Jahresbericht April 2023 bis März 2024 PDF Free Download

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Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main
Fachbereich 9: Sprach- und Kulturwissenschaften
Japanologie
Jahresbericht
April 2023 bis März 2024
Japanologie
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Rostocker Straße 2
60323 Frankfurt am Main
Telefon: 069-798-23287 (Sekretariat)
Fax: 069-798-22173
E-Mail: paulat@em.uni-frankfurt.de
www.japanologie.uni-frankfurt.de
Redaktion: Lisette GEBHARDT, Volker PAULAT
Redaktionsassistenz: Jasmin POUR FATHIEH
Umschlaggestaltung: Damian David JUNGMANN
1
Jahresbericht
April 2023 bis März 2024
1. Japanologie am FB 09: Sprach- und Kulturwissenschaften …………………........ 2
2. Dozenten und Mitarbeitende ………………………………………………………... 5
3. Profile ……………………………………………..……………………………….…. 6
4. Publikationen und Vorträge ………………………………………………………... 13
5. Berichte von akademischen Veranstaltungen und Vorträgen …………...………..
19
6. Laufende und aktuelle Forschungsprojekte………………...…………………..….. 26
7. Lehre .……………………...………………………………...……………...…...…… 30
8. Gastvorträge..………...…………………………………………………...………...... 36
9. Bibliothek ……………………………………………...……...………..……..…….... 41
10. Fachgruppe der Japanologie Frankfurt …………………………..……….……... 42
11. Aktivitäten des Fachs Forschungsgruppen │ Exkursionen │ Alumni …...….. 43
12. Neuere Abschlüsse ……………………………………………………….....…..….. 52
13. Partner-Universitäten ………………………………………………….....…..…..... 54
14. Ausblick Sommersemester 2024 …………………………………….....…..…........ 58
15. Neuerscheinungen
|
Publikationen in Planung …...………………………….…... 65
2
1. Japanologie am FB 09: Sprach- und Kulturwissenschaften
Japanologie Frankfurt 2023-2024
Aus der Retrospektive betrachtet war 2023 ein besonders arbeitsaufwändiges Jahr, das ungemein
schnell vergangen ist, nicht ohne dass es auch jenseits der allgemein nicht einfachen Lage mit
einigen Beschwernissen behaftet gewesen wäre. Viel Zeit beanspruchende Gremienarbeit hatte
Michael Kinski im Rahmen der Tätigkeit als Studiendekan des Fachbereichs 9 der Goethe-
Universität abzuleisten, wobei Ergebnisse wohl erst später zu berichten wären. Aufgrund widriger
Witterungsverhältnisse und des plötzlich anberaumten Bahnstreiks im Dezember musste das gut
vorbereitete Treffen des Arbeitskreises Vormoderne japanische Literatur am 8. und 9. Dezember
auf Februar 2024 vertagt werden. Ebenso entfiel die Übersetzerwerkstatt, die nun für Juli 2024
anberaumt ist. Die Veranstaltung zur vormodernen japanischen Literatur am 15. und 16. Februar
verlief dann erfolgreich und konnte unter Beteiligung von Forschern und Forscherinnen mehrerer
deutschsprachiger Japanologien durchgeführt werden.
Ein schöner Erfolg war zudem die Festivität „Geisternacht an der Japanologie“, die im Juli 2023 im
großen Hörsaal des SKW-Gebäudes abgehalten wurde. Die weiteren Wochen bis Dezember
verlangten einen andauernden Redaktionsprozess im Rahmen des von Lisette Gebhardt
herausgegebenen Bandes mit verschiedenen Beiträgen zu dem im März 2023 gestorbenen Ôe
Kenzaburô das Buch erschien Ende Januar 2024 und wurde anlässlich einer Gedenkfeier für den
Schriftsteller bei der Japan Foundation Köln vorgestellt. Die Redaktion der Japanologie befasst sich
seit Februar mit der Herausgabe der Beiträge auf der Literatursektion des 18. Deutschsprachigen
Japanologentages. Zu den japanologischen Projekten an der Goethe-Universität zählt die aktuelle
Kooperation mit der Universitätsbibliothek, die mit der Planung eines „Fukushima-Archivs“ ihren
Anfang genommen hatte und im Wintersemester 2023/2024 konkretisiert werden konnte mit einen
Archivierungskurs für Japanologiestudierende; dieser findet erfreulicherweise im Sommer erneut
statt.
Ein wichtiges Ereignis für das Fach war die Verabschiedung von Dr. Guido Woldering, der von
2006 bis 2023 als Leiter der japanologischen Sprachlehre tätig war. Da die Stelle nicht wieder in
vollem Umfang besetzt werden kann, sind hier wie auch anderenorts Einschränkungen zu
bewältigen.
Wir danken allen, die uns trotz mancher Hindernisse bei unseren Veranstaltungen,
Publikationen oder anderen Projekten unterstützt haben, und freuen uns auf das kommende
Sommersemester.
März 2024
Die Institutsleitung
Lisette GEBHARDT und Michael KINSKI
3
Verabschiedungsfeier Dr. Guido Woldering
Im Oktober 2023 fand im Nebenanbau des IG Farbenhauses die festliche Verabschiedung von
Dr. Guido Woldering statt, organsiert durch die Fachgruppe der Japanologie.
