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Nr. 12
02. Juni 2025
MÄRKTE/ASSETKLASSEN
Private-Equity-Fonds mit starkem ESG-
Fokus zeigen Outperformance
Börsennotierte Private-Equity-Fonds (PE-Fonds) mit einem starken
ESG-Ansatz erzielen laut einer Analyse des globalen Beratungsun-
ternehmens Alvarez & Marsal (A&M) eine überdurchschnittliche
finanzielle Performance. Um das Wertschöpfungspotenzial von ESG
zu messen, wurden in der Studie die Ergebnisse von 16 börsenno-
tierten PE-Fonds mit einem Vermögen von 6,3 Billionen US-Dollar
und rund 1.800 Portfoliounternehmen bewertet.
PE-Fonds mit einem starken
ESG-Fokus haben seit 2020
laut Studie ihre schlechten be-
werteten Mitbewerber um ins-
gesamt 77 Prozent übertroffen
und gleichzeitig wettbewerbs-
fähige interne Renditen erzielt.
Auch die Transaktionswerte waren
höher: Bei Portfoliounternehmen,
die über ESG berichteten, stiegen
die Transaktionswerte um insge-
samt 45 Prozent. Darüber hinaus
stiegen die Umsatzmultiplikatoren
um durchschnittlich 30 Prozent.
Die Ergebnisse deuteten auf einen Zusammenhang zwischen
der ESG-Performance und der Unternehmensbewertung
hin. Dies unterstreiche die Chance für PE-Fonds, durch ESG-
Initiativen zusätzlichen Wert zu schaffen - insbesondere da
das typische Exit-Fenster von drei bis fünf Jahren mit dem Nach-
haltigkeitsmeilenstein 2030 zusammenfällt. Trotz des positiven
Zusammenhangs mit der Bewertung veröffentlichten nur 21 Prozent
der rund 1.800 PE-finanzierten Unternehmen in der Studie ESG-
Berichte, was deutlichen Raum für Verbesserungen signalisiere. Der
Umfang der ESG-Offenlegungen variiere je nach Branche erheblich.
„Wir sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der ESG-
Ausrichtung eines Unternehmens und einer niedrigeren Risikobe-
wertung", sagt Will Rhode, EMEA (Europe, Middle East, Africa) ESG
Lead bei Alvarez & Marsal. „Fonds und Unternehmen haben daher
einen starken Anreiz, sich frühzeitig auf ESG-positive Maßnahmen
zu konzentrieren, insbesondere angesichts der Beschleunigung der
Nachhaltigkeitsagenda bis zum Meilensteinjahr 2030." A&M hat fünf
wichtige strategische Hebel für die ESG-gesteuerte Wertschöpfung
identifiziert. Dazu gehören Dekarbonisierung und Energiemanage-
ment, die Neuausrichtung der Lieferkette, ESG-orientierte Beschaf-
fung, die Optimierung der Infrastruktur für Transport und Logistik
sowie verbesserte Recycling- und Abfallmanagementpraktiken.
(DFPA/MB) ◆
www.alvarezandmarsal.com
Die Preise für Vermögensgüter in Deutschland sind im ersten
Quartal 2025 deutlich gestiegen. Laut dem aktuellen „Flossbach
von Storch Vermögenspreisindex“ verteuerte sich der Aufbau
von Vermögen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,0 Pro-
zent. Damit ist die sogenannte Vermögenspreisinflation deutlich
höher als die allgemeine Verbraucherpreisinflation, die zuletzt bei
2,3 Prozent lag.
Besonders stark legten Immobilien (plus 3,0 Prozent) Aktien
(plus 13,7 Prozent) und Betriebsvermögen (plus 9,9 Prozent)
zu. Der Preis für Gold und andere Rohstoffe im Privatbesitz
stieg sogar um 26,5 Prozent. Lediglich langlebige Konsum-
güter (plus 0,5 Prozent) und Sammelobjekte (minus 3,5
Prozent) blieben weitgehend stabil oder verbilligten sich.
Nach Einschätzung der Analysten
wurde der Anstieg vor allem durch
fallende Zinsen und die Erwartung
weiterer geldpolitischer Lockerun-
gen befeuert. Zudem verstärken
hohe Staatsausgaben sowie geo-
politische Unsicherheiten die Ent-
wicklung. Die zunehmenden Preis-
steigerungen für Vermögensgüter
erschweren vor allem Haushalten
mit geringem Vermögen den Auf-
bau von Rücklagen und Altersvor-
sorge.
