-
lektiven geführt. Bei der Analyse der gesamten
Sportart hingegen werden sie statistisch nur als
eine Person betrachtet.
6 7
Definitionen und Begrifflichkeiten
9
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Verletzungen
Als Verletzung wird jedes Ereignis im Training
oder Wettkampf definiert, das entweder zu Heil-
behandlungskosten oder zu einer Arbeitsunfä-
higkeit des Spielers für Trainings- und/oder
Spieleinheiten führt. Schmerzen oder chroni-
sche Schäden, die nicht posttraumatischer Na-
tur sind, sowie Krankheiten oder psychische
Beeinträchtigungen werden in diesem Zusam-
menhang ausgeschlossen.
Leistungen
Als Leistungen werden alle Heilbehandlungs-
kosten und Entgeltersatzzahlungen definiert,
die die VBG bis zu den jeweiligen Stichtagen
15.09.2022 beziehungsweise 15.09.2023 für
Verletzungen von Spielern aus dem Gesamt-
kollektiv gezahlt hat, welche sich im jeweilgen
Beobachtungszeitraum vom 01.07. bis 30.06.
ereignet haben. Leistungen der VBG, die über
diesen Zeitpunkt hinaus gehen, werden zum
Zwecke der Standardisierung und jährlichen
Vergleichbarkeit nicht berücksichtigt.
Prävalenzen
Als Prävalenz wird der Anteil der verletzten
Sportler in Relation zur Gesamtzahl der beob-
achteten Sportler (Gesamtpopulation)
bezeichnet.
Inzidenz
Als Inzidenz wird die Anzahl der aufgetretenen
Verletzungen in Relation zur Expositionszeit der
beobachteten Sportler bezeichnet.
Folgende Arten der Inzidenz werden verwendet:
Saisoninzidenzen:
Anzahl der Verletzungen pro Sportler und
Saison
Wettkampfinzidenzen:
Anzahl der Wettkampfverletzungen pro 1.000
Stunden Wettkampf
Relativer Injury Burden (rIB)
Der Injury Burden beschreibt die aus Verletzun-
gen resultierende Belastung. Diese wird im vor-
liegenden VBG-Sportreport in Form von Ausfall-
tagen (AU-Tage) und/oder Leistungen
ausgedrückt.
Analyse der Verletzungsursachen
Die Grenze von sieben Tagen (primär) bezie-
hungsweise 1.000 Euro (sekundär) wurde ge-
wählt, da aktuelle Studien aus der Sportunfall-
forschung gezeigt haben, dass die Identifizierungs-
quote von leichteren Verletzungen im Videoma-
terial von Spielsportarten deutlich absinkt. Des
Weiteren haben moderate und schwere Verlet-
zungen aufgrund ihrer Verletzungsschwere und
der damit verbundenen höheren persönlichen,
sportlichen sowie wirtschaftlichen Folgen eine
hohe Relevanz für die Prävention.
Da Versicherungsfälle vom Beginn der Saison
beim Datenabzug länger zurückliegen, und des-
wegen gegebenenfalls die 1.000 Euro-Grenze
eher übersteigen, war anzunehmen, dass das
Videokollektiv der Versicherungsfälle vom Ende
der Saison gegebenenfalls unterrepräsentiert
ist. Bei der Datenauswertung zeigte sich jedoch,
dass dieser Effekt unbedeutend ist, da der An-
teil der aus dem Verletzungskollektiv ausge-
wählten Fälle in Bezug auf den Saisonzeitpunkt
statistisch unauffällig war.
Für die systematische Videoanalyse der Verlet-
zungsursachen wurden moderate und schwere
Wettkampfverletzungen, die eine Arbeitsunfä-
higkeit von mindestens sieben Tagen und/oder
Leistungen der VBG von mindestens 1.000 Euro
verursacht haben, berücksichtigt, sofern sie im
Videomaterial identifiziert werden konnten.
→Videokollektiv
(Stand der Daten 09/2023)
Erhobene Variablen: unter anderem Ort und
Zeitpunkt der Verletzung, Spielsituation,
Bewegungsmuster, Spielaktion, Verletzungs-
mechanismus, Verletzungsursache.
Um diese resultierende Belastung innerhalb der
analysierten Ligen im Sinne einer Benchmark
vergleichend betrachten zu können, haben wir
uns entschieden, den rIB zu berechnen. Hierzu
wird die Summe der Ausfalltage jeder Mann-
schaft durch die Anzahl der Pflichtspiele der
jeweiligen Mannschaft dividiert. Um bei dieser
Berechnung das Biasrisiko durch unterschiedli-
ches Meldeverhalten zu minimieren, werden zur
Berechnung des rIB nur meldepflichtige Verlet-
zungen ( 4 AU-Tage) berücksichtigt.
Kontaktverletzung
Als Kontaktverletzung wird jede Verletzung be-
zeichnet, die durch eine direkte äußere Kraft-
einwirkung einer anderen Person (zum Beispiel
Mit-, Gegenspieler, Schiedsrichter) oder eines
Gegenstands (zum Beispiel Ball, Puck, Stock,
Tor, Bande, Korb) an der verletzten beziehungs-
weise einer angrenzenden Körperregion verur-
sacht wird.
→Beispiel
Sprunggelenksverletzungen nach Tritt des
Gegenspielers gegen das Sprunggelenk
Indirekte Kontaktverletzung
Als indirekte Kontaktverletzung wird jede Ver-
letzung bezeichnet, bei der unmittelbar vor
oder während der Verletzung eine äußere Kraft-
einwirkung einer anderen Person oder eines
Gegenstands beteiligt ist. Diese ist nicht direkt
verletzungsursächlich, beeinflusst jedoch den
natürlichen Bewegungsablauf des Sportlers
und führt somit die verletzungsauslösende
Situation indirekt herbei.
→Beispiel
Sprunggelenksverletzungen durch Um-
knicken bei der Landung nach Stoß gegen
den Oberkörper in der Flugphase
Non-Kontaktverletzung
Als Non-Kontaktverletzung wird jede Verletzung
bezeichnet, die durch ein Ereignis ohne äußere
Krafteinwirkung eines anderen Spielers, eines
Spielgeräts oder einer Spielfeldeinrichtung ver-
ursacht wird.
→Beispiel
Sprunggelenksverletzungen durch
Umknicken bei einem schnellen
Richtungswechsel
11
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Basketball Eishockey Fußball Handball
Saison 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
Durchschnittliche Anzahl der Verletzungen
pro eingesetztem Spieler (Saisoninzidenzen)
1,51 1,47 1,62 1,74 2,25 2,16 1,69 1,86
Anteil der eingesetzten Spieler, die sich
verletzt haben (%)
62,7 67,8 69,8 78,2 85,9 77,8 63,6 70,0
Mediane Anzahl an Verletzungen pro Team
(Range: Minimum – Maximum)
22
(5–70)
19
(5–106)
40
(23–98)
43
(18–86)
56
(27–196)
57
(24–158)
39
(18–75)
40
(20–96)
Durchschnittliche verletzungsbedingte
Ausfallzeit (Tage) pro Pflichtspiel
(relativer Injury Burden)
BB1: 8,83
BB2: 6,84
BB1: 8,01
BB2: 6,01
EH1: 10,06
EH2: 10,60
EH1: 8,99
EH2: 9,96
FB1: 29,06
FB2: 25,47
FB1: 21,56
FB2: 22,05
HB1: 17,74
HB2: 17,67
HB1: 15,67
HB2: 17,84
Durchschnittliche Ausfallzeit pro erlittener
Verletzung in Tagen
13 13 16 14 17 15 19 17
Durchschnittliche VBG-Leistungen pro
erlittener Verletzung in Euro
1.477 1.319 1.853 1.925 2.017 1.675 1.642 1.868
Durchschnittliche verletzungsbedingte
Ausfallzeit pro Spieler (in Tagen)
20 19 24 23 37 30 31 30
Verteilung der Verletzungen –
Training : Wettkampf in Prozent
49 : 51 55 : 45 27 : 73 29 : 71 53 : 47 44 : 56 65 : 35 57 : 43
Verletzungen pro 1.000 Stunden Wettkampf
(Wettkampfinzidenzen)
85,5 67,3 82,0 85,1 42,1 46,2 48,8 59,6
Der verletzungsreichste Monat –
Training vs. Wettkampf
Training: August/
September
Wettkampf: März
Training: September
Wettkampf: April
Training: September
Wettkampf: März
Training: August
Wettkampf:
Dezember
Training: Juli
Wettkampf: April
Training: Juli
Wettkampf: August
Training: August
Wettkampf: Oktober
Training: August
Wettkampf:
November
Die am häufigsten verletzte Körperregion Sprunggelenk Sprunggelenk Kopf Kopf Oberschenkel Oberschenkel Sprunggelenk Sprunggelenk
Die am häufigsten beobachtete Einzel-
diagnose – Training vs. Wettkampf
Training:
Distorsion des obe-
ren Sprunggelenks
Wettkampf:
Kontusion des obe-
ren Sprunggelenks
Training:
Distorsion des obe-
ren Sprunggelenks
Wettkampf:
Distorsion des obe-
ren Sprunggelenks
Training:
Gesichtsprellung
Wettkampf:
Gesichtsprellung
Training:
Gesichtsprellung
Wettkampf:
Gesichtsprellung
Training:
Muskelfaserriss im
Oberschenkelbereich
Wettkampf:
Oberschenkel-
kontusion
Training:
Muskelfaserriss im
Oberschenkelbereich
Wettkampf:
Oberschenkel-
kontusion
Training:
Distorsion des oberen
Sprunggelenks
Wettkampf:
Distorsion des obe-
ren Sprunggelenks
Training:
Distorsion des oberen
Sprunggelenks
Wettkampf:
Distorsion des
Kniegelenks
Die risikoreichste Spielposition Centerspieler und
Power Forward
Point Guard Verteidiger Verteidiger Abwehrspieler Abwehrspieler Rückraumspieler Kreisläufer
Häufigkeit gegnerisches Foulspiel im Wettkampf
als verletzungsmitverursachender Faktor (%) *, **
25,7 18,1 22,0 23,3
Häufigkeit Non-Kontaktverletzungen im
Wettkampf (%) * 15,7 5,6 21,6 26,3
10
3 Faktencheck – Die Saisons 2021/22 und
2022/23 in der Schnellübersicht
* Auf der Basis der Videoanalyse moderater und schwerer Wettkampfverletzungen 2019–2023 (n = 1.540)
** Auf der Basis der in der Videoanalyse ermittelten offiziellen Schiedsrichterentscheidung 2019–2023 (n = 1.540)
12 13
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Folge stehen die Athleten ihren Vereinen im
Laufe einer Spielzeit verletzungsbedingt durch-
schnittlich etwa vier Wochen nicht zur Verfü-
gung. Dabei sei angemerkt, dass nur der VBG
gemeldete und als Arbeitsunfall anerkannte
Akutverletzungen berücksichtigt wurden. Aus-
fallzeiten durch Erkrankungen oder chronische
Beschwerden sind hierbei erhebungsmetho-
disch nicht berücksichtigt.
Bis zum jeweiligen Stichtag der Auswertung
(15.09.) leistete die VBG für Heilbehandlungen
und Entgeltersatzleistungen in den genannten
Ligen in beiden Saisons jeweils rund zehn Milli-
onen Euro. In der zuvor betrachteten Spielzeit
lag dieser Wert bei 8,4 Millionen Euro. Trotz der
sich stabilisierenden oder sogar rückläufigen
Verletzungshäufigkeiten, steigen die resultie-
4 Verletzungsgeschehen –
Die Sportarten im Vergleich
Verteilung der eingesetzten Spieler (%) im Profisport1
Allgemeine Übersicht
Der vorliegende VBG-Sportreport 2025 analysiert
das Verletzungsgeschehen der Spielzeiten
2021/22 und 2022/23 in den jeweils höchsten
beiden Männerligen im Basketball, Eishockey,
Fußball und Handball. In den betrachteten acht
Ligen kamen in den jeweiligen Spielzeiten 3.267
beziehungsweise 3.185 Spieler zum Einsatz und
wurden für die Auswertungen des Reports be-
rücksichtigt. Fußball stellt mit rund 32 Prozent
der eingesetzten Spieler weiterhin die größte
Teilpopulation, gefolgt von Handball (circa
27 Prozent), Eishockey (circa 24 Prozent) und
Basketball (circa 17 Prozent).
Die Anzahl der Verletzungen lag in den betrach-
teten Spielzeiten bei 5.932 beziehungsweise
5.919 Verletzungen und ist somit gegenüber
dem VBG-Sportreport 2024 (6.051 Verletzungen)
leicht zurückgegangen. Ebenso ist ein Rückgang
der durchschnittlichen kumulativen Saisoninzi-
denzen über alle vier betrachteten Sportarten
von 1,94 Verletzungen pro Spieler in der Saison
2020/21 auf 1,82 beziehungsweise 1,86 Verlet-
zungen zu beobachten. Die Prävalenz, also der
Anteil der Spieler am Gesamtkollektiv, die im
Saisonverlauf mindestens eine Verletzung erlei-
den, stabilisiert sich bei etwa 73 Prozent.
Die verletzungsbedingten Ausfalltage, die im
VBG-Sportreport 2024 bereits um rund 25 Pro-
zent auf über 87.600 AU-Tage angestiegen sind,
steigen in der Saison 2021/22 nochmals um
knapp 10 Prozent auf rund 95.150 AU-Tage an.
In der zweiten Betrachtungssaison sinkt dieser
Wert jedoch, erfreulicherweise sogar unter das
Vorjahresniveau, auf 83.200 AU-Tage. In der
renden Kosten somit weiter an. Zusätzlich gilt
es in allen Saisons zu berücksichtigen, dass die
Leistungen für Versicherungsfälle häufig weit
über den jeweiligen Stichtag hinausgehen kön-
nen. Deswegen sind die ökonomischen Folgen
noch weitaus größer einzuschätzen.
»Weniger Verletzungen pro Spieler,
große Schwankungen bei den
AU-Tagen und ansteigende Kosten
für Heilbehandlungen.«
1 Aufgrund von Förderlizenzen, Doppelspielrechten und/oder Vereinswechseln in der Saison ist die Summe der Ligen nicht zwangsläufig mit dem
Gesamtanteil identisch
Saison 2022/23
Eishockey: 24,1 %
EH1: 12,5 %
EH2: 12,8 %
Eishockey: 23,7 %
EH1: 13,0 %
EH2: 11,6 %
Fußball: 31,6 %
FB1: 15,7 %
FB2: 15,5 %
Fußball: 32,0 %
FB1: 15,9 %
FB2: 15,6 %
17,1 % 17,6 %
Saison 2021/22
31,6 % 32,0 %
24,1 % 23,7 %
27,2 % 26,7 %
Handball: 27,2 %
HB1: 13,1 %
HB2: 13,6 %
Handball: 26,7 %
HB1: 12,7 %
HB2: 13,9 %
Basketball: 17,1 %
BB1: 8,9 %
BB2: 7,8 %
Basketball: 17,6 %
BB1: 8,9 %
BB2: 8,5 %
14 15
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Prävalenzen
Anteil (%) verletzter Spieler in den Saisons 2020/21, 2021/22 und 2022/23 [± 95 % Konfidenzintervall]
Kumulative Saisoninzidenzen
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler in den Saisons 2020/21, 2021/22 und 2022/23 [± 95 % Konfidenzintervall]
Verteilung der Leistungen und AU-Tage im Profisport (%)
Leistungen
BB: 11,9 %
EH: 20,7 %
FB: 44,1 %
HB: 23,3 %
8,9 % BB1
3,0 % BB2
13,9 % HB1
9,4 % HB2
11,1 % EH1
9,6 % EH2
22,2 % FB1
21,9 % FB2
2021/22
AU-Tage
BB: 11,6 %
EH: 19,7 %
FB: 39,9 %
HB: 28,9 %
7,5 % BB1
4,1 % BB2
16,1 % HB2
10,2 % EH1
9,5 % EH2
22,1 % FB1
12,8 % HB1
17,8 % FB2
2021/22
Leistungen
BB: 10,7 %
EH: 24,3 %
FB: 36,1 %
HB: 28,9 %
8,2 % BB1
2,5 % BB2
17,1 % HB1
11,8 % HB2
14,2 % EH1
10,1 % EH2
18,8 % FB1
17,3 % FB2
2022/23
BB: 12,6 %
EH: 20,5 %
FB: 36,8 %
HB: 30,2 %
7,7 % BB1
4,9 % BB2
14,0 % HB1
16,2 % HB2
10,3 % EH1
10,2 % EH2
19,2 % FB1
17,6 % FB2
AU-Tage
2022/23
Basketball gesamt
0,0
0,5
1,0
1,5
2,0
2,5
Eishockey Fußball Handball
2020/21 2021/22 2022/23
1,62
1,51
1,47
2,10
2,25
2,16
2,25
1,69
1,86
1,94
1,82
1,86
1,57
1,62
1,74
Basketball gesamt
0,0 %
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
Eishockey Fußball Handball
66,7 %
69,6 %
79,6 %
72,0 %
73,0 %
62,7 %
69,8 %
85,9 %
63,6 %
72,0 %
67,8 %
78,2 %
77,8 %
70,0 %
74,0 %
2020/21 2021/22 2022/23
17
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Schweregrad
Anteil (%) Verletzungen nach Länge der Arbeitsunfähigkeit
Schweregrad der Verletzung
der Verletzungen ausschließlich einer Heilbe-
handlung bedürfen und keine Ausfallzeit nach
sich ziehen. Bei rund einem Fünftel der Fälle
fallen die Sportler zwischen einem Tag und ei-
ner Woche aus. Knapp ein Drittel aller Fälle
führt zu Ausfallzeiten von mehr als einer Woche.
Etwa 14 Prozent sind als schwere Verletzungen
mit Ausfallzeiten von mehr als vier Wochen
klassifiziert.
Für eine umfassende Betrachtung der Verlet-
zungsepidemiologie ist neben der reinen Häufig-
keit auch die Verletzungsschwere zu beachten.
Deshalb haben wir zur besseren Einordnung des
Verletzungsgeschehens die registrierten Verlet-
zungen entsprechend internationaler Standards
in fünf unterschiedliche Schweregrade klassifi-
ziert. Maßgebliches Kriterium hierfür ist die Aus-
fallzeit der Spieler, das heißt der Zeitraum vom
Unfalltag bis zur uneingeschränkten Rückkehr
ins Mannschaftstraining, gleichbedeutend mit
dem Ende der Arbeitsunfähigkeit. Der Unfalltag
ist dabei als Tag 0 definiert. Kehrt ein Spieler also
am Folgetag des Unfalls wieder zur Mannschaft
zurück, so ist dies eine Verletzung ohne Ausfall-
zeit, auch wenn er am Unfalltag selbst eventuell
Teile oder ganze Trainings- oder Spieleinheiten
verpasst hat.
Bei der Betrachtung der Verteilung auf die fünf
Kategorien fällt auf, dass weniger als die Hälfte
Basketball
Eishockey
Fußball
Handball
gesamt
Basketball
Eishockey
Fußball
Handball
gesamt
0 %
0 %
10 %
10 %
20 %
20 %
30 %
30 %
40 %
40 %
50 %
50 %
60 %
60 %
70 %
70 %
80 %
80 %
90 %
90 %
100 %
100 %
48,6 %
48,2 %
51,7 %
49,9 %
43,8 %
45,3 %
47,1 %
49,2 %
47,0 %
47,8 %
11,4 %
11,1 %
7,2 %
8,8 %
9,2 %
10,5 %
7,9 %
9,4 %
8,8 %
9,9 %
12,0 %
11,9 %
7,7 %
9,8 %
10,2 %
11,0 %
11,3 %
11,7 %
10,2 %
11,0 %
16,3 %
17,1 %
17,7 %
18,3 %
20,5 %
18,5 %
18,7 %
16,7 %
18,9 %
17,8 %
11,8 %
11,7 %
15,6 %
13,1 %
16,3 %
14,7 %
15,0 %
13,0 %
15,1 %
13,5 %
2021/222022/23
ohne Ausfallzeit minimal [1–3 Tage] leicht [4–7 Tage] moderat [8–28 Tage] schwer [>28 Tage]
»Knapp die Hälfte aller Verletzun-
gen bleibt ohne Ausfallzeit, rund
14 Prozent der Fälle sind schwere
Verletzungen mit mehr als vier
Wochen Sportpause.«
18 19
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Der Anteil an Trainingsverletzungen liegt in der
Gesamtbetrachtung aller Sportarten bei 54 Pro-
zent beziehungsweise 50 Prozent. Hierbei las-
sen sich jedoch gewisse sportartspezifische
Unterschiede festhalten: So ist Handball die
Sportart mit dem größten Anteil (66 Prozent;
60 Prozent), Eishockey hingegen die Sportart
mit dem geringsten Anteil an Trainingsverlet-
zungen (32 Prozent; 29 Prozent).
Auch die Betrachtung der Wettkampfinzidenzen,
also der Anzahl der Verletzungen pro 1.000 Stun-
den Wettkampfexposition, weist Unterschiede
im Sportartenvergleich auf. Die US-amerikanisch
geprägten Sportarten Basketball und Eishockey
liegen hierbei mit Inzidenzraten von bis zu über
85 Verletzungen pro 1.000 Stunden Exposition
deutlich vor den anderen Mannschaftssportar-
ten. Fußball stellt mit etwa 45 Verletzungen pro
1.000 Stunden Wettkampfexposition die Sportart
mit den niedrigsten Wettkampfinzidenzen dar.
In der Gesamtbetrachtung aller Sportarten sind
die Wettkampfinzidenzen mit Werten von
unter 60 Verletzungen in beiden Spielzeiten
im Vergleich zur Vorsaison zurückgegangen
(61,8 Verletzungen).
»Die US-amerikanisch geprägten
Sportarten weisen die höchsten
Wettkampfinzidenzen auf.
Insgesamt ist die Anzahl der
Verletzungen pro 1.000 Stunden
Wettkampf gesunken.«
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen
Basketball
Basketball
gesamt
gesamt
0,0 %
0
20,0 %
20
40,0 %
40
60,0 %
60
80,0 %
80
100,0 %
100
Eishockey
Eishockey
Fußball
Fußball
Handball
Handball
59,6
67,3
52,4
85,5
40,447,6 71,368,3 48,742,0 39,634,1 50,146,4
28,7
85,1
31,7
82,0
51,3
46,2
58,0
42,1
60,4
59,6
65,9
48,8
49,9
59,8
53,6
56,4
Training Wettkampf
Wettkampfverletzungen
Wettkampfinzidenzen (Anzahl Verletzungen (n) pro 1.000 Stunden Wettkampf) [± 95 % Konfidenzintervall]
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
Basketball
Eishockey
Fußball
Handball
gesamt
Basketball
Eishockey
Fußball
Handball
gesamt
0 % 0 %10 % 10 %20 % 20 %30 % 30 %40 % 40 %50 % 50 %60 % 60 %70 % 70 %80 % 80 %90 % 90 %100 % 100 %
54,8 % 62,5 %
52,4 % 69,2 %
46,0 % 65,3 %
59,2 % 72,1 %
30,1 % 11,8 %
26,0 % 8,8 %
27,7 % 11,4 %
24,6 % 6,6 %
15,1 % 25,7 %
21,6 % 22,0 %
26,3 % 23,3 %
16,2 % 21,2 %
74,5 % 81,4 %
19,9 % 0,5 %
5,6 % 18,1 %
*Auf der Basis der in der Videoanalyse ermittelten offiziellen Schiedsrichterentscheidung
20 21
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Videoanalyse von Verletzungshergängen
Um neben der epidemiologischen Darstellung
des Verletzungsgeschehens auch Verletzungs-
hergänge beschreiben zu können, wurden mit
Hilfe eigens konzipierter und evaluierter Beob-
achtungsbögen Videoanalysen von moderaten
und schweren Wettkampfverletzungen durch-
geführt. In der Gesamtbetrachtung sind
59,2 Prozent aller Verletzungen direkte Kontakt-
verletzungen. Knapp ein Viertel (24,6 Prozent)
der Verletzungen ereignete sich in indirekten
Kontaktsituationen, und bei 16,2 Prozent gab
es keine äußere Krafteinwirkung bei der Verlet-
zungsentstehung. Der höchste Anteil von Kon-
taktverletzungen ist in der schnellsten und ver-
meintlich härtesten der vier Sportarten zu
beobachten: Eishockey (74,5 Prozent).
