FAKULTÄTSTAG 2025 PDF Free Download

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FAKULTÄTSTAGFAKULTÄTSTAG
TRADITION UND TRADITION UND
INNOVATIONINNOVATION GESELLSCHAFTGESELLSCHAFT
& FORSCHUNG& FORSCHUNG
SOWI IMSOWI IM
DIALOGDIALOG
50 Jahre Fakultät50 Jahre Fakultät
Über 100 Jahre FortschrittÜber 100 Jahre Fortschritt
Unternehmerisch, Innovativ,Unternehmerisch, Innovativ,
VerantwortungsbewustVerantwortungsbewust
Die erfolgreichstenDie erfolgreichsten
AbschlussarbeitenAbschlussarbeiten
20252025
Inhalt
04 14
08 36
10 38
12
Editorial
Tradition &
Innovation
Nachhaltigkeits-
preis 2025
SOWI im
Dialog
Studium &
Lehre
Die SOWI
Gesellschaft &
Forschung
3
50Jahre
SOWI
EDITORIAL
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freund:innen der Sozial- und
Wirtschaswissenschalichen Fakultät,
der Fakultätstag ist ein Höhepunkt im akademischen
Jahr unserer Fakultät. Er ist mehr als eine traditions-
reiche Veranstaltung – er ist ein Tag der Begegnung,
der Reexion und des gemeinsamen Austauschs. In
einer Zeit, in der Wissenscha stets Antworten auf
komplexe Fragen unserer Gesellscha nden muss,
ist es uns ein Anliegen, unsere Leistungen sichtbar zu
machen und in den Dialog mit unseren Partneri:nnen
innerhalb und außerhalb der Universität zu treten.
Die hier versammelten Beiträge spiegeln die ganze
Vielfalt unserer Fakultät wider: von methodisch fun-
dierten Analysen bis hin zu Projekten von höchster
gesellschalicher Relevanz. Damit zeigen wir nicht
nur, dass wissenschaliche Exzellenz und gesellscha-
licher Impact Hand in Hand gehen, sondern auch,
dass unsere Fakultät eine lebendige, oene Gemein-
scha ist, die aktuelle emen wie Digitalisierung,
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung aufgrei.
Mein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, die
mit großem Engagement diesen Tag gestalten, eben-
so wie unseren treuen Unterstützer:innen – allen vor-
an der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG und
dem SOWI-Absolvent:innenverein. Ohne ihre wert-
volle Hilfe wäre ein Fest wie dieses nicht möglich.
Mit herzlichen Grüßen,
Univ.-Prof. Dr. Dr. Georg Schneider
Dekan
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Studierende und Freund:innen der Sozial-
und Wirtschaswissenschalichen Fakultät,
der Fakultätstag ist nicht nur ein Schaufenster unserer
Forschung, sondern auch ein starkes Signal für unsere
Lehre. Forschung und Lehre sind an unserer Fakultät eng
miteinander verbunden – wissenschaliche Erkenntnisse
ießen direkt in die Lehre ein und sichern damit ein Stu-
dium, das aktuell, praxisnah und zukunsorientiert ist.
Für unsere Studierenden ist der Fakultätstag eine hervor-
ragende Möglichkeit, Einblicke in die Vielfalt der For-
schung zu erhalten und zugleich Kontakte zu kpfen
– innerhalb der Fakultät ebenso wie mit Absolventinnen
und Absolventen, die unsere Studiengänge erfolgreich
abgeschlossen haben. Damit wollen wir auch verdeut-
lichen, dass Studium und Karrierewege Hand in Hand
gehen und der Fakultätstag eine Brücke zwischen aka-
demischer Ausbildung und beruicher Praxis schlägt.
Ein besonderes Anliegen ist es uns, unsere Studierenden
zu ermutigen, sich aktiv einzubringen, kritisch zu hin-
terfragen und ihre eigenen Perspektiven einzubringen.
Die hier vorgestellten Arbeiten zeigen, wie spannend
und vielfältig das wissenschaliche Arbeiten an unse-
rer Fakultät sein kann – und wie eng es mit drängen-
den Zukunsthemen wie Digitalisierung, Nachhaltig-
keit und gesellschalicher Verantwortung verknüp ist.
Mit herzlichen Grüßen,
ao.Univ.-Prof. Dr. Heinz Königsmaier
Studiendekan
DEKAN STUDIENDEKAN
Univ.-Prof. Dr. Dr.
Georg Schneider
ao.Univ.-Prof. Dr.
Heinz Königsmaier
4 5
Sehr geehrte Damen und Herren,
in diesem Jahr ndet bereits der 28. Fakultätstag der
Sozial- und Wirtschaswissenschalichen Fakultät der
Universität Graz statt, und wir freuen uns sehr, dass wir
als GRAWE auch 2025 erneut als Partner mit dabei sein
dürfen. Dieser besondere Tag bietet nicht nur die Ge-
legenheit, einen aktuellen Einblick in die wissenscha-
lichen Arbeiten und innovativen Forschungsergebnisse
der einzelnen Fachbereiche zu erhalten, sondern auch
die herausragenden Leistungen der Absolventinnen und
Absolventen gebührend zu würdigen und auszuzeich-
nen.
Diejenigen, die heute ihre Abschlüsse feiern, können
schon morgen die treibende Kra hinter wirtscha-
lichem Erfolg und gesellschalichem Fortschritt sein.
Durch Ihr Studium an dieser Fakultät haben Sie den
Grundstein für eine erfolgreiche Zukun gelegt. Mit
Ihrem Wissen und den angeeigneten Fähigkeiten stehen
Ihnen viele Türen oen, und Sie sind bestens vorbereitet,
kreative und zukunsweisende Lösungen zu entwickeln.
Gerade in einer Zeit, in der der demographische Wandel
die Nachfrage nach qualizierten, motivierten und en-
gagierten Fachkräen weiter verstärkt, ist eine fundierte
Ausbildung eine unverzichtbare Basis für den späteren
beruichen Erfolg.
Wir als Versicherungsunternehmen sind stolz auf un-
sere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch ihre
exzellente Ausbildung die Säulen unseres nachhaltigen
Erfolgs bilden. Seit unserer Gründung vor mehr als 195
Jahren haben wir uns von einer regionalen Feuerversi-
cherung zu einem internationalen Konzern entwickelt.
Heute umfasst die GRAWE Group 19 Versicherungs-
Tochtergesellschaen in 13 Ländern und hält weitere
Beteiligungen im Banken- und Immobiliensektor.
Im Namen der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG
gratuliere ich den Verfasserinnen und Verfassern der
besten Abschlussarbeiten herzlich. Ihre bemerkenswer-
ten Leistungen, Ihre kreativen und lösungsorientierten
Ansätze sowie Ihr außergewöhnliches Engagement ver-
dienen höchste Anerkennung.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute für Ihre
beruiche Zukun!
Herzliche Grüße
KR Mag. Klaus Scheitegel
Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen
Versicherung AG
Der SOWI-AV freut sich immer im November auf den
Fakultätstag.
Die Gründe sind vielfältig: Es gibt uns die Gelegenheit,
neben unseren sonstigen Aktivitäten, den Studieren-
den unsere Wertschätzung in Zusammenarbeit mit der
GRAWE zu zeigen sowie außerordentliche Leistungen
und wissenschaliche Arbeiten auszuzeichnen. Außer-
dem zeigt es, dass der Absolvent:innenverein ein vita-
ler Teil der Fakultät ist und die Zusammenführung von
Absolvent:innen, Wirtscha, Fakultät und Studierenden
auch dieses Jahr von Erfolg gekrönt ist. Wir konnten im
letzten Jahr klar feststellen, dass das Interesse an unseren
Veranstaltungen deutlich zugenommen hat und auch die
Kooperationsveranstaltungen immer gut besucht waren.
Wir bedanken uns beim Dekan, beim Prodekan, beim
Studiendekan, den Professor:innen und dem Rektorat
für die Unterstützung, die wir das ganze Vereinsjahr ge-
nießen duren.
Gemeinsam mit den Veranstalter:innen freuen wir uns
auf ein Treen mit den akademisch Lehrenden, Vertre-
ter:innen der Wirtscha und natürlich auch den Ausge-
zeichneten.
KommR Mag. Pichler Volker
Vorsitzender SOWI-AV
GRAWE SOWI-AV
Mag.
Klaus Scheitegel
Mag.
Volker Pichler
6 7
Unsere Fakultät hat eine lange Tradition. Sie ging genauso wie die Rechtswissenschaliche
Fakultät im Jahr 1975 aus der gemeinsamen Mutterfakultät – der Rechts- und Staatswissen-
schalichen Fakultät – hervor. Insofern feiert die Fakultät im Jahr 2025 ihr fünfzigjähriges
Bestehen. Die Fakultät ist Teil der 1585 gegründeten Universität Graz, der zweitältesten Uni-
versität Österreichs. Einer der Dekane der Vorgängerfakultät war der weltberühmte Öko-
nom Joseph Schumpeter (Professor in Graz von 1911-1921, Dekan 1916/17). Joseph Schum-
peter hat sich mit der Bedeutung der Entrepreneure für die wirtschaliche Entwicklung
beschäigt. Er hat auch den Begri der schöpferischen Zerstörung geprägt. „Innovative-
ness for more than 100 years.“ soll den Geist Schumpeters widerspiegeln. Insofern kombi-
niert die Fakultät Tradition und Moderne. In den letzten Jahren hat die Fakultät eine neue
Struktur gewonnen. Der innovative Geist Schumpeters zeigt sich unter anderem an den
Aktivitäten des Schumpeter Zentrums. Praktisch wird das Entrepreneurship unter ande-
rem am Zentrum für Entrepreneurship und angewandte Betriebswirtschaslehre gelebt.
Joseph A. Schumpeter
Dekan von 1916 bis 1917 Anton Egger
Dekan von 1977 bis 1979 Wolf Rauch
Dekan von 1995 bis 1997
Gerwald Mandl
Dekan von 1991 bis 1993
Peter Swoboda
Dekan von 1976 bis 1977 Lutz Beinsen
Dekan von 1989 bis 1991
Jochen Hülsmann
Dekan von 1981 bis 1983 Thomas Foscht
Dekan von 2013 bis 2024
Hans-Peter Liebmann
Dekan von 1979 bis 1981 Gunther Tichy
Dekan von 1993 bis 1995
Gerald Schöpfer
Dekan von 1985 bis 1989 Georg Schneider
Dekan seit 2024
Karl Acham
Dekan von 1983 bis 1985 Ursula Schneider
Dekanin von 2005 bis 2008
o.Univ.-Prof. Dr. o.Univ.-Prof. Dr.o.Univ.-Prof. Dr.
o.Univ.-Prof. Dr. Univ.-Prof. Dr.
und 2000 bis 2005
o.Univ.-Prof. Dr. o.Univ.-Prof. Dr.
o.Univ.-Prof. Dr. Univ.-Prof. Dr.
o.Univ.-Prof. Dr. Dr.
und 1997 bis 2000 und 2008 bis 2013
Univ.-Prof. Dr.
