Globale Studie „Evolving Workplace“ PDF Free Download

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Juni 2025
Optimierung des Arbeitserlebnisses
Globale Studie
„Evolving Workplace
2 | „Evolving Workplace“-Studie von HAWORTH Globale Studie „Evolving Workplace 3
Globale Daten zeigen, wie sich
die Arbeitswelt verändert
Unternehmen sehen sich heutzutage mit immer komplexeren
Herausforderungen konfrontiert. Da es auf dem globalen
Markt mehr Menschen und Unternehmen gibt als je zuvor,
die Digitalisierung unsere Kommunikation verändert
und technologische Fortschritte das Tempo des Wandels
beschleunigen, war es noch nie so schwierig, fundierte
Entscheidungen zu treen. Gleichzeitig war es noch nie
so wichtig.
In einem derart komplexen und unbeständigen Umfeld ist der Wettbewerb um neue
Chancen intensiv, und selbst kleine Entscheidungen können große Auswirkungen
haben. Büroflächen oder -grundrisse lassen sich nicht so einfach aktualisieren
wie eine Tabelle oder eine Website. Dennoch haben beide einen erheblichen
Einfluss auf die Arbeitsplatzkultur, die Produktivität und den Unternehmenserfolg.
Führungskräfte in großen und kleinen Unternehmen stehen unter Druck,
die richtigen Entscheidungen zu treen.
Um Entscheidungsträger dabei zu unterstützen, Arbeitsumgebungen zu schaen,
in denen Mitarbeitende ihr Potenzial entfalten und ihre beste Leistung erbringen
können, hat Haworth untersucht, wie Unternehmen weltweit mit den sich ständig
verändernden Rahmenbedingungen umgehen. Im Jahr 2023 haben wir unsere
erste weltweite Arbeitsplatzstudie veröentlicht und die Ergebnisse einem breiten
Publikum zugänglich gemacht. Sie zeigen deutlich, dass hybrides Arbeiten bestehen
bleibt und sich weiterentwickeln wird.
In unserer jüngsten Umfrage aus dem vierten Quartal 2024 haben wir neue
Fragen zum hybriden Arbeiten gestellt, um ein besseres Bild davon zu bekommen,
wie Unternehmen auf die unterschiedlichen Chancen und Herausforderungen
dieses globalen Wandels reagieren. Bei der Auswertung der Ergebnisse haben
wir sechs wichtige Erkenntnisse, häufige Herausforderungen, vielversprechende
Lösungsansätze und deutliche Anzeichen dafür identifiziert, dass– zumindest
in einigen Arbeitsumgebungen– jetzt der richtige Zeitpunkt für räumliche
Veränderungen gekommen ist.
6 Richtlinien für hybrides
Arbeiten haben sich gefestigt
10 Drei Hauptgründe für räumliche
Veränderungen
14 Der Hauptzweck des heutigen
Büros (aber nicht der einzige)
20 Unternehmen suchen die
richtige Balance
24 Die Akustik ist nach wie vor
eine große Herausforderung
28 Räumliche Veränderungen
und Zufriedenheit mit dem
Arbeitsplatz
34 Fazit
6 wichtige Erkenntnisse
4 Globale Studie „Evolving Workplace
6 Globale Studie „Evolving Workplace
In der Region Asien-Pazifik gaben 67%
der Unternehmen an, über formelle Richt-
linien für hybrides Arbeiten zu verfügen.
Dieser Wert liegt leicht unter dem globalen
Durchschnitt. Dennoch nimmt die Ein-
führung flexibler Arbeitsmodelle stetig
zu, wobei Singapur und Japan eine Vor-
reiterrolle einnehmen. Auf Länderebene
sind deutliche Unterschiede festzustellen:
Während die Mehrheit der chinesischen
Unternehmen ihre Mitarbeitenden ver-
pflichtete, täglich ins Büro zu kommen,
was den regionalen Durchschnitt nach
unten zog, gaben 91% der australischen
Unternehmen an, über eine formelle
Richtlinie für hybrides Arbeiten zu
verfügen. Diese Unterschiede lassen sich
vermutlich auf die unterschiedlichen
sozialen und kulturellen Normen in der
Region zurückführen.
