Halbjahresfinanzbericht 2025 PDF Free Download

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Creating tomorrow’s solutions
1. Januar bis 30. Juni 2025
Halbjahres-
finanzbericht
2025
Halbjahresfinanzbericht Kennzahlen 1. Halbjahr 2025
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 2
Kennzahlen 1. Halbjahr 2025
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Ergebnis/Rendite/Cashflow
Umsatz
2.891,2
2.957,4
2,2
EBITDA1
233,6
315,2
25,9
EBITDA-Marge (%)1
8,1
10,7
EBIT1
18,7
89,0
n.a.
EBIT-Marge (%)1
0,6
3,0
Finanzergebnis1
26,3
6,0
n.a.
Ergebnis vor Ertragsteuern
45,0
95,0
n.a.
Periodenergebnis
22,6
83,2
n.a.
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) (€)
0,65
1,47
n.a.
Investitionen, ohne Akquisitionen
188,9
294,1
35,8
Abschreibungen
252,3
226,2
11,5
Netto-Cashflow
301,6
305,5
1,3
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Bilanz
Bilanzsumme
8.798,4
9.409,9
6,5
Eigenkapital
4.502,5
4.837,0
6,9
Eigenkapitalquote (%)
51,2
51,4
Finanzierungsverbindlichkeiten
1.935,5
1.946,7
0,6
Nettofinanzschulden () / Nettofinanzvermögen (+)
1.139,3
690,6
65,0
Mitarbeitende (Anzahl am Stichtag)
16.724
16.637
0,5
Halbjahresfinanzbericht Kennzahlen 1. Halbjahr 2025
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 3
Halbjahresfinanzbericht
1. Januar bis 30. Juni 2025
Konzernumsatz im 1. Halbjahr 2025 liegt mit 2,89 Mrd. um 2 Prozent unter Vorjahr
EBITDA liegt mit 234 Mio. um 26 Prozent unter Vorjahr. Gründe für den Rückgang waren unter anderem geringere
Absatzmengen im Bereich Solarsilicium und eine geringere Anlagenauslastung
EBIT sinkt auf 19 Mio. , Periodenergebnis des 1. Halbjahres 2025 beträgt 23 Mio.
Investitionen sinken im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent auf 189 Mio.
Netto-Cashflow des Berichtszeitraums ist aufgrund des gesunkenen Ergebnisses mit
302 Mio. negativ
Jahresprognose angepasst
Halbjahresfinanzbericht An unsere Aktionäre
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 4
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
das Jahr 2024 war herausfordernd. Und auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres war der Gegenwind stark.
In vielen Abnehmerbranchen war die Nachfrage vor allem im 2. Quartal schwach, der Wettbewerb intensiv. Auch
konjunkturell gab es keinen Rückenwind. Handelspolitische Unsicherheiten bremsen die wirtschaftliche Entwicklung. Eine
Erholung ist nicht in Sicht.
Viele Chemieunternehmen mussten vor diesem Hintergrund ihre Erwartungen für das Gesamtjahr zurücknehmen auch
WACKER. Wir haben am 18. Juli unsere Jahresprognose angepasst. Ausschlaggebend dafür waren die anhaltenden
makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten. Dazu kam die ungünstige Entwicklung des Euro / US-Dollar-
Wechselkurses seit Beginn des 2. Quartals und die Erwartung, dass das aktuelle Wechselkursniveau anhalten wird. Im
Bereich Polysilicium hatten wir außerdem erwartet, dass sich im Jahresverlauf die handelspolitischen Unsicherheiten auf
dem US-Markt für Solar-Polysilicium auflösen und sich die Nachfrage erholt. Diese Entwicklung ist bislang ausgeblieben.
Wir rechnen daher nun im Gescftsjahr 2025 mit einem Konzernumsatz in der Bandbreite von 5,5 Mrd. bis 5,9 Mrd.
(bisherige Prognose: 6,1 Mrd. € bis 6,4 Mrd. €). Beim EBITDA gehen wir von einem Wert zwischen 500 Mio. € und 700 Mio.
aus (bisherige Prognose: 700 Mio. € bis 900 Mio. €).
Dem herausfordernden Marktumfeld begegnen wir mit einem klaren Fokus auf Wachstum, Cash und Kosten. Wir setzen alle
Hebel in Bewegung, um unser Wachstum zu fördern. Dabei geht es unter anderem darum, unsere Vertriebsaktivitäten und
Kundeninteraktionen zu intensivieren und Innovationen voranzutreiben. Wir verbessern unseren Cashflow, indem wir bei
Investitionen reduzieren und fokussieren sowie unsere Lagerbestände und unser Forderungsmanagement optimieren.
Außerdem nehmen wir verstärkt unsere Kosten in den Fokus. Hier prüfen wir unter anderem unsere Anlagenauslastung und
arbeiten an unserer Produktivität.
Langfristig entwicklen wir unsere gesamte Organisation entlang der neuen Rahmenbedingungen weiter. Dabei helfen uns
drei strategische Prioritäten, nach denen wir handeln, um unseren Erfolg zu sichern.
Erstens: Wir treiben unsere Spezialitätenstrategie weiter voran. Das bedeutet, wir fokussieren uns noch stärker auf Produkte
und Lösungen, über die wir uns klar differenzieren. Sie sind oft kundenspezifisch entwickelt, weisen eine höherer
Wertschöpfungstiefe auf und erzielen höhere Margen. Dazu zählen beispielweise Hightech-Silicone für die Energie- und
Mobilitätswende, Polymere für modernes, nachhaltiges Bauen, Polysilicium für die Halbleiterindustrie sowie
maßgeschneiderte Biotech-Produkte.
Zweitens: Wir erhöhen unsere Effizienz und Geschwindigkeit. Es reicht längst nicht mehr, nur die beste Lösung zu haben.
Man muss diese auch schnell und zu attraktiven Preisen in den Markt bringen. Geschwindigkeit ist zum entscheidenden
Erfolgsfaktor geworden. Um uns hier zu verbessern, haben wir bereits wirksame Programme implementiert und werden
weitere Potenziale ausschöpfen, auch indem wir Möglichkeiten von Digitalisierung und Automatisierung konsequent nutzen.
Unsere neue Fertigungslinie in Burghausen für höchstreines Polysilicium, die wir vor wenigen Wochen eröffnet haben, setzt
hier Maßstäbe. Sie arbeitet mit höchster Effizienz, liefert ein margenstarkes Produkt und wurde in Rekordzeit in Betrieb
genommen.
Drittens: Wir stärken weiter die Fähigkeiten und Fertigkeiten des WACKER Teams. Gerade in der heutigen Zeit, in der alles
schneller und digitaler wird, ist das essenziell. Wir investieren konsequent in Aus- und Weiterbildung. So sichern wir uns die
klugen Köpfe von morgen.
Halbjahresfinanzbericht An unsere Aktionäre
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 5
In den letzten über 100 Jahren hat WACKER es immer wieder geschafft, sich erfolgreich auf neue Gegebenheiten
einzustellen. Dadurch ist das Unternehmen über einen so langen Zeitraum auf dem Erfolgspfad geblieben. Nun stehen wir
wieder an einem Punkt, an dem wir uns anpassen. So bleiben wir wettbewerbsfähig, stärken unsere Position als attraktiver
Arbeitgeber und bleiben langfristig erfolgreich.
Ich kann Ihnen versprechen: Wir bei WACKER nutzen unser Potenzial. Gerade in diesen unsicheren und volatilen Zeiten,
braucht es einen klaren Weg wir bei WACKER haben ihn und gehen ihn. Gemeinsam arbeiten wir weiterhin an den
Lösungen von morgen. Mit Kompetenz, Kundennähe und Innovationskraft.
München, den 30. Juli 2025
Der Vorstand der Wacker Chemie AG
Halbjahresfinanzbericht Die WACKER Aktie
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 6
Die WACKER Aktie
Das Börsengeschehen war im 1. Halbjahr 2025 von erheblicher Unsicherheit und Volatilität an den Märkten geprägt, was in
erster Linie auf die aktuelle US-Handelspolitik zurückzuführen ist. Obwohl sich die weltweiten Aktienmärkte sehr volatil
zeigten, haben sie sich insgesamt positiv entwickelt. Die europäischen Aktienmärkte profitierten insgesamt von
Kapitalzuflüssen aus Anlagen, die bislang in US-Dollar gehalten worden waren.
Der deutsche Leitindex DAX legte im 1. Halbjahr 2025 rund 20 Prozent gegenüber seinem Wert von Ende Dezember 2024
zu. Auch deutsche Nebenwerte folgten diesem positiven Trend. So verzeichnete etwa der MDAX im Berichtszeitraum von
Januar bis Juni 2025 ein Plus von rund 19 Prozent.
Zum Jahresauftakt 2025 lag der Kurs der WACKER Aktie bei 70,04 € (Jahresschlusskurs 30. Dezember 2024). Nachdem die
WACKER Aktie am 18. März 2025 mit 87,60 € ihr Jahreshoch erreichte, fiel ihr Wert im weiteren Verlauf des 1. Halbjahres.
Die Aktie ging am 30. Juni 2025 mit einem Schlusskurs von 62,00 € aus dem Handel. Das waren rund 11 Prozent weniger
als zum Jahresanfang und entsprach einer Marktkapitalisierung von rund 3,08 Mrd. .
Der Kurs der WACKER Aktie reflektierte das anhaltend schwierige Marktumfeld in der Chemiebranche. Die schwache
Konjunktur prägt weiterhin das Bestellverhalten vieler Kunden. So herrscht etwa in der Bauindustrie nach wie vor
Zurückhaltung. Im Bereich Polysilicon bleibt das Geschäft mit Solarsilicium weiterhin herausfordernd.
» Weitere Angaben zu WACKER am Kapitalmarkt finden sich im Geschäftsbericht 2024 auf den Seiten19 bis 22 sowie im Internet unter
www.wacker.com/investor-relations.