Überraschend erscheint die Erkenntnis, dass im
Basketball mit 54,8 Prozent der zweithöchste
Anteil und Handball mit 46,0 Prozent der ge-
ringste Anteil an Kontaktverletzungen vor-
kommt. Insgesamt sei jedoch darauf hingewie-
sen, dass sportartübergreifend von einem
Identifikationsbias ausgegangen wird, da sich
Kontaktverletzungen im Videomaterial leichter
identifizieren lassen. Somit ist eine Verzerrung
zugunsten der Kontaktverletzungen und zu
Ungunsten der Non-Kontaktverletzungen zu
erwarten. Dass direkte Kontaktverletzungen
jedoch nicht pauschal als unvermeidbares
Schicksal oder Pech hinzunehmen sind, belegt
die folgende Erkenntnis: Nur rund ein Fünftel
(21,2 Prozent) aller analysierten Verletzungen
wurde durch ein gegnerisches Foulspiel verur-
sacht. Ein Großteil der Verletzungen hing also
nicht mit einem Regelverstoß zusammen. Folg-
lich gilt es differenzierte Präventionsstrategien
zu entwickeln, die die Spieler auf kritische
Spielsituationen vorbereiten und ihnen helfen,
diese unverletzt zu überstehen. Hierzu ist es
hilfreich, ein tieferes Verständnis der Verlet-
zungshergänge zu erhalten, wie es in den nach-
folgenden Sportartenkapiteln dargestellt wird.
»Im Handball ereignen sich mit
einem Anteil von 46 Prozent die
wenigsten Kontaktverletzungen.«
»Eine detaillierte Beschreibung von
Verletzungshergängen hilft, typische Verletzungs-
muster zu identifizieren und maßgeschneiderte
Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.«
Kontaktmechanismus
Verteilung der Kontaktmechanismen (%) im Sportartenvergleich von 2019–2023 (n = 1.540 Verletzungen)
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt kein Foul eigenes Foul gegnerisches Foul
Foulspiel*
Anteil der Regelverstöße zum Verletzungszeitpunkt (Prozent) im Sportartenvergleich von 2019–2023
(n = 1.540 Verletzungen)
23
VBG-Sportreport 2025
5 Schwerpunktthema: Verletzungen
im professionellen Frauenfußball
Autoren:
Lorenz Huber, Werner Krutsch, Dominik Szymski, Johannes Weber, Leonard Achenbach, Gunnar Huppertz,
Florian Zeman, Volker Alt (Studiengruppe Fußballmedizin am Universitätsklinikum Regensburg)
Dass der Frauenfußball prinzipiell andere Verlet-
zungsschwerpunkte als der Männerfußball auf-
zeigt, ist aus verschiedenen Studien im Frauen-
sport und insbesondere Frauenfußball weltweit
bekannt. Vor allem der Frauen-Profifußball sorgt
national und international immer wieder mit
schweren Verletzungen zum Beispiel am Kniege-
lenk auch in nicht-medizinischen Medien für
Schlagzeilen. Systematische Datensammlungen
aus dem weiblichen Profifußball zum Beleg sol-
cher gefühlter Trends von häufigeren Verletzun-
gen im Frauenfußball sind allerdings kaum vor-
handen. Auch in Deutschland sind bisher
bewährte und bekannte Forschungsstrukturen
zur Verletzungsanalyse wie zum Beispiel die des
jährlichen VBG-Sportreport nicht identisch vom
Männer- in den Frauen-Profifußball übertragbar.
Grund hierfür ist unter anderem der geringere
Professionalisierungsgrad im Frauenfußball. Aus
diesem Grund wurde von der VBG eine deutsch-
landweite Ausschreibung zur wissenschaftlichen
Analyse von Verletzungsprofilen im Frauen-
Profifußball initiiert, welche in einer multizen-
trischen Studie unter der Leitung des Universi-
tsklinikums Regensburg in der gesamten Sai-
son 2023/24 durchgeführt wurde.
Der Frauen-Profifußball in Deutschland wird in
der Bundesliga und in der 2. Bundesliga von ins-
gesamt 26 Teams bestritten, und die medizini-
schen Strukturen unterscheiden sich deutlich von
denjenigen des Männer-Profifußballs. Während in
der Frauen-Bundesliga Vereinsärzte oder Vereins-
ärztinnen mittlerweile verpflichtend benannt
werden müssen, sind in der 2. Frauen-Bundesliga
nicht in jedem Team ärztliche Ansprechpersonen
vorhanden. Die wissenschaftliche Verletzungs-
analyse in diesem Projekt wurde deshalb, so
wie die sonstige medizinische Betreuung in den
Teams, vermehrt durch die Teamphysiothera-
peuten durchgeführt. Im Vergleich zum Männer-
fußball konnte dieses Gesamtprojekt aufzeigen,
dass eine ebenfalls verbreitete Erhebungsmetho-
dik, die Medienanalyse von Verletzungen, die
Verletzungsmuster im Frauenfußball weniger
valide darstellt. Aus diesem Grund kommt der
Notwendigkeit eines solchen Präventionsprojek-
tes zur Darstellung der Verletzungsschwerpunkte
im Frauenfußball nochmals eine gesteigerte Re-
levanz zu.
Ergebnisse:
In dieser prospektiv angelegten Kohorten-
studie der Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-
Bundesliga konnten 21 von 26 Vereinen einge-
schlossen werden. Dies ergibt eine Studien-
kohorte von 551 teilnehmenden Spielerinnen,
davon 227 in der Frauen-Bundesliga (FFB1)
und 269 in der 2. Frauen-Bundesliga (FFB2).
Es zeigten sich über die gesamte Saison
362 Verletzungen.
Die Berechnung der Prävalenzen zeigte, dass
der Anteil an verletzten Spielerinnen bei
41,8 Prozent lag, wobei die FFB1 eine höhere
Prävalenz aufwies als die FFB2. Die kumulative
Anzahl an Verletzungen pro Spielerin lag bei
0,6 Verletzungen/Saison, wobei auch hier in der
höheren Spielklasse eine höhere Inzidenz an
Verletzungen verzeichnet wurde.
24 25
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
51,7 %
54
51
22
11
5
2
48,3 %
54,6 %
50,9 %
45,4 %
49,1 %
0,0 % 0
FFB1 FFB2 gesamt
20,0 %
20
10
40,0 %
30
60,0 % 40
80,0 % 50
100,0 % 60
Prävalenzen nach Liga
Anteil (%) verletzter Spielerinnen in der Saison 2023/24
Kumulative Saisoninzidenzen nach Liga
Anzahl an Verletzungen (n) pro Spielerin in der Saison 2023/24
Die Hälfte aller Verletzungen trat im Training
auf, hier zeigte sich im Vergleich beider Ligen
kein signifikanter Unterschied. Ein Vergleich der
Spielverletzungen der unterschiedlichen Wett-
bewerbe konnte belegen, dass der Großteil der
Verletzungen im regulären Ligabetrieb auftrat.
Die Stürmerinnen waren die Position mit den
höchsten Saison-Prävalenzen und den höchsten
kumulativen Saisoninzidenzen, während Mittel-
feldspielerinnen am seltensten von Verletzun-
gen betroffen waren.
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen
in der Saison 2023/24
Training Spiel
Verletzungen nach Wettbewerb
Anzahl (n) an Verletzungen nach Wettbewerb
in der Saison 2023/24
52,9 %
37,6 %
41,8 %
0,0 % FFB1 FFB2 gesamt FBB
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
50,0 %
60,0 %
0,82
0,48
0,60
0,0 FFB1 FFB2 gesamt FBB
0,2
0,4
0,6
0,8
1,0
41,5 %
0,62
43,6 %
0,65
36,5 %
0,45
52,8 %
0,82
0,0 % 0,00
Tor TorAbwehr AbwehrMittelfeld MittelfeldSturm Sturm
10,0 %
20,0 %
0,20
30,0 % 0,40
40,0 % 0,60
50,0 %
0,80
60,0 %
70,0 % 1,00
FFB 1
FFB 2
Freundschaft
Nationalteam
Pokal int.
Pokal nat.
Prävalenzen nach Spielposition
Anteil (%) verletzter Spielerinnen in der Saison 2023/24
Kumulative Saisoninzidenzen nach Spielposition
Anzahl Verletzungen (n) pro Spielerin in der Saison 2023/24
Ältere Spielerinnen blieben während der Saison
am seltensten verletzungsfrei. Dabei ist jedoch
zu beachten, dass die Altersgruppe der über
30-Jährigen in der Studienkohorte mit insge-
samt nur 43 Spielerinnen eher unterrepräsen-
tiert war. Diese Spielerinnen zeigen auch die
höchsten Saison-Prävalenzen an Verletzungen.
Die jüngeren Spielerinnen unter 20 Jahren
(n = 200) stellten die größte Altersgruppe der
Studienpopulation dar und blieben besonders
häufig unverletzt. Der Vergleich von Trainings-
und Wettkampfverletzungen zeigt ferner, dass
der Anteil an Trainingsverletzungen bei den
jüngeren Spielerinnen unter 20 Jahren über
10 Prozent höher ist als bei den älteren Spiele-
rinnen über 30 Jahren.
Insgesamt zeigt sich die Tendenz, dass Spiele-
rinnen mit hoher Einsatzzeit ein erhöhtes Ver-
letzungsrisiko aufweisen. In der Saison 2023/24
wiesen 81 Spielerinnen mehr als 2.000 Einsatz-
minuten und 7 Spielerinnen sogar mehr als
3.000 Spielminuten auf. Die Prävalenz an ver-
letzten Spielerinnen steigt mit der zunehmen-
den Anzahl an Spielminuten.
26 27
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Prävalenzen nach Altersgruppe
Anteil (%) verletzter Spielerinnen in der Saison 2023/24
Prävalenzen nach Einsatzzeit
Anteil (%) verletzter Spielerinnen in der Saison 2023/24
Das Kniegelenk zeigt sich als die am häufigsten
verletzte Körperregion im professionellen Frau-
enfußball (22 Prozent), gefolgt von Sprunggelenk
und Oberschenkel. Beim häufig ver-
letzten Kniegelenk zeigen sich die
Rupturen des vorderen Kreuz-
bands führend (n = 26, 33 Pro-
zent). Anschließend folgen
Knie-Distorsionen, Menis-
kusläsionen und Ruptu-
ren der Kollateral-
bänder. Im Vergleich zu den Männern
(DFL-Bundesligaregister Daten-
grundlage 2022–2024) zeigt sich
ein 4-fach erhöhtes Risiko für eine
VKB-Ruptur (Wettkampfinzidenz
Frauen 2,48/1.000 h Spiel-
exposition versus Männer
0,63/1.000 h Spielexpo-
sition).
Verteilung der Verletzungen nach Körperregionen (n = 362)
Anteil (%) Verletzungen nach betroffener Körperregion in der Saison 2023/24
Knie
Sprunggelenk
Oberschenkel
Kopf
Unterschenkel
Fuß
unterer Rücken/LWS
Schulter/Clavicula
Hüftgelenk/Leiste
Hand
Ellenbogen
Nacken/HWS
Brustbein/BWS
Handgelenk
Abdomen
Oberarm
0,0 % 5,0 % 10,0 % 15,0 % 20,0 % 25,0 %
22,4 %22,4 %
19,5 %19,5 %
18,1 %18,1 %
7,9 %7,9 %
7,9 %7,9 %
7,1 %7,1 %
4,5 %4,5 %
4,2 %4,2 %
3,4 %3,4 %
1,4 %1,4 %
1,1 %1,1 %
0,6 %0,6 %
0,6 %0,6 %
0,6 %0,6 %
0,3%0,3%
0,3 %0,3 %
Im Bereich des Sprunggelenkes und des Fußes
führen die Distorsionen mit fast 40 Prozent,
gefolgt von Rupturen der Kollateralbänder
(17 Prozent) und Prellungen/Hämatomen
(16 Prozent). Frakturen in diesem Bereich ma-
chen 9 Prozent aus, wobei hiervon 6 Prozent
auf Ermüdungsbrüche und 3 Prozent auf akute
Frakturen entfallen.
Muskelverletzungen spielen auch im Frauenfuß-
ball, ähnlich wie bei den Herren, eine bedeuten-
de Rolle. Hierbei zeigt sich der Oberschenkel als
besonders häufig verletzt, wobei 29 Prozent der
Verletzungen am vorderen Oberschenkel und
22 Prozent am hinteren Oberschenkel auftreten.
Im Hinblick auf die Schwere der muskulären
Verletzungen zeigt sich nach München-Klassifi-
kation, dass Zerrungen (Typ 2) fast 40 Prozent
repräsentieren. Muskelfaserrisse (Typ 3a) und
Muskelbündelrisse (Typ 3b) machen 21 Prozent
respektive 9 Prozent aller Muskelverletzungen
aus. Sehnenrupturen (Typ 4) wurden nur in
1 Prozent der Fälle dokumentiert, eine komplet-
te Muskelruptur trat in der Saison 2023/24 nicht
auf.
Kopfverletzungen wurden in circa 8 Prozent der
Fälle registriert, wobei vor allem Gehirnerschüt-
terungen (46 Prozent) und Schädelprellungen
(40 Prozent) dokumentiert wurden. Insgesamt
wurden drei Frakturen am Kopf erfasst (11 Pro-
zent aller Kopfverletzungen) und hierbei handelt
es sich vornehmlich um Nasenbeinfrakturen.
Erstmals wurde auch unterschieden, ob es sich
bei den Verletzungen um akute oder um Über-
lastungsverletzungen (Overuse-Verletzungen)
handelt. Gerade im Bereich der muskulären
Verletzungen zeigen sich über 40 Prozent als
Overuse-Verletzungen, im Bereich der Fuß- und
Sprunggelenksverletzungen mit einem Anteil
von 20 Prozent. Kopfverletzungen sind, naturge-
mäß aufgrund ihres Mechanismus, allesamt als
akute Verletzungen zu werten.
33,2 %
32,0 %
34,4 %
36,4 %
51,2 %
37,1 %
40,7 %
33,0 %
0,0 % 0,0 %
< 20
0–500 min.
20–24
501–1.000 min.
25–29 30
1.001–2.000 min.
2.001–3.000 min.
> 3.000 min.
10,0 % 10,0 %
20,0 % 20,0 %
30,0 % 30,0 %
40,0 %
40,0 %
50,0 %
60,0 %
70,0 %
60,0 %
70,0 %
80,0 %
50,0 %
42,9 %42,9 %
100,0
16,9
83,1 56,5
43,5
68,4
31,6
78,0
22,0
0,0 % Kopf Knie Fuß/OSG Muskulatur andere
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
29
VBG-Sportreport 2025
akut Überlastung
Verteilung von akuten und Overuse-Verletzungen (n = 347)
Die Mechanismen der Verletzungsentstehung
werden in direkten, indirekten und Non-Kontakt
differenziert. Kopfverletzungen traten fast aus-
schließlich, Verletzungen am Fuß- und oberen
Sprunggelenk etwa zur Hälfte durch direkten
Gegnerkontakt auf. Muskel- und Knieverletzun-
gen wurden hingegen überwiegend durch Non-
Kontakt verursacht.
0,0 % Kopf MuskulärKnie andereFuß/OSG
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt
74,7
14,5
10,8
36,1
49,5
14,4
42,9
30,4
26,8
27,6
57,9
14,5
Verletzungsmechanismus nach verletzter Körperregion (n = 340)
Anteil (%) Kontakt-, indirekte Kontakt- und Non-Kontaktverletzungen
85,7 %
7,1
7,1
85,7
21,6 %
25,0 %
28,4 %
2,3 %2,3 %
22,7 %
0,0 % Tag 0–7 Tag 8–14 Tag 15–21 Tag 22–28 > Tag 28
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
30 31
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Grundaktion der Spielerin Anteil (%)
Ausfallschritt 20 %
Landung 20 %
Lauf 15 %
Antritt 8 %
Sprint 7 %
Flugphase 7 %
Abstoppen 5 %
Richtungswechsel 5 %
Absprung 5 %
Stehen/Liegen 4 %
Rutschen 4 %
Spielaktion der Spielerin Anteil (%)
Klären/Wegspitzeln 22 %
Dribbling 14 %
Lauf zu Ball/Gegnerin 14 %
Pass 12 %
Schuss 7 %
Kopfball 7 %
Tackling 7 %
Ballannahme 3 %
Flanke 3 %
Grätsche 3 %
Sonstiges 3 %
Block von Schuss/Pass/Flanke 2 %
Parade (Torfrau) 2 %
Abfangen von Hereingabe
(Torfrau)
2 %
Der zentrale Raum des Spielfelds von der Mittel-
linie bis zum eigenen Strafraum, die Außenbah-
nen ausgenommen, ist der Ort mit den meisten
identifizierten Verletzungen (24 Prozent), ge-
folgt vom zentralen Raum von der Mittellinie bis
zum gegnerischen Strafraum mit Ausnahme der
Außenbahnen mit 14 Prozent. Die Strafräume,
in denen kompetitiv und auf engem Raum um
den Ball gekämpft wird, sind ebenfalls Orte mit
hohem Verletzungsauftreten.
Ferner wurden auch ätiologische Grundlagen
der Verletzungen wie die Grund- und Spielakti-
on der verletzten Spielerinnen analysiert. Hier
zeigte sich, dass ein Ausfallschritt beziehungs-
weise die Landung nach einem Sprung die häu-
figsten Aktionen waren, die zum Zeitpunkt der
Verletzung vorlagen. Bei den Spielaktionen war
das Klären beziehungsweise Wegspitzeln des
Balls diejenige sportartspezifische Spielaktion,
die am häufigsten mit Verletzungen assoziiert
war. Zudem zeigten auch die Aktionen Dribbling
und der Lauf zur Gegnerin oder zum Ball einen
gehäuften Zusammenhang mit Verletzungen.
Ein wichtiger Teil der Analyse war ferner die
Abhängigkeit der Verletzungen vom weiblichen
Zyklus. Hierbei ist anzumerken, dass nur etwa
ein Viertel der leitenden Ärzte und Physiothera-
peuten im aktuellen Frauen-Profifußball anga-
ben, einen Überblick über die Zyklusphase zum
Zeitpunkt der Verletzung zu haben. Es zeigt
sich, dass die letzte Zykluswoche (= ischämi-
sche Phase) am häufigsten mit Verletzungen
assoziiert war. Hierbei muss jedoch die relativ
geringe Anzahl an Eintragungen (n = 88) als
Limitierung der Aussage genannt werden.
Zyklusphase zum Zeitpunkt der Verletzung (n = 88)
Anteil (%) an verletzten Spielerinnen
Grundaktion der verletzten Spielerin Spielaktion der verletzten Spielerin
0–5
6–10
11–15
16–20
> 20
9 %
1 %2 %
7 %2 % 1 %
AngriffAbwehr
8 % 3 %
14 %24 %11 % 7 % 4 %7 %
Ort der Verletzung auf dem Spielfeld
Anteil (%) der Verletzungen
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Verletzungsart Mittelwert
(± SD)
Median Min. Max.
VKB-Ruptur 392,8 ± 179,8 322,0 222,0 786,0
Meniskusruptur 305,3 ± 420,4 124,0 6,0 786,0
Kollateralbandruptur Knie 101,6 ± 107,0 64,0 39,0 317,0
Muskelbündelriss 42,1 ± 10,3 44,0 24,0 57,0
Muskelfaserriss 32,5 ± 19,1 31,0 8,0 81,0
Muskelzerrung 16,1 ± 17,3 10,0 4,0 90,0
Kollateralbandruptur
Sprunggelenk
31,6 ± 33,3 30,0 2,0 109,0
Gehirnerschütterung 12,7 ± 9,2 9,0 3,0 30,0
Die Ausfallzeit von Spielerinnen aufgrund von
Verletzungen betrug in der Saison 2023/24 insge-
samt 11.877 Tage und pro einzelner Verletzung
durchschnittlich 42,9 Tage (Median 16 Tage).
Knieverletzungen gingen mit den längsten Aus-
fallzeiten einher; die Ruptur des vorderen Kreuz-
bands war dabei mit über 390 Tagen die langwie-
rigste Diagnose. Auch Meniskusrupturen sind mit
über 300 Tagen in dieser Kohorte mit sehr langen
Ausfallzeiten assoziiert. Rupturen der Kollateral-
bänder am Kniegelenk sind für Ausfälle von im
Schnitt etwa 100 Tagen verantwortlich. Im Be-
reich der muskulären Verletzungen zeigen Mus-
kelbündelrisse Ausfallzeiten von über 40 Tagen,
während sich Muskelfaserrisse (>30 Tage) und
Muskelzerrungen (>15 Tage) dahinter einreihen.
Dass die Aufklärungsarbeit, die in den letzten
Jahren beim Thema Kopfverletzungen geleis-
tet wurde, ein höheres Bewusstsein geschaf-
fen hat, spiegeln Return-to-play-Zeiten von
fast 13 Tagen nach einer Gehirnerschütte-
rung wider.
Unterschiede zum Herrenfußball und Fazit:
Im Geschlechtervergleich und vor allem im
Vergleich zu den Daten des Profifußballs der
Männer aus dem vorliegenden VBG-Sportreport
2025 zeigten sich deutliche Differenzen. Die
Prävalenz lag bei den Männern mit 85,9 Prozent
beziehungsweise 77,8 Prozent deutlich höher
als bei den Frauen (41,8 Prozent). Auch bei den
Saisoninzidenzen zeigten sich Unterschiede.
Pro Saison traten durchschnittlich etwa 2,2
Verletzungen pro Spieler und 0,6 pro Spielerin
auf. Auch hinsichtlich der betroffenen Körperre-
gionen gab es Unterschiede: Bei Frauen domi-
nierte das Knie (22,4 Prozent), gefolgt von
Sprunggelenk (19,5 Prozent), Oberschenkel
(18,1 Prozent) und Kopf (7,9 Prozent), bei den
Männern traten
mit rund
22 Prozent am
häufigsten
Oberschenkelverletzungen
auf, gefolgt von Knie (circa 15 Pro-
zent) und Sprunggelenk (circa 13 Prozent).
Bei den Männern wiesen Torhüter und Abwehr-
spieler die höchsten Verletzungsprävalenzen
auf, im Frauenfußball lagen die Stürmerinnen
an erster Stelle. Dennoch zeigten sich auch Ge-
meinsamkeiten, allen voran im Vergleich von
Trainings- und Wettkampfverletzungen, der
Spielfeldlokalisation und der Verletzungsme-
chanismen. Grundsätzlich ist jedoch anzumer-
ken, dass trotz aller Bemühungen einer einheit-
lichen Verwendung von Definitionen, ein Ver-
gleich des VBG-Sportreport mit seiner Analyse
von Versicherungsdaten und diesem Forschungs-
projekt über direkte Berichte von Mannschafts-
ärzten und Physiotherapeuten methodische
Limitationen aufweist.
Diese flächendeckend im deutschen Profi-Frau-
enfußball erstmals durchgeführte Analyse von
Verletzungen ist nicht nur weltweit einmalig,
sondern stellt auch eine wertvolle epidemiolo-
gische Informationsbasis für Forscher, Vereins-
ärzte, Physiotherapeuten und Trainer dar. Die
Rekrutierung von über 550 Spielerinnen und
der Einschluss von über 360 Verletzungen zeigt
die hohe Aussagekraft und Relevanz dieser Stu-
die. Mit den Kniegelenkverletzungen konnte ein
Verletzungsschwerpunkt gefunden werden, für
den Frauen ein deutlich erhöhtes Risiko im Ver-
gleich zu den Männern aufweisen und der einen
dringenden Handlungsbedarf zur gezielten Un-
terstützung der Spielerinnen aufzeigt. Die Unter-
schiede und Parallelen zum Fußball der Männer
zeigen, dass für das Kollektiv der deutschen
Profi-Fußballerinnen spezifische und angepass-
te Datenerhebungen und damit auch Therapie-
und Präventionskonzepte notwendig sind.
Zudem sollten Datenerhebungen in weiteren
Saisons die festgestellten sowie weitere Auffäl-
ligkeiten und Unterschiede zum Männerfußball
– wie etwa die Verteilungen im Saisonverlauf,
die Reihenfolge der Verletzungs-Hot-Spots und
die deutlich höheren Verletzungszahlen in der
ersten im Vergleich zur zweiten Frauen-Bundes-
liga – bestätigen. Nach dem erfolgreichen Auf-
takt des durch die VBG initiierten Gesundheits-
registers im Deutschen Frauenfußball wird
dieses nun von Seiten des DFB als erfolgreiches
Pilotprojekt interpretiert und zukünftig als ver-
bandseigenes Register weitergeführt.