Zu Beginn leitete Prof. Kinski den Abend mit einer Laudatio ein. Auf humorvolle Weise ließ er
das Publikum am Werdegang von Guido Woldering teilhaben. Anekdoten aus dem Beruflichen
sowie Privaten gingen hierbei Hand in Hand die Anwesenden genossen die eloquente
Vortragsweise. Im Anschluss ließ der zu Verabschiedende in einem akademisch-humoristischen
Rahmen seine Zeit an der Frankfurter Japanologie Revue passieren und untermalte seine
Ausführungen mit reichhaltigem Bildmaterial. Vordergründig ging es um grammatikalische und
linguistische Phänomene des Japanischen, die allerdings in ihrer elaborierten Begrifflichkeit in
erster Linie Aufhänger waren, einen Rückblick auf fast zwei Jahrzehnte Arbeit an der Japanologie
zu werfen. Die Ausführungen enthielten viel Lob für alle Wegbegleiter, ließen aber auch kleine
amüsante Seitenhiebe, dezent musikalisch untermalt, nicht missen.
Nach einer vergnüglichen Stunde schloss Mike Hommel (Fachgruppe Japanologie), der den
Abend moderierte, den offiziellen Teil ab und sprach im Namen der Studierendenschaft ein Lob für
die Arbeit von Dr. Woldering aus. Dabei hob er vor allem hervor, dass es stets ein Anliegen des
Dozenten war, die Studierenden nicht nur sprachlich und in ihrem Verständnis von Wissenschaft
weiterzubringen, sondern ihnen auch etwas „fürs Leben“ zu mitzugeben. Bei vom Catering
gelieferten Speisen und Getränken klang der Abend aus mit Gesprächen und dem Austausch
mancher Erinnerungen an den beliebten Dozenten in Heiterkeit, aber auch ein wenig traurig, dass
Guido Woldering nicht mehr am Fach ist.
Mike HOMMEL
Das Publikum folgt aufmerksam der Moderation.
Foto: ©V. Paulat, 12. Oktober 2023
4
Website zum 40. Jubiläum der Japanologie Frankfurt, 2021
https://jubilaeumvierzigjahrejapanologiefrankfurt.de/
Das Jubiläum liegt inzwischen drei Jahre zurück, erfreulicherweise hat die Seite zu dem Event
etliche Zugriffe zu verzeichnen.
Screenshot
Aktueller Stand: Über 20.000 Klicks (Januar 2024)
5
2. Dozenten und Mitarbeitende
Professoren: Prof. Dr. Lisette GEBHARDT
Prof. Dr. Michael KINSKI
Wiss. Mitarbeiter: Dr. Christian CHAPPELOW (seit April 2014)
Andre PODZIERSKI, M.A. (von April bis Dezember 2023)
Lektorat: Dr. Guido WOLDERING (WS 2005/2006 bis Oktober 2023)
Katharina SCHRUFF, M.A. (seit SS 2012)
Dr. Hiromi TERAI (WS 2018/2019 bis September 2023)
Masami NAKANO-HOFMANN, M.A. (seit SS 2022)
Dr. Momoko INOUE (seit WS 2022/2023)
Lehrbeauftragte: Kimiko NAKAYAMA-ZIEGLER, M.A. (seit WS 2009/2010)
Rieko AKUTSU, M.A. (seit WS 2021/2022)
Dr. Martin EICHLER (seit SS 2022)
Luca CIANI, M.A. (WS 2023/2024)
Sekretariat: Volker PAULAT, M.A.
Studentische Hilfskräfte
im Berichtszeitraum: Carsten WEIßMÜLLER, BSKW (WS 2017/2018 bis März 2024)
Daniel SCHMIDT, Kultur- und Ideengeschichte / IT (seit SS 2022)
Jasmin POUR FATHIEH, Literatur und Kultur (seit WS 2022/2023)
Maja GUTSCHLING, Kultur- und Ideengeschichte (bis SS 2023)
Nastasja SCHOLL, Literatur und Kultur (seit SS 2023)
Jana ZIPPRICH, Kulur- und Ideengeschichte (seit WS 2023/24)
Tutorinnen und Tutoren (WS 2023/2024): Alessio D’ANDREA, B.A.,
Domenik LÖLLMANN, Jonas MÖNICKE, B.A., Nagisa TOIDA
Betreuung Japanologische
Abteilung Bibliothek: Elena MÜLLER, M.A. (seit April 2023)
(Bibliothek Sprach- und Kulturwissenschaften, Rostocker Straße 2)
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3. Profile
Prof. Dr. Lisette GEBHARDT
Kontakt: l.gebhardt@em.uni-frankfurt.de
Studium der Japanologie, Sinologie und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Ludwig-
Maximilians-Universität München. Promotion 1992 zum Thema literarische Adaptionen des
Religiösen, Universität Trier; dort von 1992 bis 1994 Vertretung einer Professur. Von 1994 bis
1998 tätig am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ), Tôkyô. 2000 Habilitation zum Thema des
gegenwärtigen japanischen Identitäts- und Kulturdiskurses an der Universität Trier. Seit SS 2003 an
der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Jahr 2010 Gründung einer Publikationsreihe beim
EB-Verlag, Berlin.
Forschungsschwerpunkte:
JAPANISCHE LITERATUR DER MODERNE UND DER GEGENWART
- Literatur der Klassischen Moderne, der Nachkriegszeit und der Gegenwart
- Autoren, Szenen, Literaturmarkt
- Japan in der Post-Fukushima-Ära / Repolitisierung der japanischen Literatur
JAPANISCHE LITERATURGESCHICHTSSCHREIBUNG UND JAPANOLOGISCHE FACHGESCHICHTE
- Kanonisierung und Institutionalisierung japanischer Literatur
- japanische Literatur als Weltliteratur
- Geschichtlichkeit japanischer Gegenwartsliteratur, Paradigmenwandel und zeitgeschichtliche
Zäsuren
JAPANISCHE IDEENGESCHICHTE / INTELLEKTUELLE
- Moderne und Modernediskussion – Weltanschauung und Religion um 1900
- Kultur- und Identitätsdiskurse im modernen und gegenwärtigen Japan
- japanische Intellektuelle der Gegenwart („spirituelle Intellektuelle“, bunkajin) / 
Zeitgeschichte
- Literatur und Philosophie
- Literatur und Religion
JAPANISCHE GEGENWARTSKULTUR UND GESELLSCHAFT
- Trends und Lebensstile der Metropole Tôkyô/„Lifestyledesign“, Think-Tanks und PR;
japanische Kreativindustrie; Schlüsselbegriffe ikai, iyashi, ikikata, jibun sagashi, Bubblonia,
Prekariat etc.