Kursverlauf der WACKER Aktie im 1. Halbjahr 2025 (indiziert auf 100)
Halbjahresfinanzbericht Konzernzwischenlagebericht
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 7
Konzernzwischenlagebericht
Gesamtwirtschaftliche Lage, Konjunkturausblick und Branchenentwicklung
Weltwirtschaft durch starke Unsicherheiten geprägt
Große Unsicherheiten prägen die Weltwirtschaft 2025. Handelskonflikte und erhöhte Zölle, welche die globalen Lieferketten
gefährden, sind neben geopolitischen Auseinandersetzungen die Hauptursachen für die weltweite Verunsicherung. Die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beobachtet bei Verbrauchern und Unternehmen
gleichermaßen einen zurückhaltenden Konsum bzw. eine gehemmte Investitionstätigkeit. Die OECD hat deshalb ihre bisherige
Wachstumsprognose für das Jahr 2025 im Juni nach unten angepasst und geht nun von einem globalen Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,9 Prozent im Jahr 2025 aus. Das Wachstum dürfte sich insbesondere in den USA, Kanada,
Mexiko und China spürbar abschwächen. Steuererleichterungen und erhöhte Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur, etwa
in Deutschland und China, werden sich nach Einschätzung der OECD erst 2026 erkennbar auswirken.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine bisherigen Prognosen für das Jahr 2025 ebenfalls revidiert. Aufgrund der
US-Handelspolitik und des volatilen wirtschaftlichen Umfelds prognostiziert er für 2025 eine Abflachung des globalen
Wirtschaftswachstums auf 3,0 Prozent. Das Wachstum wird in den Entwicklungs- und Schwellenländern voraussichtlich
deutlich stärker ausfallen als in den Industrienationen.
WACKER erwartet auf Grundlage der aktuellen Konjunkturprognosen, dass die weltweite Wirtschaftsleistung im Jahr 2025
nur leicht wachsen wird. Die vergleichsweise größten Wachstumsimpulse kommen voraussichtlich erneut aus dem
asiatischen Raum.
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts
%
2024
Ausblick 2025
Welt
3,3
3,0
Industrieländer
1,8
1,5
Entwicklungs- und Schwellenländer
4,3
4,1
Eurozone
0,9
1,0
Deutschland
0,2
0,1
Asien
5,3
5,1
China
5,0
4,8
Indien
6,5
6,4
USA
2,8
1,9
Quelle: IWF, World Economic Outlook Update, 29. Juli 2025
Moderates Wachstum in der chemischen Industrie
Die wirtschaftliche Entwicklung der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist 2025 infolge des schwachen
Industriewachstums in vielen Ländern gehemmt. Die Wachstumsdynamik zeichnet sich weiterhin durch große Unterschiede
zwischen den Regionen aus; Treiber der Entwicklung sind vor allem die Schwellenländer mit China an der Spitze. Der
Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) geht für 2025 von einem globalen Wachstum von 4,4 Prozent für die Chemie-
Branche aus. Für die USA erwartet der VCI ein leichtes Wachstum, während die Branche im EU-Raum stagnieren dürfte.
Zwar fiel der Start ins Jahr 2025 insgesamt besser aus als erwartet, jedoch sind die Erwartungen für das Gesamtjahr getrübt:
die US-Zollpolitik, Handelskonflikte und politische Unsicherheiten erhöhen die Risiken für eine nachhaltige Erholung bzw.
Stabilisierung des Wachstums. Die europäischen Chemieunternehmen befürchten, dass chinesische Waren, die ursprünglich
für den US-amerikanischen Markt gedacht waren, nun aufgrund der aktuellen Entwicklungen auf die europäischen Märkte
umgelenkt werden und in Konsequenz die Exportchancen der dort ansässigen Unternehmen schmälern.
Halbjahresfinanzbericht Konzernzwischenlagebericht
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 8
Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie lag in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres leicht
unter den Vorjahreswerten; die Nachfrage ist nach wie vor gedämpft und die Auslastung der Kapazitäten liegt vielerorts
unterhalb der Rentabilitätsschwelle. Trotz eines leichten Preisauftriebs blieben auch die Umsätze hinter dem Vorjahr zurück.
Die Unternehmen beklagen Belastungen durch bürokratische Hürden sowie die weiterhin hohen Energiepreise, Steuern und
Abgaben. Laut Halbjahresbilanz des VCI gingen die Produktion um 1 Prozent und der Umsatz um 0,5 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr zurück. Rechnet man das Pharmageschäft heraus, betrug das Minus in der Chemieproduktion 3 Prozent. Der
Verband rechnet mittelfristig nicht mit einer Verbesserung und erwartet in der zweiten Jahreshälfte weitere
Produktionsstilllegungen und Verlagerungen von Investitionen ins Ausland. Für das Gesamtjahr prognostiziert der VCI eine
stagnierende Chemie- und Pharmaproduktion (+/- 0 Prozent). Für die Chemieproduktion allein (ohne Pharma) erwartet er
einen Produktionsrückgang um 2 Prozent.
Entwicklung ausgewählter Branchenkennzahlen
%
Wachstum 2024
Ausblick Wachstum
2025
Chemische Industrie
Produktionsleistung weltweit1
4,9
4,4
Produktionsleistung EU1
2,5
0,0
Produktionsleistung Deutschland1, 2
3,3
2,0
Halbleiterindustrie
Entwicklung der Umsätze3
19,7
11,0
Photovoltaikindustrie
weltweit neu installierte Photovoltaikleistung4
33,0
10,0
Quellen:
1Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI), Business Worldwide, Die wirtschaftliche Lage der globalen Chemie im 1. Quartal, Juni 2025
2Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI ), Halbjahresbilanz der chemisch-pharmazeutischen Industrie 2025, 17. Juli 2025
3WSTS Forecast Summary, 3. Juni 2025
4SolarPower Europe, Global Market Outlook for Solar Power 2025-2029, Juni 2025
Die Halbleiterindustrie wird nach Einschätzung des Fachverbandes World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) auch
2025 ein Wachstumsmarkt bleiben und um insgesamt 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Das globale
Marktvolumen dürfte rund 700 Mrd. US-$ erreichen. In den einzelnen Marktsegmenten ergeben sich allerdings
unterschiedliche Bilder. Der Zuwachs wird in erster Linie von der Nachfrage nach Speicher- und Logikchips, die z.B. für KI-
Anwendungen benötigt werden, getragen. In anderen, traditionellen Halbleitersegmenten wird mit einem moderaten
Rückgang gerechnet. Ursachen dafür sieht WSTS in der allgemein schwachen wirtschaftlichen Lage und in den
Handelskonflikten, die die Lieferketten stören sowie die Nachfrage nach einigen Gütern dämpfen.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen verbessert sich aufgrund abnehmender
Gestehungskosten für Solarstrom und höherer Effizienz laufend. Zudem ist Solarenergie ein wesentlicher Faktor für die
Erreichung der globalen Klimaschutzziele. Das Marktumfeld ist auch 2025 von hoher Wettbewerbsintensität, bedingt durch
Überkapazitäten, geprägt. Der Branchenverband SolarPower Europe geht dennoch davon aus, dass der weltweite
Photovoltaikmarkt auch im Jahr 2025 weiter wächst, wenngleich sich die Wachstumsgeschwindigkeit verlangsamt. China ist
weiterhin mit Abstand der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder mit hohen Zubauraten sind zum Beispiel die
USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen mit starkem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und
Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika.
Für 2025 rechnen die Experten von SolarPower Europe in ihrem globalen Marktausblick damit, dass in einem mittleren
Prognose-Szenario rund 655 Gigawatt Photovoltaikleistung zum bestehenden Netz hinzukommen werden. Im Vergleich zu
2024 würde das einen Zuwachs von 10 Prozent bedeuten.
» Siehe Geschäftsbericht 2024, Seite 116 und 117
Halbjahresfinanzbericht Konzernentwicklung/Ertragslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 9
Konzernentwicklung/Ertragslage
1. Januar bis 30. Juni 2025
Umsatzerlöse
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Silicones
1.458,2
1.429,1
2,0
Polymers
723,1
761,5
5,0
Biosolutions
178,5
169,6
5,2
Polysilicon
463,5
531,6
12,8
Zentralfunktionen/Sonstiges
73,9
73,3
0,8
Konsolidierungen
6,0
7,7
22,1
Konzernumsatz
2.891,2
2.957,4
2,2
EBITDA
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Silicones
207,6
165,7
25,3
Polymers
76,9
114,2
32,7
Biosolutions
10,1
5,7
77,2
Polysilicon
58,0
98,5
41,1
Zentralfunktionen/Sonstiges
119,5
68,6
74,2
Konsolidierungen
0,5
0,3
n.a.
Konzern-EBITDA1
233,6
315,2
25,9
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
EBIT
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Silicones
133,9
95,2
40,7
Polymers
46,7
85,5
45,4
Biosolutions
15,9
14,2
12,0
Polysilicon
16,2
39,1
n.a.
Zentralfunktionen/Sonstiges
167,7
116,3
44,2
Konsolidierungen
0,5
0,3
n.a.
Konzern-EBIT1
18,7
89,0
n.a.
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Halbjahresfinanzbericht Konzernentwicklung/Ertragslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 10
Der Umsatz des WACKER Konzerns ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Umsatzerlöse
beliefen sich von Januar bis Juni 2025 auf 2.891,2 Mio. (Vorjahr 2.957,4 Mio. ). Das ist ein Minus von 2 Prozent.
Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren in erster Linie niedrigere Absatzmengen, insbesondere im Geschäftsbereich
Polysilicon. Zudem belasteten Wechselkursveränderungen die Umsatzentwicklung. Das Geschäft mit Polysilicium hat sich
vor allem aufgrund deutlich geringerer Absatzmengen im Bereich Solarsilicium im Vergleich zum Vorjahr rückläufig entwickelt
und lag im 1. Halbjahr 2025 13 Prozent unter dem Vorjahr. Der Umsatz in den Chemiebereichen entwickelte sich
unterschiedlich: Während er im Bereich Polymers im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024 um 5 Prozent zurückgegangen ist, ist er
im Bereich Silicones um 2 Prozent gestiegen. Biosolutions entwickelte sich positiv und lag beim Umsatz 5 Prozent über der
Vorjahresperiode.
Umsatzentwicklung im Jahresvergleich
Umsatzwachstum in Europa, Asien rückläufig
Im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2025 ist der Konzernumsatz in den Regionen Europa und Amerika gestiegen, während
er in Asien gesunken ist. Die Region Asien verbuchte einen Umsatzrückgang von 11 Prozent. In Amerika lag der Umsatz mit
einem Plus von 1 Prozent in etwa auf Vorjahresniveau, während der Zuwachs in Europa bei 3 Prozent lag.