Return-to-play-Zeiten (RTP-Zeiten) häufiger Verletzungsarten n in Tagen
Basketball
35
VBG-Sportreport 2025
6 Verletzungen im Basketball
Zahlen, Daten & Fakten zum Verletzungsgeschehen
in der BB1 und BB2, Saisons 2021/22 und 2022/23 Prävalenzen nach Liga
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
90,4
119,0
68,9
67,3
1,91
1,00
1,47
97,6
72,6
140,0
76,9
85,5
47,5 %
55,7 %
52,5 %
44,3 %
48,1 %
32,6 %
47,6 %
40,4 %
51,9 %
67,4 %
52,4 %
59,6 %
1,85
1,11
1,51
0,0
0,0 %
0,00
BB1
BB1
BB1
BB2
BB2
BB2
gesamt BB
Pokal nat. Pokal internat. gesamt BB
gesamt BB
40,0
20,0 %
1,00
1,50
0,50
80,0
40,0 %
2,50
2,00
120,0
60,0 %
160,0
80,0 %
250,0
200,0
100,0 %
Kumulative Saisoninzidenzen nach Liga
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
2021/22 2022/23
Verletzungen nach Wettbewerb
Wettkampfinzidenzen (Anzahl Verletzungen (n) pro 1.000 Stunden Wettkampf)
[± 95 % Konfidenzintervall]
2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23
80,9 %
53,8 %
67,8 %
68,2 %
56,1 %
62,7 %
0,0 % BB1 BB2 gesamt BB
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
2021/22 2022/23
41,0
Basketball
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Allgemeine Übersicht – Basketball
Mit 560 Spielern im Beobachtungszeitraum
2021/22 und 562 Spielern in der Saison 2022/23
ist die Anzahl der eingesetzten Basketballspieler
im Vergleich zur Vorsaison 2020/21 (520 Spieler)
erneut angestiegen. Die Zunahme um etwa 40
Spieler ist auf die gestiegene Anzahl an Mann-
schaften in der BB2 im Vergleich zur vorherigen
Saison zurückzuführen. In der Saison 2021/22
spielten 17 Mannschaften in der BB2 und in
2022/23 18 Mannschaften, genauso viele wie in
der BB1. Die Anzahl der registrierten Verletzun-
gen, die trotz einer höheren Anzahl an Spielern
mit 844 Fällen um nur 4 Fälle über dem Vorjah-
reswert liegt (n = 840), ist absolut betrachtet in
der Saison 2021/22 nahezu konstant geblieben,
während im Beobachtungszeitraum 2022/23 die
Verletzungsanzahl
bei weiterhin
höherer Zahl
an Spielern
auf insgesamt
825 Fälle gesunken ist.
Die Verletzungsprävalenzen und kumulativen
Saisoninzidenzen in der BB1 liegen immer noch
signifikant über denen der BB2. Im Vergleich zur
Vorsaison sind die Raten aber sowohl in der BB1
als auch in der BB2 leicht rückläufig, wobei die
BB2 in der Saison 2022/23 mit durchschnittlich
einer Verletzung pro Spieler den niedrigsten Wert
seit Erhebungsbeginn erreicht. Damit sind in der
Gesamtbetrachtung beider Ligen die Werte wei-
ter leicht abfallend. Im Mittel erleidet jeder ein-
gesetzte Basketballer der betrachteten Ligen
somit 1,5 Verletzungen pro Jahr. Die Gesamtbe-
trachtung der Prävalenzen und Inzidenzen über
beide Spielklassen stellt nicht den Mittelwert
beider Ligen dar, sondern berücksichtigt in der
Berechnung die tatsächliche Anzahl eingesetzter
Spieler und registrierter Verletzungen. Somit
kann es zu abweichenden Ergebnissen kommen,
wenn Spieler im Laufe einer Saison durch einen
Transfer in beiden Ligen zum Einsatz kamen.
Die Wettkampfinzidenzen sind mit 86 Verletzun-
gen pro 1.000 Stunden Wettkampfexposition in
der Saison 2021/22 vergleichbar mit denen der
Vorsaison. In der Spielzeit 2022/23 sanken die
Verletzungszahlen allerdings um rund 20 Verlet-
zungen pro 1.000 Stunden.
Im Vergleich zum Jahr zuvor weisen nationale
Pokalspiele hinsichtlich der Wettkampfinzidenz
weiterhin die höchsten Verletzungsraten auf,
auch wenn die Verletzungsanzahl pro 1000 Stun-
den 2022/23 von 140 auf 119 gesunken ist. Auf-
grund der geringen Gesamtspielzeit von circa
100 Stunden pro Saison ist den leichten Schwan-
kungen keine Bedeutung beizumessen.
Die BB1 weist weiterhin höhere Wettkampfinzi-
denzen auf als die BB2. Dieser Unterschied zeigt
sich 2022/23 noch einmal verstärkt. In der BB2
gibt es mit durchschnittlich 41 Verletzungen pro
1.000 Wettkampfstunden 50 weniger als in der
BB1, die 90 Verletzungen verzeichnet.
Im Vergleich der einzelnen Wettbewerbe zeigt
sich bei den höchsten Verletzungsraten ein ver-
gleichbares Bild wie im Vorjahr: Hinsichtlich der
niedrigsten Verletzungsraten sind diese nicht
mehr im internationalen Pokal zu verzeichnen,
sondern in der BB2.
»Nationale Pokalspiele verzeichnen
die höchste Wettkampfinzidenz, die
niedrigsten Verletzungsraten sind in
der BB2 zu beobachten.«
58,4 %
1,56
64,3 %
1,47
62,3 %
1,34
61,0 %
0,580,58 75,5 %
0,600,60 87,5 %
65,0 %
1,39 65,8 %
66,0 %
1,55 71,3 %
67,7 %
1,66 53,3 %
70,8 %
1,74 66,9 %
66,7 %
1,87 50,0 %
65,7 %
1,78 81,8 %
83,3 %
3,33 60,0 %
100,0 %
2,25 62,5 %
1,41
61,7 %
1,48
65,4 %
1,68
0,0 %
0,0 % 0,0
0,0 %
0,00
Point Guard
< 20 Jahre < 20 Jahre
< 20 Jahre
Point GuardShooting
Guard/
Small Forward
20–24 Jahre 20–24 Jahre
20–24 Jahre
Shooting
Guard/
Small Forward
Power
Forward/Center
25–29 Jahre 25–29 Jahre
25–29 Jahre
30–34 Jahre 30–34 Jahre
30–34 Jahre
> 34 Jahre > 34 Jahre
> 34 Jahre
Power
Forward/Center
20,0 %
20,0 % 1,0
20,0 %
0,50
40,0 %
40,0 % 2,0
40,0 %
1,00
60,0 %
60,0 % 3,0
60,0 %
1,50
80,0 %
80,0 % 4,0
80,0 %
2,00
100,0 % 5,0
100,0 %
2021/22 2022/23
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
Training Wettkampf
2021/22 2022/23
24,5 %
12,5 %
34,2 %
46,7 %
28,7 %
33,1 %
50,0 %
18,2 %
40,0 %
37,5 %
28,6 %28,6 %
27,6 %27,6 %
Basketball
38 39
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Einfluss der Spielposition und des Alters
Während der Center/Power Forward in der be-
trachteten Vorjahressaison noch eine um 5 Pro-
zentpunkte höhere Prävalenzrate im Vergleich zu
den beiden anderen Positionen aufwies, gleichen
sich die Prävalenzraten in den aktuell betrachte-
ten Spielzeiten auf allen Positionen nahezu an.
Im Vergleich der Altersgruppen zeigen sich bei
den jüngsten und den ältesten Spielern Auffällig-
keiten: Während sich die jüngeren Spieler
durchschnittlich mindestens einmal weniger
verletzten, blieben ältere Spieler kaum verlet-
zungsfrei. In der Saison 2021/22 verletzten sich
alle Ü34-Spieler mindestens einmal und
2022/23 verzeichneten Spieler über 34 Jahre im
Mittel 3,3 Verletzungen pro Saison, was einer
Verletzung mehr als im Vorjahr entspricht. Da-
bei ist jedoch zu beachten, dass die Altersgrup-
pe Ü34 mit einer sehr geringen Fallzahl reprä-
sentiert ist.
Jüngere Spieler unter 20 haben durchschnitt-
lich einen höheren Anteil an Trainingsverletzun-
gen als ihre älteren Kollegen. In der Interpretati-
on ist allerdings ein möglicher Zusammenhang
zu den Einsatzzeiten der Spieler zu beachten. Es
liegt nahe, dass die jüngeren Spieler insgesamt
weniger Einsatzzeiten im Wettkampf haben und
damit bei ihnen die Wahrscheinlichkeit, eine
Trainingsverletzung zu erleiden, steigt.
»Mit dem Alter steigt
das Verletzungsrisiko.«
Prävalenzen nach Spielpositionen
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Kumulative Saisoninzidenzen nach Spielpositionen
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Prävalenzen nach Altersgruppe
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Trainings- und Wettkampfverletzungen nach Altersgruppen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen [± 95 % Konfidenzintervall]
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
Kumulative Saisoninzidenzen nach Altersgruppe
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 % 20,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
0,0 %0,0 %
0,0 %0,0 %
5,4 %
14,8 %
9,6 %
13,1 %
12,8 %
6,7 %
15,6 %
3,2 %3,2 %
1,7 %1,7 %
0,9 %0,9 %
18,2 %
18,2 %
12,7 %
12,4 %
7,8 %
8,2 %
8,4 %
6,4 %
5,1 %5,1 %
0,9 %0,9 %
0,7 %0,7 %
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 % 20,0 %
25,0 % 25,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
0,0 %0,0 %
0,0 %0,0 %
0,6 %0,6 %
19,5 %
5,7 %
10,5 %
18,0 %
8,4 %
9,6 %
23,1 %
4,2 %4,2 %
0,3 %0,3 %
0,2 %0,2 %
11,8 %
15,2 %
11,6 %
12,0 %
10,4 %
10,2 %
9,6 %
8,7 %
4,9 %4,9 %
4,9 %4,9 %
0,6 %0,6 %
17,0 %
Basketball
40 41
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Verteilung der Verletzungen auf die Monate im Saisonverlauf
Anteil (%) von Trainings- und Wettkampfverletzungen im Saisonverlauf
2021/222022/23
Basketball
42 43
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Verteilung der Verletzungen nach Körperregionen
Anteil (%) Verletzungen nach betroffener Körperregion
Sprunggelenk
Knie
Oberschenkel
Kopf
Unterschenkel
Hand
Fuß
Rücken
Schulter
Hüfte
Handgelenk
Brust
Ellenbogen
Unterarm
Oberarm
Bauch
Hals
Sprunggelenk
Knie
Oberschenkel
Kopf
Hand
Schulter
Unterschenkel
Hüfte
Fuß
Rücken
Handgelenk
Ellenbogen
Brust
Hals
Unterarm
Oberarm
Bauch
0,0 %
0,0 %
5,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
15,0 %
15,0 %
20,0 %
20,0 %
25,0 %
25,0 %
21,6 %21,6 %
25,0 %25,0 %
14,2 %14,2 %
14,2 %14,2 %
10,8 %10,8 %
10,8 %10,8 %
9,1 %9,1 %
8,6 %8,6 %
7,7 %7,7 %
7,6 %7,6 %
7,3 %7,3 %
5,8 %5,8 %
5,2 %5,2 %
5,5 %5,5 %
5,2 %5,2 %
5,0 %5,0 %
4,7 %4,7 %
5,0 %5,0 %
4,7 %4,7 %
4,0 %4,0 %
3,3 %3,3 %
2,8 %2,8 %
2,3 %2,3 %
1,7 %1,7 %
1,7 %1,7 %
1,5 %1,5 %
0,2 %0,2 %
1,3 %1,3 %
1,1 %1,1 %
0,6 %0,6 %
0,5 %0,5 %
0,5 %0,5 %
0,4 %0,4 %
0,2 %0,2 %
2021/222022/23
»Sprunggelenksverletzungen
sind die mit Abstand häufigsten
Verletzungen im Basketball.«
Sprung-
gelenk
Knie Ober-
schenkel
Kopf Unter-
schenkel
Hand Rücken Schulter Hüfte Hand-
gelenk
Brust Ellen-
bogen
HalsUnter-
arm
Oberarm BauchFuß
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
Basketball
44 45
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Verteilung im Saisonverlauf und
auf betroffene Körperregionen
Es ist und bleibt auffällig, dass 15 bis 20 Prozent aller Trai-
ningsverletzungen in den Monaten der Saisonvorberei-
tung geschehen. Die Saisons starten in beiden Ligen Mitte/
Ende September. In der Sommerpause sind so gut wie
keine Verletzungen zu verzeichnen, sobald die Vorberei-
tungen starten, schnellen die Verletzungszahlen in die
Höhe. Vermutlich reduzieren viele Spieler in der Sommer-
pause ihr Training auf ein Minimum, was die Verletzungs-
gefahr senkt.
Auch Wettkampfverletzungen folgen hinsichtlich der Ver-
teilung auf das Jahr einem wiederkehrenden Muster. Die
Zahl der Wettkampfverletzungen steigt und sinkt wellen-
förmig. So findet man den ersten Peak im Oktober, ein
zweiter Peak liegt um den Jahreswechsel und ein Dritter
im März (2021/22) beziehungsweise April (2022/23). Dage-
gen zeigten sich die Monate Juni bis August (2022/23 zu-
sätzlich der September) hinsichtlich der Wettkämpfe na-
hezu verletzungsfrei.
Der Zeitraum mit den wenigsten Wettkampfverletzungen
liegt am Anfang (Juli, August, September) und am Ende der
Saison (Mai, Juni). In diesen fünf Monaten ereigneten sich
in der Saison 2021/22 nur 10,3 Prozent und in der Saison
2022/23 sogar nur 5,1 Prozent aller Verletzungen.
Was die Verletzungs-Hot-Spots anbetrifft, bleibt das
Sprunggelenk im Basketball der am häufigsten betroffene
Körperteil. In der prozentualen Verteilung der Verletzun-
gen stieg der Anteil sogar an. Lag er in der Saison 2021/22
mit 3 Prozentpunkten (21,6 Prozent) über dem Vorjahres-
wert, so machten die Sprunggelenksverletzungen in
2022/23 glatt ein Viertel (25 Prozent) aller Verletzungen
aus.
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
3,4 %
9,5 %
2,2 %
2,5 %
8,5 %
9,3 %
2,3 %
2,5 %
1,9 %
1,5 %
1,4 %
0,8 %
1,2 %
1,6 %
0,0 %
0,1 %
0,1 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,9 %
0,3 %
24,9 %
22,2 %
27,8 %
32,7 %
8,6 %
6,7 %
2,3 %
3,2 %
6,5 %
6,3 %
8,0 %
0,7 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2021/22
»Sprung- und Kniegelenks-
verletzungen verursachen
über die Hälfte der Leistungen
und Ausfalltage.«
Sprung-
gelenk
Knie Ober-
schenkel
Kopf Hand Schulter Hüfte Fuß Rücken Hand-
gelenk
Ellen-
bogen
Brust Hals Unter-
arm
Oberarm BauchUnter-
schenkel
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
»Bei Muskelverletzungen, stellt die
Unterschenkelmuskulatur sowohl
hinsichtlich der Verletzungshäufig-
keit als auch der resultierenden
Ausfalltage das größte Problem im
Basketball dar – dicht gefolgt von
den Adduktoren.«
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
40,0 %
5,3 %
6,6 %
3,5 %
3,1 %
3,1 %
2,4 %
0,8 %
1,2 %
9,5 %
3,3 %
4,6 %
2,8 %
0,1 %
0,5 %
0,0 %
0,2 %
1,1 %
0,4 %
0,0 %
0,1 %
0,2 %
0,1 %
22,3 %
17,1 %
27,0 %
38,7 %
5,8 %
4,6 %
0,9 %
2,1 %
9,3 %
6,6 %
6,6 %
10,1 %
Basketball
46 47
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2022/23
Auch Kniegelenk und Oberschenkel halten sich im Ran-
king stabil auf Platz 2 und 3 mit einem Anteil von 14,2 Pro-
zent (Kniegelenk) und 10,8 Prozent (Oberschenkel). In
2022/23 machen diese drei Körperregionen die Hälfte aller
Verletzungen aus. Somit bleiben Verletzungen der unteren
Extremitäten im Fokus. Zudem spielen diese Körperregio-
nen, insbesondere Sprunggelenks- und Knieverletzungen,
auch in der Verletzungsschwere eine große Rolle. Jeweils
über die Hälfte aller Ausfalltage und aller Leistungen re-
sultieren aus Verletzungen dieser beiden Körperregionen.
In der Saison 2022/23 entfallen knapp 40 Prozent der Leis-
tungen auf Knieverletzungen und erreichen damit einen
neuen Höchstwert!
Neben den unteren Extremitäten gilt es auch Schulterver-
letzungen Aufmerksamkeit zu schenken. Obwohl ihr Anteil
nur bei circa fünf Prozent liegt, machen die Leistungen,
die auf Schulterverletzungen entfallen, circa zehn Prozent
aus und liegen damit im oberen Bereich.
Muskelverletzungen im Fokus:
In dieser Ausgabe des VBG-Sportreport haben wir erst-
mals die betroffene Muskulatur im Detail ausgewertet.
Dabei zeigt sich, dass die Unterschenkelmuskulatur antei-
lig am häufigsten betroffen ist und für die meisten Ausfall-
zeiten sorgt, dicht gefolgt von den Adduktoren und der
ischiocruralen Muskulatur.
1
1
2
2
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
12
12
13
13
14
14
15
15
16
16
17
17
18
18
0
0
5
5
8,8
8,0
2,2
1,0
3,3
1,0
3,3
1,8
5,2
3,83,8
5,2
4,4
5,5
4,9
5,9
5,3
6,4
6,2
7,1
7,17,1
8,18,1
7,27,2
8,68,6
7,57,5
8,9
8,28,2
9,09,0
10,1
9,4
10,1
11,7
12,3
13,2
12,4
22,2
19,9
23,923,9
20,9
11,2
8,8
15
15
20
20
25
25
10
10
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Basketball
48
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
49
Ausfallzeiten und Kosten
Die verletzungsbedingte Ausfallzeit summierte
sich in der Saison 2021/22 auf 10.995 und in
der Saison 2022/23 auf 10.445 Tage. Damit
blieb der Wert in der Saison 2021/22 im Ver-
gleich zur Vorsaison nahezu unverändert, wo-
hingegen die AU-Tage in der darauffolgenden
Saison 2022/23 um 550 sanken.
Daraus ergibt sich für die Saison 2021/22 eine
durchschnittlich verletzungsbedingte Ausfall-
zeit von 19,5 Tagen pro eingesetztem Spieler,
beziehungsweise 18,5 Tagen für die Saison
2022/23. Somit sind sowohl die Gesamtausfall-
tage als auch die Ausfallzeiten pro Spieler im
Vergleich zur Vorsaison leicht rückläufig.
Um eine möglichst objektive Vergleichbarkeit
zwischen den Ligen und insbesondere zwischen
den 18 Teams der BB1 und den 17 beziehungs-
weise 18 Teams der BB2 gewährleisten zu kön-
nen, haben wir uns entschieden, den relativen
Injury Burden (rIB) zu berechnen. Hierzu wird
die Summe aller Ausfalltage durch die Anzahl
der Pflichtspiele der einzelnen Teams dividiert.
Um bei dieser Berechnung das Biasrisiko durch
unterschiedliches Meldeverhalten zu minimie-
ren, werden für die Berechnung des rIB nur mel-
depflichtige Verletzungen ( 4 AU-Tage) berück-
sichtigt. Hierbei ist zu erkennen, dass jedem
Pflichtspiel einer Mannschaft in der BB1 durch-
schnittlich 8,8 (21/22) beziehungsweise 8
(2022/23) AU-Tage, in der BB2 durchschnittlich
6,8 (2021/22) beziehungsweise 6,0 (2022/23)
AU-Tage gegenüberstehen. Damit ist der jeweili-
ge Mittelwert in beiden Ligen pro Saison weiter
gesunken. In der vergleichenden Betrachtung
der einzelnen Teams innerhalb einer Liga weist
der relative Injury Burden in der BB1 eine
Spannweite von 2,2–23,9 (2021/22) beziehungs-
weise von 1,0–20,9 AU-Tage (2022/23) pro
geleistetem Pflichtspiel auf. In der BB2 liegt die
Spannweite bei 0,4–16,2 (2021/22) beziehungs-
weise 0,7–13,3 (2022/23) AU-Tage.
Diese enormen Unterschiede innerhalb einer Liga
und somit auch innerhalb vergleichbarer Rahmen-
bedingungen zeigen, dass eine Reduktion des Ver-
letzungsgeschehens offensichtlich auch unter den
strapazierenden Rahmenbedingungen des Profi-
Basketballs möglich ist.
Offensichtlich scheinen
einzelne Teams hin-
sichtlich ihrer Präventi-
onskonzepte gegenüber
anderen Teams derselben
Liga erheblich besser aufgestellt zu sein.
Würden alle Mannschaften denselben relativen
Injury Burden des jeweils besten Teams ihrer Liga
aufweisen, könnten sich die AU-Tage in der BB1 um
90 Prozent beziehungsweise 95 Prozent und in der
BB2 um 97 Prozent bezie-
hungsweise 95 Prozent
reduzieren lassen. Ange-
nommen, diese Reduktion
ließe sich gleichermaßen auf die
resultierenden Kosten übertragen,
würde dies in beiden Ligen eine Kos-
tenersparnis in Höhe von 0,9 bis 1,0
Million Euro bedeuten. Selbst in einer
weniger optimistischen Rechnung, bei
der nicht alle Teams den rIB des jeweili-
gen Klassenprimus erreichen, sondern nur
eine Stauchung der Liga-Range auf den
Bereich zwischen dem Bestwert und dem
derzeitigen Liga-Median gelänge, würde
dies in beiden Ligen ein Einsparpotenzial
von 0,6 Millionen beziehungsweise 0,5 Milli-
onen Euro bedeuten.
»Durch die Reduktion von Verletzun-
gen ließen sich die VBG-Leistungen
im Basketball um bis zu 1,0 Million
Euro pro Saison senken.«
Relativer Injury Burden der BB1-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
1
1
2
2
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
12
12
13
13
14
14
15
15
16
16
17
17 18
0
0
5
5
6,8
6,0
0,4
0,7
1,4
0,8
1,9
2,2
2,9
2,3
3,1
2,3
3,1
3,0
3,6
4,44,4
4,24,2
5,55,5
4,9
5,95,9
5,1
6,06,0
6,16,1
6,36,3
10,7
6,6
12,5
8,3
12,8
9,09,0
13,0
9,6
14,3
10,1
16,2
11,9
13,3
7,3
6,8
15
15
20
20
25
25
10
10
Relativer Injury Burden der BB2-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
Anzahl Burden rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Basketball
50 51
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Muskelverletzungen nach betroffenen Muskelgruppen
Anteil (%) Verletzungen und Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtbetrachtung der Saisons
2021/22 und 2022/23
Glutealmuskulatur/
Hüfte
Adduktoren
Oberschenkel
ventral
Oberschenkel
ischiocrural
Unterschenkel
0,0 % 5,0 % 10,0 % 15,5 % 20,0 % 25,0 % 30,0 %
11,2 %11,2 %
10,3 %10,3 %
24,0 %24,0 %
24,6 %24,6 %
17,3 %17,3 %
17,0 %17,0 %
22,9 %22,9 %
21,4 %21,4 %
24,6 % 24,6 %
26,6 %26,6 %
Basketball
VBG-Sportreport 2025
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Basketball2
Um die zugrunde liegenden Mechanismen der
Verletzungsentstehung besser zu verstehen, wur-
de für den aktuellen Sportreport eine strukturier-
te videobasierte Analyse über vier Spielzeiten
hinweg durchgeführt. Insgesamt konnten dabei
172 valide Verletzungsszenen ausgewertet wer-
den. Dieses breite Untersuchungsfenster ermög-
licht es, wiederkehrende Muster im Spielverlauf
sowie im Verhalten von Spielern und Gegenspie-
lern zu erkennen und bietet damit eine belastba-
re Grundlage für präventive Empfehlungen.
Erwartungsgemäß ereignen sich die meisten
Verletzungen weiterhin in der offensiven
(32,3 Prozent) und defensiven (24,0 Prozent)
Zone unter den Körben. Der Grund ist, dass in
diesen Bereichen die meisten kritischen
Spielaktionen wie Zweikämpfe, Sprünge und
Landungen stattfinden. Insgesamt ereignen sich
in der offensiven Spielfeldhälfte mehr Verlet-
zungen (58 Prozent) als in der defensiven
(42 Prozent).