Univ.-Prof. Dr. Univ.-Prof. Dr.
8 9
INNOVATION
TRADITION &
BACHELOR
MASTER
DOKTORAT
BETRIEBSWIRTSCHAFT SOZIOLOGIE
BETRIEBSWIRTSCHAFT
ECONOMICS WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK
POLITISCHE UND EMPIRISCHE ÖKONOMIK
SOZIOLOGIE
COMPUTATIONAL SOCIAL SYSTEMS
Dieses Studium dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung für gehobenes Spezialist:innentum und leitende
Tätigkeiten sowie für selbständiges Unternehmer:innentum in mannigfaltigen Einsatzfeldern des privaten, öf-
fentlichen und halböffentlichen Sektors. Englisch als Wirtschaftssprache ist obligatorisch. Das Bachelorstudium
der Betriebswirtschaft ist sehr anwendungs-, respektive praxisorientiert ausgerichtet.
Das Masterstudium Soziologie bietet eine Vertiefung der im Bachelorstudium erworbenen Kenntnisse und Fä-
higkeiten einer forschungsbasierten wissenschaftlichen Berufsvorbildung. Es weist eine Schwerpunktsetzung
in soziologischer Theorie und fortgeschrittenen Methoden der empirischen Sozialforschung auf. Die soziologi-
schen Kernfächer werden durch Vertiefungsfächer und ein interdisziplinär orientiertes Ergänzungsfach abge-
rundet.
Das Masterstudium Betriebswirtschaft baut auf dem Qualikationsprol des Bachelorstudiums Betriebswirt-
schaft auf. Es bietet neben einer Auffrischung, Erweiterung und Vertiefung von Kenntnissen in den Kernbe-
reichen der Betriebswirtschaftslehre sowie in Wirtschaftsmathematik und Statistik mit den speziellen Be-
triebswirtschaftslehren (SBWLs) und dem Modul Business Analytics und Data Science eine breite Palette an
Wahl- und Spezialisierungsmöglichkeiten.
Das Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist wissenschaftlich orientiert und dient der
Heranführung zur Fähigkeit, durch selbstständige Forschung zur Entwicklung der Wissenschaften beizutragen
sowie der Heranbildung von Wissenschafts- und Forschungspersönlichkeiten, die zu kritischer Reexion, zu
sachlichem Diskurs und zu ganzheitlichem Denken fähig sind. Im Rahmen des Studiums können die Fach-
schwerpunkte Betriebswirtschaft, Soziologie, Politische und Empirische Ökonomik und Wirtschaftspädagogik
gewählt werden. Das Doktoratsstudium strebt eine exzellente, nach internationalen Maßstäben zu messende
Ausbildung an, die nationale wie internationale Studierende anziehen soll.
Das Bachelorstudium Economics dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung und der Qualizierung für be-
ruiche Tätigkeiten, die ökonomische Erkenntnisse und Methoden voraussetzen. Es geht darum, auf Grundlage
eines gediegenen ökonomischen Überblickswissens eine allgemeine, akademisch erworbene Berufsbefähigung
in Form von fächerübergreifenden Schlüsselqualikationen oder Meta-Kompetenzen zu gewährleisten.
Das Masterstudium der Wirtschaftspädagogik baut auf dem Qualikationsprol des Bachelorstudiums Be-
triebswirtschaft auf und dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung für den Bereich Wirtschaft, Schule und
Erwachsenenbildung — d.h. eine polyvalente Ausrichtung charakterisiert dieses Studium. Neben fachlichen
Qualikationen können Studierende didaktisch-methodische, pädagogische und soziale Kompetenzen sowie
Lern-, Methoden-, Medien-, Selbst- und Weiterbildungskompetenzen erwerben. Menschenbildung sowie der
Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Schule für einen effektiven Austausch zwischen Theorie und
Praxis sind zentrale Anliegen der Wirtschaftspädagogik.
Das Masterstudium Politische und Empirische Ökonomik dient der fachlichen Vertiefung und Ergänzung der
wissenschaftlichen Berufsvorbildung auf der Grundlage eines einschlägigen Bachelorstudiums. Das Programm
bietet eine an internationalen Standards in Lehre und Forschung orientierte ökonomische wissenschaftliche
Berufsvorbildung. Dieses Masterstudium steht für: Individuelle Gestaltungsmöglichkeit, Internationalität und
Pluralismus der Theorien und Methoden.
Das Bachelorstudium der Soziologie dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung, wobei Interdisziplinarität,
soziale Kompetenz und Mehrsprachigkeit wesentliche Aspekte dabei sind. Die soziologischen Kernfächer wer-
den durch ein wirtschaftswissenschaftliches Pichtfach und zwei ergänzende Wahlfächer abgerundet.
Mit dem interdisziplinären Masterstudium Computational Social Systems wird ein weiteres Kapitel einer er-
folgreichen Kooperation zwischen Karl-Franzens-Universität Graz und TU Graz aufgeschlagen. Das englisch-
sprachige Studium richtet sich an Studierende aus den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Soziologie,
Psychologie, Rechtswissenschaften sowie Informatik, die sich vertiefend mit den Auswirkungen der Digitali-
sierung auf ihre und andere Disziplinen sowie den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Chancen
beschäftigen möchten. Das Studium bildet Expertinnen und Experten aus, die auf Basis ihres fachlichen Know-
Hows aus den Datenmengen, die in Computational Social Systems entstehen, Wissen ableiten können und eine
verantwortungsvolle Nutzung der Daten garantieren.
STUDIUM
&
LEHRE
10 11
GESELLSCHAFT
&
FORSCHUNG
Rückblick: Höhepunkte im Zeichen von Gesell-
schaft und Forschung
Die Sozial- und Wirtschaswissenschaliche Fakultät hat im
vergangenen Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie eng Forschung,
gesellschaliche Verantwortung und internationale Vernet-
zung zusammenwirken. Zahlreiche Veranstaltungen öneten
die Türen für Studierende, Forschende und die breite Öent-
lichkeit – und machten die Fakultät weit über den Campus hi-
naus sichtbar.
Internationale Spitzenforschung und gesell-
schaftlicher Dialog
Mit den Graz Schumpeter Lectures (18.–19. März 2025) gelang
es, ein herausragendes wissenschaliches Format zu präsen-
tieren. Nobelpreisträger Eric Maskin sprach über Fragen der
Sozialwahltheorie und Demokratie und knüpe dabei direk-
te Verbindungen zu aktuellen Herausforderungen der politi-
schen Ordnung und gesellschalichen Teilhabe. Der große
Publikumszuspruch zeigte, wie stark das Bedürfnis nach kri-
tischer Reexion und wissenschalicher Orientierung in der
Gesellscha verankert ist.
Einen weiteren Meilenstein setzte das Open Science Sympo-
sium (14. April 2025). Die Diskussion um Transparenz, Ethik
und Verantwortung in der Wissenscha stand im Mittelpunkt.
Forschende, Studierende und externe Gäste beschäigten sich
mit der Frage, wie oene Wissenscha Vertrauen schaen und
die Wirkung wissenschalicher Erkenntnisse in Politik und
Gesellscha erhöhen kann.
Offenheit und regionale Verankerung
Mit dem Open Day an der SOWI (24. April 2025) präsentierte
sich die Fakultät einer breiten Öentlichkeit. Studieninteres-
sierte, Angehörige und Gäste konnten Forschungslabore, Vor-
träge und Informationsangebote besuchen und sich direkt mit
Lehrenden und Studierenden austauschen. Der Tag der oe-
nen Tür setzte damit ein starkes Zeichen für die regionale Ver-
ankerung der Fakultät und für den lebendigen Dialog mit der
Gesellscha.
Auch die 18th Austrian Conference on Business Education
(25. April 2025) trug zur Sichtbarkeit der Fakultät bei. Ex-
pert:innen aus ganz Österreich diskutierten innovative Lehr-
und Lernkonzepte und beleuchteten die Verbindung zwischen
wissenschalicher Forschung und schulischer wie hochschuli-
scher Praxis.
Einen besonderen gesellschalichen Akzent setzte zudem der
Besuch von Bundesminister Martin Polaschek am Weltspar-
tag (31. Oktober 2024). Gemeinsam mit Vertreter:innen der
Fakultät diskutierte er über die Bedeutung nanzieller Allge-
meinbildung, Zukunsfragen des Sparens und die Rolle von
Universitäten als Orte gesellschalicher Verantwortung.
Wirtschaft im Wandel
Mit der FiRe Lecture 2025: Economy in Transformation (20.
Mai 2025) setzte eine traditionsreiche Vortragsreihe neue Ak-
zente. Im Fokus standen die Auswirkungen von Klimawandel
und Künstlicher Intelligenz auf ökonomische Systeme. Die
Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie ökonomische For-
schung unmittelbare Antworten auf gesellschaliche Transfor-
mationsprozesse geben kann.
Einen besonderen gesellschalichen Akzent setzte zudem
UniVibes (23. Mai 2025). Unter dem Motto „Celebrating Unity
Beyond Borders“ stand der interkulturelle Austausch im Zen-
trum. Studierende und Lehrende aus unterschiedlichen Dis-
ziplinen feierten gemeinsam Vielfalt und Zusammenhalt und
brachten damit die internationale Ausrichtung der Universität
Graz zum Ausdruck – getragen auch durch die aktive Beteili-
gung der Fakultät.
Ein weiteres Highlight bildete die Veranstaltung „SOWI Meets
Vienna 2024“ (19. November 2024). Dieses Netzwerktreen
richtet sich an Absolvent:innen der SOWI-Fakultät, deren
beruicher Schwerpunkt in Wien liegt, und scha eine Platt-
form für Austausch und Vernetzung. In diesem Jahr referierte
Mag. Gerhard Jarosch, ehemaliger Präsident der Vereinigung
österreichischer Staatsanlt:innen, über Korruption im Wirt-
schasbereich. Seine Einblicke in nationale und internationale
Verfahren führten zu einer lebhaen Diskussion, die den Dia-
log zwischen Alumni, Studierenden und Fakultätsvertreter:in-
nen beförderte.
