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Vorführapparat in der Frühzeit des Kinos noch im Zuschauerraum selbst aufgestellt
war und so die Präsenz des Mediums mit seinem unabdingbaren Vorführdispositiv
verband, wurde er mit der Etablierung von festen Kinosälen und durch die mit
einhergehenden Sicherheitsvorschriften in das Hinterzimmer, den abgeschotteten
Vorführraum versteckt.
Avantgarde-Filmemacher strebten danach, das Medium sowie das Dispositiv
wieder sichtbar zu machen und den Prozess der Projektion zu zelebrieren.
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Neben
dem Medium galt es auch den Akt des Sehens selbst ins Bewusstsein zu rufen. So
präsentierte Peter Kubelka 1960 Arnulf Rainer, einen sechseinhalb Minuten dauernden
Film, der sich auf die wesentlichen Gestaltungsprinzipien der Filmvorführung
konzentriert. Schwarze und durchsichtige Fotogramme sind die einzige visuelle
Information. Auf der akustischen Ebene wechseln sich Stille und weißes Rauschen ab.
Die Montage der beiden Elemente Ton und Bild beläuft sich auf eine im Vorfeld
detailliert aufgestellte Formel.
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Durch die Alternation in unterschiedlichen Abständen
und Längen von schwarzen und transparenten Filmbildern entsteht der Flicker-Effekt.
Hierbei wird der gleiche Effekt erzielt als bei einer Verlangsamung der
Vorführgeschwindigkeit. Sobald sie sich unter 16 Bilder pro Sekunde bewegt, beginnt
das Auge die einzelnen Fotogramme des Filmstreifens zu bemerken, respektive die
Bewegung der Umlaufblende des Projektors wird sichtbar. Die Illusion der
kontinuierlichen Bewegung wird gestört, das Funktionsprinzip des menschlichen
Sehens offengelegt. Ein aufs Elementare reduzierter visueller Bildrhythmus wird
erfahrbar. Neben Kubelka befassen sich unter anderen Tony Conrad (The Flicker,
1966), Paul Sharits (Ray Gun Virus, 1966; T,O,U,C,H,I,N,G, 1968) mit den
Sinnesreizen des stroboskopischen Bildes.
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Der Flicker-Effekt wurde anschließend auch in zeitgenössischen Hollywood-Filmen eingebaut; z.B. in
der Zeitreise-Sequenz in The Time Machine (George Pal, 1960), Vgl. René Thoreau Bruckner, „Travels in
Flicker-Time (Madre!)“, in: Spectator, 28, 2, Herbst 2008, URL:
http://cinema.usc.edu/archivedassets/096/15634.pdf (08.01.2015), S. 3. Rowin nennt zudem die Beispiele
The Graduate (Mike Nichols, 1967), The Clockwork Orange (Stanley Kubrick, 1971) und The Exorcist
(William Friedkin, 1973) und nicht zuletzt auch im Musik-Video, Vgl. Michael Joshua Rowin, „Flashes of
Brilliance. A brief history of the flicker film“, in: Museum of the Moving Image (11.06.2009), URL:
http://www.movingimagesource.us/articles/flashes-of-brilliance-20090611 (08.01.2015).
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Vgl. Die schriftliche Partitur zum Film auf See this Sound, URL : http://www.see-this-
sound.at/works/716/asset/631 (08.01.2015). Vgl. Michaud, Philippe-Alain, „‘Flicker‘, le ruban instable“, in:
Les Cahiers du Musée National d’Art Moderne, 94, 2006, S. 88-95, hier S. 91.
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Vgl. Michael Joshua Rowin, „Flashes of Brilliance. A brief history oft he flicker film“, in: Museum of the
Moving Image (11.06.2009), URL: http://www.movingimagesource.us/articles/flashes-of-brilliance-
20090611 (08.01.2015), S. 1-4.