- zeitgenössische japanische Kunst / Trends in der japanischen Malerei
- japanische Kulturpolitik, nationales Image und Japan in der Welt
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Prof. Dr. Michael KINSKI
Kontakt: Kinski@em.uni-frankfurt.de
1982-1987 Studium der Japanologie und Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 1984-
1985 Studium an der Universität Nagoya. 1988-1990 Doktorandenstudium, Staatliche Universität
Tôkyô. 1990 Promotion, Eberhard Karls Universität Tübingen, Titel der Dissertation: „Knochen des
Weges. Katayama Kenzan als Vertreter des eklektischen Konfuzianismus im Japan des 18.
Jahrhunderts“. 1991-1993 wissenschaftlicher Angestellter, 1993-1998 Leiter des Zentrums für
japanische Sprache der Universität Tübingen in Kyôto. 1998-2009 am Japanzentrum der Humboldt-
Universität zu Berlin tätig. 2004 Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin zur Entwicklung
und Bedeutung von Etikettevorschriften im Japan der Frühmoderne. 2006-2007 beurlaubt zur
Vertretung der Professur für Japanologie der Universität Zürich. Seit SS 2009 an der Goethe-
Universität Frankfurt am Main.
Forschungsschwerpunkte:
JAPANISCHE GEISTESGESCHICHTE DER FRÜHMODERNE (THEORETISCHE ORDNUNGSENTWÜRFE)
- Konfuzianismus: „Ideologie“ und gesellschaftliche Einflussnahme
- konfuzianische Ethik und politische Ideen
- Kommentartraditionen und Wissenschaftsverständnis
- Wissenschaftsgeschichte am Beispiel der „Hollandstudien“ im Japan des
18. / 19. Jahrhunderts
- Studien zu Katayama Kenzan, Kaiho Seiryô
VERHALTENSVORSCHRIFTEN DER JAPANISCHEN ANSTANDSLITERATUR
(PRAKTISCHE ORDNUNGSENTWÜRFE)
- Essnormen seit dem 16. Jahrhundert im historischen Überblick und ihre sozialgeschichtliche
Bedeutung
- frühmoderne japanische Lebensstile und Werteorientierungen im Spiegel der Ratgeberliteratur
- Stichworte: Körperlichkeit, Disziplinierung, Internalisierung von Normen, Normbewusstsein
JAPANISCHE ESSKULTUR (MATERIELLE KULTUR)
- Geschichte der Nahrungsmittel und ihrer Zubereitungsweisen
- Struktur von Essereignissen im historischen Wandel
- Essen als kultureller und sozialer Faktor
GESCHICHTE DER KINDHEIT UND KINDHEITSBILDER IN JAPAN
- Forschungsstand und Materialbefund
- kindliche Lebenswelten in historischen Zusammenhängen
- Kindheitsvorstellung in Ratgeber- und Schulbuchbildern
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Dr. Christian CHAPPELOW
Kontakt: Chappelow@em.uni-frankfurt.de
Von 2006 bis 2011 Studium der Japanologie und Politologie an der Johann Wolfgang Goethe-
Universität Frankfurt am Main. Bachelorarbeit zum Thema „Körperlichkeit und Subjektzerfall im
Roman Murakami Harukis“. Von 2011 bis 2013 Masterstudium „Japan in der Welt: Globale
Herausforderungen und kulturelle Perspektiven“. Masterarbeit zum Thema „Das Meer der Augen
Henmi Yô und sein Gedichtband Me no umi“. Im Herbst 2013 Japanaufenthalt. Von Oktober 2013
bis Januar 2014 Projektmitarbeit, seit April 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Japanologie
Frankfurt. Die Promotion zur zeitgenössischen japanischen Lyrik wurde am 26. Juni 2019
abgeschlossen.
Forschungsschwerpunkte:
JAPANISCHE GEGENWARTS-LYRIK
- Post-Fukushima-Lyrik, Lyrik des Atomaren
- lyrische Darstellungen japanischer Zeitgeschichte
- politische Lyrik
LITERATURTHEORIE UND -GESCHICHTE
- Lyriktheorie
- politische Literatur
- Literaturen des Atomzeitalters
LITERATUR NACH 1945
- genbaku bungaku|kaku bungaku
- „Gefängnisliteratur“ (Daidô Masashi, Kadokawa Haruki, Sagawa Issei, Nagayama Norio)
- „Amerika“-Darstellungen in der japanischen Literatur
Habilitationsprojekt: „Amerika in der japanischen Gegenwartsliteratur(Arbeitstitel).
Die japanische Literatur der Gegenwart zu definieren bedeutet auch, diese mit ihren Eigenarten als
„Nationalliteratur“ (koku bungaku) eines ehemalig besetzten Landes in der Nachkriegsordnung zu
verstehen.