Nachhaltigkeit, Zukunftsfragen und Nachwuchs-
förderung
Nachhaltigkeit als Leitmotiv prägte zahlreiche Veranstaltun-
gen. Die EARE Summer School in Resource and Environmen-
tal Economics (7.–13. Juni 2025) versammelte internationale
Nachwuchswissenschaler:innen, die sich mit globaler Kli-
mapolitik, internationalen Umweltabkommen und ökonomi-
schen Modellierungen auseinandersetzten. Die Sommerschule
war nicht nur ein Forum für vertiee Forschung, sondern zu-
gleich ein Ort internationaler Begegnung.
Mit dem Jubiläum „10 Jahre FAME – New Leadership, New
Business“ (25. Juni 2025) stellte die Fakultät weibliche Füh-
rung, Diversity und unternehmerisches Denken ins Rampen-
licht. Die Veranstaltung verband wissenschaliche Analysen
mit praxisnahen Impulsen aus der Wirtscha und fand auch in
der regionalen Öentlichkeit große Beachtung.
Die Nachwuchsförderung stand schließlich im Zentrum zwei-
er internationaler Formate: der PhD Summer School on Sus-
tainable Supply Chains (30. Juni – 4. Juli 2025) und der 5th
Conference on Sustainable Supply Chains (4.–5. Juli 2025).
Beide Veranstaltungen setzten sich intensiv mit Fragen nach-
haltiger Wertschöpfungsketten auseinander und boten jungen
Wissenschaler:innen die Gelegenheit, sich mit führenden
Expert:innen zu vernetzen. Zugleich wurden aktuelle For-
schungsergebnisse in einem internationalen Forum präsentiert
und diskutiert – ein weiterer Beleg für die wissenschaliche
Strahlkra der Fakultät.
Die Vielzahl und Qualität der Veranstaltungen zeigt: Die Fa-
kultät ist ein Ort, an dem wissenschaliche Exzellenz und
gesellschaliche Relevanz Hand in Hand gehen. Ob in hoch-
karätigen internationalen Vorträgen, im oenen Austausch
mit der Öentlichkeit oder in der Förderung des wissenscha-
lichen Nachwuchses – die Fakultät gestaltet aktiv den Dialog
zwischen Gesellscha und Forschung und setzt nachhaltige
Impulse für die Zukun.
12 13
SOWI IM
DIALOG
Im Rahmen des Formates „SOWI im Dialog“ prä-
sentiert die Sozial- und Wirtschaswissenscha-
liche Fakultät ihre besten Masterarbeiten und
Dissertationen des letzten Jahres einer breiten
Öentlichkeit. Damit werden zwei für die Fakul-
tät bedeutsame Zielsetzungen verfolgt: Einerseits
soll den besten Absolvent:innen unserer Fakultät
ein Forum geboten werden, ihre wissenschali-
chen Leistungen einem interessierten Personen-
kreis vorzustellen und Kontakte für die Zukun
zu knüpfen. Andererseits soll die Fakultät geö-
net und so eine noch stärkere Vernetzung der
Wissenscha mit der Wirtscha erreicht werden.
Die Präsentationen des diesjährigen „SOWI im
Dialog“ sind unter sowi.uni-graz.at/fakultaetstag
abruar.
Im Folgenden werden die besten Arbeiten der
einzelnen Institute der Sozial- und Wirtschas-
wissenschalichen Fakultät thematisiert. Insbe-
sondere wird der Fokus dabei auf die Vorstellung
der Kandidat:Innen und der Abstracts ihrer Ar-
beiten gelegt.
14 15
SOWI im Dialog 2024
Der Einfluss von Wissenstransfer auf den Erfolg einer
internationalen Unternehmensakquisition
Obwohl Fusionen und Übernahmen (M&A) zu
den populärsten Formen des externen Unter-
nehmenswachstums zählen, sind diese von einer
hohen Misserfolgsrate geprägt und wichtige Ein-
ussgrößen auf den M&A-Erfolg nicht vollständig
geklärt. Die vorliegende Masterarbeit grei daher
die Einussgröße Wissenstransfer auf, da Wissen
ein wesentliches Motiv für Akquisitionen darstellt.
Die Forschungsfragen beschäigen sich mit vier
zentralen Aspekten des Wissenstransfers: dem
Wissenserwerb durch komplementäre Fähigkei-
ten, dem Transfer von implizitem Wissen durch
die Rotation von Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern im Unternehmen, dem Auau einer Social
Community während der sozialen Integration und
dem Beitrag von Wissenstransfer zum gesamten
Akquisitionserfolg. Im Rahmen der Masterarbeit
wurde eine empirische Fallstudienanalyse des Un-
ternehmens Graphic Packaging und seiner Über-
nahme von AR Packaging im Jahr 2021 durchge-
führt. Insgesamt wurden zehn leitfadengestützte
Interviews mit Managerinnen und Managern bei-
der Unternehmen geführt, anschließend mittels
qualitativer Inhaltsanalyse und der Textanalyse-
soware MAXQDA ausgewertet, miteinander ver-
glichen und mit der bestehenden Literatur zusam-
mengeführt. Mit AR Packaging erwarb Graphic
Packaging drucktechnologische Fähigkeiten aus
komplementären Marktsegmenten und transfe-
rierte diese zu seinen bestehenden Standorten in
Europa und in den USA. Implizites Wissen konn-
te dank Dienstreisen und standortübergreifenden
Teams innerhalb des neuen Gesamtunternehmens
ausgetauscht werden. Zudem unterstützten die in-
formellen Treen zu Beginn der Integrationsphase
das Social Community Building und somit den re-
ziproken Austausch. Obwohl der Wissenstransfer
einen intangiblen Nutzen brachte, wurde sein Bei-
trag in den erreichten Umsatz- und Wachstums-
synergien evident. Die Interviewpartner bestä-
tigten, dass die Synergien durch Wissenstransfer
maßgeblich zur positiven Umsatz- sowie EBIT-
DA-Entwicklung von Graphic Packaging nach der
Akquisition beitrugen.
ACCOUNTING
Benedikt Dilena
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Unternehmensrechnung
und Reporting
Betreuer:
ao.Univ.-Prof. Dr.
Manfred Fuchs
ACCOUNTING
Oliver Habijanic
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Unternehmensrechnung
und Controlling
Betreuer:
o.Univ.-Prof. Dr. Dr.
Alfred Wagenhofer
In den letzten Jahrzehnten hat die Nachhaltigkeitsbe-
richterstattung in der Unternehmenswelt zunehmend
an Bedeutung gewonnen. Neben der Bereitstellung
entscheidungsnützlicher Informationen beabsichti-
gen Gesetzgeber im Zuge der Einführung einer ver-
pichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung eine
wesentliche Transformation der Wirtscha in Rich-
tung Nachhaltigkeit. Die Transparenz der Nachhal-
tigkeitsberichterstattung bietet Stakeholdergruppen
ein Instrument, um Druck auf Unternehmen auszu-
üben und Nachhaltigkeitspraktiken in Unternehmen
zu ändern. Somit wird negativen ESG-Eigenschaen,
neben individuellen Nachhaltigkeitspräferenzen von
Shareholder:innen, auch eine erhöhte nanzielle Be-
deutung zugesprochen. Die Zielsetzung der vorlie-
genden Masterarbeit ist, anhand einer umfassenden
Literaturanalyse die realen Auswirkungen der Nach-
haltigkeitsberichterstattung aufzuzeigen. Dabei wird
der Frage nachgegangen, inwieweit ein Nachhaltig-
keitsberichterstattungsmandat echte Auswirkungen
auf die Handlungen von Unternehmen hat. Für die
Auswertung werden die Auswirkungen in die Kate-
gorien Externalitäten, Investitionsverhalten, Arbeits-
bedingungen und Betriebsergebnis gegliedert. Dabei
werden die ex ante Annahmen, das Forschungsdesign
sowie die Ergebnisse und potenzielle Limitationen
der empirischen Studien analysiert. Die Ergebnisse
der Analyse zeigen, dass sich die Externalitäten von
Unternehmen nach der Implementierung einer ver-
pichtenden Treibhausgasberichterstattung signi-
kant verringern. Des Weiteren kann gezeigt werden,
dass ein Nachhaltigkeitsberichterstattungsmandat zu
einem Anstieg der CSR-Investitionen und einer Ver-
besserung der Sicherheitsvorkehrungen am Arbeits-
platz führt. Folglich deuten die empirischen Studien
darauf hin, dass die verpichtende Nachhaltigkeits-
berichterstattung zu realen Verhaltensänderungen
führt.
Sustainability Reporting - Analyse empirischer
Studien zu realen Auswirkungen
16 17
Praktische Herausforderungen des Mitteilungs- und
Selbstberechnungssystems der österreichischen
Immobilienertragssteuer
Mit dem 1. Stabilitätsgesetz 2012 wurde in Ös-
terreich eine Immobilienertragsteuer (ImmoESt)
iHv 25 % (nunmehr 30 %) eingeführt, die seit
dem 01.01.2013 zwingend durch Notar:innen
oder Rechtsanwält:innen zu berechnen und ent-
richten ist. Da diese bereits für die Abwicklung
der Grunderwerbsteuer (GrESt) zuständig waren,
ging der Gesetzgeber davon aus, dass das neue Er-
hebungssystem reibungslos funktionieren würde.
Die Standesvertretungen warnten jedoch, dass die
ImmoESt nicht nur deutlich komplexer sei als die
GrESt, sondern auch eine erheblich aufwendigere
Sachverhaltsermittlung erfordere. Eine fehlerfreie
Berechnung sei für Parteienvertreter:innen daher
nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich.