Hinsichtlich des Verletzungszeitpunktes im
Spielverlauf zeigt sich eine Zunahme an Verlet-
zungen in der zweiten Halbzeit. Betrachtet man
das Spiel in Vierteln, so ereignen sich die
meisten Verletzungen (34,1 Prozent) im letzten
Viertel. Insgesamt steigt das Verletzungsgesche-
hen mit Fortschreiten der Spielzeit.
Die meisten Verletzungen ereignen sich in offen-
siven Spielphasen (62,9 Prozent) und unmittel-
bar mit dem Ball. In knapp der Hälfte der Situa-
tionen befindet sich der verletzte Spieler selbst
im Ballbesitz, in einem Fünftel der Fälle der
direkte Gegenspieler.
Was die Bewegungsform zum Verletzungszeit-
punkt anbetrifft, sind im Basketball der Lauf
(35,5 Prozent) und die Landung (31,4 Prozent)
die häufigsten Bewegungsformen.
Was die sportartspezifischen Aktionen zum
Verletzungszeitpunkt anbetrifft, erweisen sich
1-gegen-1-Situationen mit knapp einem Drittel
Anteil als risikoreichste Spielaktion. Zudem
stellen klassische Sprungaktionen wie Korble-
ger/Dunkings und Rebounds typische Verlet-
zungsmuster dar.
2 Videoanalyse von Wettkampfverletzungen 2019–2023 (n = 172)
»Mehr als 60 Prozent
der Verletzungen er-
eignen sich in der
zweiten Halbzeit.«
Basketball
54
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Basketball
Direkte Kontaktverletzungen machen unter den
drei unterschiedlichen Kontaktmechanismen
mit 54,2 Prozent zwar etwas weniger aus als in
der Vorbetrachtung (rund zwei Drittel), stellen
aber weiterhin den häufigsten Verletzungsme-
chanismus dar. 30,1 Prozent wurden als indirek-
te und 15,7 Prozent als Non-Kontaktverletzun-
gen klassifiziert.
Vor allem bei den Sprunggelenksverletzungen
ist der Anteil an indirekten Kontaktverletzungen
auf über die Hälfte signifikant gestiegen. Das
Phänomen Fuß-auf-Fuß stellt hier das am häu-
figsten identifizierte Bewegungsmuster zum
Zeitpunkt der Verletzung dar. Es sei jedoch dar-
auf hingewiesen, dass von einem Identifikati-
onsbias ausgegangen wird, da sich Kontaktver-
letzungen (inklusive indirekter Kontakt) im
Videomaterial leichter identifizieren lassen.
Somit ist eine Verzerrung zu Ungunsten der
Kontaktverletzungen und zu Ungunsten der
Non-Kontaktverletzungen zu erwarten.
Bei der Betrachtung einzelner Körperregionen
stellen erwartungsgemäß direkte Kontaktsitua-
tionen bei Kopfverletzungen mit etwas über
80 Prozent den weitaus größten Anteil dar. Auch
Handverletzungen geschehen zum größten Teil
bei einer direkten Kontaktsituation. Für beide
Körperregionen waren keine Non-Kontaktverlet-
zungen zu identifizieren. Diese traten mit einem
Drittel am häufigsten bei Oberschenkelverletzun-
gen auf. Insgesamt stand circa ein Viertel der
identifizierten Verletzungsszenen mit einem
gegnerischen Foulspiel in Verbindung.
Aus dieser detaillierten ätiologischen Beschrei-
bung der Spielsituation zum Verletzungszeit-
punkt unter Berücksichtigung der Spielphase,
der Bewegungs- und Spielaktion sowie des Geg-
nerverhaltens und der unterschiedlichen Kon-
taktmechanismen lassen sich wiederkehrende
Muster beschreiben, welche für die Verletzungs-
prävention von besonderer Bedeutung sind. Es
gilt die Spieler durch Trainingsformen oder an-
dere Maßnahmen so auf diese Situationen vor-
zubereiten, dass sie in der Lage sind, diese ver-
letzungsfrei zu überstehen. Zudem zeigt die
Heterogenität der verschiedenen Verletzungs-
hergänge, dass präventive Gegenmaßnahmen
differenziert ausgewählt werden
müssen.
Fortsetzung
»Über die Hälfte der
Verletzungen entstehen durch
direkten Kontakt – doch
gerade die übrigen knapp
50 Prozent zeigen:
Prävention ist möglich.«
2,4 % 6,6 %
3,0 %
6,0 %
4,2 %
5,4 %
24,0 % 32,3 %
4,2 % 1,8 %
3,0 %0,6 % 4,2 %2,4 %
0,0–5,0
5,1–10,0
10,1–15,0
15,1–20,0
> 20,0
Defense Offense
Basketball
56 57
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Ort der Verletzung auf dem Spielfeld
Anteil (%) der Verletzungen
Halfcourt
Defense
Set-Offense verletzter
Spieler
sonstiges unklar/
Kampf um Ball
0,0 %
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
50,0 %
Fast Break eigene
Mannschaft
Ballsicherung direkter
Gegenspieler
Transition
Defense
gegnerische
Mannschaft
32,3 %
44,3 %
46,2 %
10,8 %
7,1 %
11,2 %
7,8 %
21,3 %
14,2 %
2,4 %2,4 %
2,4 %2,4 %
Spielphase zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Offense 62,9 %
sonstiges 2,4 %
Defense 34,7 %
1. Viertel
0,0 %
0,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
20,0 %
15,0 %
30,0 %
20,0 %
40,0 %
30,0 %
25,0 %
50,0 %
35,0 %
2. Viertel 3. Viertel 4. Viertel
13,5 %
39,4 % 60,6 %
25,9 %
26,5 %
34,1 %
Spielzeitpunkt der Verletzung
Anteil (%) der Verletzungen
1. Halbzeit 2. Halbzeit
Ballbesitz zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Basketball
58 59
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Lauf
1-gegen-1
Stand
Ballannahme
Side-Step
Körper-
täuschung
Sprint
Pass
AbstoppenAntrittAbsprung
Wurf
Block-
verteidigung
Screening
Boxout
sonstige
Aktion
0,0 %
0,0 %
5,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
15,0 %
15,0 %
20,0 %
20,0 %
30,0 %
30,0 %
25,0 %
25,0 %
35,0 %
40,0 %
35,0 %
Landung
Korbleger/
Dunking
Flugphase
Rebound
Richtungs-
wechsel
Shotblock
Bewegungsform und -richtung zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
35,5 %
31,4 %
6,5 %
5,3 %5,3 %
4,7 %4,7 %
4,7 %4,7 %
4,1 %4,1 %
2,4 %2,4 %
2,4 %2,4 %
3,0 %3,0 %
vorwärts 47,0 %
keine horizontale
41,6 %
seitwärts 7,2 %
rückwärts 4,2 %
Spielaktion des verletzten Spielers zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
30,1 %
22,9 %
12,7 %
9,0 %
4,2 %4,2 %
3,0 %3,0 %
3,0 %3,0 %
2,4 %2,4 %
2,4 %2,4 %
1,8 %1,8 %
0,6 %0,6 %
7,8 %
Verletzungsmechanismus nach verletzter Körperregion
Anteil (%) Kontakt-, indirekte Kontakt- und Non-Kontaktverletzungen
83,3
55,6
16,7
33,3
85,7
33,3
33,3
66,7
75,0
19,2
17,4
57,7
47,8
16,7
23,7
28,6
76,3
15,7
25,7
54,2
62,5
0,0 %
0,0 %
Kopf
Kopf
* statistisch signifikant P < 0,05
* statistisch signifikant P < 0,05
Kniegelenk
Kniegelenk
Hand
Hand
Sprung-
gelenk
Sprung-
gelenk
Oberschenkel
Oberschenkel
alle
Verletzungen
alle
Verletzungen
20,0 %
20,0 %
40,0 %
40,0 %
60,0 %
60,0 %
80,0 %
80,0 %
100,0 %
100,0 %
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt
kein Foul eigenes Foul gegnerisches Foul
14,3
50,0
25,0
11,1
16,7
23,1
34,8*
54,8*
30,1
11,8
Verletzungsursache Foulspiel nach verletzter Körperregion
Anteil (%) der Verletzungen nach Körperregion und Schiedsrichterentscheidung
»Nur ein Viertel der Verlet-
zungen gehen mit einem
gegnerischen Foul einher.«
61
VBG-Sportreport 2025
Eishockey7 Verletzungen im Eishockey
Zahlen, Daten & Fakten zum Verletzungsgeschehen
in der EH1 und EH2, Saisons 2021/22 und 2022/23 Kumulative Saisoninzidenzen nach Liga
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
23,7 %
28,9 %
76,3 %
71,1 %
67,9 %
71,5 %
68,3 %
71,3 %
32,1 %
28,5 %
31,7 %
28,7 %
0,0
0,0 % EH1 EH2 gesamt EH
40,0
20,0 %
80,0
40,0 %
120,0
60,0 %
160,0
80,0 %
200,0
280,0
240,0
100,0 %
Trainings- und
Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und
Wettkampfverletzungen
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
Verletzungen nach Wettbewerb
Anzahl (Verletzungen (n) pro 1.000 Stunden Wettkampf) [± 95 % Konfidenzintervall]
84,4
61,8
EH2
85,1
82,0
gesamt EH
88,7
98,2
EH1
179,9
CHL
2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23
Prävalenzen nach Liga
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
74,9 %
1,67
72,9 %
1,62
78,2 %
1,74
75,2 %
1,84
54,9 %
1,17
69,8 %
1,62
0,0 % 0,00
EH1 EH1EH2 EH2gesamt EH gesamt EH
20,0 %
1,00
40,0 %
2,00
60,0 %
100,0 %
80,0 %
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
33,33,11
0,97
1,80
1,77
61,6 %
47,1 %
74,6 %
67,1 %
74,6 %
73,3 %
81,9 %
74,0 %
68,1 %
69,1 %
0,73
1,79
1,68
0,0 %
0,0 %
0,00
Goalie
< 20 Jahre
GoalieVerteidiger
20–24 Jahre
VerteidigerStürmer
25–29 Jahre 30–34 Jahre > 34 Jahre
Stürmer
20,0 %
20,0 %
0,50
40,0 %
40,0 %
1,00
60,0 %
60,0 %
1,50
100,0 %
80,0 %
100,0 %
2,00
2021/22 2022/23
2021/22 2022/23
2021/22 2022/23
Prävalenzen nach Spielpositionen
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Kumulative Saisoninzidenzen nach Spielpositionen
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Prävalenzen nach Altersgruppe
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
62 63
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Allgemeine Übersicht – Eishockey
Mit 788 eingesetzten Spielern in der Saison
2021/22 und 756 Spielern in der darauffolgenden
Spielzeit 2022/23 bewegt sich die Zahl der akti-
ven Eishockeyprofis auf einem stabilen Niveau.
Die Analyse der Prävalenzen – also des Anteils
verletzter Spieler – zeigt für die EH1 in beiden
Saisons stabile Werte um die 75 Prozent. In der
EH2 dagegen lässt sich ein deutlicher Anstieg
von 54,9 Prozent in der ersten auf 72,9 Prozent
in der zweiten betrachteten Saison beobachten.
Damit liegt die Gesamtprävalenz 2022/23 bei
78,2 Prozent – ein Wert, der sich den vorpande-
mischen Zahlen annähert.
Besonders bemerkenswert: Im Gegensatz zu
den Vorjahren, in denen teils signifikante Unter-
schiede zwischen den Ligen bestanden, glei-
chen sich EH1 und EH2 in der jüngsten Saison
zunehmend an – ein möglicher Hinweis auf eine
Angleichung der physischen Belastungen.
Auch bei den kumulativen Saisoninzidenzen –
also der durchschnittlichen Anzahl an Verletzun-
gen pro Spieler – bestigt sich dieser Trend: In
der Saison 2021/22 lagen die Inzidenzen bei 1,84
(EH1) und 1,17 (EH2), was eine noch deutliche
Differenz zwischen den Ligen bedeutete. Für
2022/23 nähern sich die Werte mit 1,67 (EH1) und
1,62 (EH2) deutlich an. Der Gesamtwert steigt auf
1,74 – damit liegt die Inzidenz zwar über dem
Vorjahreswert von 1,62, bleibt aber weiterhin auf
einem abfallenden Pfad seit der Analyse der Sai-
son 2014/15 im ersten VBG-Sportreport.
Ein weiteres interessantes Bild ergibt die Analy-
se der Trainings- und Wettkampfverletzungen:
In der Saison 2021/22 entstanden noch
31,7 Prozent der Verletzungen im Training und
68,3 Prozent im Wettkampf – was weiterhin
einen signifikanten Unterschied zu den Ball-
sportarten ausmacht. 2022/23 lag ein Verhältnis
von 28,7 Prozent zu 71,3 Prozent vor. Diese Ver-
teilung bewegt sich seit Jahren in einer stabilen
Bandbreite von etwa 70–75 Prozent Wettkampf-
verletzungen und 25–30 Prozent Trainingsver-
letzungen. Vergleicht man jedoch die Daten im
Längsschnitt, lässt sich eine leichte, aber kon-
sistente Tendenz zu einer höheren relativen
Trainingsbelastung erkennen – was möglicher-
weise auch mit veränderten Trainingsinhalten
oder einer verbesserten Belastungssteuerung
im Spiel zusammenhängt.
Die Wettkampfinzidenzen (Verletzungen pro
1.000 Stunden Wettkampf) bieten ein weiteres
zentrales Vergleichsfeld. In der Saison 2021/22
lagen diese bei 98,2 (EH1), 61,8 (EH2) und 179,9
in der Champions Hockey League (CHL), womit
teils signifikante Veränderungen zur Vorsaison,
in der die Zahlen bereits signifikant angestiegen
waren, attestiert werden können. In der folgen-
den Saison fielen beziehungsweise stiegen die
Werte teils signifikant in der EH1 auf 88,7 und in
der EH2 auf 84,4 – während sie in der CHL deut-
lich auf 33,1 zurückgingen. Besonders der Rück-
gang in der EH1 im Vergleich zum Sportreport
2020 (124,5 Verletzungen pro 1.000 Stunden)
bestätigt einen längerfristigen positiven Trend.
Auch in der Gesamtbetrachtung aller Wettbe-
werbe zeigt sich mit 85,1 Verletzungen pro 1.000
Stunden ein Wert, der unterhalb des Hochs
liegt. Solche Entwicklungen, wenn auch unter
Schwankungen, deuten darauf hin, dass prä-
ventive Maßnahmen in den Teams zunehmend
Wirkung entfalten – wenngleich eine abschlie-
ßende Bewertung mit Blick auf mögliche Ein-
flussfaktoren (zum Beispiel veränderte Spielplä-
ne, Belastungssteuerung) sorgfältig erfolgen
muss. Die Gesamtbetrachtung der Prävalenzen
und Inzidenzen über beide Spielklassen stellt
nicht den Mittelwert beider Ligen dar, sondern
berücksichtigt in der Berechnung die tatsächli-
che Anzahl eingesetzter Spieler und registrierter
Verletzungen. Somit kann es zu abweichenden
Ergebnissen kommen, wenn Spieler im Laufe
einer Saison durch einen Transfer in beiden
Ligen zum Einsatz kamen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen: Das Ver-
letzungsgeschehen im Profi-Eishockey zeigt im
Vergleich zur pandemiebedingt verzerrten Saison
2020/21 eine Rückkehr zu vorpandemischen Nor-
malwerten. Gleichzeitig deuten verschiedene
Kennzahlen auf positive Entwicklungen hin.
59,0 %
41,5 %
76,6 %
75,1 %
78,1 %
72,5 %
80,0 %
»Mit steigendem Alter verlagert
sich das Verletzungsrisiko vom
Training zum Wettkampf.«
1,13
0,89
1,51
1,57
1,66
1,60
1,96
1,76
1,94
1,71
40,6 %
23,4 %
0,0
0,0 %
< 20 Jahre
50,9 %
52,7 % 47,3 %
49,1 %
< 20 Jahre
20–24 Jahre
46,5 %
37,6 %
20–24Jahre
25–29 Jahre
36,1 %
30,6 %
25–29 Jahre
30–34 Jahre
37,3 %
26,2 %
30–34 Jahre
> 34 Jahre
> 34 Jahre
0,5
20,0 %
1,0
40,0 %
1,5
60,0 %
2,0
80,0 %
2,5
100,0 %
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
62,4 %
69,4 %
73,8 %
76,6 %
53,5 %
63,9 %
62,7 %
59,4 %
64 65
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Kumulative Saisoninzidenzen nach Altersgruppe
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen nach Altersgruppen
Einfluss der Spielposition und des Alters
Die Analyse der vergangenen beiden Spielzeiten
zeigt erneut deutliche Unterschiede im Verlet-
zungsgeschehen zwischen den Spielpositionen.
Torhüter sind nach wie vor deutlich seltener
betroffen als Feldspieler. Während Verteidiger
und Stürmer durchgehend hohe Prävalenzen
und Inzidenzen aufwiesen, liegen die Werte der
Goalies deutlich darunter – trotz eines leichten
Anstiegs in der Saison 2022/23. Dieser Unter-
schied dürfte weiterhin in den spezifischen
Spielanforderungen und Schutzmechanismen
der Torhüterposition begründet sein.
Eine Residuenanalyse verdeutlicht, dass sich
neben der Verletzungslast auch das Verlet-
zungsprofil zwischen den Spielpositionen
systematisch unterscheidet. Besonders auffällig
ist, dass Torhüter signifikant häufiger Ober-
schenkelverletzungen erleiden als zu erwarten
wäre – ein Muster, das auf die spezifische Bewe-
gungsdynamik und Belastung dieser Position
hinweist. Sie sind zwar deutlich seltener von
Kopfverletzungen betroffen, weisen jedoch eine
dauerhaft hohe Beanspruchung der Knie auf,
während bei Verteidigern wiederkehrend die
oberen Extremitäten betroffen sind.
Ein klarer Zusammenhang zeigt sich auch in
Bezug auf das Alter der Spieler: Je älter die Ath-
leten, desto höher ist das Verletzungsrisiko. Die-
ser Trend setzt sich in beiden Saisons fort – so-
wohl bei der Wahrscheinlichkeit, überhaupt
verletzt zu werden, als auch bei der durch-
schnittlichen Zahl an Verletzungen pro Saison.
Besonders auffällig ist die altersabhängige Ver-
schiebung des Verletzungsrisikos vom Training
hin zum Wettkampf: Während sich jüngere Spie-
ler noch häufiger im Training verletzen, ver-
schiebt sich das Verhältnis bei älteren Akteuren
zunehmend zugunsten des Wettkampfgesche-
hens. Diese Erkenntnisse zeigen deutlich: Prä-
ventionsstrategien müssen alters- und positi-
onsspezifisch angepasst werden. Während bei
jüngeren Spielern Trainingssteuerung im Vor-
dergrund steht, braucht es bei älteren Athleten
verstärkte Maßnahmen rund um Spielbelastung
und Regeneration. Zudem verdeutlicht eine
Residuenanalyse, dass vor allem die Gruppe der
über 34-jährigen Spieler von Knieverletzungen
betroffen ist, während in der Saison 2022/2023
junge Spieler unter 20 Jahren besonders häufig
Sprunggelenksverletzungen erlitten.
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
0,0 %0,0 %
0,0 %0,0 %
8,0 %
15,4 %
11,9 %
16,8 %
16,6 %
14,4 %
13,1 %
3,7 %3,7 %
0,0 %0,0 %
0,0 %0,0 %
1,9 %1,9 %
28,6 %
21,4 %
6,6 %
6,3 %
7,4 %
5,6 %
8,2 %
6,3 %
3,4 %3,4 %
2,6 %2,6 %
1,6 %1,6 %
Verteilung der Verletzungen auf die Monate im Saisonverlauf
Anteil (%) von Trainings- und Wettkampfverletzungen im Saisonverlauf
2022/23
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 %
25,0 %
20,0 %
25,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
0,0 %0,0 %
0,7 %0,7 %
9,7 %
16,8 %
12,5 %
13,0 %
9,3 %
11,9 %
18,2 %
7,2 %
0,7 %0,7 %
0,0 %0,0 %
2,2 %2,2 %
18,8 %
20,8 %
10,9 %
9,4 %
8,2 %
9,2 %
10,6 %
5,7 %
2,5 %2,5 %
1,2 %1,2 %
0,5 %0,5 %
2021/22
66 67
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
»Zitat 15. Ecuptios aut
faccusanimus aperum evelli-
bus nostet pa corep nostium
quaeperia.«
»Verletzungen im Eishockey folgen
dem Spielerprofil: Goalies knien,
Verteidiger blocken.«
69
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Verteilung der Verletzungen nach Körperregionen
Anteil (%) Verletzungen nach betroffener Körperregion
Kopf
Schulter
Hand
Knie
Oberschenkel
Hals
Hüfte
Fuß
Sprunggelenk
Brust
Rücken
Handgelenk
Unterschenkel
Unterarm
Ellenbogen
Bauch
Oberarm
Kopf
Knie
Schulter
Hand
Oberschenkel
Sprunggelenk
Hüfte
Handgelenk
Fuß
Brust
Hals
Ellenbogen
Rücken
Unterarm
Unterschenkel
Bauch
Oberarm
0,0 %
0,0 %
5,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
15,0 %
15,0 %
20,0 %
20,0 %
19,6 %19,6 %
18,5 %18,5 %
11,0 %11,0 %
12,2 %12,2 %
10,1 %10,1 %
11,0 %11,0 %
9,3 %9,3 %
8,5 %8,5 %
8,1 %8,1 %
8,3 %8,3 %
6,0 %6,0 %
6,0 %6,0 %
6,2 %6,2 %
5,8 %5,8 %
5,2 %5,2 %
5,4 %5,4 %
5,0 %5,0 %
4,9 %4,9 %
4,5 %4,5 %
4,9 %4,9 %
3,6 %3,6 %
3,8 %3,8 %
3,5 %3,5 %
2,7 %2,7 %
2,6 %2,6 %
2,7 %2,7 %
2,4 %2,4 %
1,9 %1,9 %
2,0 %2,0 %
1,6 %1,6 %
0,7 %0,7 %
1,3 %1,3 %
0,3 %0,3 %
0,3 %0,3 %
2021/222022/23
70 71
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Kopf Schulter Hand Knie Ober-
schenkel
Hals Fuß Sprung-
gelenk
Brust Rücken Hand-
gelenk
Unter-
schenkel
Unter-
arm
Ellen-
bogen
Bauch OberarmHüfte
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
Verteilung im Saisonverlauf und
auf betroffene Körperregionen
Wie bereits in den vorangegangenen Ausgaben des VBG-
Sportreport zeigt sich auch in den Spielzeiten 2021/22 und
2022/23 eine charakteristische saisonale Verteilung der
Verletzungen.
Besonders in der Vorbereitungsphase zeigt sich eine deutli-
che Häufung von Trainingsverletzungen. In der Saison
2021/22 entfielen 18,8 Prozent aller Trainingsverletzungen
auf den August und 20,8 Prozent auf den September – ein
Muster, das in ähnlicher Form bereits in früheren Jahren
dokumentiert wurde. In der Saison 2022/23 verstärkte sich
dieser Effekt sogar: Mit 28,6 Prozent im August und
21,4 Prozent im September wurde mehr als jede zweite
Trainingsverletzung bereits vor dem offiziellen Ligastart
registriert. In den Folgemonaten fiel der Anteil der Trai-
ningsverletzungen dagegen auf ein gleichmäßig niedriges
Niveau zwischen 3 und 8 Prozent. Diese Verteilung unter-
mauert erneut die Bedeutung der Saisonvorbereitung als
Phase erhöhter Verletzungsanfälligkeit. Mögliche Ursachen –
wie unzureichende konditionelle Vorbereitung nach der
Sommerpause oder eine zu steile Belastungsprogression –
sind bekannt, aber offenbar noch nicht konsequent adres-
siert. Aus sportpraktischer Sicht ergeben sich hier weiterhin
deutliche Ansatzpunkte für präventive Steuerung.
Im Gegensatz dazu verlagert sich das Verletzungsgesche-
hen mit zunehmendem Saisonverlauf erwartungsgemäß in
den Wettkampf. Während der September in beiden Spielzei-
ten noch vergleichsweise wenige Wettkampfverletzungen
aufwies, stiegen die Zahlen ab Oktober kontinuierlich an. In
der Saison 2022/23 erreichten sie im Dezember (16,8 Pro-
zent) und Januar (16,6 Prozent) ihren Höhepunkt und blie-
ben bis März auf einem hohen Niveau. Interessant ist dabei,
dass sich die Wettkampfverletzungen in der Saison 2022/23
gleichmäßiger auf die Spielmonate verteilen als in früheren
Spielzeiten. Ob dies auf eine besser gesteuerte Belastungs-
planung oder strukturelle Änderungen im Spielplan zurück-
zuführen ist, bleibt offen, sollte aber weiter analysiert
werden.