„Die Vermögenspreisinflation ver-
schärft die soziale Ungleichheit“, so Philipp Immenkötter, Autor
des Indexberichts. Während wohlhabende Haushalte von steigen-
den Preisen profitieren, rücken Vermögensaufbau und Immobilien-
besitz für viele andere in weite Ferne. Die Entwicklung trage laut
Bericht auch zur gesellschaftlichen Polarisierung bei – sichtbar etwa
in gestiegenen Wahlerfolgen populistischer Parteien.
Der FvS-Vermögenspreisindex bildet die Preisentwicklung von
Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Aktien und weiteren
Vermögenswerten privater Haushalte ab und wird quartalsweise
veröffentlicht. Seit 2015 sind die Vermögenspreise in Deutschland
demnach um rund 40 Prozent gestiegen. (DFPA/ABG) ◆
www.flossbachvonstorch.de
Smarte Agrartechnologien wie autonome Landmaschinen, sensor-
gesteuerte Bewässerung oder teilflächenspezifische Ausbringung
bieten der Landwirtschaft großes wirtschaftliches Potenzial – wer-
den aber bislang zu wenig genutzt. Das zeigt eine am Donnerstag
veröffentlichte Studie der Landwirtschaftlichen Rentenbank und
der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG). Demnach
könnten moderne Technologien Erträge steigern, Kosten senken und
Ressourcen effizienter einsetzen – etwa Wasser, Dünger oder Pflan-
zenschutzmittel. Gleichzeitig ermöglichten sie mehr Nachhaltigkeit
in der Agrarproduktion. Trotz dieser Vorteile gingen die welt-
weiten Investitionen in den Agri-Food-Tech-Sektor zwischen
2021 und 2023 um mehr als 70 Prozent zurück – von 53 auf 15
Milliarden US-Dollar. „Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gehen in
der Landwirtschaft Hand in Hand“, sagte Nikola Steinbock, Spre-
cherin des Vorstands der Rentenbank. Die Studie zeige, wo Tech-
nologien wie Robotik oder Künstliche Intelligenz bereits heute einen
messbaren Nutzen bringen – und warum es bisher an einer breiten
Umsetzung fehlt. Die Analyse identifiziert 17 Schlüsseltechnologien
mit besonders hohem Potenzial – darunter Robotik, Drohnentechno-
logie und autonome Fahrzeuge. Diese seien betriebswirtschaftlich
attraktiv und skalierbar, aber unterfinanziert. Ein Hemmnis sei die
Zurückhaltung von Investoren, die den Markt als schwer zugänglich
bewerteten. BCG-Partner Benjamin Subei forderte neue Finanzie-
rungsansätze: „Es braucht Kapital, das Wirkung entfaltet – für die
Betriebe, die Ernährungssicherheit und den Kapitalmarkt.“ Geeignet
seien etwa Partnerschaften aus öffentlichem und privatem
Kapital sowie spezialisierte AgriTech-Fonds. „Jetzt ist die Zeit,
zu investieren und Innovationen auf den Acker zu bringen“, so Subei.
(DFPA/ABG) ◆
www.bcg.com
Die Augsburger Investmentgesellschaft Patrizia hat erstmals
einen europaweiten „Student City Index“ vorgestellt, der über
180 Universitätsstädte hinsichtlich ihres Potenzials für Investments
in sogenanntes Purpose-Built Student Accommodation (PBSA)
bewertet.
Solche spezialisierten Wohnanlagen für Studierende gelten als
inflationsgeschützt, renditestark und weniger reguliert als klassi-
sche Mietwohnungen. Angesichts steigender Studierendenzahlen
und struktureller Angebotsengpässe in vielen Städten bietet PBSA
laut Patrizia attraktive Einstiegsmöglichkeiten für institutionelle
Investoren. Der Index ermöglicht eine differenzierte Analyse auf
Stadtebene – etwa nach Demografie, Marktstruktur und Hoch-
schulreputation – und dient als strategisches Werkzeug für Port-
folioaufbau und Risikosteuerung. (DFPA/ABG) ◆
www.patrizia.ag
Zum „Student City Index“
Will Rhode
Foto: Unternehmen
Philipp Immenkötter
Foto: Unternehmen
FvS-Vermögenspreisindex: Vermögens-
aufbau in Deutschland deutlich teurer
Milliardenpotenzial für smarte Agrar-
technologien
Patrizia identifiziert Top-Städte für
Investitionen in studentisches Wohnen
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