Um zu prüfen, ob die anfängliche Kritik berechtigt
war, wurden zwischen September und Dezember
2024 Interviews mit österreichischen Notar:innen
geführt. Dabei zeigte sich, dass bereits das Sam-
meln der relevanten Unterlagen ein aufwendiges
Unterfangen ist. Omals wissen Verkäufer:innen
nicht, welche Dokumente benötigt werden, sodass
Parteienvertreter:innen die Unterlagen selbst be-
schaen müssen. Auch die Steuerberechnung ist
komplex und zeitaufwendig, weshalb sie häug
an Steuerberater:innen ausgelagert wird. Haupt-
grund hierfür sind wirtschaliche Erwägungen,
da der Arbeitsaufwand meist nicht angemessen
vergütet wird. Inhaltliche Unsicherheiten verstär-
ken diesen Trend. Doch auch Steuerberater:innen
stoßen bei komplexen Fällen mitunter an ihre
Grenzen. Notar:innen bleiben damit nur wenige
Anlaufstellen, zumal weder die Behörden noch
die Berufsvertretungen spezialisierte Ansprech-
partner:innen für ImmoESt-Fragen bieten. Ob-
wohl das Erhebungssystem von den Befragten
als belastend empfunden wird, erkennen sie auch
dessen Vorteile an. Eine Übertragung ihrer Aufga-
ben auf andere Berufsgruppen wird mehrheitlich
abgelehnt. Stattdessen fordern sie bessere Rah-
menbedingungen, etwa durch verlässliche Unter-
stützungsangebote oder erleichterten Zugang zu
grundstücksbezogenen Daten.
ACCOUNTING
Ida Moshammer
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Unternehmensrechnung
und Steuerlehre
Betreuerin:
assoz. Prof. Dr.
Silke Rünger
ACCOUNTING
Dr. Benedikt
Sieghartsleitner
BSc MSc
DOKTORAT
Institut für
Unternehmensrechnung
und Steuerlehre
Betreuerin:
assoz. Prof. Dr.
Silke Rünger
Diese Dissertation umfasst fünf empirische Beiträge
zu Abschlussprüfung und internationaler Besteue-
rung. Der erste Beitrag untersucht die Folgen der Of-
fenlegungspicht von Prüfungsschwerpunkten nach
ISA 701 für Investoren und Prüfungsgebühren. Es
zeigt sich kein signikanter Einuss auf das Investo-
renverhalten, jedoch ein Anstieg der Prüfungsgebüh-
ren sowie Verzögerungen bei der Veröentlichung
von Prüfungsberichten. Der zweite Beitrag analysiert
die durch die EU-Verordnung Nr. 537/2014 einge-
führten Einschränkungen für Beratungsleistungen
von Abschlussprüfern. In Ländern mit solchen Ein-
schränkungen steigen die Prüfungsgebühren und die
Oenlegung verzögert sich, besonders ausgeprägt in
Mitgliedstaaten mit strengen Regelungen. Der dritte
Beitrag befasst sich mit dem Einuss von Tochter-
gesellschaen in Steueroasen auf Prüfungsgebühren
europäischer Mutterunternehmen. Mutterunterneh-
men mit Töchtern in Steueroasen zahlen höhere Ge-
bühren, während das Country-by-Country-Repor-
ting diese reduziert. Der vierte Beitrag untersucht die
Wirksamkeit der Hinzurechnungsbesteuerung auf
Aktivitäten in Steueroasen. Besonders wirksam ist
diese, wenn passive Einküne oder die gesamten Ein-
kommen niedrig besteuerter Tochterunternehmen
in die Steuerbemessungsgrundlage einbezogen wer-
den. Verstärkt wird der Eekt durch Blacklists, abge-
schwächt durch Safe-Haven-Regelungen oder Subs-
tanzausnahmen. Der füne Beitrag analysiert, ob die
durch die Anti-Tax Avoidance Directive (ATAD) ein-
geführte Hinzurechnungsbesteuerung Investitionen
in Niedrigsteuerländern beeinusst. Die Ergebnisse
zeigen, dass Mutterunternehmen den Anteil ihrer
Tochterunternehmen in Niedrigsteuerländern redu-
zieren, wobei der größte Teil dieses Eekts im Jahr
vor der Einführung der Regelung auritt.
Tax Avoidance and Auditing
18 19
Die Steiermärkische Gemeindestrukturreform 2015
In den Jahren vor 2015 wies die Steiermark, so-
wohl im internationalen Vergleich als auch im
Vergleich zu den übrigen Bundesländern Öster-
reichs, eine sehr kleinteilig organisierte Gemein-
deebene auf. Diese Kleinteiligkeit der Strukturen
wird häug mit Inezienzen und einer geringen
Zukunstauglichkeit assoziiert. Zudem wird auch
o mit der Existenz von U-förmigen Durch-
schnittskostenkurven gegen kleine Einheiten auf
Gemeindeebene argumentiert. Die Steiermärki-
sche Gemeindestrukturreform 2015 brachte tief-
gehende Veränderungen der Gemeindestruktur
in der Steiermark. In ihrem Verlauf kam es zu
einer deutlichen Reduktion der Anzahl der steiri-
schen Gemeinden, wobei besonders die kleinsten
Gemeinden fusioniert wurden. Ziel dieser Arbeit
ist festzustellen, ob die Gemeindestrukturreform
zu einer Senkung der ordentlichen Ausgaben der
steirischen Gemeinden geführt hat. Dabei werden
Gemeindedaten der Jahre 2002-2019, sowohl ge-
samt als auch auf Ebene der Voranschlags-Grup-
pen, unter Nutzung von one-way Fixed-Eects
Modellen mit zeitspezischen Eekten analy-
siert. Auf der Ebene der Voranschlags-Gruppen
konnten einige Bereiche identiziert werden, in
welchen Gemeindekooperationen Einsparungen
bringen könnten. Die Resultate für die Gemein-
de als Ganzes weisen deutlich höhere ordentli-
che Ausgaben für die kleinsten Gemeinden aus,
liefern aber keine stichhaltigen Hinweise für die
Existenz eines U-förmigen Verlaufs der ordentli-
chen Ausgaben. Sowohl die neuen Gemeinden als
auch jene, aus denen diese entstanden sind, wei-
sen im Mittel höhere ordentliche Ausgaben auf als
jene Gemeinden, die von der Gemeindestruktur-
reform unberührt blieben. Insgesamt ergibt sich
bei den ordentlichen Ausgaben eine geschätzte
Einsparung durch die Gemeindestrukturreform
in der Höhe von ca. 1,25% in der kurzen und mitt-
leren Frist.
ECONOMICS
Georg Clemes Plank
BSc MSc (Econ.)
MASTERSTUDIUM
POLITISCHE UND EMPIRISCHE
ÖKONOMIK
Institut für
Volkswirtschaftslehre
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Jörn Kleinert
ECONOMICS
Markus Ruhs
BSc MSc (Econ.)
MASTERSTUDIUM
POLITISCHE UND EMPIRISCHE
ÖKONOMIK
Institut für
Volkswirtschaftslehre
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Maik Schneider
Angesichts der wachsenden Bedeutung der Anpas-
sungsfähigkeit der Arbeitskräe in einer Ära rascher
technologischer Fortschritte behandelt diese Master-
arbeit zentrale Fragen zu Umschulungsentscheidun-
gen und deren Auswirkungen auf die Dynamik des
Arbeitsmarktes. Ein besonderer Schwerpunkt liegt
auf der Untersuchung, ob Marktkräe allein ausrei-
chende Anreize bieten, um optimale Ergebnisse bei
der Umschulung zu erzielen, oder ob gezielte politi-
sche Maßnahmen erforderlich sind, um potenzielle
Inezienzen zu korrigieren. Diese Masterarbeit baut
auf der Arbeit von Schaefer und Schneider (2024) auf
und nutzt deren mikrofundiertes Modell, um den
Entscheidungsprozess von Haushalten im Bezug auf
Umschulungen sowie den Anteil der Arbeitskräe,
die sich für eine Umschulung entscheiden, zu ana-
lysieren. Im ersten Schritt wird analysiert, welche
Parameter die Entscheidung von Individuen für oder
gegen eine Umschulung beeinussen. Im zweiten
Schritt werden Simulationen durchgeführt, um die
gesamten Arbeitskräe zu analysieren und den Typ
des entstehenden Gleichgewichts zu identizieren.
Anschließend werden zentrale Parameter verändert,
um zu untersuchen, wie sich diese Änderungen auf
das Gleichgewicht auswirken. Die Ergebnisse zeigen,
dass Unterschiede in der Arbeitsproduktivität (Δ =
ψc − ψd) und die Wahrscheinlichkeit eines erfolg-
reichen Umschulungsprozesses (η) zu unterschied-
lichen Gleichgewichtszuständen führen können, die
von keiner Umschulung bis hin zur vollständigen
Umschulung der Arbeitskräe reichen. Umgekehrt
scheint eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass
eine Fähigkeit obsolet wird (pd), den vorherrschen-
den Gleichgewichtszustand zu verstärken.
20 21
Reskilling for the Al Economy
The bigger, the better? The Board of Directors and
Governance Risk: An empirical analysis of US banks
Der Finanzsektor, o als Rückgrat der globalen
Wirtscha bezeichnet, wurde wiederholt durch
Governance-Versagen erschüttert, etwa durch be-
trügerische Kontoerönungen bei Wells Fargo,
den Libor-Manipulationsskandal oder Wachovias
Verwicklung in Geldwäsche. Solche Vorfälle un-
tergraben das Vertrauen in den Bankensektor und
verdeutlichen die Bedeutung von eektiver Go-
vernance und ethischer Aufsicht zur Minderung
systemischer Risiken. Diese Masterarbeit unter-
sucht das Governance-Risiko in US-Banken und
analysiert insbesondere den Einuss der Gße
des Kontrollgremiums auf Governance-Ergebnis-
se. Governance-Risiko, gemessen an Vorfällen wie
Betrug, Korruption oder regulatorischen Verstö-
ßen, bedroht nicht nur einzelne Banken, sondern
auch die Stabilität des gesamten Finanzsystems.
Auf Basis eines Datensatzes von 803 US-Banken
(2007–2022) werden ökonometrische Modelle
wie lineare Regressionen sowie Logit- und Probit-
Modelle eingesetzt, um den Zusammenhang zwi-
schen der Größe des Kontrollgremiums und der
Wahrscheinlichkeit von Governance-Vorfällen
(GINC) zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen
eine klare negative Beziehung: Größere Kontroll-
gremien sind mit einer geringeren Wahrschein-
lichkeit für Governance-Vorfälle verbunden. Dies
wird auf verstärkte Aufsicht, breitere Expertise
und größere Diversität zurückgeführt, welche
größere Kontrollgremien ermöglichen. Gleichzei-
tig können jedoch Inezienzen, wie langsamere
Entscheidungsndung und verwässerte Verant-
wortlichkeiten, ihre Eektivität mindern. Die vor-
liegende Arbeit zeigt, dass größere Kontrollgre-
mien mit einem geringeren Governance-Risiko
einhergehen, und liefert damit wichtige Erkennt-
nisse für die Corporate-Governance-Forschung.