Konzernumsatz nach Regionen
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Anteil am
Konzernumsatz in %
1.181,1
1.143,2
3,3
41
540,4
533,8
1,2
19
993,0
1.112,7
10,8
34
176,7
167,7
5,4
6
2.891,2
2.957,4
2,2
100
Halbjahresfinanzbericht Konzernentwicklung/Ertragslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 11
EBITDA liegt bei 234 Mio. , EBITDA-Marge beträgt 8 Prozent
WACKER hat im Berichtszeitraum ein EBITDA von 233,6 Mio. erwirtschaftet. Es lag damit um 26 Prozent unter dem Wert
des Vorjahreszeitraums (315,2 Mio. ). Gründe für den Rückgang waren unter anderem geringere Absatzmengen im Bereich
Solarsilicium und eine niedrigere Anlagenauslastung. Für die 6 Monate Januar bis Juni 2025 ergibt sich im WACKER
Konzern eine EBITDA-Marge von 8,1 Prozent (Vorjahr 10,7 Prozent).
Die EBITDA-Definition wurde sowohl für die laufende als auch für die Vorperiode angepasst und enthält kein
Beteiligungsergebnis mehr. Einzelheiten sind im Kapitel „Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ des
verkürzten Konzernhangs beschrieben.
Überleitung EBITDA auf EBIT
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
EBITDA1
233,6
315,2
25,9
Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen
252,3
226,2
11,5
EBIT1
18,7
89,0
n.a.
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
EBIT sinkt gegenüber dem Vorjahr
Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist im Berichtszeitraum deutlich zurückgegangen. Es summiert sich auf
18,7 Mio. (Vorjahr 89,0 Mio. ). Für die Monate Januar bis Juni 2025 ergibt sich eine EBIT-Marge von 0,6 Prozent
(Vorjahr 3,0 Prozent). Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren in erster Linie die bereits genannten Faktoren.
Die Abschreibungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 252,3 Mio. (Vorjahr 226,2 Mio. ). Das sind 12 Prozent mehr als
im Vergleichszeitraum. Grund waren hier die gestiegenen Investitionen in den Vorjahren.
Die Herstellungskostenquote lag im Berichtszeitraum bei 88 Prozent. Sie ist damit im Vergleich zum Vorjahr um
2 Prozentpunkte gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die niedrigeren Absatzpreise sowie die geringere
Anlagenauslastung zurückzuführen. Die Rohstoff- und Energiepreise waren in Summe rückläufig und halfen, den Rückgang
der Absatzpreise auszugleichen.
Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
EBIT1
18,7
89,0
n.a.
Finanzergebnis1
26,3
6,0
n.a.
Ergebnis vor Ertragsteuern
45,0
95,0
n.a.
Ertragsteuern
22,4
11,8
n.a.
Periodenergebnis
22,6
83,2
n.a.
davon
auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
32,1
73,2
n.a.
auf andere Gesellschafter entfallend
9,5
10,0
5,0
Ergebnis je Aktie in(unverwässert/verwässert)
0,65
1,47
n.a.
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet)
49.677.983
49.677.983
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Halbjahresfinanzbericht Konzernentwicklung/Ertragslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 12
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis des WACKER Konzerns belief sich im Berichtszeitraum auf 26,3 Mio. (Vorjahr 6,0 Mio. ). Der
Rückgang resultiert im Wesentlichen aus einem geringeren Equity-Ergebnis sowie einem niedrigeren Zinsergebnis.
Das Equity-Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 2,7 Mio. (Vorjahr 16,9 Mio. ). Es ist geprägt durch die Ergebnisse
der Siltronic AG, an der WACKER mit 30,8 Prozent beteiligt ist. Im sonstigen Beteiligungsergebnis wurden
Dividendenerträge in Höhe von 4,4 Mio. (Vorjahr 0,1 Mio. ) ausgewiesen.
WACKER erzielte Zinserträge in Höhe von 13,4 Mio. (Vorjahr 22,5 Mio. ). Diesen stehen Zinsaufwendungen in Höhe von
30,1 Mio. (Vorjahr 20,6 Mio. ) gegenüber.
Das übrige Finanzergebnis beträgt im Berichtszeitraum 16,7 Mio. (Vorjahr 12,9 Mio. ). Neben Zinseffekten aus
Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kosten aus derivativen Finanzinstrumenten zur Sicherung von
Konzernfinanzierungen sowie Währungseffekte aus Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährung enthalten.
Ertragsteuern
In den ersten 6 Monaten des Jahres 2025 ergab sich ein Steuerertrag in Höhe von 22,4 Mio. (Vorjahr Steueraufwand in
Höhe von 11,8 Mio. ) und ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 45,0 Mio. . Der gebuchte Steuerertrag resultiert in erster
Linie aus dem Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge. Die Steuerquote im Berichtszeitraum beträgt
49,8 Prozent (Vorjahr 12,4 Prozent). Die höhere Steuerquote resultiert im Wesentlichen aus Effekten aus dem Nichtansatz
latenter Steuern auf temporäre Differenzen.
Periodenergebnis
Das Periodenergebnis des Berichtzeitraums beläuft sich aufgrund der oben genannten Effekte auf 22,6 Mio. (Vorjahr
83,2 Mio. ).
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie liegt im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2025 bei 0,65 € (Vorjahr 1,47 €).
Halbjahresfinanzbericht Entwicklung der Geschäftsbereiche
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 13
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Silicones
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Außenumsatz
1.458,1
1.429,0
2,0
Innenumsatz
0,1
0,1
Gesamtumsatz
1.458,2
1.429,1
2,0
EBIT1
133,9
95,2
40,7
EBIT-Marge (%)1
9,2
6,7
Abschreibungen
73,7
70,5
4,5
EBITDA1
207,6
165,7
25,3
EBITDA-Marge (%)1
14,2
11,6
Investitionen
78,3
108,1
27,6
Forschungsaufwand
41,7
39,0
6,9
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (1,9 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 5,7 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Stichtag
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Anzahl der Mitarbeitenden
6.297
6.242
0,9
Der Gesamtumsatz von Silicones lag im 1. Halbjahr 2025 mit 1.458,2 Mio. um 2 Prozent über dem Vorjahr (1.429,1 Mio. ).
Positiv ausgewirkt hat sich ein verbesserter Produktmix vor allem im 1. Quartal. Negativ ausgewirkt hat sich der Euro / US-
Dollar-Wechselkurseffekt ab dem 2. Quartal. Eine gestiegene Nachfrage war beispielweise bei Produkten für den
Gesundheitsbereich hier liefert WACKER etwa Siliconadhäsive für die Wundversorgung zu verzeichnen. Schwach
entwickelt hat sich im 1. Halbjahr dagegen die Nachfrage aus der Automobilbranche und aus dem Baugewerbe. Auch in
konsumentennahen Abnehmerbranchen wie z.B. Textil war die Nachfrage schwächer.
Das EBITDA von Silicones ist im Berichtszeitraum Januar bis Juni 2025 mit 207,6 Mio. gegenüber dem Vorjahr
(165,7 Mio. ) um 25 Prozent gestiegen. Die Ergebnisentwicklung profitierte von positiven Produktmixeffekten und leicht
niedrigeren Rohstoff- und Energiepreisen. Zudem kamen Versicherungsentschädigungen im niedrigen zweistelligen
Millionenbereich zum Tragen. Die EBITDA-Marge belief sich im Berichtszeitraum auf 14,2 Prozent nach 11,6 Prozent im
Vorjahreszeitraum.
Die Investitionen von Silicones haben sich im Jahresvergleich verringert. Sie summierten sich im Berichtszeitraum auf
78,3 Mio. (Vorjahr 108,1 Mio. ). Die Mittel flossen unter anderem in eine Kapazitätserweiterung am chinesischen Standort
Zhangjiagang, an dem WACKER Siliconöle, Siliconemulsionen und Siliconelastomer-Gele herstellt. Die Erweiterungsarbeiten
wurden im Mai fertiggestellt. Zudem wurden im 1. Halbjahr 2025 zwei neue Produktionsanlagen für Spezialsilicone im
japanischen Tsukuba und im südkoreanischen Jincheon in Betrieb genommen. Mittel wurden auch in den Bau eines neuen
Produktionsstandortes im tschechischen Karlsbad investiert, der Ende 2025 in Betrieb geht. Am deutschen Standort
Nünchritz ging eine neue Anlage für die Herstellung von Hybridpolymeren, die als Bindemittel in hochwertigen Kleb- und
Dichtstoffen eingesetzt werden, in Betrieb.
Halbjahresfinanzbericht Entwicklung der Geschäftsbereiche
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 14
Polymers
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Außenumsatz
717,2
753,9
4,9
Innenumsatz
5,9
7,6
22,4
Gesamtumsatz
723,1
761,5
5,0
EBIT
46,7
85,5
45,4
EBIT-Marge (%)
6,5
11,2
Abschreibungen
30,2
28,7
5,2
EBITDA
76,9
114,2
32,7
EBITDA-Marge (%)
10,6
15,0
Investitionen
21,9
27,6
20,7
Forschungsaufwand
18,5
17,8
3,9
Stichtag
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Anzahl der Mitarbeitenden
1.632
1.613
1,2
Der Gesamtumsatz von Polymers lag im Berichtszeitraum mit 723,1 Mio. um 5 Prozent unter Vorjahr (761,5 Mio. ).
Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren niedrigere Preise und Absatzmengen. Insbesondere die weiterhin schwache
Baukonjunktur vor allem in China und Westeuropa belastete das Geschäft.
Das EBITDA von Polymers summierte sich im Berichtszeitraum auf 76,9 Mio. (Vorjahr 114,2 Mio. ) und lag somit
33 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ursächlich waren auch hier die niedrigeren Preise und Absatzmengen. Die im
Jahresvergleich teilweise niedrigeren Rohstoff- und Energiekosten haben sich positiv ausgewirkt. Negativ ausgewirkt haben
sich dagegen Wechselkurseffekte und eine geplante technische Anlagenabstellung. Die EBITDA-Marge lag im
Berichtszeitraum bei 10,6 Prozent nach 15,0 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Polymers hat von Januar bis Juni 2025 insgesamt 21,9 Mio. (Vorjahr 27,6 Mio. ) investiert. Die Mittel flossen unter
anderem in zusätzliche Kapazitäten für die Produktion von VAE-Dispersionen am US-amerikanischen Standort Calvert City
und Infrastrukturmaßnahmen am Standort Burghausen.