Diese Untersuchung wird eine umfangreiche literatur- und zeitgeschichtliche Analyse des
Verhältnisses von „Amerika“ zu japanisch-nationaler Identität im Wandel der Dekaden bieten, mit
einem besonderen Fokus auf den noch wenig erforschten Zeitraum um die Jahrtausendwende. Die
zentrale Untersuchungsfrage ist, wie sich in literarischen Texten ein Paradigmenwechsel im
Verhältnis zu Amerika beobachten lässt und wie japanische Nationalität in einem amerikanisierten
Nachkriegssystem als identitätsstiftender Faktor im Geflecht Literatur und Zeitgeschichte diskutiert
wurde und wird. Die Sichtung japanischer „Amerika“-Diskussionen und der Faktor „Nation“ im
Kontext der japanischen Literatur der Gegenwart werden also durch die Verbindung philologisch-
textimmanenter und zeitgeschichtlich-kontextueller Lesungen begonnen (s. auch S. 26).
9
Dr. Guido WOLDERING
Kontakt: g.woldering@em.uni-frankfurt.de
Studium der Japanologie, Sinologie und Germanistik an der Goethe-Universität, M.A. 1987.
Assistent am Institut für Japanologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (1989-1991) und
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Japanologie der Goethe-Universität (1991-1996). 1997-2000
Bearbeiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes Jo
Ästhetische Funktionen des Vorwortes zu argumentierenden und narrativen japanischen Texten der
Jahre 1849 bis 1890“ (Japanologie Heidelberg). 2000-2004 verschiedene japanbezogene Tätigkeiten
in der Wirtschaft. Seit dem WS 2005/2006 Lektor für japanische Sprache, Leiter des Lektorats und
der Bungo-AG (seit 2006), Betreuer des Programms für Austauschstudien, eLearning-Beauftragter
der Japanologie Frankfurt. Verabschiedung in den Ruhestand am 12. Oktober 2023 (s. S. 3).
Forschungsschwerpunkte / Projekte:
LITERATUR- UND GEISTESGESCHICHTE VOM FEUDALISMUS ZUR MODERNE
PUBLIKATION: „Fiktion“ und „Wirklichkeit“ in japanischen Literaturtheorien der Jahre 1850 bis
1890
DESIGN UND IMPLEMENTATION VON ELEARNING-MODULEN ZUM ERWERB DES MODERNEN UND
KLASSISCHEN JAPANISCHEN
FORSCHUNGSPROJEKT: EBUNGO: EINE INTERAKTIVE SYSTEMATISCHE EINFÜHRUNG IN DIE
GRAMMATIK VORMODERNER SPRACHSTILE (BUNGO)“
Katharina SCHRUFF, M.A.
Kontakt: schruff@em.uni-frankfurt.de
2006 B.A.-Abschluss an der Ruhr-Universität Bochum in Japanologie (Sprachwissenschaft), 2008
M.A.-Abschluss ebenfalls dort in Sprachlehrforschung. Seit 2006 Aufgaben- und Testentwicklung
sowie Bewertung für das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz der Länder.
2009-2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Ostasienwissenschaften, Sektion
Sprache und Literatur Japans an der Ruhr-Universität Bochum. Seit Mai 2012 Lektorin für
modernes Japanisch an der Japanologie, FB 09: Sprach- und Kulturwissenschaften der Goethe-
Universität Frankfurt.
Tätigkeits- und Forschungsschwerpunkte:
JAPANISCH IN DER ÜBERGANGSZEIT VON DER EDO- ZUR MEIJI-ZEIT
SPRACHDIDAKTIK MIT SCHWERPUNKT GRAMMATIK
TESTENTWICKLUNG UND -BEWERTUNG IM BEREICH FREMDSPRACHEN
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Masami NAKANO-HOFMANN, M.A.
Kontakt: nakano-hofmann@em.uni-frankfurt.de
1995 B.A. in Visual Communication and Graphic Design am The Art Institute of Seattle. Tätigkeit
als Art Director bei diversen Unternehmen. 2014 Studium (B.A.) in Psychologie an der Musashino
Daigaku (Faculty of Human Sciences and Psychology) in Japan. 2016 bis 2019 Masterstudium
„Japan in der Welt“ an der Goethe-Universität. Seit dem Wintersemester 2017/2018
Lehrbeauftragte an der Japanologie der Goethe-Universität Frankfurt im Sprachunterricht.
Forschungsschwerpunkt:
SEXUALITÄT IN DER EDO-ZEIT
Dr. Hiromi TERAI
Kontakt: Terai@em.uni-frankfurt.de
1996 Studium (B.A.) der Japanologie an der Kyôto Universität. 1998 Japanologiestudium (M.A.) an
der Okayama Universität. 2007 Doktorgrad an der Hankuk Universität in Korea, Titel der
Dissertation: „A descriptive study of adversative conjunctions focusing on sore ga‘, sore wo,
tokoro ga‘“ (Hankuk University of Foreign Studies, Februar 2007). Von 1998 bis 2017
verschiedene Lehrtätigkeiten im Rahmen von universitärem Japanischunterricht in Korea. Seit dem
Wintersemester 2018/2019 Lektorin für modernes Japanisch an der Japanologie der Goethe-
Universität Frankfurt. Abschied vom Fach im September 2023.
Forschungsschwerpunkte:
JAPANISCHE GRAMMATIK, ENTWICKLUNG VON LEHRMATERIAL AUF JAPANISCH
Rieko AKUTSU, M.A.
Kontakt: R.Akutsu@em.uni-frankfurt.de
1987–1991 Studium (B.A.) der Geschichtswissenschaft an der Tokyo Metropolitan University,
1991–1993 (M.A.) in Area Studies an der Universität Tôkyô (Magisterarbeit: Die Rundfunkpolitik
in der Weimarer Republik. Die Zensur der Programme und die politischen Überwachungs-
ausschüsse“). 1993–1996 Studium im Doktorandenkurs an der Universität Tôkyô sowie am Institut
für Publizistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit 1997 journalistische und
publizistische Tätigkeit mit Schwerpunkt Wirtschaft, Wirtschaftspolitik, Telekommunikation,
soziale und technische Themen aus Osteuropa, Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), Türkei,
Israel und Deutschland. Seit WS 2021/2022 Lehrbeauftragte der Japanologie der Goethe-
Universität Frankfurt im Bereich Sprachunterricht und Literatur.