Sie bietet politischen Entscheidungsträgern und
Finanzaufsichtsbehörden nützliche Ansätze, um
die Einussfaktoren auf Governance-Risiken im
Bankensektor besser zu verstehen.
FINANCE
Johanna Stauder
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Finance
Betreuerin:
Univ.-Prof. Dr.
Andrea Schertler
MARKETING
Julia Kopsch
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Marketing
Betreuer:
Univ.-Prof.
Vishal Kashyap, PhD
In der gegenwärtigen, wettbewerbsintensiven Ge-
schäswelt verfolgen Unternehmen das Ziel, heraus-
ragende Leistungen zu erzielen, indem kontinuier-
lich Verbesserungen in Programmen, Systemen und
Prozessen implementiert werden. Der Prozess der
kontinuierlichen Innovation wird in der AVL List
GmbH (AVL) im AVL Verbesserungsprozess (AVP)
abgewickelt, der von Verbesserungsvorschlägen der
Mitarbeiter:innen angetrieben wird. In kontinuier-
lichen Verbesserungsprozessen stellt die Mitarbei-
ter:innenbeteiligung eine bekannte Herausforde-
rung dar. Diese Studie untersucht die Teilnahme im
AVP anhand von Sekundärdaten aus der AVL- und
AVP-Datenbank sowie Primärdaten, die durch einen
standardisierten Online-Fragebogen mit 361 Rück-
meldungen erhoben wurden. Die Autorin adaptiert
den Continuous Improvement Acceptance Mode
(CIAM) anhand der Geschäsprozesse der AVL und
erstellt einen Rahmen für einen langfristig erfolg-
reichen Verbesserungsprozess. Der adaptierte CIAM
ermöglicht es, Stärken und Schwächen des AVPs aus
Mitarbeiter:innenperspektive zu identizieren und
zeigt Ansätze auf, um die Teilnahmebereitscha zu
erhöhen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die
AVP-Beteiligung in zwei Aspekte, nämlich die be-
triebliche und außerbetriebliche Beteiligung, aufge-
teilt wird. Während die betriebliche Beteiligung pro-
aktive Verhaltensweisen innerhalb der zugewiesenen
Arbeitsaufgaben impliziert und die persönliche Leis-
tungsziele vor Unternehmenszielen priorisiert, zeigt
die außerbetriebliche AVP-Beteiligung beliebige Ver-
besserungspotenziale zur Erreichung der allgemei-
nen AVL-Ziele auf. Die statistischen Analysen bele-
gen, dass die Anzahl der eingereichten Ideen im AVP
von der außerbetrieblichen Beteiligung abhängig ist.
Wenn Mitarbeiter:innen die Teilnahme am AVP als
einfach und vorteilha für die Leistungsverbesserung
empnden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Anteil-
nahme höher. Die außerbetriebliche Teilnahme wird
zusätzlich von der Arbeitszufriedenheit und dem An-
erkennungssystem beeinusst.
Antecedents and Consequences of the Employee
Participation in the AVL Improvement Process
22 23
An attachment theory perspective on
customer engagement
e increasing importance of customer enga-
gement for businesses is evident in the recent
emergence of roles such as content managers and
dedicated ‚directors of customer engagement‘, as
well as an increase in Google search queries for
the term. It seems that companies are eager to get
engagement from customers, however, not all cus-
tomers may want to build up a relationship and
show engagement towards a company. e aim of
this dissertation is to enhance the understanding
of what makes people engage with and bind to
companies, but also what might hinder these pro-
cesses as well as to provide a view on what makes
people adopt a subscription oering from com-
panies, thus entering into a long-term commit-
ment with the company. Both these topics have
a strong relational background, with engagement
rooting in relationship marketing and subscripti-
ons representing a long-term commitment from
customers to companies. is dissertation provi-
des a novel perspective on these ever-emerging
topics in Marketing as it is built upon the theore-
tical background of attachment theory. e essays
within this cumulative dissertation introduce this
foundational relationship theory to the customer
engagement and subscription business literature.
Empirically, this dissertation explores the impact
of attachment theory on customer engagement at
three levels, aiming 1) to investigate the eects of
attachment orientations on engagement generally,
2) to provide insights as to what process mecha-
nisms aect customers engagement behaviour on
social media and what role the attachment orien-
tations might play, and 3) to explain how attach-
ment orientations predict customer adoption of
subscription oers. e ndings of these essays
provide insights into why customers may want or
resist forming close ties with companies and how
managers can tailor marketing and communicati-
on strategies accordingly, using attachment-based
customer segmentation.
MARKETING
Dr. Daniel Kreimer
BSc MSc
DOKTORAT
Institut für
Marketing
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Thomas Foscht
MARKETING
Dr. Lukas Stoppacher
BSc MSc
DOKTORAT
Institut für
Marketing
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Thomas Foscht
Im Rahmen von Kaufentscheidungen durchlaufen
Konsument:innen zwei Phasen: die Markenerwä-
gung und die Markenevaluierung. Dahingehend
untersucht diese Dissertation in drei Beiträgen die
Rolle von Handelsmarken. Der erste Beitrag be-
leuchtet Handelsmarken innerhalb des Considera-
tion Sets und dierenziert zwischen den Ebenen des
Einzelhändlers und der Produktkategorie. Basierend
auf der Associative Network eory verdeutlicht ein
Experiment, dass Konsument:innen Handelsmarken
stärker mit Händlern als mit Produktkategorien as-
soziieren. Daran anknüpfend wird in einer weiteren
Befragung das Retailer Consideration Set gemessen,
das alle ernstha in Erwägung gezogenen Handels-
marken bei einem bestimmten Einzelhändler:innen
widerspiegelt. Die Ergebnisse demonstrieren, dass ein
umfangreiches Retailer Consideration Set zu mehr
Heterogenität in den Consideration Sets auf Ebene
der Produktkategorie führt, wodurch sich wieder-
um die Kaufwahrscheinlichkeit von Handelsmarken
erhöht. Der zweite Beitrag erforscht die regionale
Positionierung von Handelsmarken im Rahmen von
zwei Experimenten, einer Eye-Tracking-Studie sowie
einer Befragung. In der Markenerwägungsphase stei-
gern Regionalitätshinweise die Aufmerksamkeit auf
Handelsmarken, während sich in der Markenevalu-
ierungsphase der positive Einuss auf die Qualitäts-
wahrnehmung, das Vertrauen und die Kaufabsicht
oenbart. Der dritte Beitrag beleuchtet mittels eines
Experiments die Erweiterung von Handelsmarken-
portfolios. Store-Banner-Branding führt dabei unter
anderem zu einer gesteigerten Designkohärenz, Qua-
litätswahrnehmung und Kaufabsicht. Diese Eekte
sind besonders ausgeprägt, wenn Konsument:innen
über ein positives Händlerimage verfügen. Insgesamt
unterstreicht diese Dissertation die zentrale Rolle von
Handelsmarken in den Phasen der Markenerwägung
und Markenevaluierung und liefert wertvolle Beiträ-
ge zur Forschung sowie praxisrelevante Implikatio-
nen für Einzelhändler:innen.
Private Labels as a Private Selection: the Role of Private
Labels in Consumers‘ Consideration Sets
and Purchase Decisions
24 25
Empfehlungssysteme für Points-of-Interest (POI)
unterstützen Nutzer:innen bei der Reiseplanung.
Ihre Wirksamkeit wird jedoch häug durch Po-
pularitätsverzerrungen, auch Popularity Bias ge-
nannt, beeinträchtigt, da die Algorithmen stark
besuchte Orte öer weiterempfehlen. Dabei wer-
den weniger bekannte POI, sowie Nutzer:innen
mit vielfältigen Interessen vernachlässigt. Dies
kann zu Übertourismus führen, infrastrukturel-
le Engpässe verschärfen und Destinationen dazu
zwingen, restriktive Maßnahmen zu ergreifen,
während alternative Orte umgekehrt zu wenig
vom Tourismus protieren. Anhand von vier öf-
fentlich verfügbaren Datensätzen (Brightkite,
Foursquare, Gowalla, Yelp) und einem internen
Datensatz (Snow Card) untersucht diese Arbeit
die individuellen und kombinierten Eekte von
Context Awareness und Popularity Calibration
auf die Genauigkeit und den Popularity Bias der
Empfehlungen für verschiedene Nutzer:inneng-
ruppen. Die Ergebnisse zeigen, dass Context
Awareness keine universelle Lösung darstellt, da
die untersuchten Modelle konträre Auswirkungen
auf Genauigkeit und Bias haben. Eine Kalibrie-
rung nach Popularität kann Empfehlungen neu
anordnen und besser an Nutzer:innenprole an-
passen, vorausgesetzt die Ausgangsempfehlungen
enthalten bereits genügend Nischen-Items, was
bei nicht-kontextuellen Modellen häug nicht
der Fall ist. Besonders wirkungsvoll zeigt sich die
Kombination beider Ansätze, da sie die jeweiligen
Schwächen ausgleicht. Angesichts der Herausfor-
derung, sinnvolle Onlinestudien in der Domäne
durchzuführen, wird ein Konzept für eine Nut-
zer:innenstudie aufgestellt, um die tatsächliche
Wirkung der Strategien zur Verminderung von
Popularity Bias zu bewerten. Die Arbeit bietet
somit eine Grundlage zur Erforschung von Emp-
fehlungssystemen als Maßnahmen zum Ausgleich
von Über- und Untertourismus und unterstreicht
die Notwendigkeit oener, aktueller Datensätze
zur Förderung von Reproduzierbarkeit und wei-
terführender Forschung.
OPERATIONS &
INFORMATION SYSTEMS
OPERATIONS &
INFORMATION SYSTEMS
Andrea Forster
BA MSc
MASTERSTUDIUM
COMPUTATIONAL SOCIAL
SYSTEMS
Institut für
Operations und
Information Systems
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Stefan Thalmann
Elias Gumpinger
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Operations und
Information Systems
Betreuer:
ao.Univ.-Prof.i.R. Dr.