Zudem zeigt sich, dass die verletzte Körperregion systema-
tisch mit dem Anlass (Spiel versus Training) zusammen-
hängt. Während Spiele klar mit dynamischen, kontaktbe-
dingten Verletzungen assoziiert sind (Knie, Kopf, Sprung-
gelenk), treten im Training muskulär-funktionale Beschwer-
den im Bereich der Hüfte und des Oberschenkels häufiger
auf.
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
5,4 %
5,2 %
2,0 %
1,2 %
8,0 %
8,4 %
1,3 %
0,9 %
1,6 %
2,0 %
3,1 %
3,3 %
3,0 %
5,3 %
1,7 %
1,7 %
0,5 %
0,4 %
0,4 %
0,3 %
0,6 %
1,1 %
8,0 %
6,6 %
31,3 %
30,8 %
9,4 %
6,3 %
15,6 %
19,7 %
7,6 %
6,1 %
0,5 %
0,5 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2021/22
»Kopfverletzungen bleiben die
häufigste Diagnose im Eishockey
– ihre Konstanz macht sie zum
Dauerbrenner für Prävention
und Schutzmaßnahmen.«
72 73
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
5,9 %
6,2 %
6,5 %
4,4 %
3,1 %
3,4 %
2,3 %
2,5 %
0,4 %
0,3 %
1,0 %
0,0 %
1,9 %
0,1 %
1,2 %
1,0 %
3,3 %
3,0 %
3,5 %
5,2 %
0,6 %
0,3 %
6,0 %
8,1 %
24,7 %
27,1 %
17,6 %
16,5 %
6,6 %
5,5 %
10,6 %
8,3 %
6,8 %
6,1 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2022/23
Kopf Knie Schulter Hand Ober-
schenkel
Sprung-
gelenk
Hand-
gelenk
Fuß Brust Hals Ellen-
bogen
Rücken Unter-
arm
Unter-
schenkel
Bauch OberarmHüfte
Mit Blick auf die betroffenen Körperregionen bestätigt sich
das bekannte Muster: Kopfverletzungen stellen weiterhin
die häufigste Einzeldiagnose dar – sowohl 2021/22 mit
19,6 Prozent als auch 2022/23 mit 18,5 Prozent. In beiden
Spielzeiten führen sie die Liste der Verletzungs-Hot-Spots
klar an. Wie bereits in früheren Ausgaben bleibt die Zu-
sammensetzung der fünf am häufigsten betroffenen Kör-
perregionen weitgehend konstant: Schulter, Hand, Knie
und Oberschenkel folgen dem Kopf mit Anteilen zwischen
8 und 13 Prozent. Die jährliche Reihenfolge variiert, das
grundsätzliche Verletzungsmuster bleibt jedoch stabil.
Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen fünf Be-
richten abzeichnete und nun stärker in den Fokus rückt,
betrifft die Handverletzungen: Deren Anteil nimmt ten-
denziell zu. In der ätiologischen Differenzierung dominie-
ren hier weiterhin direkte Schlageinwirkungen – durch
gegnerische Schläger oder Pucks. Angesichts der Material-
entwicklung bei Schlägern sowie möglicher Schwächen in
der Schutzausrüstung (Handschuhe) könnten hier techni-
sche Anpassungen potenzielles Präventionspotenzial frei-
legen. Demgegenüber steht ein rückläufiger Trend bei den
Oberschenkelverletzungen. Ob diese Entwicklung auf eine
verbesserte athletische Vorbereitung, gezielteres Krafttrai-
ning oder eine veränderte Belastungsverteilung im Spiel
zurückzuführen ist, bleibt offen – stellt jedoch eine positi-
ve Tendenz dar, die es wert ist, weiterverfolgt zu werden.
Besonders die Adduktoren gilt es aufgrund der sportspezi-
fischen Skatebewegung gezielt zu adressieren, wie die
muskelspezifische Auswertung zeigt.
Verteilung der Kosten und der AU-Tage auf betrof-
fene Körperregionen
Wie schon in den Vorjahren dominieren Knie- und Schul-
terverletzungen das Bild der schwerwiegenden Verletzun-
gen im Profi-Eishockey – gemessen an Ausfalltagen und
VBG-Leistungen. Knie- und Schulterverletzungen verur-
sachten zuletzt über 40 Prozent aller Ausfalltage und aller
Entschädigungsleistungen. Die Schulter weist jedoch im
Vergleich zu früheren Jahren eine klar rückläufige Ten-
denz auf.
»Einzelne Mannschaften zählen
bis zu elf Mal mehr Ausfalltage pro
absolviertem Pflichtspiel als
andere.«
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
74 75
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
123 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1514
0
5
10,5
9,0
4,64,6
5,65,6 6,16,1
7,67,6 7,77,7 8,48,4 8,58,5 9,39,3 10,010,0
11,811,8
12,912,9 13,313,3
14,414,4
16,316,3
20,520,5
15,1
10,5
15
25
20
10
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Ausfallzeiten und Kosten
Im Eishockey summierte sich die verletzungsbe-
dingte Ausfallzeit in der Saison 2021/22 auf ins-
gesamt 18.748 Ausfalltage. Bei 788 eingesetzten
Spielern ergibt sich daraus eine durchschnittli-
che Ausfallzeit von 23,8 Tagen pro Spieler. In der
darauffolgenden Saison 2022/23 lagen die Zah-
len mit 17.037 Ausfalltagen bei 756 Spielern
geringfügig niedriger, was einer mittleren Aus-
fallzeit von 22,5 Tagen pro Spieler entspricht.
Trotz des leichten Rückgangs bleibt das Verlet-
zungsniveau im Profi-Eishockey konstant hoch.
Um Unterschiede zwischen den Ligen sowie
zwischen den jeweils 14 beziehungsweise
15 Teams innerhalb einer Liga objektiv ver-
gleichbar zu machen, wurde erneut der relative
Injury Burden (rIB) berechnet. Dieser ergibt sich
aus der Division der Gesamtausfalltage pro
Team durch die Anzahl der absolvierten Pflicht-
spiele. Zur Erhöhung der Validität fließen in
diese Berechnung ausschließlich meldepflichti-
ge Verletzungen mit einer Ausfallzeit von vier
Tagen oder mehr ein.
In der Saison 2021/22 betrug der durchschnittli-
che rIB in der EH1 10,1 Ausfalltage pro Spiel, in
der zweiten Liga 10,6. Die Spannweite innerhalb
der ersten Liga reichte dabei von 4,6 bis 20,5, in
der zweiten Liga von 2,4 bis 26,6 Ausfalltagen
pro Pflichtspiel. In der Saison 2022/23 lag der
durchschnittliche rIB in der ersten Liga bei 9,0,
in der zweiten Liga bei 10,0, mit einer Spann-
weite von 2,6 bis 21,7 (EH1) beziehungsweise
2,1 bis 23,1 (EH2).
Diese Daten verdeutlichen, dass sich der relati-
ve Injury Burden trotz ähnlicher Rahmenbedin-
gungen erheblich zwischen den Teams unter-
scheidet. In der EH1 produzierte das verletzungs-
anfälligste Team in beiden Spielzeiten jeweils
mehr als das Achtfache an Ausfalltagen pro
Spiel im Vergleich zum verletzungsärmsten
Team. In der EH2 lag der Faktor sogar bei über
dem Elffachen. Diese Differenzen zeigen klar:
Auch unter den körperlich wie organisatorisch
anspruchsvollen Bedingungen des Profi-Eisho-
ckeys scheint eine signifikante Reduktion des
Verletzungsgeschehens möglich – offenbar ver-
fügen manche Teams über deutlich wirksamere
Präventionskonzepte als andere.
Würden alle Mannschaften denselben relativen
Injury Burden des jeweils besten Teams ihrer Liga
aufweisen, könnten sich die AU-Tage in der EH1
um 56 Prozent beziehungsweise 71 Prozent und
in der EH2 um 77 Prozent beziehungsweise
79 Prozent reduzieren lassen. Angenommen,
diese Reduktion ließe sich gleichermaßen auf die
resultierenden Kosten übertragen, würde dies in
beiden Ligen eine Kostenersparnis in Höhe von
1,4 (2021/22) und 1,7 (2022/23) Millionen Euro
bedeuten. Selbst in einer weniger optimistischen
Rechnung, bei der nicht alle Teams den rIB des
jeweiligen Klassenprimus erreichen, sondern nur
eine Stauchung der Liga-Range auf den Bereich
zwischen dem Bestwert und dem derzeitigen
Liga-Median gelänge, würde dies für beide Ligen
ein Einsparpotenzial von 40 Prozent und 0,8 Milli-
onen Euro beziehungsweise über 42 Prozent und
1,0 Millionen Euro bedeuten.
Relativer Injury Burden der EH1-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
Mögliche Gründe könnten unter anderem in der
Einführung flexibler Banden liegen, die potenziell
schulterbelastende Spielsituationen entschär-
fen. Ebenfalls bemerkenswert ist der Rückgang
von Kopfverletzungen trotz des Status als verlet-
zungsträchtigste Körperregion. Noch vor weni-
gen Jahren regelmäßig unter den Top 4 der aus-
fallrelevantesten Regionen, sind sie aktuell
erstmals nicht mehr in der Spitzengruppe vertre-
ten. Der Rückgang könnte auf verbesserte
Schutzmaßnahmen, veränderte Diagnostikstra-
tegien oder angepasste Regelwerke zurückzufüh-
ren sein – ein Trend, der weiter beobachtet wer-
den muss. Demgegenüber nehmen die Ausfall-
tage bei Hand- und Sprunggelenksverletzungen
langsam, aber stetig zu. Auch wenn sie bislang
nicht dominieren, zeigt die Entwicklung Präventi-
onspotenzial, etwa im Bereich Technikschulung,
oder Schutzausrüstung.
Insgesamt bleibt festzuhalten: Während die
Häufigkeit der Verletzungen moderat schwankt,
verursachen bestimmte Verletzungsarten un-
verändert hohe Belastungen – sowohl organisa-
torisch als auch finanziell. Prävention muss
deswegen sowohl die Häufigkeit als auch die
Schwere und Rehabilitationsdauer der Verlet-
zungen im Blick behalten.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
0
5
2,62,6 3,03,0
4,44,4
5,45,4
6,86,8 7,37,3 7,37,3 7,57,5 7,67,6
8,88,8 8,98,9
11,511,5
14,014,0
18,018,0
21,721,7
15
20
25
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
0
5
10,6
2,42,4 2,62,6 2,72,7 4,04,0
6,46,4 6,76,7
9,19,1 9,99,9 11,011,0
14,114,1
16,516,5 16,716,7
19,819,8
15,0
10,6
10,0
15
20
30
25
10
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Relativer Injury Burden der EH2-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
Anzahl Burden
Muskelverletzungen nach betroffenen Muskelgruppen
Anteil (%) Verletzungen und Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtbetrachtung der Saisons 2021/22 und 2022/23
Glutealmuskulatur/
Hüfte
Adduktoren
Oberschenkel
ventral
Oberschenkel
ischiocrural
Unterschenkel
0,0 % 10,0 % 20,0 % 30,0 % 40,0 % 50,0 %
18,0 %18,0 %
11,1 %11,1 %
44,9 %44,9 %
37,9 %37,9 %
21,5 %21,5 %
26,0 %26,0 %
12,2 %12,2 %
23,3 %23,3 %
3,4 % 3,4 %
1,8 %1,8 %
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
0
5
10,0
2,12,1
3,73,7 3,93,9 4,34,3
7,57,5
9,29,2
10,310,3 10,510,5 11,211,2 11,511,5
13,013,0
14,414,4 14,714,7
23,023,0
15
20
25
76
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
14
26,626,6
3 Videoanalyse von Wettkampfverletzungen 2019–2023 (n = 554)
»Wer Verletzungen verhindern
will, muss die Dynamik des
Spiels verstehen – nicht nur
den Moment des Aufpralls. «
78 79
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Eishockey3
Um die zugrunde liegenden Mechanismen der
Verletzungsentstehung besser zu verstehen,
wurde für den aktuellen Sportreport eine struk-
turierte videobasierte Analyse über vier Spiel-
zeiten hinweg durchgeführt. Insgesamt konnten
dabei 554 valide Verletzungsszenen ausgewer-
tet werden. Dieses breite Untersuchungsfenster
ermöglicht es, wiederkehrende Muster im Spiel-
verlauf sowie im Verhalten von Spielern und
Gegenspielern zu erkennen und bietet damit
eine belastbare Grundlage für präventive
Empfehlungen.
Dabei ist jedoch ein gewisser methodischer Bias
nicht auszuschließen: Insbesondere schwere
oder offensichtliche Verletzungen – etwa nach
einem Pucktreffer, Schlägerkontakt oder einem
massiven Körpercheck – sind im Videomaterial
deutlich leichter zu identifizieren als muskuläre
Läsionen oder Distorsionen im Bereich des
Sprunggelenks, die ohne klaren externen Auslö-
ser auftreten. Dieses Erfassungsgefälle muss bei
der Interpretation der Daten stets mitgedacht
werden, da es zu einer systematischen Unter-
schätzung bestimmter Verletzungstypen führen
kann.
Die Analyse des Verletzungsgeschehens zeigt
eine Häufung von Verletzungen in den Endzo-
nen. Insgesamt traten 47,2 Prozent aller Verlet-
zungen im eigenen Drittel auf – insbesondere
vor dem eigenen Tor sowie in den angrenzen-
den Außenbereichen. Weitere 37,8 Prozent der
Verletzungen ereigneten sich im gegnerischen
Drittel, wiederum mit einer Schwerpunktbil-
dung vor dem Tor. Die neutrale Zone wies mit
15 Prozent den geringsten Anteil auf. Eine leich-
te Seitentendenz (häufigere Verletzungen in
Offensivrichtung rechts und Defensivrichtung
links) könnte auf spieltypische Dynamiken und
dominierende Spielerhandseiten hinweisen.
Ein Grund ist sicherlich, dass in diesen Berei-
chen die gefährlichsten Spielaktionen und kri-
tischsten Zweikämpfe stattfinden. Es muss je-
doch ergänzend angemerkt werden, dass sich
bei der Einteilung der einzelnen Spielfelder
zugunsten einer hohen Bewertungsqualität an
den vorhandenen Spielfeldmarkierungen orien-
tiert wurde und infolgedessen unterschiedlich
große Bereiche entstanden sind. Somit ist sta-
tistisch nicht in allen Spielfeldbereichen dassel-
be Verletzungsaufkommen zu erwarten.
Bezogen auf den Zeitpunkt im Spiel ist eine
weitgehend gleichmäßige Verteilung festzustel-
len: 36,6 Prozent der Verletzungen traten im
ersten Drittel, 30,7 Prozent im zweiten Drittel
und 32,1 Prozent im dritten Drittel auf. Eine
Feinbetrachtung im 10-Minuten-Takt verdeut-
licht, dass sich mit 21,5 Prozent ein überdurch-
schnittlicher Anteil der Verletzungen in den
ersten zehn Minuten ereignet – möglicherwei-
se bedingt durch hohe Intensität nach Spiel-
beginn oder unvollständige körperliche und
kognitive Aktivierung. In der Schlussphase
(Minute 51–60) liegt der Anteil bei
16,5 Prozent, ebenfalls leicht erhöht. Die
Zahlen sind deshalb erwähnenswert,
weil in den anderen Sportarten eine
ansteigende Tendenz zum Ende des
Spiels ausgemacht werden kann.
Im Hinblick auf die grob definier-
ten Spielphasen zeigte sich, dass 53,2 Pro-
zent der Verletzungen während Angriffshand-
lungen auftraten, während 44,6 Prozent im
Rahmen defensiver Aktionen passierten. Neu-
tralphasen machten lediglich 2,2 Prozent aus.
Bei einer tieferen Analyse zeigen sich besonders
häufig Verletzungen in den klassischen Spiel-
phasen „Defense“ (30,0 Prozent), „Offense“
(22,6 Prozent) und „Offense-Transition“
(21,8 Prozent) – ein Ausdruck der
hohen Dynamik und Rich-
tungswechsel in Umschalt-
momenten auf der einen
Seite und dem oft aggressi-
ven Verteidigen vor dem
eigenen Tor. Seltener, aber
dennoch relevant, zeigten
sich Verletzungen beim Fore-
oder Backchecking (11,0 Prozent),
in Kontersituationen (5,2 Prozent)
sowie in defensiven Umschaltphasen
(5,1 Prozent).
In rund 44 Prozent der Fälle war
der verletzte Spieler selbst
im Puckbesitz, in 26,7 Prozent
besaß der direk- te Gegenspieler
den Puck. In jeweils rund
11 Prozent der Fälle befand sich
der Puck im Besitz der
eigenen oder
gegnerischen
Mannschaft, ohne
dass der verletzte
Spieler direkt invol-
viert war. In 7,1 Pro-
zent war der Puckbesitz unklar. Dieses
Muster bestätigt die zentrale Rolle von
Zweikampfsituationen und aktiven
Spielsituationen in der
Verletzungsgenese.
Bewegungs- und Aktionsmuster
zum Zeitpunkt der Verletzung
Die häufigste Bewegungsform war das
Gleiten nach vorne (42,1 Prozent), gefolgt
vom Stand (21,3 Prozent) und Skating
(15,5 Prozent). Insgesamt befanden sich
Spieler in rund 79 Prozent der Fälle in eher
statischen oder niedrigdynamischen Be-
wegungssituationen. Weitere relevante
Bewegungsmuster waren das Abstoppen
(7,9 Prozent), der Sprint (6,1 Prozent)
sowie Wendungen (4,5 Prozent). Hervor-
zuheben ist, dass niedrigdynamisch nicht
mit langsam gleichzusetzen ist. Gerade
beim Gleiten können hohe Geschwindig-
keiten erreicht werden, die – bei unzurei-
chender Kontrolle oder gegnerischer Einwir-
kung – ein hohes Verletzungsrisiko bergen.
Auch bei der eishockeyspezifischen Spielaktion
dominieren wie zu erwarten technisch-takti-
sche Grundfertigkeiten wie der Pass (14,7 Pro-
zent), dicht gefolgt vom Schussblock (13,8 Pro-
zent), dem Puckführen (12,7 Prozent) und der
Puckannahme (12,0 Prozent).
Die detaillierte Analyse der Spielsituationen
zum Zeitpunkt einer Verletzung zeigt, dass das
Positionsprofil eines Spielers eng mit Art und
Entstehung einer Verletzung verknüpft ist –
ein wichtiger Ausgangspunkt für gezielte
Präventionsmaßnahmen.
Torhüter verletzen sich signifikant häufiger in
statischen Haltungen, etwa im Stand oder bei
spezifischen Bewegungen wie dem Schussblock
oder dem Bedecken des Pucks. Verteidiger sind
besonders bei körperbetonten Defensivaktio-
nen wie dem Early Box-Out, Clearing oder en-
gen Zweikämpfen überrepräsentiert – meist vor
dem eigenen Tor. Stürmer hingegen ziehen sich
häufiger Verletzungen bei offen-offensiven Akti-
onen wie Puckannahme, Passspiel, Puckfüh-
rung oder dem Anbieten zu. Diese Spielhand-
lungen sind oft mit einer offenen Körperhaltung,
eingeschränkter Reaktionsfähigkeit und hoher
Spielgeschwindigkeit verbunden – Faktoren, die
das Verletzungsrisiko erhöhen. Diese „Verletz-
barkeit durch Spieloffenheit“ sollte im Training
gezielt thematisiert und mit physischen wie
kognitiven Anforderungen verknüpft werden.
Auch dynamische Bewegungsmuster wie der
Antritt oder das Skating sind bei Stürmern
überrepräsentiert.
80 81
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Ort der Verletzung auf dem Spielfeld
Anteil (%) der Verletzungen
Defense sonstigesBullyFaustkampfBreakoutDefense
Transition
Konter/
Rush
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
30,0 %
25,0 %
Offense/Auf-
bauspiel
Offense
Transition
Back-/Fore-
checking
30,0 %
22,6 %
21,8 %
11,0 %
5,2 %
5,1 %
2,3 %2,3 %
0,9 %0,9 %
0,5 %0,5 %
0,5 %0,5 %
Spielphase zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Abwehrphase
44,6 %
Angriffsphase
53,2 %
neutrale Phase
2,2 %
Spielzeitpunkt der Verletzung
Anteil (%) der Verletzungen
11,8 %
3,0 % 3,4 %6,0 % 3,6 %
2,8 %2,8 %
5,0 %3,6 % 2,4 % 3,4 %
2,2 % 0,6 % 9,0 %
offensive Zoneneutrale Zonedefensive Zone
12,4 % 5,6 %
11,2 %10,6 %
Puckbesitz zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Regular Play 84,7 %
Even Strength 0,7 %
Powerplay 6,1 %
Boxplay 8,5 %
0,0–5,0
5,1–10,0
10,1–15,0
15,1–20,0
> 20,0
36,7 % 30,7 % 32,1 % 0,5 %
»Verletzungen entstehen,
wenn der Spieler offen agiert
– beim Pass, bei der Annahme,
beim Schuss.«
1.–10.
Minute
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
21.–30.
Minute
11.–20.
Minute
41.–50.
Minute
31.–40.
Minute
51.–60.
Minute
Overtime
21,5 %
16,3 %
16,3 %
14,8 %
14,3 %
0,4 %0,4 %
16,5 %
verletzter
Spieler
unklar/
Kampf um Ball
eigene
Mannschaft
direkter
Gegenspieler
gegnerische
Mannschaft
43,9 %
11,0 %
11,4 %
26,7 %
7,1 %
0,0 %
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
50,0 %
1. Drittel 2. Drittel 3. Drittel
»Oberschenkelverletzun-
gen sind das Musterbei-
spiel kontaktfreier Verlet-
zungen – und ein klares
Ziel für präventives
Athletiktraining«
82 83
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
Pass Zweikampf
um Puck/
Position
Body
Checking
Schuss Anbieten Protection sonstige
Aktion
0,0 %
3,0 %
6,0 %
9,0 %
12,0 %
18,0 %
15,0 %
21,0 %
24,0 %
Schuss-
block
Puckfüh-
rung
Puck-
annahme
Bewegungsform und -richtung zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
vorwärts 77,5 % keine horizontale
16,3 %
seitwärts 1,9 %
rückwärts 4,2 %
Spielaktion des verletzten Spielers zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
14,7 %
13,8 %
12,7 %
12,0 %
7,2 %
5,4 %
4,9 %
4,3 %
2,7 %
22,3 %
Gleiten Start/Antritt Wendung Richtungs-
wechsel
sonstiges
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
30,0 %
25,0 %
35,0 %
40,0 %
45,0 %
Stand Skaten Abstoppen
42,1 %
21,3 %
15,5 %
7,9 %
6,1 %6,1 %
4,5 %4,5 %
2,3 %2,3 %
0,3 %0,3 %
85
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Eishockey
96,2*
67,7
3,8
31,5*
89,3
78,4
40,0*
26,7
96,7
9,9
6,7
54,9
91,0
7,0
48,8
97,7
18,1
74,5
81,4
0,0 %
0,0 %
Kopf
Kopf
* statistisch signifikant P < 0,05
* statistisch signifikant P < 0,05
Kniegelenk
Kniegelenk
Schulter
Schulter
Sprung-
gelenk
Sprung-
gelenk
Oberschenkel
Oberschenkel
alle
Verletzungen
alle
Verletzungen
20,0 %
20,0 %
40,0 %
40,0 %
60,0 %
60,0 %
80,0 %
80,0 %
100,0 %
100,0 %
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt
kein Foul eigenes Foul gegnerisches Foul
10,7
21,6
0,8
35,2*
33,3
44,2*
19,9
5,6
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Eishockey
Einfluss des Kontaktmechanismus auf
die verletzte Körperregion
Die differenzierte Betrachtung der Kontaktme-
chanismen in Abhängigkeit von der verletzten
Körperregion offenbart deutliche Muster, die
wichtige Ansatzpunkte für präventive Maßnah-
men liefern. Kopfverletzungen stehen in über
96 Prozent der Fälle in direktem Zusammen-
hang mit einem Kontakt. Auch Schulterverlet-
zungen zeigen eine ähnliche Tendenz.
Demgegenüber ist bei Oberschenkelverletzun-
gen ein anderes Bild erkennbar: 40 Prozent die-
ser Verletzungen entstehen ohne Fremdeinwir-
kung. Die Überrepräsentation von Non-Kontakt-
verletzungen lässt auf muskuläre Defizite, Er-
müdung oder technisch fehlerhafte Bewe-
gungsmuster schließen – hier sind neuromusku-
läre Stabilisation, Belastungssteuerung und
technische Schulung zentrale Präventionsstra-
tegien. Knie- und Sprunggelenksverletzungen
hingegen weisen eine vielschichtige Genese auf.