Im Jahr 2023 nahmen Unternehmen weiterhin Ergänzungen, Streichungen und Anpassungen
an ihren Richtlinien für hybrides Arbeiten vor. Im Jahr 2024 gab es jedoch nur noch wenige
Berichte über größere Veränderungen. Dieser Trend war in allen Regionen zu beobachten:
74% der Unternehmen gaben an, über eine formelle Richtlinie für hybrides Arbeiten zu
verfügen– ein Wert, der im Vergleich zu 77% im Vorjahr stabil blieb. Unternehmen, die bereits
2023 Richtlinien für hybrides Arbeiten eingeführt hatten, unterstützen hybrides Arbeiten
nach wie vor. Unternehmen, die 2024 Änderungen vorgenommen haben, haben eher Details
angepasst als den Kurs komplett geändert.
Im internationalen Vergleich führten nord-
amerikanische Unternehmen formelle
Richtlinien für hybrides Arbeiten später
ein– viele erst im Jahr 2022. Inzwischen
unterscheiden sich die hybriden Arbeitsmo-
delle in Nordamerika kaum noch von den
globalen Methoden. Die meisten Unter-
nehmen weltweit haben mittlerweile klare
Regelungen etabliert, die in der Regel etwa
drei Präsenztage pro Woche vorsehen.
Diese Stabilisierung der Richtlinien
schat eine verlässliche Grundlage für
die zukünftige Raumplanung. In Zukunft
können Unternehmen ihre Arbeitsplätze
und die Raumaufteilungen gezielter an die
erwartete Anzahl der Mitarbeitenden im
Büro anpassen.
Richtlinien für hybrides Arbeiten haben sich gefestigt.
Folgen: Die Raumplanung ist vorhersehbarer geworden.
Erkenntnis Nr. 1
12 3 4 5 6
8%
Unternehmen, die nach 2022
Richtlinien für hybrides Arbeiten
eingeführt haben.
Globale Studie „Evolving Workplace 9
Welche Details der Richtlinie
für hybrides Arbeiten haben
sich geändert?
Als Unternehmen im Jahr 2024 Änderungen an ihren Richtlinien für hybrides Arbeiten
vornahmen, spiegelte dies in der Regel den Wunsch wider, die Leistung zu optimieren.
Am häufigsten wurden folgende Punkte angepasst:
Die Anzahl der vorgeschriebenen Präsenztage
Die Zeit, die hybride Mitarbeitende online sein sollten,
wenn sie nicht im Büro arbeiten
Die konkreten Tage, an denen hybride Mitarbeitende
im Büro sein mussten
Die Vorgaben zur Nutzung zugewiesener bzw. nicht
zugewiesener Arbeitsplätze im Büro
Mehr über das Erkenntnisergebnis
12 3 4 5 6
10 Globale Studie „Evolving Workplace
Es gibt drei Hauptgründe für
umliche Veränderungen.
Folgen: Bei einem ausgewogenen Ansatz werden alle drei Gründe berücksichtigt.
Erkenntnis Nr. 2
Fast zwei Drittel der Unternehmen gaben an, in den letzten drei Jahren größere räumliche
Veränderungen vorgenommen zu haben. Der größte Antrieb für diese Veränderungen, den mehr
als die Hälfte der Befragten angab, war die Realisierung von Einsparungen durch die Reduzierung
von Immobilienkosten und/oder der Bürofläche. Dicht dahinter folgte die Notwendigkeit, die
Arbeitsumgebung besser an die sich wandelnden Bedürfnisse der Mitarbeitenden anzupassen.
Der drittgrößte Beweggrund war die Verbesserung des Erscheinungsbildes und der Atmosphäre
am Arbeitsplatz– also die Schaung ansprechender, attraktiver Räume durch optimiertes Design,
Ästhetik und unterstützende Ausstattungsmerkmale.
Während einige Unternehmen andere Gründe für räumliche Veränderungen nannten
(z.B. die Verbesserung des Mitarbeiterengagements oder die Stärkung des Zugehörig-
keitsgefühls, die jeweils von 29% der Befragten genannt wurden), gab die überwiegende
Mehrheit mindestens einen, wenn auch nicht alle, der drei wichtigsten Gründe an.