Johann Kellerer
Die Sicherstellung einer stabilen Versorgung von
Produktionswerken mit kritischen Komponenten
stellt eine zentrale Herausforderung in globalen Lie-
ferketten dar. Besonders in der Automobilindustrie,
die stark auf Just-in-Time- und Just-in-Sequence-
Prinzipien setzt, können bereits geringfügige Störun-
gen gravierende Auswirkungen auf die Produktions-
kontinuität haben. Engpasssituationen entstehen
typischerweise, wenn ein Lieferant nicht in der Lage
ist, die benötigten Mengen rechtzeitig bereitzustellen,
beispielsweise aufgrund von Materialknappheit, Ka-
pazitätsausfällen oder Transportverzögerungen. In
solchen Fällen stützt sich BMW bislang auf manuelle
Reichweitenanalysen oder IT-Systeme, die zwar Be-
stände und Lieferungen in Transit sichtbar machen,
jedoch keine Simulation oder Optimierung erlauben.
Diese Ansätze bilden eine wichtige Grundlage, sto-
ßen jedoch in hochkomplexen Szenarien mit variie-
renden Werksprioritäten, schwankender Nachfrage
und langen Transportlaufzeiten an ihre Grenzen. Ziel
dieser Arbeit ist die Entwicklung eines mathemati-
schen Optimierungsmodells, das die begrenzte Tei-
leverfügbarkeit über mehrere BMW-Werke hinweg
optimal allokiert. Das Modell wird in drei Varianten
umgesetzt: ein Bandstoppermodell, das die strikte
Versorgung kritischer Teile sicherstellt, ein Nach-
arbeitsmodell, das temporäre Fehlteile mit anschlie-
ßendem Abbau zulässt, sowie ein Hybridmodell, das
beide Ansätze kombiniert. Die Modelle werden als
Gemischt-Ganzzahlige Lineare Programme (MILP)
formuliert, berücksichtigen Transportlaufzeiten, dy-
namische Nachfrage und Kapazitätsrestriktionen und
nutzen zeitabhängige Straosten zur Bewertung von
Fehlteilen. Die Ergebnisse zeigen, dass die entwickel-
ten Optimierungsansätze komplexe Versorgungssze-
narien nachvollziehbar darstellen und verschiedene
Verteilungsstrategien miteinander vergleichbar ma-
chen. Besonders das Hybridmodell bietet hier einen
Vorteil, da es sowohl kritische Teile, die sofort zu
Produktionsstopps führen können, als auch weniger
kritische Teile, die später nachgearbeitet werden kön-
nen, innerhalb eines einheitlichen Modells berück-
sichtigt. Diese Arbeit leistet damit einen Beitrag zur
datenbasierten Entscheidungsunterstützung in Eng-
passsituationen und verdeutlicht das Potenzial ma-
thematischer Modelle für die Integration in operative
Planungsprozesse.
Entscheidungsmodellierung zur Versorgung kritischer
Teile in BMW-Produktionsnetzwerken
Balancing the Unfairness of Over- and Undertourism
through Context-Aware Point-of-Interest
Recommendation
26 27
The Problems of Life Cycle Sustainability Assessment
for Used Laptop Refurbishement
Jährlich werden etwa 180 Millionen Laptops
produziert, deren durchschnittliche Lebensdau-
er lediglich 3–5 Jahre beträgt. Diese kurze Nut-
zungsdauer und ressourcenintensive Produkti-
onsprozesse stellen eine Herausforderung für die
ökologische Nachhaltigkeit dar. Das Refurbish-
ment von Laptops bietet einen vielversprechenden
Ansatz, um diesen Herausforderungen entgegen-
zuwirken, da refurbished Laptops die Treibhaus-
gasemissionen im Vergleich zu neu hergestellten
Produkten um etwa 80 % reduzieren können.
Trotz dieses ökologischen Potenzials fehlt es an Li-
teratur zur sozialen und ökonomischen Nachhal-
tigkeit von Laptop Refurbishment. Zudem existie-
ren kaum Studien, in denen die drei Dimensionen
der Nachhaltigkeit in einem einheitlichen Frame-
work vereint werden. Ein in der Literatur vorge-
schlagenes Life Cycle Sustainability Assessment
(LCSA) integriert die drei Nachhaltigkeitsdimen-
sionen durch die Nutzung von Life Cycle Assess-
ment (LCA), Life Cycle Costing (LCC) und Social
Life Cycle Assessment (SLCA). In dieser Arbeit
wird das LCSA speziell für das Refurbishment
von Laptops adaptiert und refurbished Laptops
mit neu hergestellten verglichen. Diese Arbeit
zeigt jedoch, dass ein LCSA für ein Refurbish-
ment von Laptops derzeit nicht durchführbar ist.
Grund hierfür sind die unzureichende Datenver-
fügbarkeit und die fehlende Transparenz entlang
der Laptop-Lieferkette. Diese Datenlücken weisen
auf erhebliche Verbesserungspotenziale für die
Lieferkettentransparenz hin. Ohne diese Trans-
parenz würde die Durchführung eines LCSA für
das Refurbishment von Laptops kritische An-
nahmen erfordern und dadurch die Gültigkeit
und Aussagekra beeinträchtigen. Die Corporate
Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD)
könnte durch Transparenzanforderungen helfen,
relevante Daten zu liefern und die Machbarkeit ei-
nes LCSA für Laptop-Refurbishment zu erhöhen.
Ihre Wirksamkeit hängt jedoch von der globalen
Einhaltung und der Durchsetzung innerhalb der
Elektronikindustrie ab.
Bernd Pölzl
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Operations und
Information Systems
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Marc Reimann
PERSONALPOLITIK
Anna Böhm
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
BETRIEBSWIRTSCHAFTSLEHRE
Institut für
Personalpolitik
Betreuerin:
Univ.-Prof. Dr.
Renate Ortlieb
Unternehmen, die Studierende anstellen, können
davon protieren, diese auch nach Beendigung des
Studiums im Unternehmen weiter zu beschäigen,
da keine weitere Personalsuchkosten anfallen und
die Arbeitskräe das Unternehmen und ihre Tätig-
keit bereits gut kennen. Angesichts des vorherrschen-
den Arbeitskräemangels in Österreich, der sich
auf viele Bereiche erstreckt, untersucht vorliegende
Masterarbeit, welche Arbeitsplatzmerkmale berufs-
tätige Studierende in ihrer Absicht beeinussen, nach
Beendigung des Studiums im Unternehmen tätig
zu bleiben. Sieben qualitative Interviews mit Wirt-
schasstudierenden der Universität Graz, die neben
ihrem laufenden Studium in einem ihrem Studium
entsprechenden Job tätig sind, sind die Basis dieser
Masterarbeit. Die theoretische Fundierung ist das Job
Characteristics Model nach Hackman und Oldham.
Die Autoren beschreiben, wie fünf Merkmale, die di-
rekt an der beruichen Tätigkeit ansetzen, auf Moti-
vation, Zufriedenheit oder eine geringe Fluktuation
von Arbeitnehmerinnen und -nehmern wirken. Die
Auswertung der Interviews zeigt, dass eine hohe Aus-
prägung der im Job Characteristics Model enthalte-
nen Tätigkeitsmerkmale, allen voran eine sinnstien-
de, bedeutsame Tätigkeit, sowie eine wertschätzende
Kommunikation und Weiterentwicklungsmöglich-
keiten die Absicht, nach Beendigung des Studiums im
Unternehmen weiterzuarbeiten positiv beeinussen.
Jene Studierende, die die Ausprägung der fünf Tätig-
keitsmerkmale in ihrem Arbeitsplatz selbst als hoch
einstufen, wollen eher bei ihrem Arbeitgeber weiter-
arbeiten als solche, die eine geringe Einstufung vor-
nehmen. Zudem kann ein höheres Stundenausmaß
den Studierenden helfen, ihre Tätigkeit als ganzheit-
licher, inhaltlich ansprechender und sinnvoller zu er-
achten.
OPERATIONS &
INFORMATION SYSTEMS
Berufstätige Studierende u. studentische Arbeitsplätze -
Der Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzgestaltung
u. geringer Kündigungsabsicht
28 29
Exploring Opinion Polarization in Times of Crises:
Insights from Combining Survey
and Social Media Data
Public opinion polarization in response to current
social crises is prominent in media, politics, and
academic discourse. is thesis explores polari-
zation concerning the COVID-19 pandemic and
the climate crisis in German-speaking countries,
with a particular focus on policy measures. e
ndings contribute to the understanding of this
phenomenon and the evolving methodological
approach of combining survey and Twitter data,
which was still in its infancy when this research
began. e thesis comprises four articles on opi-
nion polarization and methodological implica-
tions of combining survey and Twitter data. e
ndings reveal signicant variations in public
opinion regarding both crises, with stronger po-
larization on COVID-19 measures compared to
climate protection measures. Contrary to claims
of a deep societal divide, the opinion distributi-
ons show mostly single-peaked rather than bi-
modal patterns. However, a small but noticeable
number of people oppose the measures related
to either crisis, indicating a one-sided accumula-
tion of opinions within the broader distributions.
Additionally, a small group of respondents reject
measures for both crises, attributed to mistrust in
the scientic consensus. e research further re-
veals consistency in opinion distributions across
dierent data sources at both the aggregate and
individual levels. However, social desirability bias
is observed among respondents who share their
social media data for research purposes. In con-
clusion, the contribution of this thesis is twofold.
First, it advances the empirical study of opinion
polarization by integrating traditional survey data
with social media data, providing a broader per-
spective on how crises shape opinion. Second, it
contributes to methodological developments in
computational social science research by elabora-
ting on the benets and limitations of combining
dierent data sources. Each source has its own
strengths and constraints; they are complementa-
ry, not interchangeable.
SOZIOLOGIE
Dr. Beate Klösch
BSc BA MA
DOKTORAT
Institut für
Soziologie
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Markus Hadler
SOZIOLOGIE
Dr. Karin Scaria-
Braunstein BA MA
DOKTORAT
Institut für
Soziologie
Betreuerin:
ao.Univ.-Prof. Dr.
