
Das Schiff kippte jetzt nach achtern. Das Heck war zu-
erst gesprengt worden. Mit hoch erhobenem Bug würde
es den Abstieg in die Tiefe antreten.
Lucas zog sich höher, während die Wassermassen un-
gehindert einströmten. Aber er wusste, dass er in diesem
Kampf auf verlorenem Posten stand. Er hoffte, dass in dem
Raum ein gewisses Gleichgewicht einsetzte und er die
Möglichkeit hätte hinauszuschwimmen, doch in dem
Maße, wie das Wasser anstieg, ließen seine Kräfte nach.
Ein dumpfer metallischer Glockenton erklang hinter
ihm, als sich irgendein Maschinenelement oder ein nur
nachlässig gesichertes Teil der Fracht losriss und gegen die
Trennwand geschleudert wurde.
Sekunden später flackerten die Lichter auf und er-
loschen dann ganz.
Lucas spürte, wie ihm die Kälte in die Knochen drang.
Er hatte den Kampf, sich über Wasser zu halten, aufgege-
ben. Er glaubte nicht mehr daran, zum nächsten Deck
schwimmen zu können und einen Weg zu finden, auf dem
er das Schiff verlassen könnte.
Mit zunehmend tauben Fingern klammerte er sich wei-
ter an den Sicherungsrahmen des Servers, während er vor
Wut kochte und sich fragte, wer ihn besiegt, wer ihn ver-
raten hatte. Und dann, nicht bereit, dies seine letzten Ge-
danken sein zu lassen, konzentrierte er sich auf bessere
Dinge, auf seine Frau und seine Kinder, die sich ihm auf-
grund des Lebens, das er führte, längs schon entfremdet
hatten– die aber irgendwo da draußen in Sicherheit und
in einer Welt lebten, die sich von seiner eigenen grund-
legend unterschied.
Seine Hände verkrampften sich in der Kälte. Sein Griff
lockerte sich, er rutschte von dem Sicherungsrahmen ab
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