Auch die Herangehensweisen an räumliche Veränderungen unterscheiden sich je
nach Region. In der Region Asien-Pazifik investieren viele Unternehmen, die ihre
Büroflächen verkleinern, gleichzeitig in eine bessere Ausstattung, um eine komfortablere
Arbeitsumgebung zu schaen. In Deutschland setzen immer mehr Unternehmen auf
das aktivitätsbasierte Arbeiten, um ihre Mitarbeitenden zurück ins Büro zu locken.
In Nordamerika erkennen Unternehmen zunehmend den Wert eines durchdachten
Arbeitsplatzdesigns für die Stimmung, Kreativität und das Wohlbefinden ihrer
Mitarbeitenden– und dass Ästhetik die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden fördert.
Anhand der Häufigkeit, mit der die wichtigsten Beweggründe genannt wurden, und unter
Berücksichtigung regionaler Unterschiede wird deutlich, dass Unternehmen räumliche
Veränderungen aus unterschiedlichen Hauptgründen vornehmen– sei es, um ihre
Mitarbeitenden zu unterstützen, oder um Unternehmensziele zu erreichen. Angesichts der
Anzahl der Arbeitgeber, die Veränderungen vornehmen, und ihrer Beweggründe, kann es
für Unternehmen sinnvoll sein, einen ausgewogenen Ansatz zu verfolgen– einen Ansatz,
der Kosteneinsparungen in Relation zu den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und dem
Design des Arbeitsplatzes berücksichtigt.
123 4 5 6
62%
Unternehmen, die Ihre Raumkonzepte
in den letzten drei Jahren grundlegend
verändert haben.
Die drei wichtigsten Gründe für räumliche Veränderungen
Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidungen des Führungsteams bei räumlichen Veränderungen?
2
1
3
4
5
6
7
Kosten/Einsparungen bei Immobilien
Arbeitsplätze besser an die neuen Bedürfnisse der Mitarbeitenden anpassen
Verbesserung der Attraktivität des Arbeitsplatzes (Erscheinungsbild und Atmosphäre)
Mitarbeiterengagement
Gefühl der Zugehörigkeit/Teamdynamik/Unternehmenskultur
Mitarbeitergewinnung
Verbesserte Produktivität
57%
53%
44%
29%
29%
28%
27%
12 Globale Studie „Evolving Workplace
Drei Hauptgründe, warum
Unternehmen räumliche
Veränderungen vornehmen:
132
Um Einsparungen
durch Reduzierung der
Immobilienkosten und/oder
der Fläche zu erzielen
Um Arbeitsplätze besser an
die neuen Bedürfnisse der
Mitarbeitenden anzupassen
Um das Erscheinungsbild
und die Atmosphäre am
Arbeitsplatz zu verbessern
Mehr über das Erkenntnisergebnis
123 4 5 6
14 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 34 5 6
Der Hauptzweck des heutigen Büros (aber nicht
der einzige) ist die Zusammenarbeit und der
Kontakt zu Kolleg*innen.
Folgen: Büros müssen auch weiterhin verschiedene Arbeitsweisen unterstützen.
Erkenntnis Nr. 3
Dies deutet auf ein zentrales Dilemma hin, mit dem zahlreiche Unternehmen
konfrontiert sind: Es besteht weitgehende Einigkeit darüber, wozu ein Büro dient.
Es gibt jedoch nicht nur einen einzelnen Grund, warum sich Mitarbeitende möglicher-
weise stattdessen für das Arbeiten von zu Hause entscheiden. Je nach Branche, Region
oder Rolle bleiben manche Beschäftigte aus denselben Gründen zu Hause, aus denen
andere ins Büro gehen. Interessanterweise nannten einige Befragte die Notwendigkeit,
sich zu konzentrieren, als Grund, ins Büro zu kommen.
Jeder Arbeitgeber muss daher seine eigene Belegschaft betrachten– gegebenenfalls durch
interne Datenerhebungen–, um zu definieren, wie das „optimale“ Arbeiten aussieht.
Nur weil etwas für ein Unternehmen funktioniert, bedeutet das nicht, dass es auch für
ein anderes funktioniert.
Es gibt eine klare Erkenntnis: Die Mitarbeitenden möchten am Arbeitsplatz verschiedene
Arbeitsarten ausführen können. Auch wenn die Zusammenarbeit der Hauptzweck
des Arbeitsplatzes ist, sollten sich Unternehmen darüber hinaus überlegen, Räume zu
schaen, in denen konzentriertes Arbeiten möglich ist.