Katharina Scherke
Die einst potente Beziehung der Soziologie zum
eater hat an Strahlkra eingebüßt. Klassische so-
ziologische Untersuchungen betrachten die Bühne
als Schauplatz sozialer Interaktion mit dem Ziel, ge-
wonnene Einsichten in einen breiteren gesellschali-
chen Rahmen zu transferieren. Metaphern des ea-
ters sind längst in der Alltagssprache verankert. Den
Praktiken theatraler Arbeit wurde, auch in den An-
fängen der Soziologie, erstaunlich wenig Beachtung
geschenkt. Heute zeichnet sich ein erhöhtes Interes-
se an kollektiven Arbeitsformen ab. Fachleute und
Forschende verschiedener Branchen setzen sich mit
gemeinschalichen Prozessen auseinander, die nicht
nur die Organisation betreen, sondern auch jene
der Kreativitätsentwicklung. Diese Arbeit führt die
Soziologie wieder ans eater. Hierbei wird der Pro-
benraum als ein soziologisch fruchtbares, allerdings
bislang geringgeschätztes Untersuchungsfeld ins
Zentrum gerückt. Mittels Beobachtungen dreier O-
eaterprojekte strebt die Arbeit danach, die Mecha-
nismen kollektiven Gestaltens freizulegen und daraus
eine formale Beschreibung zu generieren. Auf Basis
von zwei Gestaltungstypen – mit und ohne Leitung -
entsteht ein neues Begriskonzept, das kollektive und
individuelle Verhältnisse auf unterschiedlichen Ebe-
nen nuanciert berücksichtigt. Ein umfangreiches Fak-
toren-Modell kartiert die Etappen dieses kollektiven
Prozesses und thematisiert unterschiedliche Aspekte,
von der Dynamik des Raumes über die Konstellation
der Mitwirkenden bis zur gemeinschalichen Ver-
ständigung. Georg Simmels Früh- und Spätwerke
spannen einen theoretischen Rahmen, der mittels
theoretical bridging angereichert wird. Durch diesen
Ansatz erönet sich eine neue Perspektive auf die so-
zialwissenschaliche Relevanz des eaters, welche
weitreichende Implikationen für das Verständnis kol-
lektiver Gestaltungsprozesse besitzt. Die Ergebnisse
unterstreichen die Aussagekra des Probenprozesses
als Kollektiv-Kosmos und schlagen eine Brücke zur
Übertragbarkeit auf kollektive Arbeitsprozesse au-
ßerhalb des eaters.
Kollektives Gestalten - Eine Untersuchung
von Gestaltungsprozessen
im Off-Theater
30 31
Krisen sind kein neuer Begri in der (post-)mo-
dernen Zeit, viel mehr stellen sie eine Grundkate-
gorie soziologischer Analysen dar. Das Jahr 2020
ging als das Jahr der COVID-19 Pandemie in die
Geschichte ein und stellt, rückblickend betrachtet,
eine globale Ausnahmesituation dar. Die vorlie-
gende Dissertation möchte diesen Zeitrahmen des
Ausnahmezustands“ als einen analytischen Rah-
men hernehmen und mittels einer Reihe quanti-
tativer Analysen die Entwicklung von Umwelt-
einstellungen und Umweltverhalten beleuchten.
Neben dieser Einbettung in die systemisch-struk-
turellen Dimensionen der Corona Pandemie, soll
auch im spezischen die Rolle von ökonomischen
Faktoren im Zusammenhang mit Umwelteinstel-
lungen behandelt werden. Dabei wird im Beson-
deren die „Auence ese“ im Krisenkontext re-
ektiert. Dazu werden sowohl ein internationaler
Vergleich, ein spezieller Fokus auf Österreich und
Längsschnittperspektiven aufgezeigt. Zentrale
Erkenntnisse der Dissertation sind, dass die CO-
VID-19 Pandemie, gemessen an gesundheitlichen
und ökonomischen Indikatoren, in international
vergleichenden Analysen nur kleine Beeinus-
sungen auf Umwelteinstellungen zeigt. Detailana-
lysen am Fallbeispiel Österreich zeigen, dass die
Wahrnehmungen der Pandemie als Krise unter-
schiedlich ausfallen können, was zu unterschiedli-
chen Zusammenhängen mit Umwelteinstellungen
führt. Diese Zusammenhänge werden mit syste-
misch-strukturellen Gegebenheiten der Pandemie
in Österreich kontrastiert. Im Längsschnitt zeigt
sich, im Speziellen für Österreich, dass Umwelt-
einstellungen sich weitgehend stabil verhalten, die
Dauer der Krise jedoch in einer Schwächung die-
ser Einstellungen resultiert. Die Befunde deuten
gleichzeitig auf einen schwächeren „Kriseneekt“
im Vergleich zu Studien über die Auswirkun-
gen der Finanzkrise 2007/08 hin. Die „Auence
ese“ spielt besonders im europäischen Raum
aus der Längsschnittperspektive eine bedeutende
Rolle, jedoch wird diese in Anbetracht des Krisen-
kontexts kritisch diskutiert.
SOZIOLOGIE
Dr. Rebecca
Wardana BA MA
DOKTORAT
Institut für
Soziologie
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Markus Hadler
Nicole Bilger
BSc MSc
MASTERSTUDIUM
WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK
Institut für
Wirtschaftspädagogik
Betreuerin:
Univ.-Prof. Dr.
Michaela Stock
New Work ist ein aktueller Megatrend, der durch Glo-
balisierung, Digitalisierung und den demograschen
Wandel an Bedeutung gewinnt. Jedoch verkommt der
Begri New Work durch unscharfe und willkürliche
Begrisverwendungen immer mehr zu einem Buzz-
word, weshalb diese Arbeit zu einem klareren Ver-
ständnis des Konzepts beitragen soll. Im Fokus steht
dabei die Untersuchung, ob die Bezeichnung New
Work tatsächlich gerechtfertigt ist. Denn ein erster
Ansatz von New Work wurde von Bergmann bereits
in den 1980er Jahren entwickelt und New Work Maß-
nahmen wie transformationale Führung und Arbeits-
zeitexibilisierung sind bereits seit den 1970er Jahren
bekannt. Um die Neuartigkeit von New Work zu be-
werten, wird das Konzept der sozialen Innovationen
herangezogen. Die Masterarbeit widmet sich der
Frage, welche New Work Maßnahmen die Kriterien
sozialer Innovationen erfüllen. Nach einem einlei-
tenden Kapitel wird im zweiten Kapitel das Konzept
New Work analysiert. Es erfolgt ein Vergleich zwi-
schen dem ursprünglichen Ansatz nach Bergmann
und dem heutigen Verständnis Verschiedene De-
nitionen werden gegenübergestellt, um eine Arbeits-
denition abzuleiten. Zudem werden die Dimensio-
nen von New Work sowie ausgewählte Maßnahmen
vorgestellt. Im dritten Kapitel wird das Konzept der
sozialen Innovationen beleuchtet. Unterschiedliche
Denitionen und Phasenmodelle werden verglichen,
um ein einheitliches Verständnis zu schaen. Daraus
werden Kriterien und ein Rahmenmodell zur Be-
wertung der New Work Maßnahmen entwickelt. Im
vierten Kapitel werden diese Maßnahmen anhand
des Modells bewertet und in die Kategorien nicht-
innovative Maßnahmen, Kandidat:innen für soziale
Innovationen, soziale Innovationen und Normali-
tät eingeordnet. Die Ergebnisse zeigen, dass hinter
dem Buzz von New Work statt sozialen Innovationen
in den meisten Fällen lange bekannte Maßnahmen,
welche in der Praxis kaum Anwendung nden und
Maßnahmen, welche bereits Normalität anstatt einer
Neuheit sind, stehen.
Beyond the Buzz: Was ist wirklich neu am Konzept
New Work? Eine kritische Betrachtung
des Megatrends
Examining Environmental Attitudes, Behaviours, and
the Role of Affluence in the Context of the
COVID-19 Pandemic
WIRTSCHAFTS-
PÄDAGOGIK
32 33
Learning Analytics im Spiegel
der Apophänie
Mit der Zunahme multimedialer Lernumgebun-
gen wächst das Volumen der dabei generierten
Interaktionsdaten und damit das Interesse an de-
ren Nutzung. Learning Analytics zählen zu den
Technologien, die derartige Bildungsdaten zur
Optimierung von Lehr-Lern-Prozessen verwen-
den. Obwohl die Bezeichnung ein ausgewogenes
Verhältnis von ‚Learning‘ und ‚Analytics‘ nahe-
legt, weist das Forschungs- und Anwendungsfeld
nur eine geringe Anbindung an den Terminus
‚Learning‘ auf. Zudem liegt bislang keine eindeu-
tige Evidenz für Verbesserungen der Lehr-Lern-
Prozesse vor. Gleichwohl besteht der hartnäckige
Glaube an die Wirksamkeit von Learning Ana-
lytics. Dieser Datenoptimismus birgt das Risiko
der Apophänie, also der Wahrnehmung nicht
existierender Muster und Bedeutungen, wodurch
pädagogische Fehlsteuerungen begünstigt wer-
den. Zugleich wird die pädagogische Praxis ver-
mehrt mit Learning Analytics konfrontiert und
in die Verantwortung genommen, deren Einsatz
reektiert zu gestalten. Vor diesem Hintergrund
befasst sich die Dissertation empirisch sowie the-
oretisch-konzeptionell mit den Potenzialen und
Grenzen von Learning Analytics aus hochschul-
didaktischer Perspektive. Untersucht wurde ein
reales Anwendungsszenario im Masterstudium
Wirtschaspädagogik an der Universität Graz in
einem sequenziell quantitativ-qualitativ vertiefen-
den Mixed-Methods-Design über fünf Studiense-
mester (226 Studierende; vier Lehrende). In jedem
Semester wurden unterschiedliche Schwerpunkte
gesetzt, aus denen sich Potenziale und kritische
Aspekte oenbarten. Auf dieser Basis wurden Im-
plikationen für Lehrende und Lernende abgelei-
tet, um einen pädagogisch reektierten und ver-
antwortungsvollen Einsatz in der Hochschullehre
zu ermöglichen und einen bewussten Umgang
mit Bildungsdaten zu initiieren.
Dr. Silvia Lipp
BSc MSc
DOKTORAT
Institut für
Wirtschaftspädagogik
Betreuerin:
Univ.-Prof. Dr.
Michaela Stock
Marie Roth
BA MSc
MASTERSTUDIUM
WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK
Institut für
Wirtschaftspädagogik
Betreuerin:
assoz. Prof. Dr.
Elisabeth Riebenbauer
Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisie-
rung haben das betriebliche Rechnungswesen maß-
geblich verändert. Um Lernende darauf vorzuberei-
ten, müssen demnach bestehende fachdidaktische
Ansätze und Modelle weiterentwickelt und innova-
tive Methoden in den Unterricht integriert werden.
