Barrierefreie Umsetzung eines Gleichstellungsdatendashboards in Sachsen PDF Free Download

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Barrierefreie Umsetzung eines Gleichstellungsdatendashboards in Sachsen PDF Free Download

Barrierefreie Umsetzung eines Gleichstellungsdatendashboards in Sachsen PDF free Download. Think more deeply and widely.

www.kc-sachsen.de
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
-


EqualityView
2

Projektübersicht 3
Technische Anforderungen an ein barrierefreies
Dashboard 5
Prinzipien und Kriterien der WCAG 5
Layout- und Navigationsprinzipien 7
Anforderungen an Datenintegration und -pflege 8
Toolanalyse und technische Machbarkeit 9
Vergleich der Visualisierungstools 9
Erkenntnisse zur Barrierefreiheit aus den
Nutzendentests 12
Zusammenfassung und Empfehlungen 13
Designkonzept für EqualityView 13
Umsetzungsempfehlungen und Toolauswahl 14
Fazit: Mehrwert für die Gleichstellungsarbeit
in Sachsen 15
3

Die Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS) ist eine landesweite
Einrichtung, die Akteur*innen im Hochschulbereich aktiv bei der Gleichstellung
der Geschlechter und der Inklusion von Menschen mit Behinderung oder
chronischer Erkrankung unterstützt. Ihre Aufgabe ist es, Chancengleichheit als
Querschnittsaufgabe in allen Tätigkeitsfeldern von Hochschulen voranzutreiben,
Wissen bereitzustellen, Akteure zu vernetzen, Veränderungsprozesse anzustoßen
und Hochschulen beratend zu begleiten.
Seit 2011 veröffentlicht die KCS das Factbook Gleichstellung, das statistische
Daten zur Gleichstellung an Hochschulen darstellt. Ursprünglich als Print-/
PDF-Broschüre konzipiert, wird es seit 2017/18 digital auf der KCS-Website
bereitgestellt. Trotz fortlaufender Erweiterungen und erhöhter Detailtiefe
stößt das bisherige Format des Factbooks an seine Grenzen, insbesondere
bei der umfassenden, übersichtlichen und barrierefreien Darstellung großer
Datenmengen. Diese sind jedoch erforderlich, um den Status quo sowie
Zeitverläufe detailliert abzubilden und die Gleichstellungsarbeit zielgerichtet zu
unterstützen.
Vor dem Hintergrund dieses Bedarfs wurde die Machbarkeitsstudie
mit der zentralen Fragestellung konzipiert, wie ein barrierefreies und
nutzer*innenfreundliches Datendashboard zur Visualisierung von
Gleichstellungsdaten an sächsischen Hochschulen technisch realisiert werden
kann. Das Ziel der Studie war die Untersuchung der technischen Umsetzbarkeit
eines solchen Dashboards mit besonderem Fokus auf den Anforderungen
an Schnittstellen, Layout und Barrierefreiheit sowie die Ableitung konkreter
Handlungsempfehlungen für die Umsetzung. Dies soll sicherstellen, dass
alle Nutzer*innen das Dashboard effektiv und unabhängig von spezifischen
Anforderungen nutzen können.
Die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung und technischen Umsetzung des
Datendashboards EqualityView wurde von der a11y design GmbH im Zeitraum
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von Dezember 2024 bis Juni 2025 durchgeführt. Das Projekt wurde im
Rahmen der Richtlinie zur Förderung der Chancengleichheit des Sächsischen
Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung
gefördert und von der KCS verantwortet.
Die Ergebnisse dieser Machbarkeitsstudie sowie das Datenkonzept und die
Entwicklung eines Gendermonitoringkonzepts für sächsische Hochschulen
bilden die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Datendashboards
„EqualityView. Ein Datendashboard für Chancengleichheit“. Durch die
Bereitstellung eines barrierefreien und leicht zugänglichen Dashboards können
Hochschulen ihre Gleichstellungsstrategien auf einer fundierten Datenbasis
weiterentwickeln, die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen kontinuierlich überprüfen
und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik,
Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft fördern. EqualityView leistet somit
einen nachhaltigen Beitrag zur Steigerung von Transparenz und Sichtbarkeit im
Bereich der Chancengleichheit in Sachsen.
5
-
-