In beiden Fällen spielt der indirekte Kontakt
eine zentrale Rolle – etwa durch Rotationsbewe-
gungen oder Umknicken.
Trotz des sehr hohen Anteils an direkten und
indirekten Kontaktverletzungen steht fest, dass
weniger als jede fünfte Verletzung (18,6 Pro-
zent) durch ein gegnerisches Foulspiel
verursacht wurde. Dennoch muss auch hier
differenziert werden: So stehen 31,5 Prozent der
Kopfverletzungen und sogar 39,5 Prozent der
Halsverletzungen im Zusammenhang mit einem
gegnerischen Foulspiel – ein klarer Hinweis auf
die Verletzungsgefahr durch unsauberes Spiel-
verhalten trotz bestehender Regelwerke. Im
Gegensatz dazu entstehen Verletzungen am
Knie (91 Prozent) und am Sprunggelenk
(97,7 Prozent) fast ausschließlich ohne erkenn-
baren Regelverstoß.
Die umfassende Analyse von vier aufeinander-
folgenden Spielzeiten macht deutlich: Verlet-
zungen im Eishockey sind systematisch mit der
Spielposition, der Bewegungsart und der Spiel-
situation verknüpft. Die Differenzierung nach
Kontaktmechanismus und Foulbeteiligung er-
laubt es, gezielte Präventionsstrategien zu ent-
wickeln – sowohl technisch-taktisch als auch
regelbasiert. Kopfverletzungen sollten durch
härtere Sanktionen und bessere Schutzausrüs-
tung weiter reduziert werden.
Muskuläre und gelenknahe Verletzungen wie
am Oberschenkel oder Sprunggelenk bedürfen
hingegen trainingsbasierter Prävention – insbe-
sondere durch Athletik, Koordination und Be-
wegungsökonomie. Positionsspezifische Risiko-
muster sind der Schlüssel für individualisierte
Präventionskonzepte.
Fortsetzung
Verletzungsmechanismus nach verletzter Körperregion
Anteil (%) Kontakt-, indirekte Kontakt- und Non-Kontaktverletzungen
Verletzungsursache Foulspiel nach verletzter Körperregion
Anteil (%) der Verletzungen nach Körperregion und Schiedsrichterentscheidung
0,5
2,3
2,2
3,3
87
VBG-Sportreport 2025
Fußball8 Verletzungen im Fußball
Zahlen, Daten & Fakten zum Verletzungsgeschehen
in der FB1 und FB2, Saisons 2021/22 und 2022/23 Kumulative Saisoninzidenzen nach Liga
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
57,9 %
51,4 %
42,1 %
48,6 %
41,9 %
48,8 %
42,0 %
48,7 %
58,1 %
51,2 %
58,0 %
51,3 %
0,0
0,0 % FB1 FB2 gesamt FB
10,0
20,0 %
20,0
40,0 %
30,0
60,0 %
40,0
80,0 %
50,0
60,0
100,0 %
Trainings- und
Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und
Wettkampfverletzungen
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
Verletzungen nach Wettbewerb
Wettkampfinzidenzen (Verletzungen pro 1.000 Stunden Wettkampf) [± 95 % Konfidenzintervall]
46,2
42,7
FB2
2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23
46,2
42,1
gesamt FB
49,1
43,3
FB1
Prävalenzen nach Liga
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
40,1
Pokal
national
44,0
28,6
Pokal
international
23,3
75,7 %
2,27
79,1 %
2,02
77,8 %
2,16
88,2 %
2,28
81,7 %
2,16
85,9 %
2,25
0,0 % 0,00
FB1 FB1
FB2 FB2
gesamt FB gesamt FB
20,0 %
1,00
40,0 %
2,00
60,0 %
3,00
80,0 %
100,0 %
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
89
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Allgemeine Übersicht – Fußball
Mit jeweils über 1.000 eingesetzten Spielern in
den beiden betrachteten Saisons ist die Anzahl
der eingesetzten Fußballer im Vergleich zur
Vorsaison (806 Spieler) deutlich angestiegen.
Auch die Anzahl der registrierten Verletzungen
liegt in beiden Spielzeiten über den Vorjahres-
werten. In 2021/22 führt dies zu einem Anstieg
der Prävalenz- und kumulativen Inzidenzraten
im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch pendeln sich
beide Werte in der nachfolgenden Saison
2022/23 auf dem Ausgangsniveau ein.
Somit verletzen sich im Fußball knapp 80 Pro-
zent der eingesetzten Spieler mindestens ein-
mal pro Saison und erleiden durchschnittlich
etwa 2,2 Verletzungen pro Spielzeit. Die Ge-
samtbetrachtung der Prävalenzen und Inziden-
zen in beiden Spielklassen stellt nicht den Mit-
telwert beider Ligen dar, sondern berücksichtigt
in der Berechnung die tatsächliche Anzahl ein-
gesetzter Spieler und registrierter Verletzungen.
Somit kann es zu abweichenden Ergebnissen
kommen, wenn Spieler im Laufe einer Saison
durch einen Transfer in beiden Ligen zum Ein-
satz kamen.
Insgesamt konnten im Fußball Wettkampfinzi-
denzen von 42,1 beziehungsweise 46,2 Verlet-
zungen pro 1.000 Stunden Wettkampfexpositi-
on beobachtet werden, womit der Wert eine
ansteigende Tendenz aufweist. Im Vergleich der
einzelnen Wettbewerbe weisen die Spiele auf
nationaler Ebene weiterhin höhere Inzidenz-
raten auf, als internationale Begegnungen.
»Die Anzahl der Verletzun-
gen pro 1.000 Stunden Wett-
kampfexposition zeigen eine
steigende Tendenz.«
Prävalenzen nach Altersgruppe
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
68,6 %
100,0 %
77,4 %
84,7 %
79,3 %
76,7 %
77,4 %
80,7 %
93,8 %
100,0 %
0,0 % < 20 Jahre 20–24 Jahre 25–29 Jahre 30–34 Jahre > 34 Jahre
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
2021/22 2022/23
»Weiterhin erleidet jeder
Fußballer rund 2,2
Verletzungen pro Saison.«
90 91
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
1,69 74,8 %
2,76 76,7 %
2,03 54,1 %
2,27 55,9 %
2,36 43,8 %
2,07 52,4 %
2,36 49,0 %
2,18 57,8 %
2,13 70,6 %
2,11 47,4 %
0,0 %
0,0
0,0 %
0,00 < 20 Jahre
< 20 Jahre
20–24 Jahre
20–24 Jahre
25–29 Jahre
25–29 Jahre
30–34 Jahre
30–34 Jahre
> 34 Jahre
> 34 Jahre
20,0 %
1,0
1,5
0,5
20,0 %
0,50
40,0 %
2,0
2,5
40,0 %
1,00
60,0 % 60,0 %
1,50
80,0 %
3,0
3,5
80,0 %
2,00
100,0 % 100,0 %
2,50
3,00
2021/22 2022/23
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
2021/22 2022/23
77,5 %
100,0 %
Torhüter
79,9 %
91,0 %
Abwehr
76,3 %
87,2 %
Mittelfeld
75,0 %
73,7 %
Sturm
1,93
2,40
Torhüter
2,37
2,59
Abwehr
2,11
2,21
Mittelfeld
2,11
1,99
1,85
Sturm
25,2 %
23,3 %
45,9 %
56,2 %
44,1 %
47,6 %
51,0 %
42,2 %
29,4 %
52,6 %
Einfluss der Spielposition und des Alters
In dieser Ausgabe des VBG-Sportreport beobach-
ten wir eine Verschiebung bei den Verletzungs-
häufigkeiten im Positionsvergleich. Während
zuletzt Torhüter regelmäßig die Position mit
dem geringsten Verletzungsaufkommen dar-
stellten, verzeichnen nun Stürmer die niedrigs-
ten Prävalenz- und Inzidenzraten. Abwehrspie-
ler stellen hingegen weiterhin die Positions-
gruppe mit den meisten Verletzungen.
Auch die Betrachtung der Verletzungshäufigkei-
ten nach Altersgruppen zeigt nicht den aus der
Vergangenheit gewohnten Anstieg im Altersver-
lauf. In der Saison 2021/22 zeigt sich sogar eine
genau gegenläufige Tendenz, die sich in der
darauffolgenden Spielzeit jedoch wieder der
Verteilung aus den vorherigen Ausgaben an-
gleicht. Weiterhin zu beobachten ist ein ver-
gleichsweise hoher Anteil an Trainingsverlet-
zungen in der jüngsten und, während der
Saison 2022/23, auch in der ältesten Altersgrup-
pe. Dies könnte ein Indiz für geringere Einsatz-
zeiten dieser Spieler sein. Umso bedenklicher
ist jedoch die Erkenntnis, dass unter 20-jährige
Spieler in der Saison 2021/22 mit durchschnitt-
lich 2,8 die meisten Verletzungen erlitten.
»Obwohl der hohe Anteil an Trainingsverletzun-
gen ein Indiz für weniger Wettkampfeinsätze
sein könnte, erlitten die unter 20-Jährigen in der
Saison 2021/22 die meisten Verletzungen.«
Prävalenzen nach Spielpositionen
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Kumulative Saisoninzidenzen nach Spielpositionen
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen nach Altersgruppen
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
Kumulative Saisoninzidenzen nach Altersgruppe
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler[± 95 % Konfidenzintervall]
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 % 20,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
3,1 %3,1 %
12,8 %
8,5 %
12,8 %
8,5 %
8,2 %
6,7 %
10,5 %
8,8 %
15,2 %
4,8 %4,8 %
0,0 %0,0 %
15,9
9,2 %
9,8 %
8,9 %
6,3 %
4,8 %4,8 %
11,8 %
7,7 %
9,1 %
8,0 %
3,7 %3,7 %
5,1 %5,1 %
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 %
20,0 %
15,0 %
20,0 %
Training Wettkampf
Juli JuliAug. Aug.Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
5,4 %
10,8 %
8,7 %
15,9 %
6,5 %
0,0 %0,0 %
5,7 %
13,8 %
9,5 %
11,8 %
11,9 %
0,1 %0,1 %
12,6 %
10,3 %
9,8 %
7,9 %
3,6 %3,6 %
8,0 %
13,5 %
7,9 %
9,7 %
8,3 %
5,7 %
2,6 %2,6 %
Verteilung der Verletzungen auf die Monate im Saisonverlauf
Anteil (%) von Trainings- und Wettkampfverletzungen im Saisonverlauf
2021/222022/23
92 93
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
95
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Verteilung der Verletzungen nach Körperregionen
Anteil (%) Verletzungen nach betroffener Körperregion
Oberschenkel
Knie
Sprunggelenk
Unterschenkel
Fuß
Hüfte
Kopf
Schulter
Hand
Rücken
Brust
Hals
Bauch
Handgelenk
Ellenbogen
Unterarm
Oberarm
Oberschenkel
Sprunggelenk
Knie
Fuß
Unterschenkel
Hüfte
Kopf
Schulter
Hand
Rücken
Brust
Handgelenk
Hals
Bauch
Ellenbogen
Unterarm
Oberarm
0,0 %
0,0 %
5,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
15,0 %
15,0 %
20,0 %
20,0 %
25,0 %
25,0 %
21,5 %21,5 %
22,5 %22,5 %
15,3 %15,3 %
15,1 %15,1 %
14,3 %14,3 %
12,5 %12,5 %
9,9 %9,9 %
9,2 %9,2 %
9,2 %9,2 %
9,0 %9,0 %
7,7 %7,7 %
8,0 %8,0 %
6,9 %6,9 %
7,7 %7,7 %
4,1 %4,1 %
3,5 %3,5 %
3,5 %3,5 %
3,4 %3,4 %
1,6 %1,6 %
2,6 %2,6 %
1,6 %1,6 %
2,0 %2,0 %
1,4 %1,4 %
1,6 %1,6 %
0,9 %0,9 %
1,4 %1,4 %
0,8 %0,8 %
0,7 %0,7 %
0,7 %0,7 %
0,4 %0,4 %
0,4 %0,4 %
0,4 %0,4 %
0,1 %0,1 %
0,1 %0,1 %
2021/222022/23
»In der Saison 2022/23
ereigneten sich drei Viertel
aller Verletzungen in der
Hinrunde.«
96 97
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Ober-
schenkel
Knie Sprung-
gelenk
Unter-
schenkel
Fuß Hüfte Schulter Hand Rücken Brust Hals Bauch Hand-
gelenk
Ellen-
bogen
Unter-
arm
OberarmKopf
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
Verteilung im Saisonverlauf und
auf betroffene Körperregionen
In beiden Spielzeiten erweist sich der Vorbereitungsmo-
nat Juli als Monat mit den meisten Trainingsverletzungen.
Auffällig dabei ist, dass sich in der Saison 2022/23 sogar
mehr als ein Viertel aller Trainingsverletzungen in diesem
Zeitraum ereigneten. Im weiteren Verlauf zeigt sich zum
Saisonstart im August ein hoher Anteil an Wettkampfver-
letzungen. Somit erweist sich der Zeitraum um die Saison-
vorbereitung und dem Übergang in den Wettkampfbetrieb
als besonders fragil. Während sich in der Betrachtungssai-
son 2021/22 rund 55 Prozent aller Verletzungen in der
Hinrunde (Juli bis Dezember) ereigneten, sind es in der
Spielzeit 2022/23 sogar knapp 75 Prozent.
Bezüglich der betroffenen Körperregionen ist das Verlet-
zungsgeschehen im Fußball weiterhin von Verletzungen
der unteren Extremitäten geprägt. Jeweils mehr als die
Hälfte aller Verletzungen betreffen entweder den Ober-
schenkel, das Knie- oder das Sprunggelenk.
Neben dem hohen Anteil manifestiert sich die enorme
Bedeutung dieser drei Körperregionen jedoch auch in der
Verletzungsschwere. Jeweils mehr als zwei Drittel aller
Ausfalltage und aller Leistungen resultieren aus Verletzun-
gen dieser Top-3 Körperregionen.
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
40,0 %
45,0 %
1,4 %
2,5 %
7,5 %
10,0 %
1,1 %
0,8 %
0,4 %
0,3 %
0,7 %
0,4 %
0,1 %
0,1 %
0,9 %
1,1 %
1,5 %
2,0 %
0,1 %
0,2 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
20,1 %
13,0 %
31,6 %
42,7 %
14,4 %
10,9 %
9,0 %
7,2 %
4,5 %
5,4 %
6,7 %
3,4 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2021/22
»Die Phase der Vorbereitung und
des Übergangs zum Saisonstart
ist die verletzungsträchtigste des
gesamten Jahres.« 0,0 %
98 99
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Ober-
schenkel
Sprung-
gelenk
Knie Fuß Unter-
schenkel
Hüfte Schulter Hand Rücken Brust Hand-
gelenk
Hals Bauch Ellen-
bogen
Unter-
arm
OberarmKopf
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
»Bei Muskelverletzungen stellt die
Oberschenkelrückseite, insbeson-
dere der M. biceps femoris, sowohl
hinsichtlich der Verletzungshäu-
figkeit als auch der resultierenden
Ausfalltage das größte Problem im
Fußball dar.«
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
1,8 %
2,5 %
5,6 %
8,8 %
0,7 %
1,4 %
0,7 %
0,6 %
1,1 %
0,5 %
0,3 %
0,5 %
0,0 %
0,1 %
0,2 %
0,3 %
0,3 %
0,4 %
0,3 %
0,0 %
1,0 %
0,0 %
23,6 %
17,9 %
17,0 %
19,8 %
26,9 %
27,0 %
7,1 %
8,0 %
7,7 %
5,1 %
6,7 %
5,9 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2022/23
Insgesamt betrifft nur etwa jede vierte Verletzung nicht
die unteren Extremitäten. Unter diesen sollte Kopfverlet-
zungen mit einem Anteil von etwa 7 Prozent (siehe Sei-
te 95) am Gesamtverletzungsgeschehen nicht nur auf-
grund der Häufigkeit des Auftretens, sondern auch
aufgrund der potenziellen Verletzungsschwere weiterhin
die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Muskelverletzungen im Fokus
In der diesjährigen Ausgabe des VBG-Sportreport haben
wir erstmals die betroffene Muskulatur im Detail ausge-
wertet. Dabei zeigt sich, dass den Oberschenkelmuskeln
im Fußball sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch des
Burdens, also der verletzungsbedingten Ausfallzeit, die
größte Aufmerksamkeit zu widmen ist. Mit jeweils mehr
als einem Drittel der Fälle beziehungsweise Ausfalltage
stellt die rückseitige Oberschenkelmuskulatur die relevan-
teste Muskelgruppe dar. In der Detailauswertung zeigte
sich hierfür insbesondere der M. biceps femoris als ur-
sächlich. Anschließend folgen die Muskeln der Oberschen-
kelvorderseite, insbesondere der M. rectus femoris und
die Adduktoren, insbesondere der M. adductor longus,
die Unterschenkel- und Hüftmuskulatur.
0,0 %
100 101
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 1815 16 17
0
10
29,1
21,6
8,78,7
10,810,8 12,012,0
14,514,5 15,715,7 15,915,9 17,017,0 18,218,2 19,919,9 20,420,4
23,123,1 23,523,5 25,125,1
26,726,7
30,930,9
37,337,3
35,335,3
33,233,2
22,6
29,1
40
20
30
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Ausfallzeiten und Kosten
Im Fußball addierte sich die verletzungsbeding-
te Ausfallzeit beider betrachteter Spielzeiten auf
68.588 Ausfalltage. Daraus ergibt sich eine
durchschnittliche verletzungsbedingte Ausfall-
zeit von etwa fünf Wochen pro eingesetztem
Spieler.
Um eine möglichst objektive Vergleichbarkeit
zwischen den Ligen und insbesondere zwischen
den jeweils 18 Teams innerhalb derselben Liga
gewährleisten zu können, haben wir analog zu
den vorherigen Sportreport-Ausgaben den rela-
tiven Injury Burden (rIB) als Berechnungsgrund-
lage herangezogen. Hierzu wird die Summe
aller Ausfalltage durch die Anzahl der Pflicht-
spiele der einzelnen Teams dividiert. Um bei
dieser Berechnung das Biasrisiko durch unter-
schiedliches Meldeverhalten zu minimieren,
werden für die Berechnung des rIB nur melde-
pflichtige Verletzungen ( 4 AU-Tage) berück-
sichtigt. Das Ergebnis: Jedem Pflichtspiel einer
Mannschaft stehen in der FB1 durchschnittlich
29,1 beziehungsweise 21,6 AU-Tage und in der
FB2 durchschnittlich 25,5 beziehungsweise
22,0 AU-Tage gegenüber.
Bei der vergleichenden Betrachtung der einzel-
nen Teams innerhalb einer Liga weist der relati-
ve Injury Burden enorme Spannweiten auf:
So hat die in diesem Ranking schlechteste
Mannschaft bis zu 15-mal mehr AU-Tage pro
Pflichtspiel als das beste Team.
Diese enormen Unterschiede innerhalb einer
Liga und somit innerhalb vergleichbarer Rah-
menbedingungen zeigen, dass eine Reduktion
des Verletzungsgeschehens offensichtlich auch
unter den strapazierenden Rahmenbedingun-
gen des Profi-Fußballs möglich ist. Offensicht-
lich scheinen einzelne Teams hinsichtlich ihrer
Präventionskonzepte gegenüber anderen
Teams derselben Liga erheblich besser aufge-
stellt zu sein.
Würden alle Mannschaften denselben relativen
Injury Burden des jeweils besten Teams ihrer
Liga aufweisen, ließen sich die AU-Tage in der
FB1 in den betrachteten Spielzeiten um 85 Pro-
zent beziehungsweise 60 Prozent und in der
FB2 um 67 Prozent beziehungsweise 66 Prozent
reduzieren. Angenommen, diese Reduktion
ließe sich gleichermaßen auf die resultierenden
Kosten übertragen, würde dies in beiden Ligen
eine Kostenersparnis zwischen 2,2 und 3,4 Milli-
onen Euro bedeuten. Selbst in einer weniger
optimistischen Rechnung, bei der nicht alle
Teams den rIB des jeweiligen Klassenprimus
erreichen, sondern nur eine Stauchung der Liga-
Range auf den Bereich zwischen dem Bestwert
und dem derzeitigen Liga-Median gelänge, wür-
de dies in beiden Ligen ein Einsparpotenzial von
etwa 32 Prozent beziehungsweise 1,1 bis 1,4
Millionen Euro bedeuten.
»Durch die Reduktion von
Verletzungen ließen sich die
VBG-Leistungen im Fußball
um bis zu 1,9 Millionen Euro
pro Saison senken.«
Relativer Injury Burden der FB1-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1814 15 16 17
0
15
30
4,44,4
8,28,2 11,111,1 12,012,0 14,414,4 15,615,6
25,125,1 25,625,6
33,233,2 34,634,6 34,634,6 34,634,6 35,835,8
39,439,4 40,140,1 42,242,2
47,247,2
64,964,9
45
60
75
102 103
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
1
1
2
2
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
12
12
13
13 181714 15 16
0
0
10
10
25,5
20
22,0
8,48,4 10,210,2
7,47,47,47,4
11,111,1
10,210,2
11,811,8
11,111,1
13,613,6
13,313,3
12,812,8
17,317,3
13,613,6
24,324,3
14,014,0
28,428,4
15,115,1
29,129,1
23,023,0
30,930,9
23,823,8
31,131,1
25,725,7
33,333,3
29,829,8
33,933,9
30,130,1
38,238,2
34,734,7
31,731,7
34,134,1 34,134,1
22,8
25,5
30
30
40
50
40
20
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Relativer Injury Burden der FB2-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
Anzahl Burden
Muskelverletzungen nach betroffenen Muskelgruppen
Anteil (%) Verletzungen und Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtbetrachtung der Saisons
Glutealmuskulatur/
Hüfte
Adduktoren
Oberschenkel
ventral
Oberschenkel
ischiocrural
Unterschenkel
0,0 % 10,0 % 20,0 % 30,0 % 40,0 %
11,2 %11,2 %
7,0 %7,0 %
18,2 %18,2 %
17,1 %17,1 %
19,5 %19,5 %
21,0 %21,0 %
33,7 %33,7 %
37,1 %37,1 %
17,5 % 17,5 %
17,8 %17,8 %
1814 15 16 17
42,742,7
36,236,2
41,041,0 42,142,1
105
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Fußball4
Um die zugrundeliegenden Mechanismen der
Verletzungsentstehung besser zu verstehen, wur-
de für den aktuellen Sportreport eine strukturier-
te videobasierte Analyse über vier Spielzeiten
hinweg durchgeführt. Insgesamt konnten dabei
457 valide Verletzungsszenen ausgewertet wer-
den. Dieses breite Untersuchungsfenster ermög-
licht es, wiederkehrende Muster im Spielverlauf
sowie im Verhalten von Spielern und Gegenspie-
lern zu erkennen und bietet damit eine belastba-
re Grundlage für präventive Empfehlungen.
Erwartungsgemäß ereignen sich die meisten
Verletzungen im offensiven (19,6 Prozent) und
defensiven (24,7 Prozent) zentralen Mittelfeld.
Der Grund dafür ist, dass in diesen Bereichen
die meisten Ballaktionen sowie Zweikämpfe
stattfinden. Es muss jedoch ergänzend ange-
merkt werden, dass sich bei der Einteilung der
einzelnen Spielfelder zugunsten einer hohen
Bewertungsqualität an den vorhandenen Spiel-
feldmarkierungen orientiert wurde und infolge-
dessen unterschiedlich große Bereiche entstan-
den sind. Somit ist in den beiden Spielfeld-
bereichen, die die größten Flächen abdecken,
statistisch auch das höchste Verletzungsauf-
kommen zu erwarten.
Hinsichtlich des Verletzungszeitpunktes im
Spielverlauf lassen sich zwischen der ersten
Halbzeit (50,2 Prozent) und der zweiten Halb-
zeit (49,8 Prozent) keine Unterschiede erken-
nen. Ebenso zeigen sich weder in der Gesamt-
betrachtung noch für einzelne Körperregionen
eindeutigen Zusammenhänge zwischen Verlet-
zungsgeschehen und Zeitpunkt des Spiels.
