
Bericht zur Finanzstabilität 2025 15
Bedingungen im Segment der Geschäftsliegenschaften
weitgehend unverändert
Im Segment der Geschäftsliegenschaften scheinen die
Bedingungen insgesamt weitgehend unverändert geblieben
zu sein.
eine Seitwärtsbewegung verzeichneten, seit dem Zins-
Zweitens deutet auch der Mietmarkt für Geschäftsliegen-
schaften nicht auf eine Verschlechterung hin. Die Miet-
indizes zeichnen ein heterogenes Bild. Der Anteil der zur
Vermietung ausgeschriebenen Objekte nahm bei den
gehend konstant. Die verhaltene Bautätigkeit trug zu
diesen Entwicklungen bei. Der Rückgang an ausgeschrie-
benen Mietobjekten deutet jedoch ebenfalls darauf hin,
dass an diesem Markt kein Überangebot herrscht.
Im Gegensatz zum Segment der Wohnliegenschaften gibt
es bei den Geschäftsliegenschaften keine klare Evidenz
für zyklische Verwundbarkeiten, gemessen beispielsweise
anhand von Abweichungen von den Fundamentalwerten.
Insbesondere die Preise von Geschäftsliegenschaften nah-
men während der lang anhaltenden Tiefzinsphase, die
Nichtsdestotrotz ist der Markt für Geschäftsliegenschaften
nicht komplett von allfälligen Preiskorrekturen abgeschirmt
und kann Risiken für die Finanzstabilität darstellen. Im
Vergleich zu Wohnliegenschaften sind Geschäftsliegen-
schaften tendenziell konjunktursensitiver. Ausserdem sind
die Banken gegenüber Hypotheken für
Geschäftsliegen-
schaften zwar weniger exponiert als gegenüber Hypotheken
für Wohnliegenschaften, doch die Verlustquoten bei
Immobilienkrisen sind im Geschäftssegment tendenziell
höher, was Ausdruck strukturell erhöhter Risiken ist.
Eine wichtige Rolle für diese höheren Verlustquoten spielt
die beschränkte Haftung der Investoren, ähnlich wie bei
den Wohnrenditeliegenschaften. Dieses strukturell erhöhte
Risiko wird teilweise regulatorisch berücksichtigt – so
müssen Kredite für Geschäftsliegenschaften mit mehr
Eigenmitteln unterlegt werden.
Gemischte Signale bezüglich Verwundbarkeiten
am Kreditmarkt
Das Kreditwachstum im gesamten Schweizer Bankensektor
hat sich im Jahresvergleich beschleunigt und deutet auf
«Schweizer Kreditmarkt: Robuste Dynamik trotz struk-
turellen Wandels und regulatorischer Veränderungen» in
Beobachtungen.
11 Immo-Monitoring 2025/2, Kapitel
«Baumarkt», und Fahrländer Partner, FPREview Q1 2025
Partner, Metaanalyse Immobilien Schweiz
privaten Haushalten,
der Bankkredite in der Schweiz entfallen, als auch bei den
Unternehmen in der Realwirtschaft
-
mens der Kredite im Schweizer Bankensektor aus. Ihr
Da die Kredit- und Hypothekarvolumen im Gleichschritt
mit dem BIP zunahmen, blieben die Quotienten von Kredi-
ten
zum BIP und von Hypotheken zum BIP vom ersten
-
den aktuellen Quotienten und ihren langfristigen Verläu-
fen; sie stellt eine Messgrösse für die Verwundbarkeit dar.
Während die Quotienten im historischen Vergleich hoch
ausfallen, bleiben die jeweiligen Lücken im negativen
Bereich, da die Quotienten langsamer zunehmen als ihre
langfristigen Verläufe.
Bezüglich der Kreditqualität bestehen weiterhin Anzei-
chen von erhöhten Tragbarkeitsrisiken gemessen am Ver-
-
ist und sich weniger verschlechtert hat, als dies die LTI-
Bericht zur Finanzstabilität
2022
vergleichbaren Daten verfügbar.
Geringfügige Reaktion des Schweizer Immobilien- und
Kreditmarkts auf Zinsanstieg trotz Verwundbarkeiten –
genaue Beobachtung weiterhin wichtig
Wie auch auf globaler Ebene war die Reaktion des
Schweizer Immobilien- und Kreditmarkts auf den Zins-
Die verhaltene Reaktion in der Schweiz ist auf verschiedene
Faktoren zurückzuführen. Erstens blieben die
Höchst werte
oder in Stressszenarien angenommenen Zinssätzen, die
üblicherweise von Kreditmanagern bei der Bewertung der
Kreditwürdigkeit von Kreditnehmerinnen und Kreditneh-
mern und der Festsetzung von Kreditlimiten angewendet
(
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