Ein barrierefreies Dashboard wie das geplante EqualityView muss
Informationen in Form von interaktiven Visualisierungen so aufbereiten,
dass eine gleichwertige Nutzung unabhängig von den verwendeten Ein- und
Ausgabegeräten oder assistiven Technologien möglich ist. Dies erfordert
die Anwendung internationaler Standards wie der Web Content Accessibility
Guidelines 2.1/2.2 sowie nationaler gesetzlicher Vorgaben wie der Barrierefreie-
Informationstechnik-Verordnung (BITV).

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind eine mehrstufige
Anleitung zur barrierefreien Gestaltung von Webinhalten. Sie basieren auf vier
Prinzipien, die sicherstellen sollen, dass digitale Inhalte für alle Menschen
wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sind. Zusätzlich gibt es
drei WCAG-Konformitätsstufen (A, AA und AAA), die angeben, inwieweit die
Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt sind. Stufe A stellt das Mindestmaß
an Barrierefreiheit dar und beinhaltet grundlegende Anforderungen. Stufe
AA gilt als Standardstufe und behebt viele der häufigsten Barrieren. Die
Stufe AAA ist die höchste Stufe und soll die bestmögliche Zugänglichkeit für
Webanwendungen ermöglichen.
Für die Gestaltung interaktiver Elemente sowie von Diagrammen und Grafiken
eines Datendashboards sind bestimmte Kriterien der WCAG besonders relevant.
Für das Prinzip Wahrnehmung ist Folgendes zu beachten: Kriterium 1.1.1
(Nicht-Text-Inhalt, Stufe A) verlangt, dass aussagekräftige, textbasierte
Alternativbeschreibungen für Grafiken und Diagramme bereitgestellt werden.
Bei komplexen Darstellungen schreibt Kriterium 1.3.1 (Informationen und
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Beziehungen, Stufe A) vor, dass die enthaltenen Daten zusätzlich in Form von
Tabellen oder Fließtext angeboten werden sollten, um den Zugang zu erleichtern.
Kriterium 1.4.1 (Verwendung von Farbe, Stufe A) stellt sicher, dass Informationen
nicht ausschließlich über Farben vermittelt werden. Stattdessen sollten
ergänzende Mittel wie Muster, Symbole oder Beschriftungen eingesetzt werden.
Die Kriterien 1.4.3 (Kontrast, Stufe A) und 1.4.11 (Nicht-Text-Kontrast, Stufe AA)
definieren Mindestkontraste: Für Text in Grafiken ist ein Kontrastverhältnis von
mindestens 4,5:1 erforderlich, für nicht-textuelle Bedienelemente mindestens 3:1.
Die Kriterien 1.4.4 und 1.4.10 (beide Stufe AA) fordern, dass Inhalte ohne
Qualitätsverlust vergrößerbar sein müssen – möglichst ohne horizontales
Scrollen. Dies lässt sich durch den Einsatz von Vektorgrafiken oder skalierbaren
Layouts erreichen.
Laut den Punkten 2.1.1 und 2.1.2 (Stufe A) müssen Diagramme für das
Prinzip Bedienbarkeit vollständig mit der Tastatur bedienbar sein, ohne dass
Nutzer*innen in sogenannten Tastaturfallen stecken bleiben. Zeichenkurzbefehle
müssen klar definiert sein und ohne unbeabsichtigte Auslöser nutzbar sein
(Kriterium 2.1.4, Stufe A).
Die Fokusreihenfolge sollte gemäß Punkt 2.4.3 (Stufe A) logisch nachvollziehbar
sein und gemäß Punkt 2.4.7 (Stufe AA) einen deutlich sichtbaren Fokus
aufweisen, damit die Navigation klar erkennbar ist. Zudem fordern die
Kriterien 2.5.1 und 2.5.2 (beide Stufe A) barrierefreie Alternativen zu komplexen
Zeigergesten wie Mehrfingereingaben sowie eine Bestätigung vor der
Ausführung von Aktionen. Einfache Berührungen dürfen nicht unbeabsichtigt zu
Interaktionen führen.
Auch Zeitbegrenzungen und Animationen spielen bei der Bedienbarkeit eine
Rolle. Nutzer*innen dürfen nicht durch starre Zeitlimits in ihrer Interaktion
eingeschränkt werden (Kriterium 2.2.1, Stufe A). Zudem muss vermieden werden,
dass Inhalte durch blitzende oder flackernde Effekte gesundheitliche Risiken, wie
epileptische Anfälle, auslösen (Kriterium 2.3.1, Stufe A). Animationen, die durch
Interaktionen entstehen, sollten sich anpassen oder deaktivieren lassen, damit
sie nicht zur Ablenkung oder Barriere werden (Kriterium 2.3.3, Stufe AAA).
Das Prinzip der Verständlichkeit fordert, dass bei Benutzeraktionen wie Eingaben
oder dem Setzen des Fokus keine unerwarteten Kontextänderungen verursacht
werden (3.2.1 Bei Fokus, Stufe A; 3.2.2 Bei Eingabe, Stufe A). Gefordert wird auch,
dass bei ungültigen Eingaben eine verständliche Fehlermeldung erscheint (3.3.1
Fehlererkennung, Stufe A). Beschriftungen und Anweisungen für alle interaktiven
Elemente helfen, Missverständnisse zu vermeiden (3.3.2, Stufe A), und durch
gezielte Hinweise lassen sich Eingabefehler vorbeugen (3.3.3, Stufe AA).
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Für eine robuste Zugänglichkeit interaktiver Inhalte ist es wichtig, dass
Assistenztechnologien alle Elemente korrekt erkennen und interpretieren
können. Laut Kriterium 4.1.2 (Stufe A) müssen Name, Rolle und Wert von
Bedienelementen programmatisch verfügbar sein. Dies kann durch den gezielten
Einsatz von ARIA-Attributen erreicht werden. Zudem schreibt Kriterium 4.1.3
(Stufe AA) vor, dass Statusmeldungen wie Ladehinweise oder Fehlermeldungen
so ausgezeichnet sind, dass sie automatisch von Screenreadern erfasst und
ausgegeben werden.