Forschungsschwerpunkt:
MEDIEN ALS POLITISCHES MITTEL (MEDIENPOLITIK, ZENSUR, PROPAGANDA, RHETORIK U.A.)
11
Dr. Momoko INOUE
Kontakt: inoue@em.uni-frankfurt.de
2000-2005 Bachelorstudium der Soziologie an der Universität Tsukuba; 2005-2007 ebenfalls dort
Masterstudium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft. 2007-2013 Promotionsstudium der
Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an der Universität Tsukuba. 2014-2015 Lehrbeauftragte
des Sprachzentrums der Universität Tsukuba. 2017 Lehrbeauftragte an der Universität Kôchi
(Faculty of Humanities and Social Sciences), 2017-2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der
Japanologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 2018-2019 Lehrbeauftragte der Japanologie
in Tübingen, 2019-2020 dort wieder wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit WS 2021/2022
Lehrbeauftragte der Japanologie der Goethe-Universität Frankfurt und dort seit WS 2022/2023
Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich des Japanischunterrichts.
Forschungsschwerpunkt:
DIDAKTIK DES JAPANISCHEN
Kimiko NAKAYAMA-ZIEGLER, M.A.
Kontakt: A.Ziegler@em.uni-frankfurt.de
1975 Studium (B.A.) in Deutscher Philologie an der Jôchi Daigaku (Sophia Universität) in Tôkyô.
1984 Studium der Germanistik, Anglistik und Japanologie an der Goethe-Universität Frankfurt mit
dem Abschluss Magister. 1985-1989 Lektorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an verschiedenen
Instituten, u.a. an der Universität Frankfurt und in einem Projekt des Landes Hessen. Seit 1992
Dozentin für japanische Sprache an der Hochschule RheinMain. Seit Anfang der 1990er Jahre
Übersetzung zeitgenössischer japanischer Romane ins Deutsche in Zusammenarbeit mit Ursula
Gräfe, u.a. von Kawakami Hiromi („Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“, „Herr Nakano und die
Frauen“), Ogawa Yôko („Hotel Iris“, „Der Ringfinger“, „Schwimmbad im Regen“) sowie Yamada
Taichi („Sommer mit Fremden“, „Lange habe ich nicht vom Fliegen geträumt“).
Seit dem Wintersemester 2010/2011 bis zum Sommersemester 2019 Lehrauftrag
„Interkulturelle Kompetenz Japan für Wirtschaftswissenschaftler“ am FB 2: Wirtschaftswissen-
schaften (www.wiwi.uni-frankfurt.de/international/fremdsprachen/interkulturelle-kompetenz-japan.
html). Seit Sommersemester 2007 bis Sommersemester 2019 Japanischunterricht für Hörer aller
Fachbereiche der Goethe-Universität am Zentrum für Weiterbildung der Universität Frankfurt. Seit
dem Wintersemester 2009/2010 Programm „Literaturübersetzung aus dem Japanischen“ an der
Japanologie der Goethe-Universität, im Rahmen dessen auch Intensivseminare durchgeführt werden.
Andre PODZIERSKI, M.A.
Kontakt: podzierski@em.uni-frankfurt.de
2012-2013 Trainee an der Universität Mie (Regierungsstipendiat). 2014 Studium (B.A.) der
Japanologie (Schwerpunkt Sprachwissenschaften) und Allgemeinen Linguistik (Computer-
linguistik) an der Ruhr-Universität Bochum. 2014-2016 Dozent für japanische Sprache an der
Volkshochschule Gelsenkirchen. 2017 Studium (M.A.) der Ostasienwissenschaften (Schwerpunkt
Sprachwissenschaft des Japanischen) an der Ruhr-Universität Bochum, dort anschließend bis 2020
Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2020-2021 JSPS-Stipendium an der Universität Kyôto
in der Fakultät Graduate School of Letters, Division of Philology and Literature (Eastern) mit dem
Schwerpunkt kanbun kundoku 漢文訓読. Tätigkeiten als freier Übersetzer von Anime. Von April
bis Dezember 2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Japanologie der Goethe-Universität
Frankfurt. Im Sommersemester 2024 Lehrauftrag an der Japanologie Frankfurt.
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Volker PAULAT, M.A.
Kontakt: paulat@em.uni-frankfurt.de
Studium der Japanologie und Kunstgeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. 1997-
2000 Honorarkraft in Bibliothek und Sekretariat des Japanologischen Institutes. Von 2001 bis 2004
selbstständige Tätigkeiten im Bereich der Betreuung japanischer Touristen und Geschäftspartner
sowie Arbeit für den japanischen Sender NHK.
Seit dem Sommersemester 2004 tätig im Sekretariat der Japanologie Frankfurt u.a. bei das Fach
betreffenden administrativen Angelegenheiten, bei der Studierendenverwaltung, der Organisation
von Veranstaltungen, der Pflege des Internetauftritts der Japanologie sowie bei der Redaktion
wissenschaftlicher Publikationen.
Die Profilangaben beziehen sich auf Mitarbeitende, die über mehrere Semester oder
kontinuierlich an der Japanologie Frankfurt tätig sind.
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4. Publikationen und Vorträge
Prof. Dr. Lisette GEBHARDT
Publikationen
- (2024) „Ein Vierteljahrhundert Paradigmenwandel. Japanische Literatur ab den 2000er Jahren –
Positionierungen und Perspektiven.“ In: Formationsprozesse japanischer Literatur.
