
Drucksache 21/1062 – 10 – Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode
Die Bundesregierung setze mit ihrem Haushalt eine hohe Nettokreditaufnahme durch, die nicht die nötigen
Wachstumsimpulse für die deutsche Wirtschaft auslösen werde. Gleichzeitig blieben die Belastungen für Bürger
und Unternehmen auf einem historisch hohen Niveau. Damit setze die amtierende Regierung den Kurs der Vor-
gängerregierung fort, der sich durch Verantwortungslosigkeit und eine Schwächung des deutschen Wirtschafts-
standortes ausgezeichnet habe.
Statt die Krise in Deutschland mit weiteren Schuldenprogrammen notdürftig zu kaschieren und im Endeffekt zu
verschlimmern, brauche es dringend echte Entlastungen für Bürger und Wirtschaft. Nur wenn Unternehmen wie-
der investieren und Arbeitsplätze schaffen würden und Bürgern und Familien mehr von ihrem Einkommen bleibe,
werde die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung kommen. Dies würde nicht nur zu steigenden Steuereinnahmen
führen, sondern sei auch die Voraussetzung dafür, die sozialen Sicherungssysteme dauerhaft zu stabilisieren.
Denn klar sei: Ohne eine funktionierende Wirtschaft gebe es auch keinen tragfähigen Sozialstaat.
Die Fraktion der AfD habe mit rund 1.000 eigenen Anträgen in Einzelplanberatung und Bereinigungssitzung
gezeigt, dass es auch anders gehe. Diese Anträge spiegelten die Grundbausteine einer dringend notwendigen
Strukturreform wider, die Bürokratie abbaue, den undurchsichtigen und ineffizienten Förderdschungel lichte und
Steuergelder in wesentlichem Umfang im Wirtschaftskreislauf und bei den Bürgern belasse.
Mit diesem Konzept würden die Bürger und die Wirtschaft um 66,1 Mrd. Euro entlastet werden. Diese Entlastun-
gen würden sich u. a. aus einer Senkung der Stromsteuer auf das EU-Minimum (5,8 Mrd. Euro), der Abschaffung
des CO₂-Preises (15,4 Mrd. Euro), der Abschaffung des CO₂-Emissionshandels (5,3 Mrd. Euro), der Abschaffung
der Gasspeicherumlage (3,4 Mrd. Euro), der Absenkung der LKW-Maut (2,2 Mrd. Euro), der Senkung der Lohn-
steuer (9 Mrd. Euro), der Senkung der Einkommensteuer (1,7 Mrd. Euro), der Senkung der Körperschaftsteuer
(3 Mrd. Euro), der vollständigen Abschaffung des Solidaritätszuschlags (12,5 Mrd. Euro) und zusätzlichen Bun-
deszuschüssen in die Sozialversicherungen (Rentenversicherung: 3,7 Mrd. Euro; Krankenversicherung:
4 Mrd. Euro) ergeben.
All diese Maßnahmen seien vollständig durch Kürzungen an anderer Stelle gegenfinanzierbar. Die Fraktion der
AfD zählte auf, in welchen Bereichen sie wesentliche Einsparpotentiale sehe: Bei der Abschaffung des Entwick-
lungshilfeministeriums (minus 7,8 Mrd. Euro) sowie weiterer Kürzungen bei Auslandszahlungen, durch den
Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine (minus 8,7 Mrd. Euro), durch eine Reform des Bürgergeldes und
damit die Reduzierung der Masseneinwanderung in die Sozialsysteme (minus 14,6 Mrd. Euro), durch eine Redu-
zierung der Zahlungen an die EU (minus 18 Mrd. Euro), durch Kürzungen bei überhöhten Verteidigungsausgaben
(minus 10,7 Mrd. Euro), durch Streichungen im Klima- und Transformationsfonds (minus 36,7 Mrd. Euro) und
bei weiteren unnötigen oder ineffizienten Staatsausgaben.
Insgesamt könne so der Haushalt mit insgesamt 76,7 Mrd. Euro weniger Nettokreditaufnahme als der Entwurf der
Bundesregierung auskommen. Damit könne man einen generationengerechteren Haushalt vorlegen, der Bürger
und Wirtschaft nachhaltig entlasten und zugleich die ‚alte‘ Schuldenbremse einhalten würde.
Die Fraktion der AfD bedauerte, dass die anderen Oppositionsparteien im Beratungsverlauf nur sehr wenige ei-
gene Anträge eingebracht hätten. Die sei in ihren Augen ebenso wie bei der Regierung selbst eine Kapitulation
vor der wichtigen Aufgabe der Staatsmodernisierung in Deutschland. Ein Parlament von der Größe des Deutschen
Bundestages, mit seiner mehr als auskömmlichen finanziellen Ausstattung (die sich auf Antrag der Koalitions-
fraktionen in der Bereinigungssitzung noch einmal erhöht habe) müsse dem Schuldenmachen der Bundesregie-
rung mehr entgegensetzen als ein paar bloße kritische Randbemerkungen.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärte, mit diesem Haushaltsgesetz werde bei den Schwächsten
gespart und Politik für Wenige gemacht. Probleme würden in die Zukunft verschoben und Politik werde auf Kos-
ten der jungen Generation gemacht. Dies zeige sich in fast allen Bereichen. Darüber hinaus zeige der Wirtschafts-
plan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität, dass die Mittel nicht zur Finanzierung zusätzlicher
Investitionen verwendet würden und der Zweck der Klimaneutralität nicht ausreichend berücksichtigt werde.
Dieser Haushaltshalt sende das fatale Signal, dass demokratische Bildung und Integration keine Priorität hätten.
Damit würden genau die Bereiche geschwächt, die in Krisenzeiten wichtig seien. Demokratie und Vielfalt seien
das Fundament unseres Landes und sie brauchten gezielte Unterstützung. Institutionen wie die Bundeszentrale
für politische Bildung, Freiwilligendienste, Integrationskurse und der Kulturpass müssten langfristig abgesichert