Neben diesen technischen Grundlagen spielt die Gestaltung von Layout und
Navigation eine zentrale Rolle. Ein barrierefreies Dashboard zeichnet sich durch
eine klare, konsistente Struktur aus. Überschriften, Unterüberschriften und
gruppierte Inhalte ermöglichen darin eine logische Orientierung. Nutzer*innen
müssen jederzeit nachvollziehen können, an welcher Stelle sie sich im
Dashboard befinden und wie sie zwischen Modulen oder Visualisierungen
wechseln können. Gleichzeitig sollten zu viele Elemente, Farben und
Animationen vermieden werden, um die Nutzer*innen nicht zu überfordern.
Für eine gute Erkennbarkeit von Vorder- und Hintergrund müssen außerdem
bestimmte Kontrastverhältnisse eingehalten werden (siehe WCAG-Kriterien 1.4.3
und 1.4.11).
Für die Darstellung der Inhalte empfiehlt es sich, einfache Diagrammtypen zu
verwenden. Dazu zählen das Balkendiagramm, das Liniendiagramm und das
Kreisdiagramm. Damit das Diagramm leichter verständlich ist, benötigt es
einen beschreibenden und aussagekräftigen Titel sowie eine Beschriftung und
eine Legende. Abkürzungen und Fachjargon sollten vermieden werden. Auch
bei der Datenvisualisierung muss auf Kontraste geachtet werden. So sollte
beispielsweise ein ausreichender Kontrast zwischen Diagramm und Hintergrund
gewährleistet sein. Außerdem ist ein ausreichender Kontrast zwischen den
einzelnen Graphen und Datenpunkten herzustellen. Gemäß dem WCAG-
Kriterium 1.4.1 (Verwendung von Farbe) sollte das Diagramm Informationen nicht
ausschließlich über Farbe vermitteln. Es sollte mindestens ein weiteres Symbol
zur Informationsvermittlung benutzt werden. In einem Liniendiagramm könnten
beispielsweise Kreise oder Vierecke genutzt werden, um die Datenpunkte auf
den jeweiligen Graphen zu markieren. Wichtig ist, dass sich beide Merkmale in
der Legende wiederfinden.
Auch Datenvisualisierungen sollten für blinde Menschen zugänglich sein. Für die
Einbindung gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann die Datenvisualisierung
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als Bild, zum anderen als HTML oder SVG in die Website eingebunden werden.
Bei der Einbindung als Bild sollte darauf geachtet werden, dass es einen
aussagekräftigen Alternativtext und eine passende Bildunterschrift erhält. Beides
muss vom Screenreader vorlesbar sein. Wenn die Datenvisualisierung als HTML
oder SVG auf der Seite integriert wird, sollte es eine barrierefreie Datentabelle
der zugrunde liegenden Daten mit der Option zum Filtern, Herunterladen und
Sortieren geben. Alternativ kann jeder einzelne Datenpunkt der Visualisierung
für den Screenreader zugänglich gemacht werden. Diese Option ist jedoch sehr
aufwendig und nicht standardisiert.
Die Navigation innerhalb des Dashboards sollte einfach sein und sich
ausschließlich mit der Tastatur bedienen lassen. Das bedeutet, dass alle Inhalte
und Informationen des Dashboards per Tastatur erreichbar sein müssen und
nicht hinter einer zusätzlichen Interaktion versteckt sein dürfen.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Datenintegration. Das Dashboard muss
mit dem bestehenden Content-Management-System (im Fall der KCS TYPO3)
kompatibel sein und sich nahtlos in die vorhandene Website-Struktur integrieren
lassen. Gleichzeitig muss die Lösung die regelmäßige Aktualisierung und Pflege
von Daten ermöglichen, ohne dass aufwendige manuelle Prozesse erforderlich
sind. Die Integration einer Bibliothek in TYPO3 ist unkompliziert, da TYPO3
auf JavaScript, HTML und CSS basiert. Als Datenquelle können CSV-Dateien
verwendet werden, die aus bereitgestellten Excel-Dateien erstellt werden.
Auch die Nutzung von Schnittstellen für automatisierte Datenimporte sollte
in Betracht gezogen werden, sofern die Hochschulen künftig ein zentrales
Datenmanagement bereitstellen. Das Dashboard sollte außerdem ohne großen
technischen Aufwand um zusätzliche Visualisierungen erweitert werden können
und lange Ladezeiten sind zu vermeiden.
Die detaillierte Anforderungsanalyse zeigt, dass ein barrierefreies
Dashboard immer ein ganzheitliches Zusammenspiel aus Technik, Design
und Prozessmanagement darstellt. Für EqualityView bedeutet dies konkret,
dass technische Barrierefreiheit nicht als Zusatz, sondern als integraler
Bestandteil der Architektur und des Nutzungskonzepts verstanden wird. So wird
sichergestellt, dass das Dashboard sowohl den rechtlichen Rahmenbedingungen
entspricht als auch langfristig einen praktischen Mehrwert für die
Gleichstellungsarbeit an sächsischen Hochschulen liefert.
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-