Selbstreflexion, Metafiktion und die Relevanz des Mediums. Referate des 18.
Deutschsprachigen Japanologentags. Lisette Gebhardt / Christian Chappelow (Hg.).
Berlin: EB-Verlag, ca. 25 Seiten (in Vorbereitung).
- (2024) The State as the Enemy of the Citizen Kurokawa Sôs Iwaba no ue kara“. In: Lisette
Gebhardt / Christian Chappelow (Hg.): Texts of the Heisei Era Readings of Contem-
porary Japanese Literature, ca. 25 Seiten (in Vorbereitung).
- (2024) „‚Ôes Epoche‘. Portraits und Kritiken eines Zeitgenossen“. In: Lisette Gebhardt (Hg.):
Ôe lesen. Berlin: EB-Verlag, S. 56-81.
- (2024) Vorwort“. In: Ôe lesen. Berlin: EB-Verlag, S. 9-10.
- (2024) Einführung: „Persistenz und Wiederentdeckung“. In: Ôe lesen, S. 11-17.
- (2024) Übersetzung des Beitrags Abe Kenichi: „Ôe Kenzburô-Archiv an der Universität Tôkyô.
Kommentar“. In: Ôe lesen, S. 326-333.
Herausgeberschaft / Redaktionstätigkeit
- (2024) Formationsprozesse japanischer Literatur. Selbstreflexion, Metafiktion und die Relevanz
des Mediums. Referate des 18. Deutschsprachigen Japanologentags, zusammen mit
Christian Chappelow. Berlin: EB-Verlag (in Vorbereitung).
- (2024) Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature, Konferenzband
zur Tagung, zusammen mit Christian Chappelow (in Vorbereitung).
- (2024) Ôe lesen. Berlin: EB-Verlag.
JALI Online-Forum zur zeitgenössischen japanischen Literatur,
www.ja-li.com, Schriftleitung / Redaktion (seit 2020).
„Textinitiative Fukushima“ (TIF), www.textinitiative-fukushima.de,
Schriftleitung (seit April 2011).
Rezensionen
- (2024) „‚Haruki Murakamis Rotschläppchen‘. ‚Die Stadt und ihre ungewisse Mauer‘ offeriert eine
Psycho-Märchenwelt“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 25. März.
- (2024) „‚Familienszenen nach 3/11‘. Sôkyû Gen’yûs ‚Geschichten aus Fukushima‘“.
In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 11. März.
- (2024) „‚Die Botschaft der Weltraumkatzen‘. Umi Sakurais Bilderbuch ‚A Man and his Cat.
Fukumaru und das Sternenschiff des Glücks‘ erklärt das wichtigste Gut für alle Wesen“. In:
Rezensionsforum literaturkritik.de, 24. Januar.
14
- (2023) „‚Alles wird gut‘. Im Roman ‚Die Erinnerungsfotografen‘ erzählt Sanaka Hiiragi, dass das
Leben spätestens im Jenseits wieder schön wird“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 19.
Dezember.
- (2023) „‚Nummer 74‘. Die Hefte für ostasiatische Literatur (HOL) begehen mit der Mai-Ausgabe
2023 ihr vierzigjähriges Jubiläum“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 27. November.
- (2023) „‚Lyrik der Leidenschaft‘. 399 Gedichte von Akiko Yosano“. In: Rezensionsforum
literaturkritik.de, 13. November.
- (2023) „‚Herzerwärmung per Filzobjekt?‘ Wieder lehrt ein japanisches Buch den Wert der Bücher –
Michiko Aoyamas Roman über die Bibliothek als Lebensberatungseinrichtung“.
In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 26. September.
- (2023) „‚Kalkulierbarkeit für den japanischen Kleinbürger‘. Hika Harada gibt in ‚3000 Yen fürs
Glück‘ Ratschläge zum privaten Geld- und Lebensmanagement“. In: Rezensionsforum
literaturkritik.de, 11. September.
- (2023) „‚Killer, Geister und Kapitalisten‘. Kôtarô Isaka offeriert in ‚Suzukis Rache‘ eine
humanistisch-transzendente Kriminologie“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 17. Juli.
- (2023) „‚Das Schicksal einer Sprachalchemistin‘. Mieko Kawakamis Roman ‚All die Liebenden der
Nacht‘ kreist um die Metapher des Lichts“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de,
13. Juli.
- (2023) „‚Makrelen-Sushi für Herrn Inkognito‘. ‚Das Restaurant der verlorenen Rezepte‘ bewirtet
sogar Japans Ministerpräsidenten“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 26. Juni.
- (2023) „‚Im Purgatorium des Phoenix‘. Rin Usamis Protagonistin muss ein Leben ohne ihr
Fanobjekt erlernen“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 7. Juni.
- (2023) „‚Bibliophile Sensibilität?‘ Satoshi Yagisawas ‚Die Tage in der Buchhandlung Morisaki‘ lobt
die Antiquariatsmeile in Tôkyô als Zone der Resilienz“.
In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 12. Mai.
Vorträge:
Titel: „Die Neuformation japanischer Religiosität als therapeutischer Ethnomystizismus.
Poetische Sakralisierungen in den Texten des Schriftstellers Ôe Kenzaburô“. Vortrag im
Rahmen der Tagung „De/Sakralisierung von Texten“, Tübingen, 19.-21.2.2024
Datum: 20. Februar 2024
Titel: Ôe Kenzaburô, Kogito Chôkô und der Nobelpreisträger: Im Ich-Universum eines
japanischen Intellektuellen“. Vortrag am Japanischen Kulturinstitut Köln (JKI).