Halbjahresfinanzbericht Entwicklung der Geschäftsbereiche
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 15
Biosolutions
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Außenumsatz
178,5
169,6
5,2
Innenumsatz
Gesamtumsatz
178,5
169,6
5,2
EBIT
15,9
14,2
12,0
EBIT-Marge (%)
8,9
8,4
Abschreibungen
26,0
19,9
30,7
EBITDA
10,1
5,7
77,2
EBITDA-Marge (%)
5,7
3,4
Investitionen
8,5
24,8
65,7
Forschungsaufwand
3,7
3,1
19,4
Stichtag
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Anzahl der Mitarbeitenden
1.174
1.189
1,3
Biosolutions erzielte im Berichtszeitraum einen Gesamtumsatz von 178,5 Mio. . Die Erlöse lagen damit über Vorjahr
(169,6 Mio. ). Insbesondere das Geschäft mit Biopharmazeutika und das CDMO-Geschäft am Standort León, Spanien, an
dem Lebensmittelinhaltsstoffe hergestellt werden, haben sich positiv entwickelt. Dagegen wirkte sich die schwache
Nachfrage bei einzelnen Produktgruppen negativ auf den Umsatz aus.
Das EBITDA von Biosolutions lag in den ersten 6 Monaten des Jahres 2025 mit 10,1 Mio. um 4,4 Mio. über Vorjahr
(5,7 Mio. ), im Wesentlichen getrieben durch die höheren Umsätze. Die EBITDA-Marge belief sich im 1. Halbjahr auf
5,7 Prozent nach 3,4 Prozent im Vorjahr.
Biosolutions hat im Berichtszeitraum 8,5 Mio. (Vorjahr 24,8 Mio. ) in technische Anlagen, unter anderem in eine
automatisierte Verpackungsanlage und Laborgeräte, investiert.
Halbjahresfinanzbericht Entwicklung der Geschäftsbereiche
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 16
Polysilicon
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Außenumsatz
463,5
531,6
12,8
Innenumsatz
Gesamtumsatz
463,5
531,6
12,8
EBIT1
16,2
39,1
n.a.
EBIT-Marge (%)1
3,5
7,4
Abschreibungen
74,2
59,4
24,9
EBITDA1
58,0
98,5
41,1
EBITDA-Marge (%)1
12,5
18,5
Investitionen
52,3
103,4
49,4
Forschungsaufwand
24,1
20,1
19,9
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (4,4 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 0,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Stichtag
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Anzahl der Mitarbeitenden
2.394
2.375
0,8
Polysilicon hat im 1. Halbjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 463,5 Mio. erzielt. Das sind 13 Prozent weniger als im
Vorjahr (531,6 Mio. ). Ursache für diesen Rückgang waren vor allem deutlich geringere Absatzmengen bei Solarsilicium.
Das Geschäft mit Halbleiter-Polysilicium hat sich dagegen sehr gut entwickelt und verzeichnete ein signifikantes Wachstum
von über 30 Prozent im Jahresvergleich.
Das EBITDA von Polysilicon belief sich im Berichtszeitraum auf 58,0 Mio. und liegt damit um 41 Prozent unter Vorjahr
(98,5 Mio. ). Ausschlaggebend für dieses Minus waren auch hier in erster Linie die niedrigeren Absatzmengen
im Bereich Solarsilicium und damit einhergehend eine deutlich geringere Anlagenauslastung. Von Januar bis Juni 2025
ergibt sich eine EBITDA-Marge von 12,5 Prozent nach 18,5 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Polysilicon hat in der Berichtsperiode 52,3 Mio. investiert, nach 103,4 Mio. im Vorjahr. Die Mittel flossen größtenteils in
den Ausbau der Kapazitäten für Halbleiter-Polysilicium am Standort Burghausen, die im Mai 2025 in Betrieb gegangen ist.
Mit der neuen Reinigungslinie hat WACKER die Kapazitäten für höchstreines Halbleiter-Polysilicium um mehr als 50 Prozent
erhöht und die Reinheit des Polysiliciums weiter gesteigert.
Halbjahresfinanzbericht Finanz-und Vermögenslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 17
Finanz- und Vermögenslage
30. Juni 2025
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum Stichtag 30. Juni 2025 auf 8,80 Mrd. nach 9,41 Mrd. am 31. Dezember
2024. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem Rückgang der liquiden Mittel. Auf der Passivseite blieben die langfristigen
Schulden nahezu konstant. Die kurzfristigen Schulden dagegen haben sich vor allem durch geringere Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen verringert. Das Eigenkapital ist aufgrund von Währungseffekten aus dem US-Dollar und der
Dividendenausschüttung der Wacker Chemie AG zurückgegangen.
Anlagevermögen gesunken
Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen ist im Vergleich zum Ende des abgelaufenen
Geschäftsjahres im Wesentlichen durch hohe Währungseffekte aus dem US-Dollar um 219,3 Mio. gesunken. Insgesamt
beläuft sich das Anlagevermögen auf 4,67 Mrd. (31.12.2024: 4,89 Mrd. ). Die Investitionen in das Sachanlagevermögen
betrugen 188,9 Mio. (Vorjahr 294,10 ). Abschreibungen in Höhe von 252,3 Mio. (Vorjahr 226,2 Mio. ) reduzierten das
Anlagevermögen.
Halbjahresfinanzbericht Finanz-und Vermögenslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 18
Working Capital erhöht
Das Working Capital stieg um 8 Prozent auf 1,84 Mrd. (31.12.2024: 1,71 Mrd. ). Die Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen erhöhten sich um 9 Prozent. Bei den Vorräten ergab sich ein Rückgang um 4 Prozent. Die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 16 Prozent. Diese Veränderungen sind im Wesentlichen auf
stichtagsbezogene Effekte zurückzuführen.
Veränderung Working Capital
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
836,4
764,6
9,4
Vorräte
1.723,3
1.795,5
4,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
715,7
851,5
15,9
Working Capital
1.844,0
1.708,6
7,9
Liquidität sinkt aufgrund von Investitionen und Auszahlungen für Dividende
WACKER weist zum 30. Juni 2025 liquide Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente) von 796,2 Mio. aus (31.12.2024: 1,26 Mrd. ). Das ist ein Rückgang um 37 Prozent. Diese
Entwicklung ist vor allem durch die Investitionsausgaben und einen leicht negativen Cashflow aus betrieblicher
Geschäftstätigkeit bedingt. Des Weiteren reduzierte sich die Liquidität aufgrund der Dividendenauszahlung der
Wacker Chemie AG in Höhe von 124,2 Mio. .
Pensionsrückstellungen gingen zurück
Die Pensionsrückstellungen gingen zum Bilanzstichtag aufgrund der gestiegenen Diskontierungszinssätze zurück. Sie lagen
bei 692,1 Mio. (31.12.2024: 752,4 Mio. ). Die Diskontierungszinssätze betrugen im Inland 3,97 Prozent (31.12.2024:
3,45 Prozent) und in den USA 5,41 Prozent (31.12.2024: 5,54 Prozent).
Eigenkapitalquote liegt stabil bei 51 Prozent
Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2024 gesunken. Es belief sich zum 30. Juni 2025
auf 4,50 Mrd. (31.12.2024: 4,84 Mrd. ). Die Eigenkapitalquote liegt stabil bei 51,2 Prozent (31.12.2024: 51,4 Prozent).
Hier spiegeln sich das Periodenergebnis in Höhe von 22,6 Mio. sowie die Auszahlung der Dividende der
Wacker Chemie AG in Höhe von 124,2 Mio. wider. Des Weiteren reduzierten Effekte aus der Währungsumrechnung das
Eigenkapital um 255,1 Mio. . Effekte aus der Neubewertung der leistungsorientierten Pensionspläne erhöhten dagegen das
übrige Eigenkapital um 46,4 Mio. .
Brutto-Cashflow
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich von Januar bis Juni 2025 auf 5,3 Mio. (Vorjahr
12,8 Mio. ). Dieser resultierte im Wesentlichen aus einem um Abschreibungen bereinigten Periodenergebnis von
229,7 Mio. (Vorjahr 309,4 Mio. ). Neben dem negativen Periodenergebnis reduzierte im Wesentlichen der
währungsbereinigte Anstieg des Working Capital in Höhe von 144,1 Mio. (Vorjahr 250,4 Mio. ) den Brutto-Cashflow.
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit
Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit lag von Januar bis Juni 2025 mit 296,3 Mio. auf dem Niveau des
Vorjahreswerts (292,7 Mio. ). Die Investitionen betrafen hauptsächlich Kapazitätserweiterungen in den Chemiebereichen
sowie den Bau einer neuen Reinigungslinie für Polysilicium mit höchsten Reinheitsgraden.
Halbjahresfinanzbericht Finanz-und Vermögenslage
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 19
Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow beläuft sich im Sechs-Monats-Zeitraum 2025 aufgrund der oben genannten Effekte auf 301,6 Mio.
(Vorjahr 305,5 Mio. ).
Netto-Cashflow
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)1
5,3
12,8
58,6
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren1
296,3
292,7
1,2
Netto-Cashflow
301,6
305,5
1,3
1Erhaltene Ausschüttungen wurden vom Brutto-Cashflow in den Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit umgegliedert (7,8 Mio. ) (inkl. Vorjahresanpassung 17,1 Mio. );
siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum 2025 auf 121,4 Mio. (Vorjahr 14,3 Mio. ). Er
enthält im Wesentlichen die Gewinnausschüttung der Wacker Chemie AG in Höhe von 124,2 Mio. sowie
Refinanzierungsmaßnahmen im 1. Halbjahr 2025.
Finanzierungsverbindlichkeiten konstant
Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum 30. Juni 2025 konstant geblieben. Sie beliefen sich auf
1,94 Mrd. (31.12.2024: 1,95 Mrd. ). Im 2. Quartal 2025 hat WACKER ein neues langfristiges Darlehen in Höhe von
150 Mio. aufgenommen. Im 1. Quartal 2025 wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 150 Mio. getilgt.
Nettofinanzschulden von 1,14 Mrd.
Die Nettofinanzschulden (Saldo aus lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) sind im
Sechs-Monats-Zeitraum 2025 deutlich gestiegen. WACKER weist zum 30. Juni 2025 Nettofinanzschulden von 1,14 Mrd.
aus (31.12.2024: Nettofinanzschulden von 690,6 Mio. ). Maßgeblich hierfür waren neben dem leicht negativen Cashflow
aus betrieblicher Tätigkeit die ausbezahlte Dividende der Wacker Chemie AG sowie die Investitionsausgaben.
