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Deutscher mittelfristiger nanzpolitisch-struktureller Plan für den Zeitraum 2025 bis 2029
sichtigen. Aber auch ohne Berücksichtigung
dieser aktuellen Informationen zum Finanzie-
rungspaket existieren Prognoseunterschiede, die
auf unterschiedlichen Einschätzungen zu weite-
ren prognoserelevanten Bereichen beruhen. So
spielt bspw. eine Rolle, welche Annahme bzgl. der
US-Zollpolitik und möglicher Vergeltungsmaß-
nahmen andere Länder getroffen wurden, u. a.
weil diese Annahmen auch Einuss auf die erwar-
tete Preisentwicklung in den EU-Staaten haben.
62 Neben unterschiedlichen Annahmen dürften
aktuelle Informationen, die in einigen Progno-
sen noch nicht berücksichtigt wurden, zusätzlich
das Prognosespektrum weiten. So könnte auf-
grund des von der Bundesregierung geplanten
Anstiegs der öffentlichen Ausgaben für Investi-
tionen in Infrastruktur und Verteidigung erwar-
tet werden, dass auch die gesamtwirtschaftliche
Nachfrage in Deutschland spürbar stimuliert
wird. Insbesondere in einzelnen maßgeblichen
Wirtschaftsbereichen wäre vorerst mit spür-
bar zunehmenden Kapazitätsauslastungen und
Preiseffekten zu rechnen, die sich im Zuge des
erwarteten Kapazitätsauaus erst mittel- bis
langfristig wieder abschwächen werden. Hier-
bei ist v. a. mit höheren Preissteigerungen bei In-
vestitionsgütern und den öffentlichen Ausgaben
für einige Güter zu rechnen, die sich im BIP-De-
ator niederschlagen, aber nicht zwangsweise in
der Verbraucherpreisination, die anhand eines
Warenkorbs auf Basis des Konsums der privaten
Haushalte gemessen wird. Der isolierte Effekt
des Finanzierungspakets auf die Veränderungs-
rate des BIP-Deators wird derzeit auf bis zu
0,5 Prozentpunkte geschätzt.2
2 Siehe ifo (2025): ifo Konjunkturprognose Sommer 2025:
Erholung rückt näher - wirtschaftspolitische Unsicherheiten
weiter hoch, Schnelldienst digital, 2025, 6, Nr. 7, S. 23ff, und
DIW (2025): Sondervermögen für Infrastruktur: 500-Mrd.
-Investitionspaket würde deutsche Wirtschaft aus der Krise
holen, DIW aktuell 111.
63 Die Nettozuwanderung, insb. aus der EU, ist
jüngst stark zurückgegangen. Auch dies könnte
die Lohn- und darüber die Preiserwartungen er-
höhen, angesichts des bisher hohen Beitrags von
Zugewanderten zum Beschäftigungszuwachs
und dem Fachkräftemangel in bestimmten Sek-
toren. Um all diese aktuellen Informationen und
den daraus resultierenden Erwartungseffekten
Rechnung zu tragen, wird der von der Europäi-
schen Kommission angenommene BIP-Deator
für das Jahr 2025 von 2,4 Prozent auf 2,7 Prozent
und für das Jahr 2026 von 2,2 Prozent auf 2,6 er-
höht.3
64 Darüber hinaus werden die Annahmen zum
Potenzialwachstum der deutschen Volkswirt-
schaft angepasst. Der Referenzpfad der Euro-
päischen Kommission basiert auf der Annahme
eines realen Potenzialwachstums im Zeitraum
2025 bis 2034 von jahresdurchschnittlich 0,5 Pro-
zent. Die Schätzung des Produktionspotenzials
ist nach den Jahren sich überlagernder externer
Schocks mit großer Schätzunsicherheit behaftet.
Unter anderem deswegen wurde das Potenzial-
wachstum für Deutschland zuletzt von verschie-
denen Institutionen als auch der Bundesregie-
rung selbst sehr niedrig geschätzt. Allerdings
zeigen sowohl aktuelle externe Projektionen als
auch interne Abschätzungen der Bundesregie-
rung, dass die mit dem Finanzierungspaket ver-
bundenen Maßnahmen unmittelbar zu einer
Ausweitung des öffentlichen Kapitalstocks füh-
ren und insb. im derzeitigen makroökonomi-
schen Umfeld zusätzliche private Investitionen
3 Es handelt sich bei der hier erfolgten Einschätzung
nicht um eine neue Prognose/Projektion, sondern um eine
isolierte Bewertung basierend auf der aktuellen Daten-
lage. Diese Einschätzung präjudiziert dabei in keiner Weise
die Herbstprojektion 2025 der Bundesregierung, u.a. weil
im Rahmen der Prognose weitere Entwicklungen und
dann vorliegende Informationen (konjunkturelle Dynamik,
Datenrevisionen, geopolitische Entwicklungen) betrachtet
werden müssen.