Die meisten Verletzungen ereignen sich mit
41,1 Prozent im freien Spiel oder gegen den Ball
(35,8 Prozent). Der verletzte Spieler ist in
40,6 Prozent der Fälle selbst im Ballbesitz. Die
häufigsten Grundbewegungsformen des Ver-
letzten zum Zeitpunkt der Verletzung sind, ne-
ben dem Laufen (21,9 Prozent) und Sprinten
(12,6 Prozent), Ausfallschritte (17,7 Prozent)
sowie die Flugphase (11,5 Prozent) und
Landung (9,5 Prozent) bei Sprüngen. Bei den
sportartspezifischen Aktionen zum Verletzungs-
zeitpunkt belegen der Lauf zum Ball oder Ge-
genspieler (18,6 Prozent), Kopfbälle (16,6 Pro-
zent), Dribblings (11,7 Prozent) und Klärungs-
aktionen (10,0 Prozent) die vorderen Ränge.
Für bestimmte Körperregionen lassen sich wie-
derkehrende Zusammenhänge zur Spielphase
und Spielaktion erkennen. So entstehen Kopf-
verletzungen am häufigsten im freien Spiel ge-
gen den Ball oder bei defensiven Eckbällen
während der Flugphase bei Kopfbällen. Ober-
schenkelverletzungen korrelieren mit Sprints
und Antritten des verletzten Spielers, insbeson-
dere in Kontersituationen im eigenen Ballbesitz.
Knieverletzungen hingegen ereignen sich am
häufigsten im Spiel gegen den Ball bei Grät-
schen, Tacklings oder Klärungsaktionen des
verletzten Spielers selbst. Sprunggelenksverlet-
zungen treten typischerweise bei Landungen
sowie bei Ballannahmen oder Pässen des Ver-
letzten auf.
Zudem fallen signifikante Zusammenhänge
zwischen den Spielpositionen und den Spielsi-
tuationen zum Verletzungszeitpunkt auf, wel-
che die unterschiedlichen Anforderungsprofile
der einzelnen Mannschaftsteile widerspiegeln.
So verletzen sich Torhüter oftmals während der
Flugphase oder Landung bei Paraden und beim
Abfangen von Hereingaben. Abwehrspieler ver-
letzen sich häufiger während Kopfballaktionen
als die anderen Positionsgruppen. Bei Mittel-
feldspielern führen Ausfallschritte im Zusam-
menhang mit Klärungsaktionen häufiger zu
Verletzungen und Stürmer verletzen sich vor-
wiegend während des eigenen Dribblings.
4 Videoanalyse von Wettkampfverletzungen 2019–2023 (n = 457)
»Oberschenkelverletzungen
ereignen sich typischerweise
im Sprint, Knieverletzungen
beim eigenen Tackling.«
»Typische Verletzungsmuster
spiegeln das positionsspezifische
Anforderungsprofil wider.«
106 107
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Ort der Verletzung auf dem Spielfeld
Anteil (%) der Verletzungen
freies Spiel
mit Ball
verletzter
Spieler
sonstiges EinwurfAbstKonter Pressing
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
30,0 %
25,0 %
35,0 %
40,0 %
45,0 %
freies Spiel
gegen Ball
eigene
Mannschaft
Freistoß gegnerische
Mannschaft
Eckball unklar/
Kampf um Ball
41,1 %
35,8 %
5,1 %5,1 %
3,3 %3,3 %
4,2 %4,2 %
5,3 %5,3 %
2,9 %2,9 %
0,9 %0,9 %
1,4 %1,4 %
Spielphase zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen Abwehr 47,7 %
Angriff 49,0 %
sonstige
3,3 %
1.–15.
Minute
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
31.–45.
Minute
16.–30.
Minute
61.–75.
Minute
46.–60.
Minute
75.–90.
Minute
16,6 %
15,7 %
17,9 %
15,0 %
15,7 %
19,1 %
Spielzeitpunkt der Verletzung
Anteil (%) der Verletzungen
Ballbesitz zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
0,0–5,0
5,1–10,0
10,1–15,0
15,1–20,0
> 20,0
6,2 %
1,8 %2,0 %
8,4 %2,0 % 1,1 %
AngriffAbwehr
5,1 % 5,7 %
19,6 %24,7 %
9,5 % 9,5 % 0,9 %
3,7 %
1. Halbzeit
50,2 %
2. Halbzeit
49,8 %
40,6 %
10,3 %
6,4 %6,4 %
42,6 %
0,0 %
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
50,0 %
»Die ätiologische Beschreibung
von Verletzungshergängen belegt,
dass Präventionsmaßnahmen
differenziert, beispielsweise
positionsspezifisch, ausgewählt
und gestaltet werden müssen.«
109
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Lauf
Flugphase
Abstoppen
Richtungs-
wechsel
sonstiges
Antritt
Stand
0,0 %
2,0 %
4,0 %
6,0 %
8,0 %
12,0 %
10,0 %
14,0 %
18,0 %
20,0 %
16,0 %
Ausfallschritt
Sprint
Bewegungsform und -richtung zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Rutschen
Landung
Spielaktion des verletzten Spielers zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
18,6 %
16,6 %
11,7 %
10,0 %
6,6 %
6,2 %
6,0 %
5,8 %
5,8 %
2,2 %2,2 %
3,3 %3,3 %
7,2 %
Abwehr 47,7 %
Angriff 49,0 %
sonstige
3,3 %
Lauf zum Ball/
Gegner
Kopfball
Dribbling
Klären/
Wegspitzeln
Pass
Grätsche
Tackling
Ballannahme
Schuss
Block vom Pass/
Schuss
Abschirmen Ball/
Gegner
sonstiges
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
21,5 %
17,7 %
11,5 %
12,6 %
9,5 %
9,3 %
4,6 %
4,2 %
3,1 %3,1 %
3,1 %3,1 %
2,5 %2,5 %
110 111
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Fußball
Bei der Verteilung der Verletzungen auf die drei
unterschiedlichen Kontaktmechanismen bilden
die direkten Kontaktverletzungen mit 52,4 Pro-
zent den größten Anteil. 26,0 Prozent wurden
als indirekte und 21,6 Prozent als Non-Kontakt-
verletzungen klassifiziert. Hierbei sei jedoch
darauf hingewiesen, dass von einem Identifika-
tionsbias ausgegangen wird, da sich Kontakt-
verletzungen im Videomaterial leichter identifi-
zieren lassen. Somit ist eine Verzerrung
zugunsten der Kontaktverletzungen und zu
Ungunsten der Non-Kontaktverletzungen zu
erwarten.
Bei der Betrachtung einzelner Körperregionen
sind erwartungsgemäß direkte Kontaktsituatio-
nen bei Kopfverletzungen überrepräsentiert.
Gleiches gilt für Sprunggelenksverletzungen,
die oftmals das Resultat eines gegnerischen
Tritts sind. Bei Oberschenkelverletzungen sind
hingegen Non-Kontaktsituationen überreprä-
sentiert. Schulterverletzungen ereignen sich
signifikant am häufigsten in indirekten Kontakt-
situationen – üblicherweise bei Stürzen nach
einem Stoß des Gegenspielers.
In Rund einem Fünftel der Verletzungen ist
ein gegnerisches Foulspiel mitursächlich
für die Verletzung. Bei Unterschenkel-
verletzungen zeigt sich die-
ser Anteil mit 44 Prozent
signifikant überreprä-
sentiert.
Knieverletzungen ereignen sich zu mehr als
15 Prozent der Fälle in Spielsituationen die
mit einem Foulspiel des Verletzten selbst
einhergehen.
Aus dieser detaillierten ätiologischen Beschrei-
bung der Spielsituation zum Verletzungszeit-
punkt unter Berücksichtigung der Spielphase,
der Bewegungs- und Spielaktion sowie des
Gegnerverhaltens und der unterschiedlichen
Kontaktmechanismen lassen sich wiederkeh-
renden Muster beschreiben, die für die Verlet-
zungsprävention von besonderer Bedeutung
sind. Es gilt die Spieler durch Trainingsformen
oder andere Maßnahmen so auf diese Situatio-
nen vorzubereiten, dass sie in der Lage sind,
diese verletzungsfrei zu überstehen. Zudem
zeigt die Heteroge-
nität der verschie-
denen Verletzungs-
hergänge, dass
präventive Gegen-
maßnahmen diffe-
renziert ausgewählt
werden müssen.
95,7*
68,3
4,3
22,0
0,0 %
0,0 %
Kopf
Kopf
Ober-
schenkel
Ober-
schenkel
Schulter
Schulter
Kniegelenk
Kniegelenk
Unter-
schenkel
Unter-
schenkel
Sprung-
gelenk
Sprung-
gelenk
Hüfte
Hüfte
alle
Verletzungen
alle
Verletzungen
20,0 %
20,0 %
40,0 %
40,0 %
60,0 %
60,0 %
80,0 %
80,0 %
100,0 %
100,0 %
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt
kein Foul eigenes Foul gegnerisches Foul
37,0
51,9
3,7
37,0
62,2*
9,0*
6,7
88,8*
31,1
31,6
52,6
77,8
15,8
59,3*
11,1*
9,7
13,8
20,3
52,5
64,6
33,8
15,2
57,7
48,0
30,8
44,0*
68,3*
60,8*
11,0
25,3
52,4
69,2
21,6
22,0
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Fußball
Fortsetzung
Verletzungsmechanismus nach verletzter Körperregion
Anteil (%) Kontakt-, indirekte Kontakt- und Non-Kontaktverletzungen
Verletzungsursache Foulspiel nach verletzter Körperregion
Anteil (%) der Verletzungen nach Körperregion und Schiedsrichterentscheidung
11,5
8,0
20,7
13,9
26,0
8,8
16,7
»78 Prozent der Ver-
letzungen sind nicht
durch ein gegneri-
sches Foulspiel ver-
ursacht. 22 Prozent
ereignen sich ohne
äußere Krafteinwir-
kung.«
* statistisch signifikant P < 0,05
* statistisch signifikant P < 0,05
2,2
5,6
»Die Wettkampfinzidenz
in internationalen Pokal-
wettbewerben verdoppelt
sich.«
113
VBG-Sportreport 2025
Handball9 Verletzungen im Handball
Zahlen, Daten & Fakten zum Verletzungsgeschehen
in der HB1 & HB2, Saisons 2021/22 und 2022/23 Prävalenzen nach Liga
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
66,8
50,1
45,7
95,2
59,6
60,5
37,4
46,9
90,6
48,8
58,2 %
57,0 %
41,8 %
43,0 %
26,5 %
35,7 %
34,1 %
39,6 %
73,5 %
64,3 %
65,9 %
60,4 %
0,0
0,0 % HB1
HB1
HB2
HB2
gesamt HB
Pokal nat. Pokal internat. gesamt HB
20,0
20,0 %
40,0
40,0 %
60,0
60,0 %
80,0
80,0 %
100,0
120,0
140,0
100,0 %
Kumulative Saisoninzidenzen nach Liga
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Trainings- und Wettkampfverletzungen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen
2021/22 2022/23
Training Wettkampf
Verletzungen nach Wettbewerb
Wettkampfinzidenzen (Verletzungen pro 1.000 Stunden Wettkampf) [± 95 % Konfidenzintervall]
2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23
74,8 %
2,07
63,3 %
1,61
70,0 %
1,86
65,4 %
1,69
61,0 %
1,66
63,6 %
1,69
0,0 % 0,00
HB1 HB1HB2 HB2gesamt HB gesamt HB
20,0 %
1,00
40,0 %
2,00
60,0 %
3,00
80,0 %
100,0 %
2021/22 2022/23 2021/22 2022/23
114 115
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
»Prävalenzraten und kumulative
Saisoninzidenzen gehen deutlich
zurück.«
54,8 %
46,3 %
75,2 %
72,4 %
63,5 %
77,9 %
55,8 %
68,2 %
0,0 %
0,00
Torhüter
Torhüter
Rückraum
Rückraum
Außen
Außen
Kreis
Kreis
20,0 %
0,50
40,0 %
1,00
60,0 %
1,50
2,50
3,00
80,0 %
100,0 %
2,00
2021/22 2022/23
2021/22 2022/23
1,5
1,4
2,3
1,8
Prävalenzen nach Spielpositionen
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
Kumulative Saisoninzidenzen nach Spielpositionen
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
1,3
1,0
2,1
2,1
Allgemeine Übersicht – Handball
Mit 888 eingesetzten Spielern in der Saison
2021/22 und 849 eingesetzten Spielern in der
Saison 2022/23 bewegt sich die Zahl der aktiven
Handballprofis auf stabilem Niveau. Die Anzahl
der registrierten Verletzungen lag sowohl
2021/22 (n = 1.499) als auch 2022/23 (n = 1.579)
deutlich unter dem Wert der Spielzeit 2020/21
(n = 1.927). Dies spiegelt sich auch in der Verlet-
zungsprävalenz wider. In der Saison 2021/22
ging die Prävalenzrate sowohl in der HB1
(65,4 Prozent) als auch in der HB2 (61,0 Prozent)
auf den bisher niedrigsten Wert seit Einführung
des VBG-Sportreport im Jahr 2016 zurück. Eine
leicht höhere Prävalenz in der HB2 (63,3 Pro-
zent) und ein deutlicher Anstieg der Prävalenz
um 9,4 Prozentpunkte in der HB1 führten in der
Saison 2022/23 dazu, dass die Gesamtprävalenz
wieder auf 70,0 Prozent anstieg.
Ein deutlicher Rückgang zeigt sich bei der Be-
trachtung der kumulativen Saisoninzidenzen:
Erlitt jeder Handballer 2020/21 im MIttel noch
2,25 Verletzungen pro Saison, so waren es
2021/22 nur noch 1,69 Verletzungen. In der
Spielzeit 2022/23 erhöhte sich die Inzidenz
leicht auf 1,86 Verletzungen pro Saison, was auf
einen Anstieg der Inzidenz auf 2,07 Verletzun-
gen in der HB1 zurückzuführen ist. In der HB2
war die Saisoninzidenz 2022/23 mit 1,61 Verlet-
zungen im Vergleich zur Vorsaison nahezu un-
verändert. Die Gesamtbetrachtung der Präva-
lenzen und Inzidenzen über beide Spielklassen
stellt nicht den Mittelwert beider Ligen dar, son-
dern berücksichtigt in der Berechnung die tat-
sächliche Anzahl eingesetzter Spieler und regis-
trierter Verletzungen. Somit kann es zu
abweichenden Ergebnissen kommen, wenn
Spieler im Laufe einer Saison durch einen
Transfer in beiden Ligen zum Einsatz kamen.
Insgesamt konnten in der Saison 2021/22 im
Handball Wettkampfinzidenzen von 48,8 Verlet-
zungen pro 1.000 Stunden Wettkampfexpositi-
on beobachtet werden, was den niedrigsten
Wert seit Beginn der Analysen in der Spielzeit
2014/15 darstellt. In der Folgesaison 2022/23
erhöhte sich dieser Wert auf 59,6 Verletzungen,
blieb aber immer noch unter dem von 2020/21.
Auffällig ist die Verdopplung der Wettkampfinzi-
denz in den internationalen Pokalwettbewer-
ben. Lag diese in der Saison 2020/21 noch bei
46,3 Verletzungen pro 1.000 Stunden Wett-
kampfexposition, waren es in der Saison
2021/22 bereits 90,6 Verletzungen und in der
Saison 2022/23 sogar 95,2 Verletzungen.
Auch für die Saisons 2021/22 (65,9 Prozent) und
2022/23 (60,4 Prozent) gilt: anteilig ereignen sich
mehr Verletzungen im Training als im Wettkampf.
In der Saison 2021/22 war der Anteil der Trai-
ningsverletzungen in der HB2 besonders hoch.
So ereigneten sich fast drei Viertel (73,5 Prozent)
der Verletzungen in der HB2 im Training.
Zusammenfassend lässt sich feststellen:
Verletzungen im Profihandball gehen zurück
und erreichen Werte der aufgrund der Covid-
19-Pandemie abgebrochenen Saison 2019/20.
116 117
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
Einfluss der Spielposition und des Alters
Bei der differenzierten Analyse des Verletzungs-
geschehens nach Spielposition fällt sowohl die
Prävalenz- als auch die kumulative Inzidenzrate
für Torhüter erneut am niedrigsten aus. Im Ge-
gensatz zu den Vorsaisons unterscheidet sich
die kumulative Saisoninzidenz in der Spielzeit
2022/23 für Torhüter (1,3) nicht mehr von den
Außenspielern (1,5). Beide Positionen verletz-
ten sich signifikant weniger als Rückraum- und
Kreisspieler. Gerade bei Letztgenannten zeigt
sich dennoch ein positiver Trend: Hatten Kreis-
läufer 2020/21 noch mit im Schnitt drei Verlet-
zungen pro Saison das größte Verletzungsrisiko,
zeigte sich ein deutlicher Rückgang auf 1,8 Ver-
letzungen in der Saison 2021/22 und 2,3 Verlet-
zungen in der Saison 2022/23. Bezogen auf das
Verletzungsrisiko zeigt sich im Vergleich zu den
Rückraumspielern kein signifikanter Unter-
schied mehr.
Bei der Differenzierung nach Altersgruppen
wird erneut deutlich, dass der Anteil verletzter
Handballer bei den U20-Spielern auffallend
niedriger ist, als bei allen anderen Altersgrup-
pen. Dies gilt mit Ausnahme der Spielzeit
2021/22, in der sich das Verletzungsrisiko der
Ü34-Spieler statistisch nicht von dem der jüngs-
ten Altersgruppe unterschied. In der Saison
2022/23 zeigt sich aber wieder das gewohnte
Bild, wobei das Verletzungsrisiko bei allen an-
deren Altersgruppen vergleichbar war und nur
die U20-Spieler positiv abfielen. Auffällig ist
außerdem, dass die Anzahl der eingesetzten
Spieler in den beiden höchsten Altersgruppen
zurückgeht. Nur noch rund 15 Prozent der ein-
gesetzten Spieler sind 30 Jahre oder älter. Dass
jüngere Spieler mehr Einsatzzeiten erhalten,
schlägt sich auch im Verhältnis der Trainings-
und Wettkampfverletzungen nieder: Bei den
U20-Spielern dominiert zwar weiterhin der An-
teil der Trainingsverletzungen. Allerdings ist ein
leichter Rückgang der U20-Trainingsverletzun-
gen von etwa 83 Prozent in 2021/22 auf 76 Pro-
zent in 2022/23 zu verzeichnen. Hier bleibt ab-
zuwarten, inwiefern sich dieser Trend fortsetzt.
40,5 %
36,4 %
71,3 %
65,2 %
79,5 %
72,5 %
78,1 %
75,4 %
60,7 %
51,1 %
0,0 % < 20 Jahre 20–24 Jahre 25–29 Jahre 30–34 Jahre > 34 Jahre
20,0 %
40,0 %
60,0 %
100,0 %
80,0 %
2021/22 2022/23
Prävalenzen nach Altersgruppe
Anteil (%) verletzter Spieler [± 95 % Konfidenzintervall]
0,96
0,89
0,0 < 20 Jahre
1,0
2,0
3,0
2021/22 2022/23
1,89
1,68
20–24 Jahre
2,15
2,07
25–29 Jahre
2,05
2,00
30–34 Jahre
1,93
1,23
> 34 Jahre
Kumulative Saisoninzidenzen nach Altersgruppe
Anzahl Verletzungen (n) pro Spieler[± 95 % Konfidenzintervall]
76,3 %
83,3 %
66,4 %
73,4 %
52,8 %
67,0 %
59,4 %
59,3 %
42,6 %
50,0 %
0,0 % < 20 Jahre 20–24 Jahre 25–29 Jahre 30–34 Jahre > 34 Jahre
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 %
Training Wettkampf
23,7 %
16,7 %
33,6 %
47,2 %
26,6 %
33,0 %
40,6 %
40,7 %
57,4 %
50,0 %
2021/22 2021/22 2021/22 2021/22 2021/222022/23 2022/23 2022/23 2022/23 2022/23
Trainings- und Wettkampfverletzungen nach Altersgruppen
Anteil (%) Trainings- und Wettkampfverletzungen
118 119
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
Verteilung der Verletzungen auf die Monate im Saisonverlauf
Anteil (%) von Trainings- und Wettkampfverletzungen im Saisonverlauf
2021/222022/23
»Torhüter und Außenspieler
erleiden die wenigsten, Kreis-
läufer und Rückraumspieler
die meisten Verletzungen.«
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 % 20,0 %
Training Wettkampf
Juli Juli
Aug. Aug.
Sept. Sept.Okt. Okt.Nov. Nov.Dez. Dez.Jan. Jan.Feb. Feb.März MärzApril AprilMai MaiJuni Juni
0,0 %0,0 %
0,2 %0,2 %
0,2 %0,2 %
11,9 %
18,8 %
10,2 %
12,9 %
9,8 %
10,0 %
9,8 %
11,4 %
4,9 %4,9 %
4,8 %4,8 %
15,8 %
9,1 %
8,9 %
8,8 %
7,8 %
7,4 %
9,6 %
7,3 %
8,0 %
10,5 %
2,0 %2,0 %
0,0 % 0,0 %
5,0 % 5,0 %
10,0 % 10,0 %
15,0 % 15,0 %
20,0 % 20,0 %
0,0 %0,0 %
0,2 %0,2 %
13,9 %
9,1 %
15,7 %
11,2 %
0,0 %0,0 %
12,8 %
10,9 %
6,5 %
15,2 %
4,6 %4,6 %
7,3 %
16,1 %
2,0 %2,0 %
7,8 %
8,2 %
8,7 %
5,1 %5,1 %
12,0 %
8,3 %
9,4 %
7,6 %
7,6 %
»Jede sechste Handball-
verletzung betrifft das
Sprunggelenk.«
121
VBG-Sportreport 2025
Handball
Verteilung der Verletzungen nach Körperregionen
Anteil (%) Verletzungen nach betroffener Körperregion
Sprunggelenk
Knie
Hand
Oberschenkel
Schulter
Kopf
Hüfte
Unterschenkel
Fuß
Rücken
Handgelenk
Ellenbogen
Brust
Hals
Bauch
Oberarm
Unterarm
Sprunggelenk
Knie
Hand
Oberschenkel
Kopf
Schulter
Hüfte
Unterschenkel
Fuß
Rücken
Handgelenk
Ellenbogen
Brust
Hals
Bauch
Unterarm
Oberarm
sontiges
0,0 %
0,0 %
5,0 %
5,0 %
10,0 %
10,0 %
15,0 % 20,0 %
15,0 % 20,0 %
16,7 %16,7 %
15,3 %15,3 %
14,7 %14,7 %
13,9 %13,9 %
11,2 %11,2 %
10,7 %10,7 %
9,3 %9,3 %
10,0 %10,0 %
7,9 %7,9 %
7,6 %7,6 %
6,7 %6,7 %
7,5 %7,5 %
6,5 %6,5 %
5,9 %5,9 %
6,3 %6,3 %
5,9 %5,9 %
5,1 %5,1 %
5,9 %5,9 %
4,3 %4,3 %
4,6 %4,6 %
3,0 %3,0 %
3,0 %3,0 %
2,9 %2,9 %
2,8 %2,8 %
1,7 %1,7 %
2,0 %2,0 %
1,6 %1,6 %
1,8 %1,8 %
0,9 %0,9 %
1,4 %1,4 %
0,6 %0,6 %
0,9 %0,9 %
0,6 %0,6 %
0,8 %0,8 %
0,1 %0,1 %
2021/222022/23
0,0 %
122 123
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
Sprung-
gelenk
Knie Hand Ober-
schenkel
Schulter Kopf Unter-
schenkel
Fuß Rücken Hand-
gelenk
Ellen-
bogen
Brust Hals Bauch Oberarm Unter-
arm
Hüfte
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
Verteilung im Saisonverlauf und
auf betroffene Körperregionen
In den bisherigen Ausgaben des VBG-Sportreport wurde
bereits auf die Trainingsverletzungen während der Saison-
vorbereitungsmonate hingewiesen. Dies gilt auch für den
Vorbereitungsmonat August. Rund 16 Prozent der Trai-
ningsverletzungen in den betrachteten Spielzeiten ereig-
neten sich im August. Nimmt man den Juli hinzu, so ereig-
nete sich in der Saison 2022/23 rund jede vierte Trainings-
verletzung bereits vor dem ersten Pflichtspiel. Der Januar
folgte in der Saison 2022/23 als Monat mit den zweitmeis-
ten Trainingsverletzungen (12,0 Prozent), während
2021/22 überraschenderweise der Mai (10,5 Prozent)
an zweiter Stelle lag.
Die meisten Wettkampfverletzungen der Saison 2021/22
ereigneten sich mit circa 19 Prozent im Oktober. In der
Saison 2022/23 stellten der November mit rund 16 Prozent
sowie der Mai mit rund 15 Prozent die verletzungsreichs-
ten Wettkampfmonate dar.
