Berichtswesen Beteiligungen 2025 - 57 - HHG
Hannover wahrgenommen, der bei Bedarf auch Li-
quiditätshilfen zur Verfügung stellt.
Innerhalb der Unternehmensgruppe „Hafen Han-
nover“ sind der HHG neben dem Betrieb der Hafen-
und Bahnanlagen insbesondere speditionelle Auf-
gaben im Verbund mit den anderen Hafengesell-
schaften zugeordnet. In diesem Konzept steht
nicht die einzelne Umschlags- oder Transportleis-
tung im Vordergrund, sondern die Umsetzung von
logistischen Gesamtaufträgen innerhalb der von
den Auftraggebern definierten Logistikketten so-
wie die Erhöhung der Marktpräsenz. Durch den
Austausch von Ressourcen innerhalb der Unter-
nehmensgruppe können Synergien realisiert wer-
den, die allen Beteiligten zugutekommen.
Sicherung und Ausbau der Marktposition erfordern
zielgerichtete und fortgesetzte Investitionen in
Infrastruktur, Suprastruktur und Fahrzeuge. Ein
wesentlicher Schritt in dieser Strategie wurde mit
Errichtung eines Containerterminals (CT2) für den
Seehafenhinterlandverkehr vollzogen. Das Ende
2006 fertig gestellte Terminal befindet sich im Ei-
gentum der HHG und die Städtischen Häfen Han-
nover nutzen es gegen Entgelt. Das Terminal
wurde vollständig durch Bundesmittel finanziert.
Der Gesamtzuschuss betrug 12,1 Mio. €, davon ist
ein Teilbetrag in Höhe von 80 % bzw. 9,7 Mio. €
nicht rückzahlbar (bilanziell erfasst als ratierlich
aufzulösender Sonderposten). 20 % des Zuschus-
ses bzw. 2,4 Mio. € wurden als zinsloses Darlehen
gewährt, das über 20 Jahre in gleichen Raten von
121 T€ getilgt wird (Verbindlichkeit). Nach den
Förderbestimmungen besteht für die Anlage eine
Vorhaltepflicht von 20 Jahren und bei vorzeitiger
Schließung eine zeitanteilige Rückzahlungsver-
pflichtung, die durch eine im Jahr 2004 erteilte
Ausfallbürgschaft der Landeshauptstadt Hannover
in Höhe von 12,0 Mio. € abgesichert ist.
Die Gesamtleistung der HHG - ohne Erträge aus
Investitionszuschüssen, Schadensfällen, Anla-
genabgängen - bewegt sich im 4-Jahresvergleich
jeweils in der Bandbreite von 1,7 bis 1,9 Mio. € p.a.
auf konstantem Niveau. Umschlagsvolumen und
Gesamtleistung des Hafens werden insbesondere
durch die Auftragslage der ortsansässigen Unter-
nehmen der Stahl- und Recyclingbranche beein-
flusst.
Das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresüber-
schuss von 209 T€ verlief trotz der Auswirkungen
des Ukrainekrieges sowie des neu dazugekomme-
nen Nahostkonfliktes besser als geplant jedoch
schlechter als das Vorjahr (315 T€). Im Jahr 2024
war eine Umschlagsabnahme von 5 % zu verzeich-
nen. Die Gesellschaft wickelte in 2024 ein Gesam-
tumschlagsvolumen in Höhe von 214.467 t gegen-
über 225.830 t im Vorjahr ab. Davon entfallen
134.920 t auf den Bahnbetrieb und 79.574 t auf
den Hafenbetrieb.
In die Infrastruktur wird regelmäßig investiert. Im
Geschäftsjahr 2024 wurde im Zuge einer Bebau-
ungsänderung eines Anliegers damit begonnen,
ein Anschlussgleis mit Weiche im Brinker Hafen
zurückzubauen und das Grundstück neu an das
Entwässerungssystem anzubinden.
Darüber hinaus bestehen fortgeschrittene Planun-
gen bezüglich der umfänglichen Erweiterung des
bestehenden Containerterminals im Nordhafen
wiederum unter Einbindung von Fördermitteln des
Bundes und Landes (Gesamtsumme des Vorha-
bens ca. 9,7 Mio. €, davon Fördermittel bis zu
80 %). Der Betrieb des Containerterminals im
Nordhafen erfolgt durch die (förderfähige) HHG in
der Funktion als Dienstleister für den Eigenbetrieb
Städtische Häfen. Hierzu hatte der Aufsichtsrat der
HHG in 2018 die Freigabe von Planungsleistungen
für die Konkretisierung des Vorhabens beschlos-
sen, um Grundlagen für den Förderantrag zu erar-
beiten (Ermittlung der Investitionskosten, Wirt-
schaftlichkeit etc.). Die HHG hat dann fristgerecht
in 2019 die Antragsunterlagen beim Eisenbahn-
bundesamt eingereicht und seitdem angeforderte
Unterlagen nachgereicht. Das Grundstück zum
Ausbau der Anlage wurde mittlerweile gekauft. Die
erforderlichen genehmigungspflichtigen Unterla-
gen werden noch vervollständigt. Für die Städti-
schen Häfen insgesamt ist dieses umfangreiche
Projekt mit Genehmigungs-, Planungs- und Bau-
phase ein weiterer wichtiger Baustein, um die vor-
handenen Kapazitäten auszubauen und umwelt-
freundliche Transportmöglichkeiten von Gütern zu
unterstützen und voranzubringen.
Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikositua-
tion ergab, dass im Berichtszeitraum keine den
Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Ri-
siken bestanden haben. Aufgrund der soliden Ka-
pitalausstattung, der hohen Vermarktungsrate der
Grundstücke und Immobilien sowie den bestehen-
den Einzelverkehren wird die Gesellschaft voraus-
sichtlich ohne finanzielle Hilfe der Eigentümerin
Landeshauptstadt Hannover auskommen. Die Kun-
den und Pächter haben in der Krisenzeit bewiesen,
dass eine zuverlässige Zusammenarbeit weiterhin