71%
Unternehmen, die in den letzten drei
Jahren räumliche Veränderungen
vorgenommen haben, haben
Bereiche für Videokonferenzen und
konzentriertes Arbeiten eingerichtet.
Auf die Frage, warum Mitarbeitende ins Büro kommen, gaben Unternehmen aus allen
Regionen die gleiche Antwort: die Zusammenarbeit und der Kontakt zu Kolleg*innen.
Die Antworten auf die Frage, warum Mitarbeitende von zu Hause aus arbeiten, fielen dagegen
unterschiedlich aus: Um sich besser konzentrieren zu können, eine bessere Work-Life-Balance
zu erzielen und um das Pendeln zu vermeiden.
16 Globale Studie „Evolving Workplace
Lohnt es sich, für die Arbeit
im Büro zu pendeln?
Für manche Beschäftigten, wie beispielsweise Facility-Manager, Klinikpersonal oder
Laborforschende, liegt der Nutzen der Präsenzarbeit auf der Hand. Für andere sind
die Vorteile der Präsenzarbeit weniger eindeutig, insbesondere im Verhältnis zu den
entstehenden Kosten – allen voran den Kosten für das Pendeln.
Das Pendeln war 2024 für die Beschäftigten in allen Regionen ein Problem.
Die Gründe dafür waren jedoch von Region zu Region unterschiedlich. In Indien
stellten lange Pendelzeiten für die Beschäftigten ein großes Problem dar – vor allem
aufgrund der fehlenden Makroinfrastruktur. In Europa müssen viele Beschäftigte,
die nach der Pandemie aus den Stadtzentren weggezogen sind, nun längere oder
weniger praktische Arbeitswege zurücklegen. Nordamerikanische Beschäftigte
lehnen das Pendeln nicht so sehr wegen der Distanz ab, sondern vielmehr, um die in
letzter Zeit erzielten Fortschritte bei der Work-Life-Balance nicht wieder einzubüßen.
Zwar sind sich viele Unternehmen einig, dass die Arbeit vor Ort echte Vorteile
bietet – Kreativität, Kollegialität, Motivation zu guten Leistungen –, doch können diese
kollektiven Gewinne für die Mitarbeitenden manchmal weniger greiar erscheinen
als die persönlichen Abstriche, die dafür erforderlich sind.
Büroarbeit
Kollaboratives Arbeiten
Der Kontakt mit
Kolleg*innen
Nachteile
Vorteile
Pendeln
Konzentrationsprobleme
Work-Life-
Ungleichgeweicht
Mehr über das Erkenntnisergebnis
1 2 34 5 6
17 | Globale Studie „Evolving Workplace18 Globale Studie „Evolving Workplace
20 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 3 45 6
Unternehmen suchen die richtige
Balance bei der Raumnutzung.
Folgen: Die Raumgestaltung sollte sich nach den Aktivitäten richten,
die in einem Raum stattfinden.
Erkenntnis Nr. 4
In Nordamerika haben Unternehmen mehr
Möglichkeiten als in jeder anderen Region,
Räume für Zusammenarbeit und soziale
Kontakte/Erholung zu schaen, da Einzel-
arbeitsplätze im Vergleich zum globalen
Durchschnitt stärker verbreitet sind.
Weltweit wurden in den vergangenen drei
Jahren vor allem Einzelarbeitsplätze ge-
schaen: 71% der Unternehmen schufen
zusätzliche Räume für Videokonferenzen
oder konzentriertes Arbeiten, und 67%
richteten flexible, nicht zugewiesene
Arbeitsplätze ein. Gleichzeitig bauten
einige Unternehmen bestimmte Einzel-
arbeitsplätze häufiger ab als andere: 59%
berichteten von einer geringeren Anzahl
zugewiesener Arbeitsplätze, 56% von
weniger Einzelbüros. Ähnlich wie bei
Von 2020 bis 2023 entwickelten sich Bürogrundrisse weltweit von Einzelarbeitsplätzen hin zu
Bereichen, die stärker auf Zusammenarbeit, soziale Kontakte und Erholung ausgerichtet sind.