Die Machbarkeitsstudie zur Entwicklung von EqualityView untersuchte, welche
Tools sich für die Umsetzung eines barrierefreien, nutzer*innenfreundlichen
Dashboards eignen. Das Dashboard soll eine gleichwertige Nutzung unabhängig
von den verwendeten Ein- und Ausgabegeräten oder assistiven Technologien
ermöglichen. Die Ansicht des Dashboards soll in eine öffentlich zugängliche
Website eingebunden werden, die mit dem Content-Management-Systems
TYPO3 erstellt wird. Dabei sollen verschiedene Datensätze in unterschiedlichen
Darstellungsformen visualisiert werden, darunter Balken- und Liniendiagramme,
Karten und Tabellen.
Diese Visualisierungen sollen interaktiv gestaltet sein und beim Hovern über die
Datenpunkte mit der Maus Tooltips angezeigt werden. Es soll möglich sein, die
dargestellten Daten nach bestimmten Kriterien zu filtern. Ein weiterer Aspekt
ist die Erweiterbarkeit des Dashboards. Es sollte ohne großen technischen
Aufwand um zusätzliche Visualisierungen ergänzt werden können. Ebenfalls gilt
es, die Ladezeiten der Diagramme zu beachten. Dabei sind lange Ladezeiten zu
vermeiden, um zu verhindern, dass die Nutzenden die Webseite neu laden oder
verlassen.
Vier Lösungen standen im Fokus der Analyse: amCharts, Highcharts, Tableau
und Power BI. Ziel der Bewertung war es, die technische Machbarkeit unter
Berücksichtigung der Kriterien Integrationsfähigkeit, Kosten, Barrierefreiheit und
Entwicklungsaufwand zu beurteilen. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen
Merkmale und Unterschiede der untersuchten Tools zusammen:

10
    


Windows/
MacOS Windows Plattform-
unabhängig Plattform-
unabhängig


Diagramme,
Karten,
Tabellen
Diagramme,
Karten,
Tabellen
Diagramme,
Karten Diagramme,
Karten,
Tabellen


Teilweise
(Diagramme
nicht
vollständig
erreichbar)
Teilweise
(Datenpunkte
nicht
erreichbar)
Nachrüstbar
per JavaScript Vollständig
möglich
(Standard +
Accessibility-
Modul)


Eingeschränkt Schwach Nachrüstbar
per ARIA,
Fokus, Struktur
Integriert, inkl.
Statusmeldung,
Tooltips, ARIA



Ja, über
Embedding
API
Nein
(iFrame fest
eingebunden)
Ja, durch
JavaScript
vollständig
anpassbar
Ja, durch
Konfiguration
und
Accessibility-
Modul


Automatisch
möglich, bei
gleichbleib-
ender Struktur
Automatisch
möglich, bei
gleichbleib-
ender Struktur
Manuell
über CSV
(bereinigt),
mehr Aufwand
Manuell
über CSV
(bereinigt),
vergleichbarer
Aufwand wie
amCharts
TYPO3-

Über iFrame
oder API
(Embedding)
Nur über
iFrame (nicht
anpassbar)
Direkt via
JavaScript/
HTML in
TYPO3
integrierbar
Direkt via
JavaScript/
HTML in
TYPO3
integrierbar



