
1Zitat des Monats: „Irgend-
wann kriegen wir fürchterlich auf
den Sack.“ Uli Hoeneß hat
Angst vor der großen Krise.
Oder er kokettiert.
2Dieser Spieler fehlt: Lukas
Podolski. Erstens, weil dann das
tägliche Spekulieren, wann er
denn nun kommt – 2006, 2007,
morgen, gestern und so weiter –
endlich vorbei wäre. Zweitens als
Partner für Roy Makaay, als einer
der den Holländer ergänzt, im Not-
fall auch ersetzt. Zuletzt spielte
Makaay auch mal allein, lediglich
unterstützt von einem starken Mit-
telfeld, was in der Bundesliga rei-
chen mag, international aber nicht.
3Durchbruch steht bevor:
Paolo Guerrero. Der junge
Peruaner war zuletzt oft die einzige
Alternative für den zweiten Platz
im Sturm. In einer Rolle, in die er
erst hineinwachsen sollte, die
er mit entscheidenden 1:0-End-
stand-Toren aber schon jetzt
ausfüllt. Hoffentlich reicht die Kraft.
4Mitarbeiter des Monats:
Mehmet Scholl. Er ist mit seinen
35 Jahren nicht mehr der schnell-
ste, aber zweifelsfrei immer noch
der coolste Bayern-Spieler. Fügt
sich in dieser Saison meist klaglos
in seine Rolle des Superjokers,
der einem verfahrenen Spiel noch
mal für 30 Minuten Würze gibt.
5Fanzufriedenheit: Ein Saison-
start fast ohne Makel, allenfalls die
Attraktivität des Spiels war zuletzt
noch ausbaufähig. Sogar das Ende
der Rekordsiegesserie wurde
goutiert, da es selbst den eigenen
Fans etwas langweilig wurde.
So werden alle Heimspiele aus-
verkauft sein. DETLEF DRESSLEIN
1Zitat des Monats: „Schön
wäre es, wenn unsere Gegner mal
ein Eigentor schießen würden.“
Trainer Norbert Meier beklagt sich
nach dem verpatzten Saisonstart
über das fehlende Glück seiner
Mannschaft.
2Dieser Spieler fehlt: Markus
Hausweiler und Andreas Voss
werden auch wegen ihres
nimmermüden Einsatzwillens
schmerzlich vermisst. Beide
sollten das defensive Mittelfeld
stabilisieren und fallen mit Knie-
verletzungen bis Dezember aus.
Weil kein adäquater Ersatz da ist,
geriet die Abwehr häufig in Nöte.
3Durchbruch steht bevor:
Nachdem Marino Biliskov verletzt
vom VfL Wolfsburg zum MSV
wechselte, strampelte sich der
Kroate durchs Aufbauprogramm
und bewies bereits bei seinen
ersten Einsätzen, dass er doch
nicht der Invalide ist, für den ihn
manche schon hielten. Beim Debüt
gelang dem Innenverteidiger sogar
ein Tor. Das lässt hoffen.
4Mitarbeiter des Monats: Um
das Lazarett zu verschlanken,
wurde Manfred Stefes als Reha-
trainer eingestellt. Der frühere
Hans-Meyer-Assistent aus
Gladbacher Tagen bestritt jede
Menge Überstunden. Für den
MSV, der sich zuvor nie einen
Rehatrainer geleistet hatte, eine
lohnende Investition.
5Fanzufriedenheit: Nach dem
sehr mäßigen Start ist die
Aufstiegseuphorie verflogen, das
Publikum wurde durch den ersten
Sieg aber wieder etwas milder
gestimmt. ROLAND LEROI
1Zitat des Monats: „Ich bin
jetzt seit 17 Jahren Stadion-
sprecher. Seither kriege ich
Gänsehaut, wenn ich diese Kurve
sehe.“ Stadionsprecher Klaus
Hafner grüßt beim Spiel gegen
Dortmund die rappelvolle
Fankurve. Allerdings gab es dort,
wo heute die Südtribüne steht, bis
vor acht Jahren noch keine echte
Tribüne und schon gar keine Fans.
2Dieser Spieler fehlt: Mit
Mohamed Zidan einer weniger.
Dank ihm ist Mainz 05 im Angriff
schwerer auszurechnen. Aller-
dings wäre der Marokkaner noch
beliebter, wenn er seinen Blick für
den Nebenmann schärfen könnte.
3Durchbruch steht bevor:
Wetten, Mainz 05 wird bald
endgültig zum Liebling des
Feuilletons? Den Anfang machte
Harald Martenstein in der „Zeit“,
wo er erzählt, wie ihn sein Opa an
den Bruchweg mitnahm: „Sobald
der Schiedsrichter anpfiff, begann
das gesamte Stadion, ohne eine
einzige Ausnahme, verzweifelt zu
brüllen, wie verdurstendes Vieh
oder als ob man jedem Einzelnen
ein glühendes Bügeleisen in die
Hose gesteckt hätte.“
4Mitarbeiter des Monats: Hier
muss einer gelobt werden, der das
erledigt, was getan werden muss:
Torwart Dimo Wache, der hält.
5Fanzufriedenheit: Die 05-Fans
beweisen einen erwachsenen
Umgang mit ihren Lieblingen.
Nach Niederlagen beschreit keiner
die Ungerechtigkeit der Welt. Man
weiß, dass man absteigen oder
gegen Sevilla verlieren kann.
Hauptsache Lautern geschlagen,
sagt man sich. CHRISTOPH RUF
1Zitat des Monats: „Da hat
er den richtigen Riecher gehabt.“
Trainer Horst Köppel über
Aushilfstorwart Darius Kampa,
der im Spiel gegen den MSV
Duisburg einen Strafstoß von
Ivica Grlic mit der Nase parierte.