Zwischen 2023 und 2024 begann das Pendel wieder zurückzuschwingen. Dies deutet darauf
hin, dass Büros den Bedarf an Einzelarbeitsplätzen während der Rückkehr-ins-Büro-Phase
möglicherweise unterschätzt hatten. Trotzdem bieten die Grundrisse im Vergleich zu 2020
nach wie vor mehr Räume für Zusammenarbeit, soziale Interaktion und Erholung.
Räumen für Zusammenarbeit und soziale
Kontakte/Erholung deuten diese Verän-
derungen darauf hin, dass Unternehmen
als Reaktion auf die Einführung hybrider
Arbeitsmodelle zu stark korrigiert haben.
So machten beispielsweise nicht zugewie-
sene Arbeitsplätze im Jahr 2024 52% der
Büroflächen aus, im Jahr 2023 waren es
noch 64%. Die Anzahl der nicht zugewie-
senen Arbeitsplätze ist jedoch immer noch
doppelt so hoch wie im Jahr 2020.
Dies deutet auf einen übergreifenden
Trend hin: Da sich die Richtlinien für
hybrides Arbeiten inzwischen weitgehend
etabliert haben, fielen die räumlichen
Veränderungen zwischen 2023 und 2024
deutlich geringer aus als in den Jahren
2020 bis 2023. Dies spiegelt wahrschein-
lich das gestiegene Vertrauen der Unter-
nehmen wider, ihren Personal- und Raum-
bedarf nun besser einschätzen und Details
genauer abstimmen zu können. Insgesamt
zeigt sich somit, dass die Vielfalt der
Raumtypen und die allgemeine Flexibilität
wichtige Merkmale des modernen Büros
sind. Viele Unternehmen stellen fest, dass
sich nicht zugewiesene Arbeitsplätze nicht
für alle Situationen eignen, insbesondere,
da immer mehr Mitarbeitende ins Büro
zurückkehren. Da Unternehmen derzeit
nach dem richtigen Gleichgewicht suchen,
kann es für sie von Vorteil sein, die wich-
tigsten Aktivitäten im Büro zu identifizieren
und zu priorisieren. So stellen sie sicher,
dass die Raum gestaltung genau das unter-
stützt, was am wichtigsten ist.
Grundrissänderungen
Globaler Überblick
Einzelarbeit Zusammenarbeit Soziale Kontakte/Erholung
52% 29% 19%
16%31%53%
15%28%57%
APAC
EMEA
Nordamerika
54% 29% 17%
19%32%49%
14%26%60%
2024
2023
Vor 2020
2024 Regionaler Überblick
22 Globale Studie „Evolving Workplace
Zuweisen oder nicht zuweisen:
eine globale Perspektive.
Weltweit beträgt das Verhältnis zwischen nicht zugewiesenen und zugewiesenen Arbeitsplätzen etwa
50:50, wobei es heute mehr zugewiesene Arbeitsplätze gibt als im Jahr 2023.
1 2 3 45 6
Mehr über das Erkenntnisergebnis
40% Zugewiesen
60% Nicht zugewiesen
58% Zugewiesen
42% Nicht zugewiesen
46% Zugewiesen
54% Nicht zugewiesen
EMEA NordamerikaAPAC
Weltweit
Zugewiesen
74%
Zugewiesen
26%
Nicht zugewiesen
48%
Nicht zugewiesen
52%
Zugewiesen
36%
Nicht zugewiesen
64%
Vor 2020
2023
2024
24 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 3 4 56
Erkenntnis Nr. 5
Bei weniger Platz und mehr Menschen stellt die
Akustik nach wie vor eine große Herausforderung dar.
Folgen: Damit die Leistung dauerhaft gewährleistet ist, könnte der Einsatz
neuer akustischer Lösungen entscheidend sein.
Mehr als die Hälfte (53%) der Unternehmen weltweit haben in den letzten drei Jahren
ihre Büroflächen reduziert, und 37% haben Standorte geschlossen oder zusammengelegt.
Mit der weit verbreiteten Einführung von Richtlinien für hybrides Arbeiten ist folgende
Schlussfolgerung nachvollziehbar: Weniger Mitarbeitende vor Ort benötigen weniger
Platz. Da einige Unternehmen jedoch von vollständig remote auf hybride Arbeitsmodelle
umgestellt und/oder ihre Richtlinien aktualisiert haben, um die erforderliche Präsenzzeit
im Büro zu erhöhen, stehen sie nun vor einer neuen Herausforderung: Wie können sie mehr
Menschen auf weniger Raum komfortabel unterbringen?
