UBS AG, Mitteilung, 21 Mai 2025 Seite 2 von 5
Trotz dieser Bedenken planen 59% der Family Offices zum Zeitpunkt der Umfrage, im Jahr 2025 das gleiche
Portfoliorisiko wie 2024 einzugehen und damit ihren Anlagezielen treu zu bleiben. 38% sehen jedoch die
Schwierigkeit, bei der Steuerung von Portfoliorisiken die richtige Risikoausgleichsstrategie zu finden, während
29% auf die Unvorhersehbarkeit von sicheren Anlagen aufgrund von Faktoren wie instabilen Korrelationen
hinweisen. Vor diesem Hintergrund halten 40% die Auswahl von Managern und/oder aktives Management
für ein wirksames Mittel zur Verbesserung der Portfoliodiversifizierung, gefolgt von Hedgefonds (31%). Fast
ebenso viele Family Offices erhöhen ihre Bestände an illiquiden Vermögenswerten (27%), und mehr als ein
Viertel (26%) setzen auf hochwertige festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit. Edelmetalle, die
weltweit von fast einem Fünftel (19%) der befragten Family Offices genutzt werden, verzeichneten im
Vergleich zum Vorjahr den stärksten Zuwachs. 21% rechnen in den nächsten fünf Jahren mit einem
deutlichen oder moderaten Anstieg ihrer Allokation.
Verlagerung der Vermögensallokation zugunsten liquider Märkte
In einer für den Handel und die Weltwirtschaft unsicheren Zeit findet derzeit ein Wandel der strategischen
Vermögensallokation statt. Einige Family Offices erhöhen ihre Gewichtung in Aktien und Anleihen aus
Industrieländern, da sie in einem volatilen Umfeld nach liquiden Möglichkeiten für Kapitalwachstum und
Rendite suchen. Zunehmend bieten sich Chancen, von langfristigen Wachstumstrends in börsennotierten
Unternehmen zu profitieren, die vor einigen Jahren noch weitgehend Private Equity vorbehalten waren. Diese
reichen von Aktien aus dem Bereich der generativen künstlichen Intelligenz bis hin zu Energie-, Rohstoff- und
Langlebigkeitsaktien.
Die Allokation in Aktien entwickelter Märkte ist 2024 auf im Durchschnitt 26% gestiegen. Family Offices, die
für 2025 Änderungen planen, beabsichtigen, diesen Anteil weiter auf 29% zu erhöhen. Fast die Hälfte (46%)
der Family Offices geht davon aus, dass ihre Allokation in Aktien entwickelter Märkte in den nächsten fünf
Jahren deutlich oder moderat ansteigen wird. Dagegen erwartet weniger als ein Viertel (23%) dies für ihre
festverzinslichen Anlagen in entwickelten Märkten.
Nach einer längeren Phase enttäuschender Renditen, in der sich das Wirtschaftswachstum in der Regel nicht
in Aktienmarktrenditen niederschlug, zeigen sich Family Offices in den USA und Europa gegenüber
Schwellenländern zurückhaltender als ihre Peers im asiatisch-pazifischen Raum, in Lateinamerika und im
Mittleren Osten. Weltweit investierten Family Offices 2024 nur 4% in Aktien aus Schwellenländern und 3% in
Anleihen aus Schwellenländern, werden aber höchstwahrscheinlich ihr Engagement in Indien und China in
den nächsten 12 Monaten erhöhen. Als Hindernisse für Investitionen in Schwellenländern wurden am
häufigsten geopolitische Bedenken (56%) sowie politische Unsicherheit und/oder das Risiko eines
Staatsbankrotts (55%) genannt. Aber auch Sorgen vor Währungsabwertungen und/oder Inflation (48%)
sowie Rechtsunsicherheit/mangelnde Regulierung (51%) sorgen für Zurückhaltung.
Während Family Offices ihr Engagement in Private Equity leicht reduzierten, blieb die Allokation in private
Märkte mit 21% im Jahr 2024 relativ hoch. Diejenigen, die für 2025 eine Änderung ihrer Allokation planen,
wollen diesen Anteil jedoch im Durchschnitt auf 18% senken – wobei die Reduzierungen hauptsächlich durch
direkte Investitionen getrieben werden – da die gedämpfte Kapitalmarktentwicklung und geringe
Akquisitionstätigkeit den Ausstieg aus Portfolios verlangsamen und höhere Zinsen die Finanzierung verteuern.
Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Nordamerika (53%) und Westeuropa (26%) bleiben mit fast
vier Fünfteln aller Vermögenswerte die bevorzugten Anlageziele. Die Allokationen in den asiatisch-pazifischen
Raum (ohne Grossraum China) und den Grossraum China gingen jeweils leicht auf 7% zurück.