Ich war sehr durstig in dieser Zeit. Und von dem Loch an der Türe von der Zelle stand Einer!
und hat mich beobachtet. Dann hab ich ihm gezeigt, dass ich trinken will. Dann hat er mir!
gezeigt, an der Ecke eine Plastikflasche, ich soll von dort trinken,!
Das Wasser hat furchtbar ausgesehen komische Sachen und Tier oder irgendwas drin.!
Dann hab ich ihm gesagt, dass das Wasser nicht sauber ist. Dann hat er gesagt, entweder das!
oder kriegst Du gar nicht.!
Irgendwann ist dieser Wächter weg, und in dem Nebenzelle hat einer geklopft bei mir und!
wollte mich kennenlernen. Wahrscheinlich ein anderer Häftling. Und dann hab ich ihn!
gefragt, ja wo sind wir hier überhaupt. Da hat er gesagt, dass wir in Kabul sind.!
Irgendwann wurde ich von der Zelle geholt in Verhörraum. Und dort gab vielleicht fünf,!
sechs Personen waren vermummt. Die Amerikaner saßen dort aber ganz normal in Zivil, nicht!
vermummt.!
Die haben mich ungefähr fünfmal hintereinander, immer nachts vom Bett herausgeholt. Und!
verhört, Eine Stunde oder so und dann zurück gebracht .!
Die haben ja gesagt Ja, du kommst hier nicht mehr raus. Also in 20 Jahre Kommst du hier!
nicht raus.!
Musik!
Die andere Häftlinge waren etwas länger dort, ein Jahr oder ein paar Monate. Die haben mir
erzählt, dass ein anderes Gefängnis gibt und die waren in dem Gefängnis ungefähr zehn Minuten
weit von dieser Gefängnis. Und dort wird dann heftig richtig gefoltert.!
Also Schlafentzug, dass die gefesselt an die Wände, dass die immer stehen bleiben oder die!
Hände an der Decke oben und absolute Dunkelheit mit lauter Musik beschallt die ganze Zeit.!
Musik!
Da war einer aus Somalia damals, der hat Brüche an den Armen, wo er dort gefoltert wurde,!
der wurde nicht behandelt, ärztlich oder irgendwas.!
Dann haben wir gesagt okay, wir treten alle in Hungerstreik, wir haben das miteinander!
ausgemacht. Nach ein paar Tage konnten die anderen nicht mehr, dann haben die aufgehört.!
Dann bin ich geblieben mit dem Hungerstreik allein, durchgezogen.!
In diese Zeit ging mir wirklich sehr, sehr schlecht. Irgendwann kamen Leute in der Zelle,!
haben mich rausgebracht, ich konnte nicht mehr aufstehen. Den Hungerstreik 37 Tage hat!
gedauert. Und dann haben die mich Auf einen Stuhl gefesselt und der Kopf nach hinten!
festgehalten und von links und rechts und da kam der amerikanische Arzt mit einem Trichter!
mit einem Schlauch, hat das durch die Nase geführt und hat so eine Dose entleert.!
Es war sehr, sehr unangenehmes Gefühl, und da hat er gesagt, wenn Ich will, dann brauch ich!
nicht mehr mit dem Hungerstreik aufzuhören. Die werden mich Zwangsernähren auf diese Art!
und Weise. Wenn ich aufhöre, dann werden die mir essen und alles Mögliche, wie ich mir!
wünsche, bringen, und dann habe ich gesagt, aber auch den anderen. Dann hat er gesagt:!
Fuck. Und dann ist er weg.!
Erzähler!
Seine Hartnäckigkeit führt dazu, dass sich etwas ändert.!
El Masri!
Zum ersten Mal wurde ich von der Zelle ohne Handschellen, ohne alle so freundlich von der!
Zelle gebracht in der Verhörraum. Am Tisch dort saß einer, und es gab Kekse und Tee.!
Plötzlich spricht er mit mir Deutsch. Diese Person. Dann fängt er an: Wir wollen ja!
miteinander offen reden, ja? Ja richtig, offen, Sie wissen. Irgendwie war, wusste nicht, wo er!
anfangen soll.!
Dann ich hab ihn gefrag: Wer sind Sie überhaupt? Hat er gesagt Sam. Also ich soll ihn Sam!
nennen. Dann hat er gesagt, ja, Wir sind jetzt hier allein miteinander, wir können jetzt miteinander
reden. Du kommst hier raus, aber der Weg dorthin nicht so einfach. Es wird länger dauern. Die
Amerikaner wollen nicht, dass jemand weiß, dass Du hier warst.!