Diese Trends zu weniger Platz, höherer
Belegungsdichte und zunehmenden akus-
tischen Herausforderungen waren in allen
Regionen zu beobachten. In China stan-
den die höhere Belegungsdichte und die
akustischen Herausforderungen im Zu-
sammenhang mit dem organisatorischen
Druck, jeden Quadratmeter Bürofläche
optimal zu nutzen. In Singapur stellte ein
Unternehmen fest, dass die Anzahl der
Videokonferenzen zunimmt, ohne dass ge-
nügend Booths zur Verfügung stehen, was
insgesamt zu einem höheren Lärmpegel in
den Großraumbüros führt.
In Frankreich trägt die höhere Belegungs-
dichte zu Lärmproblemen und Konzen-
trationsschwierigkeiten bei, was auf eine
unzureichende Nutzung oder Fehlen von
akustischen Lösungen zurückgeführt wird.
In Nordamerika stellten die Befragten
fest, dass Mitarbeitende, die ins Büro
zurückgekehrt sind, empfindlicher auf
Im Jahr 2024 stieg der Anteil der Unter-
nehmen, die eine höhere Belegungsdichte
in ihren Büros angaben, von 33% auf
47%– ein Zuwachs von 14Prozentpunk-
ten innerhalb eines Jahres. Mehr als die
Hälfte (52%) aller Unternehmen nannten
die Akustik als größte Herausforderung
am Arbeitsplatz. In Unternehmen mit
weniger Platz (62%) oder einer höheren
Belegungsdichte (60%) lag dieser Wert
sogar noch höher.
Die akustischen Herausforderungen, die
durch die höhere Belegungsdichte entste-
hen, werden durch oene Bürokonzepte,
häufige Videokonferenzen und intensivere
Zusammenarbeit vor Ort weiter verstärkt.
Diese Herausforderungen stellen zusam-
men ein Risiko für die Leistungsfähigkeit
dar, da Lärm und Ablenkungen nach-
weislich die Produktivität beeinträchtigen,
Stress verursachen und das Engagement
der Mitarbeitenden verringern.
Umgebungsgeräusche reagieren und sich
weniger bewusst sind, wie sich ihr eigenes
Verhalten (z.B. Videoanrufe am Schreib-
tisch oder in Großraumbüros) auf ihre
Kolleg*innen auswirken könnte.
Da Unternehmen mit einem Anstieg der
Arbeit vor Ort konfrontiert sind, werden
verschiedene Möglichkeiten untersucht,
um sicherzustellen, dass sich die Mitarbei-
tenden im Büro genauso gut konzentrieren
können wie zu Hause. Vielversprechende
Ansätze sind beispielsweise Lösungen für
die physische Akustik, neue Verhaltensre-
geln und die Lockerung strenger Anwesen-
heitspflichten, sodass Mitarbeitende je
nach Situation flexibel ins Büro kommen
oder von zu Hause arbeiten können.
26 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 3 4 56
Keine Veränderung (3%)
Grundrissänderungen
Wie hat sich Ihr Grundriss verändert?
Tätigkeitsbasierte Planung
Nachbarschaftsplanung
Erhöhte Belegungsdichte
Verringerte Belegungsdichte
Sonstiges (4%)
Immobilienveränderungen
Welche Immobilienveränderungen hat Ihr Unternehmen vorgenommen?
Weniger Bürofläche
Die Gesamtfläche blieb unverändert, die Raumaufteilungen wurden jedoch geändert
Geschlossene/zusammengelegte Büros
Mehr Coworking-Räume
Mehr Bürofläche
Sonstiges
Zusätzliche Satellitenbüros
44%
53%
37%
32%
25%
13%
11%
2 2
11
33
4 4
5 5
6 6
7
53%
59%
47%
14%
28 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 3 4 5 6
Räumliche Veränderungen wirken sich positiv
auf die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz aus.
Folgen: Die Anpassung von Arbeitsräumen, um Beschäftigte besser
zu unterstützen, bringt spürbare Vorteile mit sich.