Vor diesem Hintergrund beschäigt sich diese Arbeit
mit den Auswirkungen der Digitalisierung und Auto-
matisierung auf das betriebliche Rechnungswesen
und den Rechnungswesenunterricht, mit den Ele-
menten eines digitalisierten Rechnungswesen-Di-
daktikmodells und mit der Ausarbeitung eines Lear-
ning Cockpits unter Bedachtnahme der didaktischen
Anforderungen. Zuerst werden der aktuelle Stand
des betrieblichen Rechnungswesens einschließlich
des veränderten Kompetenzprols von Arbeitneh-
menden sowie Lehrkräen dargestellt. Die anschlie-
ßenden Kapitel widmen sich der Digitalisierung im
Rechnungswesenunterricht sowie den bestehenden
fachdidaktischen Ansätzen und Modellen. Die Ana-
lyse dieser Kapitel zeigt, dass insbesondere Pro-
zessorientierung, Praxisbezug, der gezielte Einsatz
digitaler Technologien, innovative Methoden und au-
thentische Materialien von zentraler Bedeutung sind.
Auf Basis dieser Erkenntnisse werden didaktische
Überlegungen angestellt und ein neues digitalisier-
tes Rechnungswesen-Didaktikmodell entwickelt. Als
innovative Methode und Unterstützung im Unter-
richt wird in dieser Masterarbeit das Konzept für ein
Learning Cockpit, welches von Pargmann et al. 2022
vorgestellt wurde, aufgegrien und weiterentwickelt.
Anhand des Learning Cockpits werden die einzelnen
Prozessschritte eines sowaregestützten Einkaufs-
prozesses ausgearbeitet. Das Learning Cockpit hil
den Schüler:innen, einen Unternehmensprozess zu
verstehen und Schnittstellen zwischen den Abteilun-
gen zu erkennen.
WIRTSCHAFTS-
PÄDAGOGIK
WIRTSCHAFTS-
PÄDAGOGIK
Didaktische Überlegungen zu einem digitalisierten
Rechnungswesenunterricht unter Einsatz eines
Learning Cockpits an d. Handelsakademie
34 35
In dieser Dissertation werden Emissi-
onsreduktionen und die Wirksamkeit
von Klimaschutzmaßnahmen empi-
risch untersucht, wobei ein besonde-
rer Schwerpunkt auf den Verkehrs-
sektor gelegt wird, der einzige Sektor
der EU-27, in dem die Emissionen seit
1990 gestiegen sind. Besonderes Au-
genmerk wird auf Österreich und Lu-
xemburg gelegt, die beide im Vergleich
zu den Werten von 1990 besonders
starke Zuwächse der Verkehrsemissio-
nen verzeichnet haben. Die Reduktion
von Emissionen in diesem Sektor wird
durch die Persistenz der Bestände und
tief verwurzelte soziale Gewohnheiten
erschwert. Die Dissertation gliedert
sich in vier Kapitel, die sich sowohl
thematisch als auch methodisch er-
gänzen und zusammen eine fundier-
te Bewertung von Klimaschutzmaß-
nahmen ermöglichen. Kapitel 1 bietet
empirische Anleitungen zur Identi-
kation und Schätzung wesentlicher
Emissionstreiber in Panels mit großer
Fallzahl (N) und langer Zeitreihe (T).
Es grei Studien in diesen Settings auf
und zeigt, dass eine unzureichende
Berücksichtigung der Datenstruktur
zu fehlerhaen Schlussfolgerungen
und verzerrten Schätzungen führen
kann. Kapitel 2 befasst sich mit der
Bewertung spezischer Maßnahmen
und konzentriert sich dabei auf Öster-
reichs Mix an Maßnahmen seit 1950.
Es werden die eektivsten verkehrs-
bezogenen Maßnahmen identiziert,
wobei deren Interdependenzen und
dynamische Auswirkungen berück-
sichtigt werden. Besonders eektiv
erweisen sich dabei Steuern auf Neu-
wagen und Krastoe. Kapitel 3 wid-
met sich Maßnahmen, die Anreize für
den öentlichen Verkehr schaen und
dadurch den PKW-Gebrauch reduzie-
ren sollen. Als quasi-experimenteller
Rahmen dient das ächendeckende
Nulltarifsystem in Luxemburg, des-
sen Auswirkungen auf die Verkehrs-
emissionen untersucht werden. Dabei
werden komplexe Einussfaktoren
wie die hohe Zahl an Pendlerströmen
sowie COVID-19-bezogene Faktoren
berücksichtigt. Es wird eine 8%-ige
Verringerung der Straßenverkehrs-
emissionen identiziert. Kapitel 4
schließt mit einem Perspektivenwech-
sel. Anstatt zu fragen, welche Maßnah-
men am eektivsten waren, untersucht
es, inwieweit externe Faktoren – wie
milde Winter oder das gesamtwirt-
schaliche Aktivitätsniveau – zu den
jüngsten Emissionsrückgängen in Ös-
terreich beigetragen haben.
Der Energiesektor verursacht mehr
als 75% der weltweiten Treibhausgas-
emissionen, was die Energiewende
zum Kernstück der Klimaschutzmaß-
nahmen macht. Die grundlegende
Transformation bestehender Energie-
systeme stellt private und öentliche
Entscheidungsträger vor eine Vielzahl
neuartiger und komplexer Entschei-
dungsprobleme. Diese kumulative
Dissertation befasst sich mit ausge-
wählten Optimierungsproblemen, die
im Kontext der Energiewende auf-
treten. Sie behandelt strategische und
operative Probleme in den drei klima-
relevantesten Endverbrauchssekto-
ren: Verkehr, Strom und Wärme. Der
erste Teil der Arbeit befasst sich mit
der Optimierung eines emissionsfrei-
en Bussystems. Eine zentrale Heraus-
forderung bei der Umstellung eines
fossil betriebenen Bussystems ist die
kostenoptimale Technologieauswahl
aus einer Reihe möglicher Techno-
logien. Zur Lösung dieses Problems
wurde ein Optimierungsmodell auf
Basis der ganzzahligen linearen Pro-
grammierung entwickelt, das den kos-
tenoptimalen Technologiemix aus fünf
verschiedenen Technologieoptionen
wählt. Das Modell bestimmt die opti-
male, möglicherweise gemischte, Flot-
tenzusammensetzung für ein gege-
benes Bussystem durch Optimierung
der Umlauf- und Ladepläne sowie In-
frastrukturentscheidungen, die die Le-
benszykluskosten des Gesamtsystems
minimieren. Der zweite Beitrag zu die-
sem ema erweitert das ursprüngli-
che Optimierungsmodell um die Um-
weltziele kumulierter Energiebedarf
und Treibhausgasemissionen. Diese
Erweiterung liefert wertvolle neue
Erkenntnisse für die Technologieaus-
wahl, da eine kostenoptimale Lösung
nicht notwendigerweise zu höchster
Ezienz oder geringsten Emissionen
führt. Durch eine Kombination aus
Ökobilanzierung und multikriterieller
Optimierung entstand ein integriertes
Modell, das es erlaubt, den Zielkonikt
zwischen Kosten und Umweltwirkun-
gen zu untersuchen. Die beiden Opti-
mierungsmodelle wurden eingesetzt,
um die optimale Technologieauswahl
für das Umstellungsprojekt der Stadt
Graz zu untersuchen. Um eine fun-
dierte Entscheidungsgrundlage zu
schaen, wurden zentrale Eingangs-
parameter in umfangreichen Szenario-
analysen getestet.
SOWI
NACHHALTIGKEITSPREIS
Evaluating emission reductions in the transport
sector: Empirical contributions Optimization of Decarbonized Energy
and Transport Systems
Dr. Tobias Eibinger
B.A. (Econ.) MSc (Econ.) Dr. Nathalie Frieß
BSc MSc
DOKTORAT DOKTORAT
Institut für
Volkswirtschaftslehre
Institut für
Operations und Information Systems
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Hans Manner
Betreuer:
Univ.-Prof. Dr.
Ulrich Pferschy
36 37
SOWIDIE
INSTITUT FÜR
FINANCE
INSTITUT FÜR
UNTERNEHMENSRECHNUNG
UND WIRTSCHAFTSPRÜFUNG
INSTITUT FÜR
ORGANISATION UND
INSTITUTIONSÖKONOMIK
INSTITUT FÜR
VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE
INSTITUT FÜR
MARKETING
INSTITUT FÜR
WIRTSCHAFTS-, SOZIAL- UND
UNTERNEHMENSGESCHICHTE
INSTITUT FÜR
OPERATIONS UND
INFORMATION SYSTEMS
INSTITUT FÜR
WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK
INSTITUT FÜR
PERSONALPOLITIK
INSTITUT FÜR
SOZIOLOGIE
BUSINESS ANALYTICS AND
DATA SCIENCE-CENTRE
INSTITUT FÜR
UNTERNEHMENSRECHNUNG
UND REPORTING
CENTRE FOR
ACCOUNTING RESEARCH
INSTITUT FÜR
UNTERNEHMENSFÜHRUNG
UND ENTREPRENEURSHIP
GRAZER SCHUMPETER
CENTRE
INSTITUT FÜR
UNTERNEHMENSRECHNUNG
UND CONTROLLING
ZENTRUM FÜR
ENTREPRENEURSHIP
UND ANGEWANDTE BWL
INSTITUT FÜR
UNTERNEHMENSRECHNUNG
UND STEUERLEHRE
CENTRE FOR
SOCIAL RESEARCH
Vorstand: assoz. Prof. Dr.
Stefan Palan Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
David Windisch
Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
Michael Kopel
Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
Michael Finus
Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
Thomas Foscht Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
Thomas Krautzer
Vorstand: Univ.-Prof. Dr.
Ulrich Pferschy
Vorständin: Univ.-Prof. Dr.
Michaela Stock
Vorständin: Univ.-Prof. Dr.
Renate Ortlieb
Vorständin: ao.Univ-Prof. Dr.
Katharina Scherke Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Stefan Thalmann
Vorstand: Univ-Prof. Dr. Dr.
Georg Schneider
Vorstand: o.Univ-Prof. Dr. Dr.
Alfred Wagenhofer
Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Karl-Heinz Leitner
Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Maik Schneider
Vorstand: o.Univ-Prof. Dr. Dr.
Alfred Wagenhofer
Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Thomas Foscht
Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Rainer Niemann
Vorstand: Univ-Prof. Dr.
Markus Hadler
38 39
NEU! SOWI-AV
WERDE MITGLIED BEIM
Absolvent:innenverein der Sozial- und
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Universität Graz
Merch-Artikel
40 41
Der
SOWI-Fuchs
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UND VERLEGER
SOCIAL MEDIA
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MMag. Eva Becskei
Philipp Moser, BA
Faris Polutak
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fakultaetstag/
Dorong, Graz
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