Nettofinanzschulden
Halbjahresfinanzbericht Chancen und Risiken Prognoseveränderungsbericht
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 20
Chancen und Risiken
Einschätzungen zu Chancen und Risiken im Wesentlichen unverändert
Die zentralen Risikofelder, die sich im Jahr 2025 nachteilig auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
auswirken könnten, haben wir im Geschäftsbericht 2024 ausführlich erläutert. Zudem beschreiben wir darin die wesentlichen
Chancen für unser Geschäft sowie die Ausgestaltung unseres ganzheitlichen Ansatzes für das Risiko- und Compliance-
Management.
» Siehe Geschäftsbericht 2024, Seite 93 bis 113
Die dort berichteten Einschätzungen sind im Wesentlichen weiterhin unverändert gültig. Die Risiken aus geopolitischen
Krisen, gedämpften Konjunkturerwartungen und vergleichsweise hohen Energiepreisen in Europa sorgen nach wie vor für
Unsicherheit an den Märkten. Wir sehen weiterhin niedrige Verkaufspreise und eine schwache Nachfrage unserer Kunden in
zahlreichen Anwendungsbranchen. Eine nachhaltige Trendwende ist gegenwärtig noch nicht erkennbar.
Auch Absatzmarktrisiken, die sich durch Zollverfahren ergeben könnten, haben wir im Geschäftsbericht abgebildet. Mit der
weitreichenden Ankündigung von Importzöllen durch die US-amerikanische Regierung seit Beginn des 2. Quartals hat sich
die Risikosituation im Berichtszeitraum allerdings verschärft. Die angekündigten US-Importzölle stellen ein akutes Risiko dar,
das wir in unserem Risikomanagement nun als neu definiertes Risiko berücksichtigen. Das unmittelbare Risiko für WACKER
aus direkten Auswirkungen der US-Importzölle schätzen wir als niedrig ein, da die angekündigten Zölle nach aktuellem
Kenntnisstand voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen auf unser Geschäft hätten. Viele der in den USA verkauften
Produkte werden von WACKER direkt vor Ort produziert. Das Unternehmen folgt damit der Strategie in der Region für die
Region.So werden unter anderem Dispersionen für die Bauindustrie und Polysilicium für die Solar- und Halbleiterindustrie in
den USA für den lokalen Markt produziert. Dazu kommt, dass viele der größten Importkategorien von WACKER in den USA
aufgrund von Ausnahmeregelungen von den angekündigten Importzöllen nicht betroffen wären. Dazu zählen zahlreiche
Chemikalien, so etwa Siloxan und Silane. WACKER hat im Jahr 2024 Produkte im Wert von rund 300 Mio. US-Dollar in die
USA importiert, von denen voraussichtlich mehr als die Hälfte von den angekündigten US-Importzöllen ausgenommen
wären. Betrachtet man den Rest, ergäben sich aus den seit dem 2. April 2025 im Raum stehenden zusätzlichen Importzöllen
in Höhe von rund 20 Prozent Effekte von rund 20 Mio. US-Dollar, die WACKER im Eintrittsfall soweit möglich an seine
Kunden weiterzugeben würde.
Unabhängig von den direkten Effekten auf das Geschäft von WACKER stellen die aktuellen Zollkonflikte einen erheblichen
Unsicherheitsfaktor für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dar. Die Auswirkungen solcher Konflikte auf die Weltwirtschaft
wie auch auf das Geschäft von WACKER in seinen vier Geschäftsbereichen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht
zuverlässig abzuschätzen. Sollte sich das Marktumfeld in Zukunft nachhaltig verschlechtern, könnten daraus
Wertanpassungen in der Bilanz resultieren, beispielsweise bei der Beteiligung an der Siltronic AG oder bei Vermögenswerten
im Geschäftsbereich Polysilicon.
Im Geschäftsbericht 2024 haben wir in der Risikokategorie „Regulatorische Risiken“ das Risiko einer potenziellen
Rückzahlungsverpflichtung erhaltener Energiebeihilfen beschrieben. Nachdem unser internes Nachweis- und Kontrollsystem
inzwischen erfolgreich zertifiziert wurde, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos für den Berichtszeitraum
2025 nunmehr geringer als 10 Prozent und stufen es somit in der Bewertung auf „latent“ zurück.
Wir haben keine weiteren bedeutsamen Risiken und Chancen identifiziert, die über das hinausgehen, was wir in unserem
Geschäftsbericht 2024 und ergänzend an dieser Stelle dargestellt haben. Wir erwarten derzeit nicht, dass Risiken eintreten,
die eigenständig oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand von WACKER gefährden könnten.
Halbjahresfinanzbericht Chancen und Risiken Prognoseveränderungsbericht
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 21
Prognoseveränderungsbericht
Jahresprognose angepasst
Unsere Einschätzungen zur voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens im laufenden Jahr haben wir im
Prognosebericht des Geschäftsberichts 2024 ausführlich dargestellt.
» Siehe Geschäftsbericht 2024, Seite 114 bis 121
WACKER hat am 18. Juli 2025 seine Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Ausschlaggebend dafür waren die
anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten, die eine schwache Nachfrage der Kunden in
zahlreichen Anwenderbranchen nach sich ziehen. Dazu kommt die ungünstige Entwicklung der Euro / US-Dollar-
Wechselkurse seit Beginn des 2. Quartals und die Erwartung, dass das aktuelle Wechselkursniveau anhalten wird. Im
Bereich Polysilicium hatte das Unternehmen zudem erwartet, dass sich im Jahresverlauf die handelspolitischen
Unsicherheiten auf dem US-Markt für Solar-Polysilicium auflösen und sich die Nachfrage erholt. Diese Entwicklung ist
bislang ausgeblieben.
Im Einzelnen hat WACKER nun folgende Erwartungen:
Der Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2025 wird voraussichtlich in der Bandbreite von 5,5 Mrd. bis 5,9 Mrd. liegen
(bisherige Prognose: 6,1 Mrd. bis 6,4 Mrd. ). Das EBITDA des Gesamtjahres wird zwischen 500 Mio. und 700 Mio.
erwartet (bisherige Prognose: 700 Mio. bis 900 Mio. ). Die EBITDA-Marge wird voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahr
liegen (bisherige Prognose: auf dem Niveau des Vorjahres). Auch der ROCE wird deutlich unter Vorjahr erwartet (bisherige
Prognose: auf dem Niveau des Vorjahres). Das Unternehmen rechnet mit einem in etwa ausgeglichenen Netto-Cashflow
(bisherige Prognose: positiv, deutlich über Vorjahr). Die Investitionen werden voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen
und sich gleichzeitig auf dem Niveau der Abschreibungen bewegen (bisherige Prognose: deutlich unter Vorjahr, leicht über
den Abschreibungen). Das Unternehmen rechnet zudem mit einer deutlich höheren Nettofinanzverschuldung als im Vorjahr
(bisherige Prognose: auf dem Niveau des Vorjahres).
Für den Geschäftsbereich Silicones erwartet WACKER im Gesamtjahr einen Umsatz und ein EBITDA auf Vorjahresniveau
(bisherige Prognose: Umsatzanstieg um 10 Prozent, EBITDA-Marge leicht über Vorjahr). Im Bereich Polymers wird mit
einem Rückgang beim Umsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich gerechnet (bisherige Prognose: Umsatzanstieg im
niedrigen einstelligen Prozentbereich). Die EBITDA-Marge wird nach wie vor auf Vorjahresniveau erwartet. Im Bereich
Biosolutions werden sich Umsatz und EBITDA voraussichtlich auf Vorjahresniveau bewegen (bisherige Prognose: Umsatz
bei 400 Mio. , EBITDA-Marge leicht über Vorjahr). Für den Geschäftsbereich Polysilicon rechnet WACKER mit einem
Umsatz auf Vorjahresniveau (bisherige Prognose: 1,0 Mrd. bis 1,3 Mrd. ). Das EBITDA wird sich voraussichtlich bei rund
100 Mio. bewegen (bisherige Prognose: 100 Mio. bis 250 Mio. ).
Die zum 30. Juni 2025 erfolgte Änderung der Bilanzierungsmethoden, wonach das Beteiligungsergebnis nicht mehr in die
Ermittlung des EBITDA einbezogen wird, wurde in der angepassten Prognose berücksichtigt. Es ergaben sich nur
geringfügige Auswirkungen auf die Steuerungskennzahlen EBITDA, EBITDA-Marge und ROCE. Einzelheiten sind im Kapitel
„Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ des verkürzten Konzernhangs beschrieben.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 22
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Umsatzerlöse
2.891,2
2.957,4
2,2
Herstellungskosten
2.534,1
2.522,3
0,5
Bruttoergebnis vom Umsatz
357,1
435,1
17,9
Vertriebskosten
184,0
171,6
7,2
Forschungs- und Entwicklungskosten
109,9
100,7
9,1
Allgemeine Verwaltungskosten
94,0
96,7
2,8
Sonstige betriebliche Erträge
66,0
55,2
19,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen
53,9
32,3
66,9
Betriebsergebnis (EBIT: Earnings before interest and taxes)1
18,7
89,0
n.a.
Equity-Ergebnis
2,7
16,9
84,0
Sonstiges Beteiligungsergebnis
4,4
0,1
>100
Zinserträge
13,4
22,5
40,4
Zinsaufwendungen
30,1
20,6
46,1
Übrige finanzielle Erträge
64,8
28,7
>100
Übrige finanzielle Aufwendungen
81,5
41,6
95,9
Finanzergebnis1
26,3
6,0
n.a.
Ergebnis vor Ertragsteuern
45,0
95,0
n.a.
Ertragsteuern
22,4
11,8
n.a.
Periodenergebnis
22,6
83,2
n.a.
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
32,1
73,2
n.a.
auf andere Gesellschafter entfallend
9,5
10,0
5,0
Ergebnis je Stammaktie in € (unverwässert/verwässert)
0,65
1,47
n.a.
Durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien (gewichtet)
49.677.983
49.677.983
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 23
Konzerngesamtergebnisrechnung
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Periodenergebnis
22,6
83,2
Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
46,4
92,6
davon Ertragsteuereffekte
17,3
33,3
Summe der Posten, die nicht in die GuV umgegliedert werden
46,4
92,6
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
3,6
9,6
Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
255,1
29,0
davon ergebniswirksam
Wertänderungen von Wertpapieren (FVOCI)
0,6
2,1
davon Ertragsteuereffekte
0,3
0,9
davon ergebniswirksam
Wertänderungen von derivativen Finanzinstrumenten (Cashflow Hedge)
18,1
3,2
davon Ertragsteuereffekte
6,6
1,4
davon ergebniswirksam
1,2
1,4
Summe der Posten, die in die GuV umgegliedert werden
236,4
34,3
davon Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
37,7
2,5
Im Eigenkapital zu erfassende Erträge und Aufwendungen nach Steuern
190,0
126,9
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
172,5
124,6
auf andere Gesellschafter entfallend
17,5
2,3
Gesamtergebnis
212,6
210,1
davon
auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend
204,6
197,8
auf andere Gesellschafter entfallend
8,0
12,3
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 24
Konzernbilanz
Zum 30. Juni 2025
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte
264,2
288,6
8,5
Sachanlagen
3.175,9
3.323,3
4,4
Nutzungsrechte
269,7
273,2
1,3
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
26,5
31,3
15,3
At equity bewertete Beteiligungen
937,0
976,2
4,0
Wertpapiere
2,1
41,8
95,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
68,4
79,2
13,6
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
72,2
70,5
2,4
Aktive latente Steuern
286,0
270,5
5,7
Langfristige Vermögenswerte
5.102,0
5.354,6
4,7
Vorräte
1.723,3
1.795,5
4,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
836,4
764,6
9,4
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
75,5
43,8
72,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
220,0
193,8
13,5
Ertragsteuerforderungen
47,1
43,3
8,8
Wertpapiere und Festgelder
65,6
167,6
60,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
728,5
1.046,7
30,4
Kurzfristige Vermögenswerte
3.696,4
4.055,3
8,9
Summe Aktiva
8.798,4
9.409,9
6,5
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 25
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Veränderung in %
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital der Wacker Chemie AG
260,8
260,8
Kapitalrücklage der Wacker Chemie AG
157,8
158,5
0,4
Eigene Anteile
45,1
45,1
Gewinnrücklagen/Konzernergebnis
3.940,3
4.096,6
3,8
Übrige Eigenkapitalposten
25,9
198,4
86,9
Auf die Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallendes Eigenkapital
4.339,7
4.669,2
7,1
Anteile anderer Gesellschafter
162,8
167,8
3,0
Eigenkapital
4.502,5
4.837,0
6,9
Pensionsrückstellungen
692,1
752,4
8,0
Andere Rückstellungen
206,6
212,6
2,8
Finanzierungsverbindlichkeiten
1.782,1
1.725,5
3,3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
8,2
12,3
33,3
Ertragsteuerverbindlichkeiten
104,9
104,0
0,9
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten
201,0
217,8
7,7
Sonstige Verbindlichkeiten
1,2
1,3
7,7
Passive latente Steuern
21,9
24,2
9,5
Langfristige Schulden
3.018,0
3.050,1
1,1
Andere Rückstellungen
72,5
59,8
21,2
Finanzierungsverbindlichkeiten
153,4
221,2
30,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
715,7
851,5
15,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
44,7
51,6
13,4
Ertragsteuerverbindlichkeiten
15,1
39,2
61,5
Verkaufsvertragsverbindlichkeiten
70,8
82,5
14,2
Sonstige Verbindlichkeiten
205,7
217,0
5,2
Kurzfristige Schulden
1.277,9
1.522,8
16,1
Schulden
4.295,9
4.572,9
6,1
Summe Passiva
8.798,4
9.409,9
6,5
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 26
Konzernkapitalflussrechnung
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
Periodenergebnis
22,6
83,2
n.a.
Abschreibungen auf Anlagevermögen
252,3
226,2
11,5
Ergebnis aus Abgang von Anlagevermögen
3,1
2,0
55,0
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge
60,6
14,7
n.a.
Ergebnis aus Equity-Accounting
2,7
16,9
84,0
Zinsergebnis
16,7
1,9
n.a.
Zinsauszahlungen
36,6
21,0
74,5
Zinseinzahlungen
12,9
26,1
50,6
Steueraufwand
22,4
11,8
n.a.
Steuerzahlungen
47,1
49,7
5,2
Veränderung der Vorräte
23,4
137,9
83,0
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
103,6
103,4
0,2
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
17,1
9,1
87,1
Veränderung der nichtfinanziellen Vermögenswerte
37,5
29,4
27,6
Veränderung der finanziellen Vermögenswerte
21,7
42,1
n.a.
Veränderung der Rückstellungen
23,7
16,2
n.a.
Veränderung der nichtfinanziellen Verbindlichkeiten
5,8
7,5
n.a.
Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten
6,1
8,2
n.a.
Veränderung der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten
28,0
19,7
42,1
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow)1
5,3
12,8
58,6
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie
in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
300,5
313,1
4,0
Investitionen in finanzielle Vermögenswerte
0,3
0,3
Einzahlungen aus dem Abgang von Anlagevermögen / Finanzanlagen
1,0
0,5
100,0
Erhaltene Ausschüttung1
7,8
17,1
54,4
Einzahlungen aus dem Abgang von at-Equity bewerteten Beteiligungen
8,7
100,0
Einzahlungen für Ausleihungen an at-Equity Unternehmen
1,5
6,0
75,0
Auszahlungen für Akquisitionen
5,8
11,6
50,0
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren1
296,3
292,7
1,2
Einzahlungen aus der Veräußerung von Wertpapieren und Festgeldern
161,8
159,0
1,8
Auszahlungen für den Erwerb von Wertpapieren und Festgeldern
21,0
26,7
21,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit
155,5
160,4
3,1
Gewinnausschüttungen
124,2
149,0
16,6
Gewinnausschüttungen an andere Gesellschafter
19,9
100,0
Aufnahme Finanzierungsverbindlichkeiten
173,6
470,0
63,1
Rückzahlung Finanzierungsverbindlichkeiten
154,7
269,4
42,6
Rückzahlung Leasingverbindlichkeiten
16,1
17,4
7,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
121,4
14,3
n.a.
Veränderung aus Wechselkursänderungen
36,0
6,8
n.a.
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
318,2
152,1
>100
Stand am Jahresanfang
1.046,7
1.013,7
3,3
Stand am Stichtag
728,5
861,6
15,4
1Erhaltene Ausschüttungen wurden vom Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in den Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit umgegliedert (7,8 Mio. ) (inkl.
Vorjahresanpassung 17,1 Mio. ); siehe hierzu Beschreibung im verkürzten Konzernanhang;
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 27
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage1
Eigene
Anteile
Gewinn-
rücklagen /
Konzern-
ergebnis
Übrige
Eigenkapital-
posten
Summe
Anteile
anderer
Gesell-
schafter2
Gesamt
01.01.2024
260,8
158,6
45,1
4.004,6
37,9
4.416,8
163,1
4.579,9
Periodenergebnis
73,2
73,2
10,0
83,2
Im Eigenkapital zu
erfassende
Erträge und
Aufwendungen
124,6
124,6
2,3
126,9
Gesamtergebnis
73,2
124,6
197,8
12,3
210,1
Ausschüttung
149,0
149,0
19,9
168,9
Sonstiges1
0,6
0,6
0,6
30.06.2024
260,8
158,0
45,1
3.928,8
162,5
4.465,0
155,5
4.620,5
01.01.2025
260,8
158,5
45,1
4.096,6
198,4
4.669,2
167,8
4.837,0
Periodenergebnis
32,1
32,1
9,5
22,6
Im Eigenkapital zu
erfassende
Erträge und
Aufwendungen
172,5
172,5
17,5
190,0
Gesamtergebnis
32,1
172,5
204,6
8,0
212,6
Ausschüttung
124,2
124,2
124,2
Sonstiges1,2
0,7
0,7
3,0
2,3
30.06.2025
260,8
157,8
45,1
3.940,3
25,9
4.339,7
162,8
4.502,5
1Aktienbasierte Vergütungen 0,7 Mio.
2Kapitalerhöhung Minderheiten Wacker Chemicals Fumed Silica Holding Co. Private Ltd, Singapur 3,0 Mio.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 28
Entwicklung der übrigen Konzerneigenkapitalposten
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
Marktwert-
änderungen
aus Wert-
papieren
FVOCI
Wertberich-
tigungen
Wert-
papiere
FVOCI
Unter-
schieds-
betrag
aus der
Währungs-
umrechnung
Wert-
änderung
derivativer
Finanz-
instrumente
(Cashflow
Hedge)
Neubewer-
tung von
leistungs-
orientierten
Pensions-
plänen
Effekte aus
Nettoinves-
titionen in
ausländische
Geschäfts-
betriebe
Summe
Auf die Aktionäre der
Wacker Chemie AG entfallend
01.01.2024
4,6
0,1
142,7
29,8
126,4
3,7
37,9
Ergebnisneutrale Veränderung
2,1
4,6
92,6
99,3
Ergebniswirksame Umgliederung
1,4
1,4
Veränderung Translation
26,7
26,7
30.06.2024
2,5
0,1
169,4
33,0
33,8
3,7
162,5
01.01.2025
1,2
209,1
22,1
27,9
3,7
198,4
Ergebnisneutrale Veränderung
0,6
19,3
46,4
66,3
Ergebniswirksame Umgliederung
1,2
1,2
Veränderung Translation
237,6
237,6
30.06.2025
0,6
28,5
40,2
18,5
3,7
25,9
Auf Minderheitsgesellschafter
entfallend
01.01.2024
23,7
23,7
Veränderung Translation
2,3
2,3
30.06.2024
21,4
21,4
01.01.2025
18,8
18,8
Veränderung Translation
17,5
17,5
30.06.2025
36,3
36,3
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 29
Verkürzter Konzernanhang
1. Januar bis 30. Juni 2025
Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Konzernzwischenabschluss der Wacker Chemie AG zum 30. Juni 2025 ist in Übereinstimmung mit den Regelungen des
International Accounting Standard (IAS) 34 in verkürzter Form nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und
von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting
Standards Board, London, sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee aufgestellt worden. Für das
Geschäftsjahr 2025 ergaben sich keine neuen Rechnungslegungsvorschriften.
Zum 30. Juni 2025 hat sich WACKERr eine Änderung der Darstellung des Equity-Ergebnisses und des sonstigen
Beteiligungsergebnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß IAS 8 (Änderungen von Rechnungslegungsmethoden)
entschieden. Das Equity-Ergebnis sowie das sonstige Beteiligungsergebnis werden fortan als Teil des Finanzergebnisses
ausgewiesen und sind somit nicht mehr Bestandteil der Steuerungskennzahlen EBITDA (Earnings before Interest, Taxes and
Depreciation and Amortisation) und EBIT (Earnings before Interest and Taxes). Das EBIT entspricht nun dem Betriebsergebnis.