Nein (Drag &
Drop) Nein (Drag &
Drop) Ja (JavaScript,
HTML, CSS) Ja (JavaScript,
HTML, CSS)
 Einfach
bedienbar,
Barrierefreiheit
über
JavaScript API
anpassbar
Einfach
bedienbar,
geringe
Kosten, Office-
Integration
Geringe
Kosten,
Barrierefreiheit
vollständig
umsetzbar
Barrierefreiheit
vollständig
umsetzbar,
volle Kontrolle
 Tastaturer-
reichbarkeit
einzelner
Datenpunkte
muss selbst
programmiert
werden
Tastaturer-
reichbarkeit
einzelner
Datenpunkte
nicht
vorhanden,
Barrierefreiheit
nicht
anpassbar
Quellcode
nötig, keine
Tabellen,
Excel-Dateien
müssen
bereinigt und
in CSV-Datei
umgewandelt
werden
Quellcode
nötig, hohe
Kosten, Excel-
Dateien
müssen
bereinigt und
in CSV-Datei
umgewandelt
werden
11
Die beiden Softwarelösungen Tableau und Power BI bieten komfortable
Möglichkeiten, um interaktive Dashboards ohne tiefgehende
Programmierkenntnisse zu erstellen. Das ermöglicht es auch Nicht-
Programmierer*innen, schnell Dashboards zu erstellen. Tableau zeichnet sich
durch eine breite Palette an Visualisierungen und eine intuitive Bedienoberfläche
aus, während Power BI mit seiner engen Anbindung an die Microsoft-Office-
Umgebung und seinen vergleichsweise niedrigen Lizenzkosten punktet.
Beide Tools stoßen jedoch in Bezug auf Barrierefreiheit an Grenzen. So ist
die Tastaturnavigation nur eingeschränkt möglich, Screenreader erfassen die
Inhalte nicht zuverlässig, und eine Anpassbarkeit an die WCAG-Standards
ist nur begrenzt möglich. Für die Umsetzung eines hochgradig barrierefreien
Dashboards sind sie deshalb nur bedingt geeignet. Außerdem sind beide
Lösungen für die Integration in ein bestehendes CMS wie TYPO3 weniger
gut geeignet, da sie meist eigene Hosting-Lösungen oder Embed-Optionen
anbieten, was die Kontrolle über das Design und die Barrierefreiheit einschränkt.
Im Gegensatz dazu bieten die JavaScript-Bibliotheken Highcharts und
amCharts eine deutlich höhere Flexibilität. Sie ermöglichen eine individuelle
Anpassung der Darstellung sowie die vollständige Integration von
Barrierefreiheitsfunktionen, etwa durch Tastatursteuerung, Screenreader-
kompatible Strukturen und tabellarische Alternativen zu Diagrammen. Highcharts
bietet hier die ausgereiftesten Funktionen und erwies sich in den Prototypen
als das leistungsfähigste Tool, um alle Anforderungen der WCAG 2.1/2.2 und
der BITV 2.0 umzusetzen. Für die Implementierung und Anpassung sind jedoch
Programmierkenntnisse erforderlich. amCharts ist kostengünstiger, erfordert
aber mehr manuellen Programmieraufwand. Außerdem verfügt es nicht über
eingebaute Tabellenfunktionen, die für die barrierefreie Nutzung durch blinde
Personen essenziell sind.
Als Datenquelle können für den Import CSV-Dateien benutzt werden, ohne dass
eine zusätzliche JavaScript-Bibliothek verwendet werden muss. Diese können
aus den bereitgestellten Excel-Dateien erstellt werden. Es ist darauf zu achten,
die Excel-Tabellen vor Erstellung der CSV-Dateien zu „bereinigen“, das heißt, es
dürfen keine Leerzeilen oder verbundene Zellen vorkommen. Die Spalten müssen
eindeutig benannt sein, Nullwerte in den Daten sind mit „0“ einzutragen. Und
wenn eine Karte als Visualisierungsform gewählt wird, ist eine neu angelegte
Spalte für Bundesland, Stadt oder die Koordinaten nötig.
Die Integration von amCharts und Highcharts in TYPO3 ist unkompliziert,
da es sich um reine JavaScript-Bibliothek handelt. Das bedeutet, dass die
Diagramme direkt über HTML, CSS und JavaScript in TYPO3-Templates oder
-Inhaltselemente eingebunden werden können. Hierfür können entweder
benutzerdefinierte Erweiterungen entwickelt oder bestehende Text- und HTML-
Inhaltselemente im TYPO3-Backend genutzt werden. Diese Variante bietet
12
die volle Kontrolle über Layout, Barrierefreiheit und semantische Struktur zu
behalten, erfordert aber ein gewisses Maß an technischem Know-how bei der
Umsetzung.


Die Prototypen von Balken-, Linien- und Kartendiagrammen wurden in
Usability-Tests von einer blinden und einer hochgradig sehbeeinträchtigten
Person evaluiert. Die Tests fanden unter realen Nutzungsbedingungen statt,
jeweils mit assistiven Technologien, die die Teilnehmenden auch im Alltag
verwenden. Die Tests wurden durch eine Beobachterin sowie eine begleitende
Leitung dokumentiert. Zur Anwendung kam die Methode des „lauten Denkens“.
Ziel war es, grundlegende Aussagen zur Bedienbarkeit und Verständlichkeit
der prototypischen Dashboards zu gewinnen. Es wurden keine zusätzlichen
Barrierefreiheitsanpassungen vorgenommen – die Prototypen spiegeln den
Standardzustand der jeweiligen Tools bzw. Framework-Beispiele wider.
Die Tests zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Tools:
Highcharts konnte nach einer gezielten Konfiguration erfolgreich per Screen-
reader bedient werden und lieferte nachvollziehbare Vorlesereihenfolgen für
Datenpunkte. Nutzende äußerten, dass sie Daten selbstständig und ohne
fremde Hilfe erfassen konnten.
amCharts erwies sich als bedingt nutzbar, da es teilweise zu Fokusverlus-
ten und unklaren Navigationsabläufen kam. Sobald die Tastaturnavigation
abbrach, war eine selbstständige Nutzung nicht mehr möglich.
Tableau stieß in den Tests auf deutliche Barrieren, unter anderem durch feh-
lende tabellarische Alternativen und eine unlogische Tastaturnavigation. Die
fehlende semantische Struktur führte zu Verwirrung bei den Testpersonen
Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass tabellarische Datenalternativen
unverzichtbar sind. Sie ermöglichen es Screenreader-Nutzenden, die zugrunde
liegenden Daten vollständig zu erfassen, und bieten gleichzeitig eine
barrierearme Möglichkeit für alle, die komplexe Visualisierungen nicht oder nur
eingeschränkt interpretieren können. Die Implementierung dieser tabellarischen
Alternativen sollte integraler Bestandteil der Entwicklung sein und nicht erst
nachträglich ergänzt werden. Die Usability-Tests haben gezeigt, dass dies eine
wichtige Anforderung ist, um Informationen vollständig zugänglich zu machen
und die kognitive Belastung zu minimieren.
13


Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein barrierefreies, nutzer*innenfreundliches
Datendashboard für Gleichstellungsdaten an sächsischen Hochschulen technisch
realisierbar ist. Der Schlüssel liegt in einem auf Barrierefreiheit ausgerichteten
Design, das klare Strukturen, nachvollziehbare Bedienbarkeit und flexible
Datenzugänge miteinander verbindet.
Die konzeptionelle Grundlage für das Design bildet ein niedrigschwelliger
Zugang zu komplexen Datensätzen. Durch die responsive Umsetzung nach
dem „Mobile first“-Prinzip wird auf allen Endgeräten eine gleichwertige
Nutzungserfahrung gewährleistet. Das Design folgt einem reduzierten,
kontrastreichen Ansatz, der unnötige visuelle Komplexität vermeidet und die
kognitive Belastung der Nutzenden minimiert. Dies manifestiert sich in klaren
Strukturen, eindeutigen Beschriftungen und einer stabilen Navigation, die
Orientierung und Verständnis erleichtern.
Die Einhaltung der WCAG-2.2-Richtlinien der Konformitätsstufen AA und AAA ist
integraler Bestandteil des Designkonzepts. Die Tastaturbedienbarkeit wird durch
eine logische Lesereihenfolge und eine sichtbare Fokusführung gewährleistet.
Hohe Farbkontraste und umfassende Alternativtexte für Grafiken unterstützen
eine barrierefreie visuelle Wahrnehmung. Besondere Aufmerksamkeit gilt
der Vermeidung unerwarteter Änderungen bei Benutzereingaben, wodurch
eine vorhersehbare und kontrollierbare Interaktion sichergestellt wird.
Der direkte Zugriff auf zugrunde liegende Datentabellen ermöglicht es

14
Assistenztechnologien, strukturierte Informationen vollständig zu erfassen und
wiederzugeben.
Das Dashboard setzt zwei komplementäre Steuerungskonzepte um, die
verschiedene Analyseanforderungen unterstützen. Das globale Filterkonzept
erlaubt übergreifende Analysen mithilfe zentral platzierter Steuerungselemente,
die auf einer einheitlichen Aggregationslogik basieren. Es eignet sich besonders
für Vergleiche nach Hochschule, Zeitraum oder Region. Parallel dazu bietet
das modulabhängige Filterkonzept differenzierte Steuerungsmöglichkeiten,
die flexible Vergleiche zwischen verschiedenen Entitäten ermöglichen und die
gezielte Exploration von Mustern und Unterschieden innerhalb spezifischer
Teilmengen unterstützen.
Ein zentrales Element der Nutzerführung sind die interaktiven Insight Cards.
Sie übersetzen komplexe Datenanalysen in direkt lesbare Kernaussagen. Diese
automatisch generierten Textbausteine reduzieren die kognitive Last erheblich
und erleichtern insbesondere Personen ohne vertiefte Statistikkenntnisse
das Verständnis. Die semantische Differenzierung nach Trends wie Anstieg,
Stagnation oder Rückgang wird perspektivisch durch dynamische Generierung
aus der Datenbank ermöglicht. Dadurch wird eine kontinuierlich aktuelle und
kontextuell relevante Informationsvermittlung gewährleistet.