Mit Blick auf die betroffenen Körperregionen bleibt eines
ganz klar: Sprunggelenksverletzungen nehmen, wie in
den zuvor betrachteten Spielzeiten, den Spitzenplatz ein.
Es folgen, ebenfalls wie in den beiden Vorsaisons, Kniever-
letzungen auf Platz 2. Hand-, Oberschenkel-, Schulter- und
Kopfverletzungen folgen auf den weiteren Plätzen. In bei-
den betrachteten Saisons sind diese Top-6 der betroffe-
nen Körperregionen für zwei Drittel aller Verletzungen
verantwortlich.
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
4,8 %
8,1 %
8,7 %
7,7 %
7,7 %
5,4 %
2,7 %
1,9 %
0,6 %
0,7 %
0,7 %
1,2 %
0,9 %
0,6 %
0,0 %
0,2 %
0,6 %
0,4 %
0,2 %
0,3 %
0,1 %
0,4 %
17,0 %
22,4 %
31,0 %
28,9 %
5,8 %
4,8 %
4,3 %
3,5 %
13,4 %
12,0 %
1,5 %
1,5 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2021/22
»Schulter-, Knie- und Sprung-
gelenksverletzungen verursachen
rund zwei Drittel aller
VBG-Leistungen.«
124 125
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
% Arbeitsunfähigkeit % Leistungen
»Rund 50 Prozent der Muskel-
verletzungen betreffen die
ischiocrurale Muskulatur und
die Unterschenkelmuskulatur.« 0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
40,0 %
17,0 %
1,9 %
2,3 %
2,0 %
4,4 %
3,7 %
0,9 %
1,3 %
1,6 %
2,4 %
2,4 %
3,2 %
0,8 %
1,0 %
0,1 %
02 %
0,3 %
0,4 %
0,9 %
0,1 %
1,6 %
0,2 %
10,0 %
13,0 %
33,4 %
38,4 %
7,3 %
7,5 %
6,4 %
7,4 %
1,7 %
1,5 %
10,2 %
14,1 %
Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
Anteil (%) Arbeitsunfähigkeit und Leistungen
nach betroffener Körperregion | 2022/23
Sprung-
gelenk
Knie Hand Ober-
schenkel
Kopf Schulter Unter-
schenkel
Fuß Rücken Hand-
gelenk
Ellen-
bogen
Brust Hals Bauch Unter-
arm
OberarmHüfte
Betrachtet man nicht nur die reine Häufigkeit, sondern
auch die Verletzungsschwere, rücken Kniegelenksverlet-
zungen noch stärker in den Fokus. Rund ein Drittel aller
Ausfalltage lassen sich allein auf Kniegelenksverletzungen
zurückführen. In der Saison 2022/23 verursachten diese
fast 40 Prozent der Entschädigungsleistungen. Auffällig ist,
dass Sprunggelenksverletzungen hinsichtlich des prozen-
tualen Anteils an der Arbeitsunfähigkeit und an den Ent-
schädigungsleistungen gegenüber den Schulterverletzun-
gen aufgeschlossen oder diese in der Saison 2021/22
sogar übertroffen haben.
Insgesamt gehen rund zwei Drittel aller Leistungen auf
diese Top-3 Verletzungs-Hot-Spots zurück. Trotz identi-
scher Verletzungshäufigkeit hat sich die Ausfallzeit bei
Hüftgelenksverletzungen vervierfacht.
Die Anzahl an Oberschenkelverletzungen hat sich 2022/23,
nach leichtem Rückgang in der Saison 2021/22, wieder auf
dem Niveau von 2020/21 eingependelt. Auffällig ist, dass
sich auch hier die Ausfallzeit erhöht hat.
Betrachtet man ausschließlich die Muskelverletzungen am
Oberschenkel, dominiert sowohl vom Anteil (26,4 Prozent)
als auch von der Verletzungsschwere (31,7 Prozent) her
die hintere Oberschenkelmuskulatur. Verletzungen der
vorderen Oberschenkelmuskulatur (20,1 Prozent) und der
Adduktoren (19,0 Prozent) folgen fast gleichauf. Allerdings
sind Verletzungen der Adduktoren für eine längere Ausfall-
zeit verantwortlich. Zweithäufigste Körperregion unter
den Muskelverletzungen und dritthäufigste Körperregion
bei der Ausfallzeit ist der Unterschenkel (25,3 Prozent).
126 127
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
1
1
2
2
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
12
12
13
13 14
1814 15 16 17
1815 16 17
0
0
10
10
17,7
15,7
1,01,0
4,44,4
4,74,7
4,64,6
6,96,9
7,77,7
8,28,2
8,08,0
8,48,4
8,48,4
8,68,6
10,010,0
9,49,4
11,011,0
12,012,0
11,611,6 13,013,0
12,212,2
17,217,2
15,715,7
17,817,8
16,216,2
19,219,2
20,320,3
21,921,9 23,323,3
19,719,7
28,128,1
38,238,2 38,838,8
21,521,5 22,522,5
45,645,6
34,534,5
25,825,8
25,025,0
20,0
17,7
30
30
40
40
50
20
20
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Ausfallzeiten und Kosten
Im Handball summierte sich die verletzungsbe-
dingte Ausfallzeit in der Saison 2021/22 auf
27.500 Ausfalltage und 2022/23 auf 25.074 Aus-
falltage. Daraus ergibt sich eine durchschnittli-
che verletzungsbedingte Ausfallzeit von 31 Ta-
gen pro eingesetztem Spieler in der Saison
2021/22, respektive 30 Tagen in 2022/23. In bei-
den betrachteten Spielzeiten ist auffällig, dass
in der HB2 bis zu 25 Prozent (2021/22) bezie-
hungsweise 16 Prozent (2022/23) mehr Ausfall-
tage zu verzeichnen sind.
Um eine möglichst objektive Vergleichbarkeit
zwischen den Ligen und insbesondere zwischen
den 18 Teams in der HB1, respektive 20 Teams
in der HB2, innerhalb derselben Liga gewähr-
leisten zu können, haben wir uns entschieden,
den relativen Injury Burden (rIB) zu berechnen.
Hierzu wird die Summe aller Ausfalltage durch
die Anzahl der Pflichtspiele der einzelnen
Teams dividiert. Um bei dieser Berechnung das
Biasrisiko durch unterschiedliches Meldeverhal-
ten zu minimieren, werden für die Berechnung
des rIB nur meldepflichtige Verletzungen
( 4 AU-Tage) berücksichtigt.
In der Saison 2021/22 war der durchschnittliche
rIB in beiden Handballligen identisch und be-
trug sowohl in der HB1 als auch in der HB2 17,7
Ausfalltage pro Spiel. Die Spannweite innerhalb
der HB1 reichte dabei von 1,0 bis 45,6 und in
der HB2 von 0,5 bis 40,6 Ausfalltagen pro
Pflichtspiel. 2022/23 lag der durchschnittliche
rIB in der HB1 bei 15,7 Ausfalltagen pro Spiel
und in der HB2 bei 17,8 Ausfalltagen pro Pflicht-
spiel. Die Spannweite innerhalb der HB1 reichte
dabei von 4,4 bis 34,5 und in der HB2 von 5,7 bis
37,7 Ausfalltagen pro Pflichtspiel. Lässt man die
Spielzeit 2021/22 aufgrund der positiven Ausrei-
ßer bei der Betrachtung außen vor, produziert
die schlechteste Mannschaft der Saison 2022/23
in der HB1 dennoch rund siebenmal mehr be-
ziehungsweise in der HB2 achtmal mehr Ausfall-
tage pro Pflichtspiel, als das beste Team der
jeweiligen Liga. Auffällig ist zudem, dass es in
der HB1 zwei Teams gelang, in beiden Saisons
unter die Top-3 zu gelangen. In der HB2 schaffte
es ein Team sogar, in beiden Spielzeiten das
Ranking anzuführen.
Diese enormen Unterschiede innerhalb einer
Liga und somit innerhalb vergleichbarer Rah-
menbedingungen zeigen, dass eine Reduktion
des Verletzungsgeschehens offensichtlich auch
unter den strapazierenden Rahmenbedingun-
gen des Profi-Handballs möglich ist. Das wie-
derkehrende positive Abschneiden einzelner
Teams deutet darauf hin, dass sie hinsichtlich
ihrer Präventionskonzepte gegenüber anderen
Teams derselben Liga besser aufgestellt zu sein
scheinen.
Würden alle Mannschaften denselben relativen
Injury Burden des jeweils besten Teams ihrer
Liga aufweisen, ließen sich die AU-Tage in der
HB1 in den betrachteten Spielzeiten um 71 bis
94 Prozent und in der HB2 um 68 bis 97 Prozent
reduzieren. Angenommen, diese Reduktion
ließe sich gleichermaßen auf die resultierenden
Kosten übertragen, würde dies in beiden Ligen
eine Kostenersparnis zwischen 1,9 und 2,2 Milli-
onen Euro bedeuten.
Selbst in einer weniger optimistischen Rech-
nung, bei der nicht alle Teams den rIB des je-
weiligen Klassenprimus erreichen, sondern nur
eine Stauchung der Liga-Range auf den Bereich
zwischen dem Bestwert und dem derzeitigen
Liga-Median gelänge, würde dies in beiden
Ligen ein Einsparpotenzial von bis zu 57 Prozent
beziehungsweise zwischen 1,0 und 1,3 Millio-
nen Euro bedeuten.
»Positive Wiederholungstäter
beim relativen Injury Burden
machen es vor – Prävention ist
möglich.«
Relativer Injury Burden der HB1-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/22
2022/23
128 129
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
1
1
2
2
3
3
4
4
5
5
6
6
7
7
8
8
9
9
10
10
11
11
12
12
13
13 1914 15 16 17 18
0
0
10
10
17,7
20
0,50,5
5,75,7
7,97,9 8,68,6
6,06,0
12,212,2 12,412,4
7,97,9
12,712,7
10,110,1
12,812,8
14,714,7
11,711,7
11,111,1
13,013,0
15,715,7
13,713,7
16,416,4 16,516,5
14,714,7
17,417,4
18,518,5 20,020,0
15,815,8
18,418,4
20,620,6 20,620,6
20,620,6
18,918,9
25,525,5
20,720,7
26,126,1
20,820,8
26,926,9
34,434,4 34,434,4
37,737,7
22,3
17,8
17,7
30
30
40
50
40
20
rIB MW rIB 20/21 MW rIB
rIB MW rIB 21/22 MW rIB
Relativer Injury Burden der HB2-Clubs
Arbeitsunfähigkeit pro Pflichtspiel (in Tagen) der einzelnen Teams
2021/222022/23
Anzahl Burden
Muskelverletzungen nach betroffenen Muskelgruppen
Anteil (%) Verletzungen und Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtbetrachtung der Saisons 2021/22 und 2022/23
Glutealmuskulatur/
Hüfte
Adduktoren
Oberschenkel
ventral
Oberschenkel
ischiocrural
Unterschenkel
0,0 % 5,0 & 10,0 % 15,0 % 20,0 % 25,0 % 30,0 % 35,0 %
9,2 %9,2 %
9,0 %9,0 %
19,0 %19,0 %
22,3 %22,3 %
20,1 %20,1 %
16,6 %16,6 %
26,4 %26,4 %
31,7 %31,7 %
25,3% 25,3%
20,4 %20,4 %
2014 15 16 17 18 19
40,640,6
30,230,2
»Vergleichbare Verletzungs-
anzahl, aber mehr Ausfall-
tage in der HB2.«
131
VBG-Sportreport 2025
Handball
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Handball5
Um die zugrunde liegenden Mechanismen der
Verletzungsentstehung besser zu verstehen, wur-
de für den aktuellen Sportreport eine strukturier-
te videobasierte Analyse über vier Spielzeiten
hinweg durchgeführt. Insgesamt konnten dabei
357 valide Verletzungsszenen ausgewertet wer-
den. Dieses breite Untersuchungsfenster ermög-
licht es, wiederkehrende Muster im Spielverlauf
sowie im Verhalten von Spielern und Gegenspie-
lern zu erkennen und bietet damit eine belastba-
re Grundlage für präventive Empfehlungen.
Betrachtet man die Orte auf der Spielfläche, an
denen sich Verletzungen ereignen, so können
knapp zwei Drittel (62,1 Prozent) aller Verletzun-
gen in der Angriffshälfte lokalisiert werden.
Rund die Hälfte (46,6 Prozent) aller Verletzungen
ist, offensiv und defensiv zusammengefasst, in
den zentralen Nahwurfbereichen und Torräu-
men zu beobachten. Auf den Rückraumpositio-
nen hebt sich der zentrale Rückraum als Verlet-
zungszone ab.
Hinsichtlich des Verletzungszeitpunktes im Spiel-
verlauf lässt sich erkennen, dass sich signifikant
mehr Verletzungen in der zweiten Halbzeit ereig-
nen. Die meisten Verletzungen ereignen sich in
den letzten zehn Minuten jeder Halbzeit – insbe-
sondere in diesen Spielphasen ist ein signifikan-
ter Anstieg zu beobachten. Allerdings können
keine besonderen Verletzungsmuster zu den un-
terschiedlichen Spielzeitpunkten festgestellt
werden.
Die meisten Verletzungen ereignen sich im Positi-
onsangriff (47,5 Prozent). Der verletzte Spieler ist
in 51,3 Prozent der Fälle selbst im Ballbesitz, ge-
folgt vom direkten Gegenspieler (31,3 Prozent).
Die häufigsten Grundbewegungsformen des Ver-
letzten zum Zeitpunkt der Verletzung sind neben
Landungen (31,6 Prozent), Richtungswechsel
(25,4 Prozent) sowie das Laufen und die Flug-
phase während eines Sprungs (je 7,9 Prozent).
Hinsichtlich der sportartspezifischen Aktionen
zum Verletzungszeitpunkt belegen der Wurf (31,3
Prozent), Zweikämpfe beziehungsweise 1-gegen-
1-Situationen (26,2 Prozent) sowie das Blocken
(11,8 Prozent) die vordersten Ränge.
Bei der Verteilung aller Verletzungen auf die drei
unterschiedlichen Kontaktmechanismen bilden
die direkten Kontaktverletzungen mit 46,0 Pro-
zent den größten Anteil. Jeweils etwas mehr als
ein Viertel der Verletzungen wurden als indirekte
(27,7 Prozent) oder als Non-Kontaktverletzung
(26,3 Prozent) klassifiziert. Hierbei sei jedoch
darauf hingewiesen, dass von einem Identifikati-
onsbias ausgegangen wird, da sich Kontaktverlet-
zungen im Videomaterial leichter identifizieren
lassen. Somit ist eine Verzerrung zugunsten der
Kontaktverletzungen und zu Ungunsten der Non-
Kontaktverletzungen zu erwarten.
Schulterverletzungen treten ausschließlich in
direkten und indirekten Kontaktsituationen auf.
Auffällig ist dabei der hohe Anteil indirekter Kon-
takte (40 Prozent) – im Vergleich zu anderen Kör-
perregionen sind sie bei Schulterverletzungen
überrepräsentiert. Gleiches gilt für die Beteili-
gung eines gegnerischen Foulspiels (60 Prozent).
Kopfverletzungen weisen den höchsten Anteil an
direkten Kontaktverletzungen auf (72,2 Prozent).
Rund die Hälfte aller Kopfverletzungen geht mit
einem Foulspiel einher, jede fünfte Kopfverlet-
zung mit einem Foulspiel des Verletzten. Der
höchste Anteil an Non-Kontaktverletzungen zeigt
sich bei Oberschenkel- (46,9 Prozent) und Kniege-
lenksverletzungen (40,7 Prozent).
5 Videoanalyse von Wettkampfverletzungen 2019–2023 (n = 357 )
»Würfe und Zweikämpfe beziehungsweise
1-gegen-1-Situationen prägen die hand-
ballspezifischen Verletzungssituationen.«
»Die letzten 10 Minuten jeder
Halbzeit haben es in sich, die
Verletzungsgefahr steigt.«
Positionsangriff sonstiges
0,0 %
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
50,0 %
Positionsabwehr Tempospiel Rückzug
47,5 %
31,2 %
11,8 %
9,0 %
0,6 %
132 133
VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
Ort der Verletzung auf dem Spielfeld
Anteil (%) der Verletzungen
verletzter
Spieler
eigene
Mannschaft
gegnerische
Mannschaft
direkter
Gegenspieler
unklar/
Kampf um Ball
51,3 %
5,9 %5,9 %
3,9 %3,9 %
7,6 %
31,3 %
Spielphase zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen Abwehr 40,2 %
Angriff 59,3 %
sonstiges
0,5 %
0,0 %
10,0 %
20,0 %
30,0 %
40,0 %
60,0 %
50,0 %
Spielzeitpunkt der Verletzung
Anteil (%) der Verletzungen
Ballbesitz zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
AngriffAbwehr
2,0 % 9,3 %1,4 %
6,2 % 6,5 %
5,3 % 10,1 %
9,3 % 12,0 %1,4 %
0,3 % 3,1 %
1,1 % 3,4 %
0,6 %
0,6 %
0,8 %
1,4 %
13,5 %13,5 %11,8%11,8%
0,0–5,0
5,1–10,0
10,1–15,0
15,1–20,0
> 20,0
1.–10.
Minute
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
30,0 %
25,0 %
21.–30.
Minute
11.–20.
Minute
41.–50.
Minute
31.–40.
Minute
51.–60.
Minute
Verlängerung
13,4 %
16,2 %
12,0 %
16,0 %
14,6 %
27,2 %
0,6 %
1. Halbzeit
42,0 %
2. Halbzeit
57,4 % 0,6 %
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VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
»Landungen und Richtungs-
wechsel sind die häufigsten
Bewegungsformen zum
Verletzungszeitpunkt.«
Landung
Wurf
Flug-
phase
sonstiges
Sprint
Sperre
sonstigesAbstoppen
Körper-
täuschung
Stand
Parade
Antritt
Ballannahme/
Fangen
Richtungs-
wechsel
Zweikampf/
1:1
Lauf
Block
Absprung
Pass
Bewegungsform und -richtung zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
Spielaktion des verletzten Spielers zum Verletzungszeitpunkt
Anteil (%) der Verletzungen
seitwärts 29,7 %
rückwärts 5,1 % vorwärts 50,4 %
keine horizontale
14,7 %
0,0 %
10,0 %
15,5 %
5,0 %
20,0 %
25,0 %
30,0 %
35,0 %
31,6 %
25,4 %
7,9 %
7,9 %
7,1 %
6,5 %
5,1 %
3,7 %3,7 %
3,4 %3,4 %
1,4 %1,4 %
0,0 %
5,0 %
10,0 %
15,0 %
20,0 %
30,0 %
25,0 %
35,0 %
31,3 %
9,6 %
26,2 %
11,8 %
6,2 %
6,2 %
3,7 %3,7 %
4,8 %4,8 %
0,3 %0,3 %
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VBG-Sportreport 2025
VBG-Sportreport 2025
Handball
* statistisch signifikant P < 0,05
* statistisch signifikant P < 0,05
Kontakt indirekter Kontakt Non-Kontakt
kein Foul eigenes Foul gegnerisches Foul
Ursachen, Mechanismen und
Verletzungssituationen im Handball
Kniegelenksverletzungen ereignen sich häufig
bei Körpertäuschungen und sind durch ein Ver-
drehen des Kniegelenks gekennzeichnet. Bei
indirekten Kontaktverletzungen führt häufig ein
Schlag oder Stoß des Gegenspielers, insbeson-
dere an den Rumpf während der Landung, zu
einer instabilen Landung und begünstigt letzt-
lich das Verdrehen des Knies. Werden Kopfver-
letzungen als Non-Kontaktverletzungen einge-
ordnet, handelt es sich ausschließlich um
Stürze ohne Beteiligung von Mit- und Gegen-
spielern. Treten Oberschenkelverletzungen in
Kontaktsituationen auf, sind sie oftmals mit
einem gegnerischen Foulspiel assoziiert.
Bei Kniegelenks- und Sprunggelenksverletzun-
gen hingegen ist der Anteil eines Foulspiels an
der Verletzungssituation am geringsten ausge-
prägt. Sprunggelenksverletzungen ohne gegne-
rischen Kontakt treten vermehrt bei Körpertäu-
schungen auf. Kontaktverletzungen am
Sprunggelenk ereignen sich überwie-
gend durch Fuß-gegen-Fuß-Kontakt
mit dem Mit- oder Gegenspieler,
insbesondere beim Abstoppen, Laufen oder
während des Absprungs beziehungsweise bei
Landungen.
Aus dieser detaillierten ätiologischen Beschrei-
bung der Spielsituation zum Verletzungszeit-
punkt unter Berücksichtigung der Spielphase,
der Bewegungs- und Spielaktion sowie des Geg-
nerverhaltens und der unterschiedlichen Kon-
taktmechanismen lassen sich wiederkehrende
Muster beschreiben, die für die Verletzungsprä-
vention von besonderer Bedeutung sind. Es gilt,
die Spieler durch Trainingsformen oder andere
Maßnahmen so auf diese Situationen vorzube-
reiten, dass sie in der Lage sind, diese verlet-
zungsfrei zu überstehen. Zudem zeigt die Hete-
rogenität der verschiedenen Verletzungsher-
gänge, dass präventive Gegenmaßnahmen dif-
ferenziert ausgewählt werden müssen.
Fortsetzung
Verletzungsmechanismus nach verletzter Körperregion
Anteil (%) Kontakt-, indirekte Kontakt- und Non-Kontaktverletzungen
Verletzungsursache Foulspiel nach verletzter Körperregion
Anteil (%) der Verletzungen nach Körperregion und Schiedsrichterentscheidung
72,2*
0,0 % Kopf Ober-
schenkel
Schulter Kniegelenk Sprung-
gelenk
Hand alle
Verletzungen
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 % 46,9*
25,0
28,1
72,0
16,0
60,0
19,4
40,7*
33,3 52,7
27,3
46,0
26,3
27,7
20,0
48,6
31,4
0,0 % Kopf Ober-
schenkel
Schulter Kniegelenk Sprung-
gelenk
Hand alle
Verletzungen
20,0 %
40,0 %
60,0 %
80,0 %
100,0 % 25,0
62,5
12,5
23,1
53,8
23,1
40,0
60,0*
20,0
15,8
77,6 77,4
18,9
65,3
23,3
11,4
40,0*
25,9
»Höchster Anteil
an Non-Kontakt-
verletzungen am
Oberschenkel und
Kniegelenk.«
8,3 12,0
6,6 3,8
Herausgeber
Massaquoipassage 1
22305 Hamburg
Postanschri: 22281 Hamburg
www.vbg.de
Artikelnummer 24-05-6726-1
Realisation:
Jedermann-Verlag GmbH
www.jedermann.de
Redaktion:
Kamil Pulkowski
Fotos
Basketball – Basketball Bundesliga,
2. Basketball Bundesliga ProA
S. 4/5, 34/35, 36/37, 39, 40/41, 42, 44/45, 46/47, 49,
51, 52, 53, 54/55
Eishockey – Deutsche Eishockey Liga 2
Thomas Heide: S. 6/7, 65,
JMD Photographie: S. 18, 62
Achim Keller: S. 21
Christoph Jürgens: S. 60, 77
Kim Enderle: S. 66/67, 68, 138/139
Chuc Fotograe: S. 70/71
Julia Peter: S. 72/73
Mario Wiedel: S. 78/79, 82
Benjamin Lahr: S. 84
Fußball – Deutsche Fußball Liga
S. 8, 86/87, 88, 92/93, 94, 96/97, 98/99, 103, 104,
108, 110
Frauenfußball – IMAGO IMAGES
Titel, S. 22, 25, 26, 28, 33/34
Handball – Handball-Bundesliga
S. 2, 16, 112/113, 114/115, 116, 118, 119, 120,
122/123, 124/125, 129, 130, 134, 136
Version 1.0
Stand September 2025
Besonderer Dank gilt den Autorinnen und Autoren
dieses VBG-Sportreport: Dr. Christian Klein,
Hendrik Bloch, Jasmin Brüll, Katja Burkhardt,
Christoph Hainc Scheller, Natalie Kühn, Dr. Micha
Pietzonka, Dorian Seewald und Marco Woller.
Bitte zitieren Sie den VBG-Sportreport 2025 wie folgt:
Klein, C., Bloch, H., Brüll, J., Burkhardt, K., Hainc
Scheller, C., Kühn, N., Pietzonka, M., Seewald, D. &
Woller, M. (2025). VBG-Sportreport 2025 – Analyse
des Verletzungsgeschehens in den zwei höchsten
Ligen der Männer: Basketball, Eishockey, Fußball,
Handball. Hamburg, VBG
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