Datum: 31. Januar 2024
Titel: „‚Japanische Dysfunktionalität‘ am Beispiel ‚Fukushima‘. Der Diskurs einer Fehlerkultur
nach 3/11“. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Fehler und Nichtfunktionieren in
modernen Gesellschaften(Prof. Dr. Martina Heßler). Technische Universität Darmstadt.
Datum: 11. Dezember 2023
Titel: „Menschenhaarpullover und Fake-Schwangerschaft. Zum Mehrwert japanischer
Literatur“. Vortrag im Rahmen des Filmfestivals Nippon Connection (Frankfurt am
Main), 6.-11.6.2023.
Datum: 8. Juni 2023
15
Screenshot der Vortragsankündigung am Japanischen Kulturinstitut Köln (JKI),
mit einem Foto aus dem Archiv des JKI.
16
Prof. Dr. Michael KINSKI
Publikationen
- (2024) Lone Crane. Part II: The Question of Literati Painters in Japan and Kaiho Seiryôs
Role“ (in Vorbereitung).
- (2024) „‚The Great [Time and Effort]-Saving [Compilation] of Edo as a Storehouse for the
Whole Realm‘ (Edo dai setsuyô kaidai kura, 1863) and its Compiler Takai Ranzan“. In:
Stephan Köhn und Chantal Weber: Tagungsband der Konferenz „The Commercialization
of Knowledge in Edo Period Japan“, ca. 35 Seiten (in Vorbereitung).
- (2024) „Regen in den Mit Bildern erklärten Drei Agenzien [Himmel, Erde Menschen] unseres
Landes und des Han-[Landes] 和漢三才図会 (Wakan Sansai Zue)“ (zusammen mit Luca
Ciani, Jonas Mönicke, Nastasja Scholl, ca. 25. Seiten. In: Steffen Döll, Eike Großmann,
Jörg Quenzer (Hg.): Regenanthologie (Arbeitstitel). Hamburg: MOAG (in Vorbereitung).
- (2024) „Wer bin ich? Namen und Unterschriften im Japan der Edo-Zeit am Beispiel Kaiho
Seiryôs“. In: Heidi Buck-Albulet und Wolfram Schaffer (Hg.): Festschrift für Viktoria
Eschbach-Szabo. München: Iudicium, S. 39-61 (im Druck).
- (2024) „Children’s Bodies on the State’s Anvil“. In: Christian Galan, Harald Salomon (Hg.):
Histories of Children and Childhood in Meiji Japan. London: Routledge, S. 89-122.
- (2024) „Gymnastic Manuals and Children“. In: Christian Galan, Harald Salomon (Hg.):
Histories of Children and Childhood in Meiji Japan. London: Routledge, S. 123-148.
- (2024) „Biosphere und Kritische Vernunft. Zwei Buchjubiläen in der ökologischen Krise und
eine TV-Sendung“. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 2. Februar.
- (2023) „Unicorns, Herbs, and Abundant Sustenation. On the Reception of European Encyclo-
pedias in Early Modern Japan“. In: Japonica Humboldtiana, Band 24. Wiesbaden:
Harrassowitz Verlag, S. 5-36.
Herausgeberschaft / Redaktionstätigkeit
Japonica Humboldtiana, Band 25. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag (zusammen mit Klaus Kracht
und Markus Rüttermann) (in Vorbereitung).
Japonica Humboldtiana, Band 24. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag (zusammen mit Klaus Kracht
und Markus Rüttermann).
17
Dr. Christian CHAPPELOW
Publikationen
- (2024) „Relektüre als schriftstellerische Selbstreflexion? Miwa Tarôs Mishima-Diskurs im
Roman koku-sha tachi“ (2015). In: Formationsprozesse japanischer Literatur.
Selbstreflexion, Metafiktion und die Relevanz des Mediums. Referate des 18.
Deutschsprachigen Japanologentags. Lisette Gebhardt / Christian Chappelow (Hg.).
Berlin: EB-Verlag (in Vorbereitung).
- (2024) „War memory and the Emperor: Late work poetry by Wakamatsu Jôtarô (1935–2021)“.
In: Konferenzband zur Tagung „Texts of the Heisei Era Readings of Contemporary
Japanese Literature(in Vorbereitung).
- (2024) „Ôe, Japan und die Atombombe: Fünfzig Jahre Hiroshima nôto“. In: Lisette Gebhardt
(Hg.): Ôe lesen. Berlin: EB-Verlag. S. 165-184.
Rezensionen
- (2023) „Japanische Lyrik in Aufbruchstimmung? Die Anthologie ‚Eine Raffinierte Grenze aus
Licht. In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 10. Oktober.
- (2023) Der Kern atomarer Realitäten. John Herseys Reportage ‚Hiroshima‘ (1946)“.
In: Rezensionsforum literaturkritik.de, 25. Juli.
Herausgeberschaft
- (2024) Formationsprozesse japanischer Literatur. Selbstreflexion, Metafiktion und die Relevanz
des Mediums. Referate des 18. Deutschsprachigen Japanologentags, zusammen mit
Lisette Gebhardt. Berlin: EB-Verlag (in Vorbereitung).
- (2024) Texts of the Heisei Era – Readings of Contemporary Japanese Literature, Konferenzband
zur Tagung, zusammen mit Lisette Gebhardt (in Vorbereitung).
Vorträge / Exkursionen
Vorträge
Titel: Japanisches ‚Amerika‘, amerikanisches Japan? Eine kommentierte Lesung“ Vortrag und
Lesung im Rahmen des Filmfestivals Nippon Connection (Frankfurt am Main).