2Dieser Spieler fehlt: Nach
etlichen Wochen und diversen
Fehlversuchen hat Horst Köppel
erkannt, dass Thomas Helveg
in der Innenverteidigung fehl am
Platz ist. „Er ist für uns momentan
außen rechts wertvoller.“
Damit fehlt erneut ein spielstarker
zentraler Abwehrspieler.
Notnagel: der ewige Jeff Strasser.
3Durchbruch steht bevor:
Thomas Broich ist ein Techniker.
Doch nachdem ihm Krisztian
Lisztes vor die Nase gesetzt
wurde, gab Broich Laut und wurde
zum Kämpfer. Er reklamierte die
Position hinter den Spitzen für sich
und untermauerte dies mit guten
Leistungen, die Erinnerungen
an bessere Tage hervorriefen.
4Mitarbeiter des Monats:
Krisztian Lisztes gestand, dass er
in Bremen auf der Halbposition
gespielt hat und machte damit den
Weg frei für Broich und seine
Lieblingsrolle als 10er hinter den
Spitzen.
5Fanzufriedenheit: Heiliger
Simplicissimus! Da macht nach
dem verlorenen Derby gegen Köln
das Unwort von der Legionärs-
truppe wieder die Runde. Wie
viel Londoner spielen eigentlich
bei Chelsea? Wie viel Münchner
bei den Bayern?
BERND SCHNEIDERS
BORUSSIA
MÖNCHENGLADBACHMSV DUISBURGBAYERN MÜNCHEN
1Zitat des Monats: „Als ich
bei Milan spielte, herrschte schon
die Krise, wenn wir ein einziges
Spiel verloren haben.“ Jon Dahl
Tomasson umdribbelt die
Frage, ob der Wechsel zum VfB
nicht doch ein Fehler war.
2Dieser Spieler fehlt: Ein Spiel-
gestalter im Zentrum. Man
muss nicht unbedingt auf dem
Transfermarkt fahnden, vielleicht
schlummert dieses Talent ja auch
im Orchester des Maestros. Wahr-
scheinlich hat er es nur vor lauter
Experimenten noch nicht entdeckt.
3Durchbruch steht bevor:
Eigentlich steht fast jeder vor
dem Durchbruch. Nur Meira,
Hildebrand und Tomasson zählen
zur Stammformation und sind
nicht von der trapattonischen
Rotationsphilosophie betroffen.
4Mitarbeiter des Monats:
Jon Dahl Tomasson. Der Däne
kaschiert mit seiner Klasse
die Mängel des Kollektivs, ist
quasi ein Gegenentwurf zu einer
Mannschaft, die sich in einer
endlos dauernden Findungsphase
befindet. Der 29-Jährige trifft fast
immer, spielt unauffällig effektiv
und schiebt Sonder schichten.
5Fanzufriedenheit: Kürzlich
schmunzelten die Fans auf dem
Weg zum Stadion noch über das
Plakat „Wolle Spaß, fahre rechts“.
Mittlerweile macht sich Ernüchte-
rung breit, die Zuschauer zahlen
sind rückläufig. Die den Weg noch
finden, sind erstaunlich geduldig
ob der negativen Dinge, die der
Umbruch bringt. Doch selbst der
duldsamste Schwabe erwartet
mehr als einen werbetauglichen
Trainer. ELKE RUTSCHMANN
1Zitat des Monats: „Wenn
Chelsea nach Hannover kommt,
wissen sie ja jetzt, wie sie spielen
müssen.“ Felix Magath zur These
des 96-Kollegen Ewald Lienen,
der die defensive Spielweise
seines Teams mit dem Hinweis
verteidigte, auch der FC Chelsea
baue sich „am eigenen Fünfer“
auf und habe „nur einen Spieler
vorne“.
2Dieser Spieler fehlt: Nebojsa
Krupnikovic. Wenn gar nichts
mehr ging bei 96, hatte der Spiel-
macher noch immer eine Idee.
Doch „Krupi“ spielt jetzt in
Bielefeld und hat dort nicht mehr
Spaß als in Hannover.
3Durchbruch steht bevor:
Hendrik Hahne, 19. Der freche
Stürmer ist nach Per Mertesacker
das nächste von vielen Fohlen, die
im eigenen Stall mit den Stollen
scharren. Unlängst verdrängte er
schon mal Millioneneinkauf
Hashemian aus der Startelf.
4Mitarbeiter des Monats:
Per Mertesacker. Da es sportlich
wieder nicht zum Uefa-Cup reicht,
wird der Abwehrchef noch
wichtiger. Bis zum siebten Spiel-
tag verzeichnete die Statistik kein
einziges Foul des freundlichen
Nationalspielers. Das sollte zum
Sieg in der Fairplay-Tabelle
reichen, der zuletzt Mainz 05 mit
einem Platz in Europa belohnte.
5Fanzufriedenheit: Ist das Punk-
te konto passabel, geben sich die
treuen Fans auch mit wenig Spek-
takel zufrieden. Der erweiterte
Freundeskreis aber hat ein Warn-
zeichen gesetzt. Zum Derby ge-
gen Wolfsburg kamen nur 31.000
Zuschauer. JÖRG MARWEDEL
HANNOVER 96
VFB STUTTGARTFSV MAINZ 05
RUND 33
rund11_032_035_Lage_Der_Liga_NEU 33rund11_032_035_Lage_Der_Liga_NEU 33 06.10.2005 21:12:31 Uhr06.10.2005 21:12:31 Uhr