In der aktuellen Berichtsperiode führt diese Umgliederung zu einer Verringerung des EBIT um 7,1 Mio. (Vorjahr 17,0 Mio. ).
Die Ausweisänderung erfolgt vor dem Hintergrund der abnehmenden operativen Bedeutung des Beteiligungsergebnisses im
Konzernabschluss 2025. Das Beteiligungsergebnis umfasst im Wesentlichen die anteiligen Ergebnisse der at-Equity bilanzierten
Beteiligung an der Siltronic AG sowie Bewertungseffekte. Die Beteiligung an der Siltronic wird in der Segmentberichterstattung
im Segment Sonstiges ausgewiesen. Wertminderungen und Wertaufholungen auf at-Equity bilanzierte Beteiligungen folgen
hinsichtlich ihres Ausweises der Darstellung des Equity-Ergebnisses und werden demnach zukünftig ebenfalls als Teil des
Finanzergebnisses ausgewiesen. Die neue Darstellung gibt die operative Leistungsfähigkeit des Konzerns noch zutreffender
wieder. Zudem wird die Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen der Branche für Investoren erhöht. Der zukünftig
anzuwendende IFRS 18 bezieht das Equity-Ergebnis ebenfalls nicht mehr in die betriebliche Kategorie ein. Des Weiteren erfolgt
die Berechnung der Covenants (sogenannte Net Debt/EBITDA Ratio) für die relevanten Verbindlichkeiten gegeber
Kreditinstituten in Höhe von insgesamt 640 Mio. nftig nach der neuen EBITDA-Definition.
In der Kapitalflussrechnung werden die erhaltenen Ausschüttungen aus Beteiligungsunternehmen fortan dem Cashflow aus
Investitionstätigkeit zugeordnet anstatt wie bisher dem Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit. Dies ist konsistent zur
geänderten Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung und führt in der aktuellen Berichtsperiode zu einer Verringerung
des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit um 7,8 Mio. (Vorjahr 17,1 Mio. ) sowie gleichlaufend zu einer
Erhöhung des Cashflows aus Investitionstätigkeit.
Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Abgesehen von dieser Änderung wurden die zum
Geschäftsjahresende angewandten Rechnungslegungsmethoden beibehalten. Eine ausführliche Darstellung dieser
Methoden findet sich im Konzernanhang zum 31. Dezember 2024.
Die Aufstellung der Zwischenabschlüsse erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich
auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der
Eventualverbindlichkeiten auswirken. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf Prämissen, die zum
Bilanzstichtag Gültigkeit hatten. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen und Schätzungen
abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Die
Steuerermittlung erfolgt auf Basis der aktuell erwarteten landesspezifischen Ertragsteuersätze, die auf das
Vorsteuerergebnis der abgelaufenen Periode angewendet werden.
Die Netto-Pensionsverpflichtung ist zu jedem Stichtag neu zu schätzen und der Abzinsungsfaktor ist zu jedem Stichtag neu
zu ermitteln. Zum 30. Juni 2025 wurde ein Abzinsungsfaktor von 3,97 Prozent im Inland und 5,41 Prozent in den USA
verwendet (31. Dezember 2024: 3,45 Prozent Inland und 5,54 Prozent USA).
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 30
Aufgrund des anhaltend niedrigen Börsenkurses der at-Equity bilanzierten Siltronic AG wurde zum 30. Juni 2025 eine
Unternehmensbewertung durchgeführt. Diese ergab einen deutlich über dem Börsenkurs liegenden Unternehmenswert. Die
wesentlichen Annahmen bei der Planung der künftigen Cashflows haben sich im Vergleich zum Jahresende 2024 nicht
wesentlich verändert. Wir verweisen hierzu auf den Konzernanhang zum 31. Dezember 2024. Der Beteiligungsansatz der
Siltronic AG belief sich zum Stichtag 30. Juni 2025 auf 857,5 Mio. (31. Dezember 2024 883,0 Mio. ).
Für das Segment Polysilicon wurde aufgrund der Prognoseanpassung am 18. Juli 2025 ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.
Die Schätzungen und Annahmen, die den mittel- und langfristigen Cashflows im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung für den
Geschäftsbereich Polysilicon zugrunde liegen, haben sich im Vergleich zum Jahresende 2024 nicht wesentlich verändert.
Wir verweisen hierzu auf den Konzernanhang zum 31. Dezember 2024.
Der Zwischenbericht baut als Informationsinstrument auf dem Konzernabschluss zum Geschäftsjahresende auf. Die
angewandten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden sowie Annahmen und Schätzungen und die
Ausübung von in den IFRS enthaltenen Wahlrechten werden im Konzernanhang ausführlich dargestellt und gelten auch für
den Zwischenbericht.
Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der
Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz in der
Gisela-Stein-Straße 1, 81671 München, Deutschland.
Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien des Konzerns. In den
Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte wie auch die unterschiedlichen Markt- und
Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER
seine Produkte liefert. WACKER legt seinen Umsatz mehrheitlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Im Rahmen von
kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich Biosolutions wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Die folgende
Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse gemäß IFRS 15.
Aufgliederung der Umsatzerlöse gemäß IFRS 15:
1. Januar bis 30. Juni 2025
Mio.
Silicones
Polymers
Biosolutions
Polysilicon
Sonstiges /
Konsolidierung
Gesamt
2025
2024
2025
2024
2025
2024
2025
2024
2025
2024
2025
2024
Umsatz nach
Regionen
Europa
645,9
627,9
298,6
319,1
100,8
71,0
67,9
59,6
67,9
65,6
1.181,1
1.143,2
Amerika
261,7
246,4
222,8
225,8
45,6
48,5
10,3
13,1
540,4
533,8
Asien
451,5
451,2
136,0
158,3
27,5
44,3
378,0
458,9
993,0
1.112,7
Sonstige
Regionen
99,1
103,6
65,7
58,3
4,6
5,8
7,3
176,7
167,7
Gesamt
1.458,2
1.429,1
723,1
761,5
178,5
169,6
463,5
531,6
67,9
65,6
2.891,2
2.957,4
davon Umsatz-
erlöse, die
nicht in den
Anwendungs-
bereich von
IFRS 15 fallen
0,4
0,3
3,8
2,8
4,2
3,1
Zeitpunkt der
Umsatzlegung
Zeitpunktbezogen
1.458,2
1.429,1
723,1
761,5
122,8
139,6
463,5
531,6
67,9
65,6
2.835,5
2.927,4
Zeitraumbezogen
55,7
30,0
55,7
30,0
Gesamt
1.458,2
1.429,1
723,1
761,5
178,5
169,6
463,5
531,6
67,9
65,6
2.891,2
2.957,4
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 31
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Bezüglich der Angaben zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen verweisen wir auf den Konzernanhang im
Geschäftsbericht 2024. Im Berichtszeitraum ergaben sich keine wesentlichen Änderungen zu den Angaben im
Geschäftsbericht 2024.
Veränderung im Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis umfasst zum 30. Juni 2025 einschließlich der Wacker Chemie AG 51 Unternehmen sowie einen
Spezialfonds, der als strukturierte Einheit in den Konzernabschluss einbezogen wurde. Hierbei handelt es sich um einen
Fonds, in den die Wacker Chemie AG Sondervermögen einbezahlt hat. 48 Unternehmen werden im Rahmen der
Vollkonsolidierung in den Zwischenabschluss einbezogen. Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum
31. Dezember 2024 nicht verändert.
Überleitung des Segmentergebnisses
Mio.
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
Veränderung in %
EBIT der berichtspflichtigen Segmente
148,5
205,6
27,8
Zentralfunktionen/Sonstiges
167,7
116,3
44,2
Konsolidierung
0,5
0,3
n.a.
Konzern-EBIT1
18,7
89,0
n.a.
Finanzergebnis1
26,3
6,0
n.a.
Ergebnis vor Steuern
45,0
95,0
n.a.
Ertragsteuern
22,4
11,8
n.a.
Periodenergebnis
22,6
83,2
n.a.
1Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (7,1 Mio. Ertrag) (inkl. Anpassung Vorjahr 17,0 Mio. Ertrag); EBITDA und EBIT
entsprechend angepasst; siehe hierzu Beschreibung im Kapitel „Grundlagen und Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ des verkürzten Konzernanhangs.
Angaben zu Segmenten
Für die erforderlichen Segmentangaben zu den Geschäftsbereichen verweisen wir auf die Entwicklung der
Geschäftsbereiche im Zwischenlagebericht des WACKER Konzerns.
Die Umgliederung des Equity-Ergebnis und sonstigen Beteiligungsergebnisses in das Finanzergebnis betrafen das EBITDA
und das EBIT der Segmente Silicones, Polysilicon und Sonstiges. Aus dem Segment Silicones wurden 1,9 Mio. Ertrag
(Vorjahr 5,7 Mio. Ertrag), aus dem Segment Polysilicon 4,4 Mio. Ertrag (Vorjahr 0,0 Mio. ) und aus dem Segment
Sonstiges 0,8 Mio. Ertrag (Vorjahr 11,3 Mio. Ertrag) umgegliedert.
Angaben zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value)
Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen
Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung
einer Schuld gezahlt würde. Die nachfolgende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen
Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns dar.
WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 26,8 Mio. (Vorjahr 26,5 Mio. )
zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet und in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es
sich um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen sowie
Gesellschaften, die neue Technologien entwickeln.
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, die in der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingestuft wurden, enthalten ein
in Deutschland abgeschlossenes physisches Power Purchase Agreement. Zum 30. Juni 2025 ergab sich ein negativer Fair
Value des Derivats in Höhe von 3,7 Mio. (Vorjahr 4,4 Mio. ).