Erkenntnis Nr. 6
Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren größere räumliche Veränderungen
vorgenommen haben, berichten von einer höheren Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden
mit dem Arbeitserlebnis. Diese Ergebnisse waren in allen Regionen ähnlich, wobei die
Mitarbeiterzufriedenheit in Europa am höchsten und in Nordamerika am niedrigsten war.
In der Region Asien-Pazifik lag die Mit-
arbeiterzufriedenheit in Unternehmen,
die größere räumliche Veränderungen
vorgenommen hatten, um 7Prozentpunk-
te höher (78% gegenüber 71%) als in
Unternehmen ohne entsprechende Anpas-
sungen. In Europa, dem Nahen Osten und
Afrika lag sie um 11Punkte höher (81%
gegenüber 70%). In Nordamerika war sie
21Punkte höher (72% gegenüber 51%).
Diese Zahlen deuten darauf hin, dass (1)
Unternehmen, die in jüngerer Zeit keine
räumlichen Veränderungen vorgenommen
haben, davon profitieren könnten– und
dass (2) obwohl die allgemeine Arbeitszu-
friedenheit in Nordamerika am niedrigsten
ist, dort das größte Potenzial besteht,
durch eine Neugestaltung der Arbeits-
räume Verbesserungen zu erzielen (ebenso
besteht dort das größte Risiko, wenn
räumliche Innovationen ausbleiben).
Die Daten zeigen außerdem, dass sich die
Mitarbeitenden– selbst die hybriden Be-
schäftigten, die ihre Arbeitszeit zwischen
Büro und anderen Orten aufteilen– des
Zustands ihrer Büros sehr wohl bewusst
sind und die für sie vorgenommenen
räumlichen Veränderungen zu schätzen
wissen. In der Region Asien-Pazifik haben
Unternehmen festgestellt, dass flexible
Arbeitsformen ebenfalls zur Zufriedenheit
der Mitarbeitenden beitragen.
Ein Befragter merkte an, dass die Möglich-
keit, zwischen Arbeit im Büro, zu Hause
oder an einem anderen Ort zu wählen,
ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit
der Mitarbeitenden ist, auch wenn viele
Beschäftigte längst wieder ganztägig ins
Büro zurückgekehrt sind. Ein weiterer
Befragter stellte fest, dass Unternehmen,
die in neue Räumlichkeiten investieren,
gleichzeitig erhebliche Anstrengungen in
interne Befragungen und Trendanalysen
unternehmen, um sicherzustellen, dass
diese neuen Räumlichkeiten den Bedürf-
nissen der Mitarbeitenden entsprechen.
Nordamerikanische Unternehmen haben
im Gegensatz dazu am seltensten räum-
liche Veränderungen vorgenommen. Nur
54% gaben an, Änderungen umgesetzt zu
haben, während der globale Durchschnitt
bei 62% lag.
30 Globale Studie „Evolving Workplace
1 2 3 4 5 6
Veränderungen Keine Veränderungen
72%
51%
81%
70%
78%
71%
APAC
Warum ist die grundsätzliche Mitarbeiterzufriedenheit
in Nordamerika am niedrigsten?
In dieser sowie in anderen Umfragen zeigte sich, dass die
grundsätzliche Mitarbeiterzufriedenheit in Nordamerika
geringer ausfällt. Ein Grund dafür ist, dass in letzter Zeit
keine räumlichen Veränderungen vorgenommen wurden.
Es können jedoch auch andere Faktoren eine Rolle spielen:
• Geringere Work-Life-Balance und weniger Urlaubstage
• Geringere berufliche und/oder finanzielle Sicherheit
• Mehr Stress und Leistungsdruck
• Kulturelle Bedeutung der individuellen Leistung
• Mehr Fokus auf die individuelle Vergütung
Zufriedenheit
mit dem Arbeitsplatz
aufgrund räumlicher
Veränderungen
Nordamerika
EMEA
Mehr über das Erkenntnisergebnis
32 Globale Studie „Evolving Workplace
34 Globale Studie „Evolving Workplace
Der Arbeitsplatz wird
sich weiterentwickeln
Trotz der zahlreichen– und teils erheblichen– Verände-
rungen, die Unternehmen weltweit dazu veranlasst haben,
ihre Richtlinien, ihre Raumgestaltung, ihre Grundrisse,
ihren Immobilienbestand und ihr Erscheinungsbild zu
überdenken, bleiben die Bedürfnisse der Mitarbeitenden
im Wesentlichen unverändert. Mitarbeitende wünschen
sich nach wie vor inspirierende Räume, in denen sie ihr
Bestes geben können, die den Kontakt zu Kolleg*innen
fördern und ihr Wohlbefinden unterstützen.