Die Studie empfiehlt, die technische Umsetzung auf Basis von Highcharts
vorzunehmen. Diese Lösung erwies sich als am besten geeignet, um die
Anforderungen der WCAG 2.1/2.2 und der BITV 2.0 vollständig zu erfüllen.
Highcharts ermöglicht es, komplexe Visualisierungen mit tabellarischen
Alternativen zu kombinieren und bietet so sowohl interaktive Zugänge als auch
eine barrierefreie Nutzung für Screenreader. Die direkte Integration in das
bestehende TYPO3-System ist technisch unkompliziert und ermöglicht eine
maximale Kontrolle über das Frontend- Design und die Barrierefreiheit. Die
Entwicklung sollte einen klaren Fokus auf die vollständige Tastaturbedienbarkeit,
sichtbares Fokus-Management und die Bereitstellung von barrierefreien
Datentabellen liegen. Dazu sollte frühzeitig ein Konzept für die regelmäßige
Bereitstellung tabellarischer Daten entwickelt werden, um die Nutzbarkeit für alle
Zielgruppen sicherzustellen.
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Für die erfolgreiche Implementierung des Dashboards ist ein iterativer
Entwicklungs- und Testprozess von entscheidender Bedeutung. Barrierefreiheit
darf dabei nicht erst am Ende geprüft werden, sondern muss von Beginn an
integraler Bestandteil der Entwicklung sein. Dies bedeutet, dass Prototypen
regelmäßig mit Nutzenden mit unterschiedlichen Behinderungen getestet
und auf Barrieren hin überprüft werden. So können frühzeitig Anpassungen
vorgenommen und die technische Umsetzung auf reale Bedarfe abgestimmt
werden. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Gleichstellungsakteur*innen
ist dabei entscheidend, um sicherzustellen, dass das Dashboard den praktischen
Anforderungen im Hochschulalltag gerecht wird.
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Der Mehrwert für die Gleichstellungsarbeit in Sachsen liegt in der Verknüpfung
von Datenqualität, Barrierefreiheit und Nutzungsfreundlichkeit. EQUALITYVIEW
stellt eine zentrale, niedrigschwellige und barrierefreie Informationsquelle für
aktuelle Gleichstellungsdaten an sächsischen Hochschulen bereit. Dadurch
können sich Akteur*innen, politische Entscheidungsträger*innen und die
breite Öffentlichkeit schnell und umfassend über aktuelle Gleichstellungsdaten
sächsischer Hochschulen informieren. Durch den konsequent barrierefreien
Ansatz entsteht ein Werkzeug, das die Gleichstellungsarbeit stärkt und die
Teilhabe aller Nutzenden ermöglicht. Die verbesserte Datenzugänglichkeit fördert
die Transparenz und unterstützt die faktenbasierte Diskussion über Gender- und
Diversity-Themen. Dadurch wird die Gleichstellungsarbeit in Sachsen nachhaltig
gestärkt und ihre Wirkung erhöht.
Insgesamt liefert die Machbarkeitsstudie ein klares Bild: Mit Highcharts als
technischer Basis, einem responsiven und kognitiv entlastenden Design sowie
einem iterativen Test- und Entwicklungsprozess lässt sich ein Dashboard
schaffen, das einen nachhaltigen Beitrag zur digitalen Gleichstellungsarbeit in
Sachsen leisten kann.
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Text: a11y design GmbH im Auftrag der Koordinierungsstelle
Chancengleichheit Sachsen
Besuchsadresse: Dittrichring 18-20
04109 Leipzig
Postadresse: Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen
Universität Leipzig
IPF 349001
04081 Leipzig
Telefon: 0341 / 97 30150
0341 / 97 30152
0341 / 97 30153
E-Mail: info@kc-sachsen.de
Homepage: www.kc-sachsen.de
Ort und Datum: Leipzig, den 5. August 2025
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Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch
Steuermittel auf der Grundlage des vom
Sächsischen Landtag beschlossenen
Haushaltes.
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www.kc-sachsen.de
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Dittrichring 18-20
04109 Leipzig

0341 / 97 30150

info@kc-sachsen.de