Für weitere Informationen verweisen wir auf die Ausführungen zu Finanzinstrumenten im Konzernabschluss zum Jahresende
2024. Die Einschätzungen hierzu haben sich nicht verändert.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 32
Der Spezialfonds, der als strukturierte Einheit konsolidiert wird, enthält im Wesentlichen börsennotierte, festverzinsliche
Wertpapiere, die in die Kategorie „Halten und Veräußern“ eingegliedert wurden. Marktwertänderungen werden im OCI
abgebildet. Wertpapiere, die das SPPI-Kriterium nicht erfüllen, werden zum Fair Value bewertet und die Marktwertänderung
wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten (IFRS 7)
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Marktwert
Buchwert
Marktwert
Buchwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
836,4
836,4
764,6
764,6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
143,9
143,9
123,0
123,0
Ausleihungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
58,6
58,6
52,9
52,9
Beteiligungen (FVPL)
26,8
26,8
26,5
26,5
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)
8,9
8,9
6,7
6,7
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)1
49,6
49,6
36,9
36,9
Wertpapiere und Festgelder
67,7
67,7
209,4
209,4
Wertpapiere und Festgelder
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
11,9
11,9
75,2
75,2
Wertpapiere (FVPL)
1,0
1,0
73,8
73,8
Wertpapiere (FVOCI)
54,8
54,8
60,4
60,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
728,5
728,5
1.046,7
1.046,7
Summe finanzielle Vermögenswerte
1.776,5
1.776,5
2.143,7
2.143,7
Finanzierungsverbindlichkeiten
1.948,1
1.935,5
1.957,7
1.946,7
Finanzierungsverbindlichkeiten
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
1.621,6
1.609,0
1.622,3
1.611,3
Finanzierungsverbindlichkeiten
(bewertet zum beizulegenden Zeitwert)
4,3
4,3
4,7
4,7
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen
322,2
322,2
330,7
330,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
715,7
715,7
851,5
851,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
52,9
52,9
63,9
63,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten)
44,1
44,1
45,4
45,4
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)2
8,6
8,6
14,3
14,3
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung
(Hedge Accounting)1
0,2
0,2
4,2
4,2
Summe finanzielle Verbindlichkeiten
2.716,7
2.704,1
2.873,1
2.862,1
1Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung fallen nicht unter IFRS 9, sind jedoch unter dieser Bewertung ausgewiesen, um auf die Gesamtsumme der Bilanz überzuleiten.
2Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung enthalten in Höhe von 4,3 Mio. den Unterschiedsbetrag aus der Erstbewertung des physischen PPAs.
Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß
IFRS 13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die
Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen
sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Bezüglich
der Definition der Fair-Value-Hierarchiestufen und der zugeordneten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden
sowie deren Bewertung verweisen wir auf den Konzernanhang im Geschäftsbericht 2024 (Kapitel Finanzinstrumente).
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 33
Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden:
Fair-Value-Hierarchie
Mio.
30.06.2025
31.12.2024
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zum beizulegenden
Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)
8,9
8,9
6,7
6,7
Wertpapiere Handel (FVPL)
1,0
1,0
73,8
73,8
Beteiligungen Handel (FVPL)
26,8
26,8
26,5
26,5
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge
Accounting)
49,6
49,6
36,9
36,9
Wertpapiere (FVOCI)
54,8
54,8
60,4
60,4
Gesamt
55,8
58,5
26,8
141,1
134,2
43,6
26,5
204,3
Finanzielle Vermögenswerte bewertet zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Ausleihungen Halten
15,5
15,5
Wertpapiere und Festgelder Halten
11,9
11,9
75,2
75,2
Gesamt
11,9
11,9
75,2
15,5
90,7
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden
Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (FVPL)
0,2
8,4
8,6
4,8
9,5
14,3
Finanzierungsverbindlichkeiten (FVPL)
4,3
4,3
4,7
4,7
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge
Accounting)
0,2
0,2
4,2
4,2
Gesamt
0,4
12,7
13,1
9,0
14,2
23,2
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten
Anschaffungskosten
Finanzierungsverbindlichkeiten
1.621,6
1.621,6
1.611,3
1.611,3
Gesamt
1.621,6
1.621,6
1.611,3
1.611,3
Die Marktwertermittlung in Level 1 erfolgt auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder
identische Vermögenswerte und Schulden. Die in Level 2 eingestuften Finanzinstrumente werden mittels
Bewertungsverfahren auf Basis von Parametern bewertet, die entweder direkt oder indirekt von beobachtbaren
Marktparametern abgeleitet werden. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente innerhalb und außerhalb von
Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzschulden.
In Level 3 erfolgt die Marktwertermittlung auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung
stehen. Hierunter zählen nicht zu Handelszwecken gehaltene Beteiligungen von WACKER sowie Earn-out-Verbindlichkeiten
aus Unternehmenserwerben und außerbörsliche Derivate aus Verträgen über den Bezug von Energie, die nicht von der
Own-Use-Regelung erfasst werden. Die Earn-out-Verbindlichkeiten werden unter den Finanzschulden ausgewiesen und sind
zum beizulegenden Zeitwert bewertet. WACKER überprüft zu jedem Quartalsstichtag, ob die Zuordnung der
Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. In den ersten sechs Monaten 2025 haben,
wie im Konzernabschluss 2024, keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchien stattgefunden.
Im Berichtszeitraum ergaben sich keine nicht wiederkehrenden Fair-Value-Bewertungen.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 34
Beziehungen zu nahestehenden Personen
Nach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht
werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der
Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der
Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die
Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER Konzerns zu steuern.
Der WACKER Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen
zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt.
Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und
Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen
besteht.
Der WACKER Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH
beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG.
Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH
sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen
bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten
von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen.
Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen.
Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung.
WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen.
Weiter garantiert die Wacker Chemie AG die Bedeckung des Solls des Sicherungsvermögens sowie die Bedeckung der
Solvabilitätskapitalanforderung der Pensionskasse bis zu einem Betrag in Höhe von 115,0 Mio. . Mit einer Inanspruchnahme ist
derzeit nicht zu rechnen. Zum 30. Juni 2025 bestanden Verbindlichkeiten in he von 0,4 Mio. (31. Dezember 2024:
1,7 Mio. ) gegeber der Pensionskasse. Weiter hat die Wacker Chemie AG zum 30. Juni 2025 Vorauszahlungen für
zukünftige Beiträge an die Pensionskasse in Höhe von 11,7 Mio. (31. Dezember 2024: 22,0 Mio. ) geleistet.
Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der
Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren
Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen.
Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.
Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten
Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für
Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln
festgelegt.
Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts-
und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und
Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.
Darüber hinaus besteht eine kurzfristige Finanzforderung, inklusive aufgelaufener Zinsen, an ein assoziiertes Unternehmen
in Höhe von 14,2 Mio. (31. Dezember 2024: 16,0 Mio. ).
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 35
Die folgende Tabelle stellt das Lieferungs- und Leistungsvolumen mit den oben genannten nahestehenden Unternehmen
dar:
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen/Personen
Mio.
1. Halbjahr 2025
30.06.2025
1. Halbjahr 2024
31.12.2024
Erträge
Auf-
wendungen
Forderungen
Verbind-
lichkeiten
Erträge
Auf-
wendungen
Forderungen
Verbind-
lichkeiten
Assoziierte Unternehmen
127,9
65,1
34,2
21,9
86,0
39,1
34,1
24,5
Gemeinschaftsunternehmen
0,4
Währungskurse
Stichtagskurs
Durchschnittskurse
30.06.2025
31.12.2024
1. Halbjahr 2025
1. Halbjahr 2024
1,17
1,04
1,09
1,08
8,40
7,60
7,93
7,80
Wesentliche Ereignisse der Periode
Die bezüglich ihrer Auswirkung, ihrer Natur und ihres Auftretens wesentlichen Ereignisse der Berichtsperiode werden im
Konzernzwischenlagebericht beschrieben. Es ergaben sich keine gemäß IAS 34.15 erheblichen Ereignisse und
Geschäftsvorfälle in der Zwischenberichtsperiode.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Seit dem 30. Juni 2025 bis zum Aufstellungstermin des verkürzten Konzernzwischenabschlusses am 30. Juli 2025 sind
folgende wesentlichen berichtspflichtigen Ereignisse eingetreten:
Mit Beschluss vom 11. Juli 2025 hat der Bundesrat das „Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung
des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ verabschiedet. Das Gesetz sieht unter anderem eine stufenweise Absenkung des
Körperschaftsteuersatzes von derzeit 15 Prozent auf 10 Prozent vor. Die Absenkung erfolgt in fünf Schritten um jeweils
einen Prozentpunkt ab dem Veranlagungszeitraum 2028 bis 2032.
Die Neubewertung der latenten Steuern mit den abgesenkten Steuersätzen dürfte bei WACKER in 2025 zu einem latenten
Steueraufwand im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen.
Geopolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf den WACKER Konzern werden eng beobachtet.
Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben unverändert.
Halbjahresfinanzbericht Verkürzter Konzernzwischenabschluss
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 36
München, den 30. Juli 2025
Wacker Chemie AG
Dr. Christian Hartel Dr. Christian Kirsten
Dr. Tobias Ohler Angela Wörl
Halbjahresfinanzbericht Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 37
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die
Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
München, den 30. Juli 2025
Der Vorstand der Wacker Chemie AG
Dr. Christian Hartel Dr. Christian Kirsten
Dr. Tobias Ohler Angela Wörl
Halbjahresfinanzbericht Wiedergabe der Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
Wacker Chemie AG 1. Halbjahr 2025 38
Wiedergabe der Bescheinigung nach prüferischer
Durchsicht
An die Wacker Chemie AG, München
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung,
Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzernkapitalflussrechnung, Entwicklung des Konzerneigenkapitals
sowie ausgewählten erläuternden Konzernanhangangaben und den Konzernzwischenlagebericht der Wacker Chemie AG,
München, für den Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis 30. Juni 2025, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115
WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach
den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach
den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen
Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und
dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir
bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU
anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht
beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und
bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme
veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind.
München, den 30. Juli 2025
PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dietmar Eglauer Anita Botzenhardt
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Finanzkalender
2025
Der Halbjahresfinanzbericht ist am 31. Juli 2025 veröentlicht worden. Er liegt
in deutscher und englischer Sprache vor; beide Fassungen sind auch im Internet
verfügbar.
Dieser Halbjahresfinanzbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die
auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von WACKER beruhen.
Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen
realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch
als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen,
die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vor-
ausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen
verursachen können, gehören unter anderem: Veränderungen im wirtschaftlichen
und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von
Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen
und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden
Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch übernimmt WACKER die Ver-
pflichtung dafür.
Die Inhalte dieses Geschäftsberichts sprechen alle Geschlechter gleichermaßen an.
Zur besseren Lesbarkeit kann auch die männliche Sprachform (z.B. Kunden, Liefe-
ranten, Aktionäre, Vorstand) verwendet werden.
Zwischenmitteilung
3. Quartal 2025
Herausgeber
Wacker Chemie AG
Corporate Communications
Gisela-Stein-Straße 1
81671 München
Telefon +49 89 6279-0
www.wacker.com
Amtsgericht München
HRB 159705
USt-ID-Nr.: DE129275094
Investorenkontakt
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Pressekontakt
mediaservices@wacker.com
Kontakt
Impressum
30.10.
Wacker Chemie AG — 1. Halbjahr 2025