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Mitglieder anerkennen. Darüber hinaus müssen Bund und Länder dem Verfassungsauftrag nachkom-
men, die Staatsleistungen abzulösen. Wir wollen die Islamverbände einer kritischen Prüfung unter-
ziehen. Wir müssen klarstellen, welche Verbände Partner des deutschen Staates sein können und
welche nicht. Verbände, die Islamismus beschönigen, verharmlosen oder Antisemitismus nicht verur-
teilen, können hierzulande keine Partner in der Religionspolitik sein. Es braucht auch eine Reform der
Deutschen Islamkonferenz (DIK), bei der unsere Wertepartner unter den Verbänden deutlich mehr
Raum erhalten. Die Ausbildung von Imamen und islamischen Religionslehrern an deutschen Universi-
täten muss ausgebaut werden, um nicht mehr von der Entsendung von Imamen durch Verbände ab-
hängig zu sein, die von Autokraten kontrolliert werden. Islamischer Religionsunterricht muss frei von
Einflüssen islamistischer oder aus dem Ausland gesteuerter Organisationen angeboten werden.
Islamismus konsequent bekämpfen – Prävention und Deradikalisierung stärken
Wir Freie Demokraten wollen die Gefahr des Islamismus aktiv bekämpfen. Die Radikalisierung von
Muslimen in der deutschen Gesellschaft führt zu gesellschaftlicher Spaltung, Gewalt und Terroris-
mus. Insbesondere die Radikalisierung durch islamistische Influencer über das Internet hat in den
vergangenen Jahren stark zugenommen. Hier müssen neben den Mitteln des Strafrechts auch alle
ausländerrechtlichen Maßnahmen ergriffen werden. Darüber hinaus erwarten wir eine selbstkriti-
sche Debatte in muslimischen Communities, um einen besseren Schutz von Jugendlichen vor extre-
mistischem Gedankengut zu gewährleisten. Alle bestehenden Präventions- und Deradikalisierungs-
programme müssen auf ihre Effektivität hin überprüft werden. Auch muss der Bereich des sogenann-
ten legalistischen Islamismus besser durchleuchtet werden als bislang. Denn extremistische Tenden-
zen werden nicht erst dann virulent, wenn sie bereits eine gewisse Stärke erreicht haben oder wenn
ihnen konkrete terroristische Anschläge zugerechnet werden können.
Deutschland als sicheres Land für Jüdinnen und Juden
Wir Freie Demokraten wollen, dass sich Jüdinnen und Juden in Deutschland sicher fühlen können.
Um das vielfältige jüdische Leben in Deutschland zu erhalten, muss Antisemitismus angesichts wach-
sender Gewalt gegen Jüdinnen und Juden noch konsequenter bekämpft werden – unabhängig davon,
ob es sich um rechts- oder linksextremen Antisemitismus, um islamischen Antisemitismus, um Juden-
hass durch Zugewanderte oder um einen Antisemitismus aus der Mitte der Gesellschaft handelt. Da-
für müssen Behörden alle Formen von Antisemitismus frühzeitig erkennen. Es ist inakzeptabel, dass
Jüdinnen und Juden antisemitische Übergriffe immer seltener anzeigen, weil Verfahren zu oft einge-
stellt werden. Wir treten dafür ein, die Arbeitsdefinition von Antisemitismus nach der International
Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) umfassend in den staatlichen Behörden zu etablieren und
sie insbesondere zur Grundlage von Fortbildungen von Beamtinnen und Beamten sowie bei der
Vergabe staatlicher Gelder zu machen. Es dürfen keine staatlichen Gelder für Organisationen und
Projekte ausgegeben werden, die das Existenzrecht Israels infrage stellen. Auch die Nutzung öffentli-
cher Räumlichkeiten muss untersagt werden, wenn Veranstaltungen den friedlichen Verlauf der öf-
fentlichen Diskussion gefährden. Die Verbote des extremistischen Netzwerks Samidoun oder des Isla-
mischen Zentrums Hamburg waren überfällig. Wir wollen deshalb weitere Betätigungs- und Organi-
sationsverbote prüfen, wie beispielsweise gegen die rechtsextremen türkischen Grauen Wölfe, die
antiisraelische Organisation Masar Badil und die antisemitische BDS-Bewegung. Strafbarkeitslücken
wollen wir konsequent schließen. Wir wollen eine echte bundesweite Gedenkminute am Tag des Ge-
denkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Vorbild des Jom haScho’a etablieren.