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Wirtschaftliches Umfeld 2023
Nach einem von Unsicherheiten und Herausforderungen
geprägten Jahr 2022, verlief das Jahr 2023 gesamtwirtschaftlich
als auch an den Finanzmärkten deutlich positiver. Die welt-
weite Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie, dem
fortwährenden Ukraine Krieg und den signifikant gestiegenen
Lebenshaltungskosten verlief weltweit uneinheitlich. Insgesamt
verzeichnete die globale Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr
eine gewisse Stabilisierung und die Inflation war nach weite-
ren merkbaren Zinserhöhungen und Höchstständen im Jahr
2022 rückläufig. Die geldpolitische Straung, die zur Verrin-
gerung der weiterhin hohen Inflation notwendig ist, sowie die
gedämpfte Haltung der Fiskalpolitik führten auch 2023 zu einer
Verlangsamung der weltweiten Erholung. In diesem schwieri-
gen Umfeld liegen die Schätzungen des Internationalen Wäh-
rungsfonds (IWF) hinsichtlich Weltwirtschaftswachstum 2023
erneut unter dem Vorjahr und prognostizieren ein Wachstum
von 3,1 % (Vorjahr: 3,5 %).
Das Wirtschaftswachstum in Europa und Nordamerika, den
Kernregionen von wienerberger, zeigte 2023 unterschied-
liche Entwicklungen. Die USA verzeichneten eine stärkere
Dynamik als erwartet, während das Wachstum in der Eurozone
schwächer ausfiel. Bereits 2022 kam es aufgrund der früher
eingeleiteten Zinserhöhung in den USA zu einer erheblichen
Abschwächung des BIP-Wachstums. Für das Jahr 2023 geht
der IWF daher von keinem weiteren Rückgang der US-ame-
rikanischen Wirtschaft aus und rechnet mit einem Anstieg von
2,5 % (Vorjahr: 1,9 %). Im Gegensatz dazu wuchs die Eurozone
in 2022 aufgrund der später eingeleiteten geldpolitischen Straf-
fung um 3,4 % und verzeichnete 2023 lediglich ein moderates
Wachstum von 0,5 %. Deutschland, eine der größten Volkswirt-
schaften der Eurozone, rutschte 2023 in eine Rezession und
verzeichnete ein Negativwachstum von -0,3 % (Vorjahr: 1,8 %)
und lag damit unter dem Niveau des Euroraumes. Frankreich
lag mit 0,8 % (Vorjahr: 2,5 %) Wirtschaftswachstum knapp über
der Eurozone. Die Wirtschaft Großbritanniens legte im Jahr
2023 um 0,5 % zu, nach 4,3 % im Vorjahr. Die Volkswirtschaften
Osteuropas, die ebenso zu den Kernmärkten von wienerberger
zählen, wiesen 2023 laut Euroconstruct ein Wachstum von
0,2 % auf (Vorjahr: 4,2 %).
Geldpolitik
In Anbetracht signifikant gestiegener Inflationsraten erfolgte im
Jahr 2022 eine Abkehr von der über Jahre hinweg vollzogenen
lockeren Geldpolitik der Zentralbanken. Die im Jahr 2023 fort-
geführte geldpolitische Straung führte zu einer
Eindämmung der Inflation. Laut IWF hat sich die globale Infla-
tion von 8,7 % im Jahr 2022 auf 6,8 % im Jahr 2023 verringert.
Gestützt wurde diese Entwicklung von einem Rückgang der
Energiepreise und – wenn auch in geringerem Ausmaß – der
Lebensmittelpreise. Die US-Notenbank (FED) leitete die zins-
politische Wende im März 2022 ein und erhöhte den Leitzins
seither elf Mal auf 5,25 % bis 5,50 %, wobei die letzte Zinserhö-
hung im Juli 2023 stattfand. Die Zinswende – die in den USA frü-
her als in Europa einsetzte – führte dort zu einer Abnahme des
Preisdrucks im Jahr 2023 und resultierte in einer Inflationsrate,
die unter dem globalen Niveau lag. Aufgrund der rückläufigen
Inflation pausierte die FED seit Juli 2023 die Zinserhöhungen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hob den Leitzins im Juli
2022 erstmals seit 2016 kontinuierlich an, sodass dieser zum
Jahresende 2023 bei 4,50 % lag. Der Einlagenzins – im Jahr
2021 noch im negativen Bereich – stand per Ende 2023 bei
4,00 %. Auch die EZB führte aufgrund rückläufiger Inflations-
zahlen seit September 2023 keine weiteren Zinserhöhungen
durch. Die Bank of England (BoE) setzte seit 2022 ebenfalls
mehrere Zinsschritte, sodass der Leitzins seit der letzten
Anhebung im August 2023 zum Jahresende bei 5,25 % lag. Ent-
schlossen auf die steigenden Verbraucherpreise reagierten wei-
terhin auch die ost- und südosteuropäischen Zentralbanken,
die den Leitzins per Ende Dezember 2023 von 5,75 % (Polen)
über 7,00 % (Rumänien) bis hin zu 10,75 % (Ungarn) anhoben.
Aktienmärkte
2023 war ein bewegtes, letztendlich aber erfolgreiches Jahr für
die globalen Aktienmärkte. Nach einem überaus positiven Start
kam es bereits im März aufgrund der Banken-Vertrauenskrise
mit den Ereignissen rund um die Silicon Valley Bank und Credit
Suisse kurzfristig zu erheblichen Kursverlusten, die sich jedoch
rasch erholten. Rückläufige Inflationszahlen und erste Anzei-
chen für ein Ende der Zinserhöhungen seitens der Zentralban-
ken hielten die Märkte in Bewegung und wirkten sich durchaus
positiv auf das weltweite Börsenklima aus.
Dabei schnitt der amerikanische Aktienmarkt deutlich besser
ab als der europäische. Spätestens im letzten Quartal zogen
die Kurse in allen Märkten kräftig an und die Marktteilnehmer
konnten sich zum Großteil über ein äußerst positives Marktsen-
timent freuen. In diesem Umfeld schlossen wesentliche Leitin-
dizes das abgelaufene Börsenjahr mit spürbaren Kursgewinnen
ab. Der Dow Jones 30 Industrial Average lag per Ende Dezem-
ber 2023 mit einem Plus von 13,7 % über dem Jahresultimo,
während der S&P 500 mit +24,2 % einen noch deutlicheren
Kursgewinn verzeichnete. Befeuert durch Honungen auf eine
Kehrtwende in der Zinspolitik befand sich der Nasdaq 100 in
einem Aufwärtstrend und legte im Jahr 2023 um 53,8 % zu. Der
europäische Leitindex EURO STOXX 50 erlebte ein durchwach-
Wirtschaftliches Umfeld
und Kapitalmärkte