Im Jahr 2025 könnte die Erfüllung dieser Bedürfnisse anders aussehen als in den
vergangenen Jahren, da sich unsere Arbeitsweise erheblich verändert hat. Mitarbei-
tende schätzen an hybriden Arbeitsmodellen im Allgemeinen die Flexibilität und die
verbesserte Work-Life-Balance. Diese Vorteile sind jedoch mit Kosten verbunden:
So gibt es beispielsweise weniger persönliche Interaktionen, was Auswirkungen auf
die Arbeitsplatzkultur hat. Zudem entsteht eine zunehmende Abhängigkeit von di-
gitalen Technologien. Die Akustik in Büros ist nach wie vor ein wichtiges Thema in
allen Regionen und Branchen. Gleichzeitig werden Büros zunehmend zu zentralen
Anlaufstellen für die Zusammenarbeit und den Kontakt zu Kolleg*innen.
Um diese gegensätzlichen Faktoren auszugleichen, muss man neugierig sein,
Fragen stellen, den Daten folgen und manchmal vom Status quo abweichen, um
neue Lösungen zu finden, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, eektiver und
ezienter zu arbeiten. Da sich die Arbeitswelt ständig weiterentwickelt, ist es für
Haworth wichtig, globale Trends zu verfolgen und unsere Erkenntnisse zu teilen.
So komplex die Welt auch sein mag: Ein datenbasierter, fundierter Ansatz zur
Arbeitsplatzgestaltung bietet nach wie vor echte Chancen.
Forschung
Eric Novotny
Aaron Haworth
Marta Wassenaar
Marion Toison
Data Analysis
Chinnappadoss L
Beraterteam Nordamerika
Brad Burrows
Anjell Karibian
Payton Oliver
Kristin Reddick
John Scott
Doug Sitzes
Internationales Beraterteam
Alessandro Cesana
Quentin De Coninck
Xiaolin Gu
Raymond Lim
Amilia Wallace
Nishtha Bali
Redakteurin
Ainslee Neitzel
Mitwirkende
Die letzte weltweite Arbeitsplatzumfrage
von Haworth wurde zwischen Oktober und
Dezember 2024 durchgeführt. Insgesamt
gingen 408 Antworten ein. Die Antworten
kamen aus mehr als fünf Kontinenten,
33 Ländern und 23 Branchen. Die Daten-
analyse fand zwischen Januar und
März 2025 statt. Die Ergebnisse wurden
global betrachtet und in drei Regionen
zusammengefasst: Nordamerika, APAC
(Asien-Pazifik) und EMEA (Europa,
Naher Osten und Afrika).
Mehr als die Hälfte der Befragten
unterhält mehrere Standorte weltweit,
36 % unterhalten mehrere Standorte
in einer Region/einem Land und 10 %
unterhalten einen einzigen Standort.
Unternehmen jeder Größe waren
zur Teilnahme eingeladen. 23 % der
Antworten stammten von Unternehmen
mit 1 bis 500 Mitarbeitenden und
44 % von Unternehmen mit mehr
als 10.000 Mitarbeitenden.
Methodik und Teilnehmende
ist eine eingetragene Marke von Haworth, Inc.
© Haworth, Inc. Alle Rechte vorbehalten. 2025 6.25
haworth.com | 800 344 2600
Das Workplace Research & Insights Team (Forschungsteam für Arbeitsplatzforschung und
diesbezügliche Erkenntnisse) von Haworth untersucht, erforscht und testet die Verbindung
zwischen Produkt- und Arbeitsplatzgestaltung, menschlichem Verhalten, Gesundheit und
Leistung und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Benutzererfahrung. Das erworbene
Wissen wird übertragen, umgesetzt und weitergegeben, um die Produktentwicklung zu
verbessern und unseren Kunden bei der Gestaltung ihrer Arbeitsumgebungen zu helfen.
Weitere Informationen zu diesem Thema sowie Zugang zu Forschungsressourcen
von Haworth erhalten Sie auf haworth.com.