Datum: 6. Juni 2023
Exkursionen
DeDeCo Convention, Messe Dresden
Im Rahmen der AG Videospiele
Datum: 23. Februar 2024 (s. S. 49)
18
2014-2024: Christian CHAPPELOW an der Japanologie Frankfurt
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Literatur
und Kultur ist Christian Chappelow seit April 2014 an der
Japanologie der Goethe-Universität. Mit ihm konnte das
Spektrum der literaturwissenschaftlichen Themen um die
moderne japanische Lyrik erweitert werden, wie er auch
besondere Lehrformate etwa den Buchclub (seit WS
2018/2019) in das Curriculum einbrachte. Ende Juni
2019 schloss er seine Promotion ab. Seine Doktorarbeit
wurde 2021 als Monographie unter dem Titel Wakamatsu
tarô. Gedichte im Zeichen der Atomkatastrophe
publiziert. Exkursionen mit Studierenden führten 2017 und 2019 nach Köln u.a. zum Museum für
Ostasiatische Kunst sowie im Februar 2024 mit der von ihm initiierten AG Videospiele nach
Dresden. Akademische Fahrten gemeinsam mit L. Gebhardt wurden zum Beispiel nach Lissabon
(2017), Berlin (2018), Leiden (2019) und nach Toruń/Polen (2019) unternommen. Im Juni 2019
wirkte er an der internationalen Konferenz „Texts of the Heisei Era Readings of Contemporary
Japanese Literature“ mit, ebenso an der Publikation Sonderheft Heisei (2019).
Beschäftigt war und ist er überdies mit der Betreuung der Internetforen Textinitiative
Fukushima (TIF) sowie mit dem Onlineforum für zeitgenössische japanische Literatur (JALI).
Aktuell widmet er sich der Herausgabe der Referate der Literatursektion des 18. Deutschsprachigen
Japanologentags und der des Heisei-Konferenzbandes. Nebenher ist er auch unentbehrlich bei der
Vorbereitung des kommenden Japanologentags im August 2025, der zugleich das Jubiläum „100
Jahre Asienwissenschaften“ an der Goethe-Universität markiert …
-------------------------------------------------------------------------
Luca CIANI, M.A.
Publikationen
- (2024) „Masern in Edo. Jippensha Ikkus ‚Überliefertes zur Lebenskultivierung bei der Krankheit
Hashika‘“. In: Japonica Humboldtiana, Band 25, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, ca. 35
S. (in Vorbereitung).
- (2023) „Bohnengewehrschlacht. Politische Karikatur in Japan zur Zeit des Boshin-Krieges“. In:
Japonica Humboldtiana, Band 24, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, S. 37-58.
Forschungssemester: Ab April 2024 befindet sich Luca Ciani für ein Auslandssemester an der
k Universität.
19
5. Berichte von akademischen Veranstaltungen und Vorträgen
Treffen des Arbeitskreises vormoderne Literatur
Organisation: Prof. Dr. Michael KINSKI
Datum: 15.- 16. Februar 2023
Dem Arbeitskreistreffen Vormoderne Literatur (für Dezember 2023 geplant; durch einen GDL-
Streik in den Februar 2024 verschoben) geht es im Wesentlichen um die schriftliche
Auseinandersetzung mit Kunst, Kunstwerken und dem künstlerischen Schaffen in Zeugnissen der
vormodernen Literatur. Für die chinesische Kunstgeschichte sind theoretische Erörterungen über
Kunst und Kunstwerk bereits aus der Tang-Zeit (617/18 bis 907) bekannt. Sie wurden in Japan
rezipiert und beeinflussten die dortige Auseinandersetzung maßgeblich. Doch während die
chinesischen Schriften in der chinesischen, japanischen und westlichen Forschung eingehend
diskutiert wurden, fanden japanische Texte aus diesem Genre weitaus weniger Beachtung schon
gar nicht außerhalb des Fachs Ostasiatische Kunstgeschichte. In vielen Fällen liegen sie nicht
einmal in modernem Typendruck vor.
Das Treffen möchte einen Beitrag leisten, die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesen
Schriften anzuregen. Dazu werfen die Teilnehmerinnen einen Blick in Texte wie Gatan keiroku
(„Bildgeschichten als Hühnerrippen“) und Kanga dokukeiko („Bilder im chinesischen Stil selbst
geübt“). Die Veranstaltung ist verbunden mit einem Lehrforschungsprojekt für Studierende des BA-
und MA-Studiengangs. Diese beschäftigen sich im Seminar mit theoretischen und praktischen
Abhandlungen zum Malen in der mittleren Edo-Zeit und stellen ihre Einsichten im Rahmen des
Treffens des Arbeitskreises Vormoderne Literatur vor. Ziel ist, unter den Studierenden ein
Bewusstsein dafür zu fördern, dass sie selbst in den Wissenschaftsprozess eingebunden sind und
mit fortgeschritteneren Wissenschaftlerinnen diskutieren und gemeinsam forschen können.
Ankündigungsplakat Treffen des Arbeitskreises
Vormoderne japanische Literatur, Februar 2024. ©Jana Zipprich
20
Programm:
Datum: 15. Februar
Ort: Campus Bockenheim, Konferenzraum III
09.40–10.00 Eröffnung und Begrüßung
10.00–10.30 Prof. Dr. Michael KINSKI: „Kaiho Seiryô (1755–1817) als bunjin
10.30–11.00 Prof. Dr. Simone MÜLLER (Universität Zürich): Kunst als kulturelles Kapital in
japanischen Hofdamentagebüchern
11.00–11.30 Kaffeepause
11.30–12.00 Dr. Sebastian BALMES (Universität Zürich): „Eine Augenöffnungszeremonie für die
sechsunddreißig Unsterblichen der Dichtung“
13.00–13.30 Heidi BUCK-ALBULET (Universität Hamburg): Renga als Kunst“
13.30–14.00 Pia SCHMITT: „Tiere in Tachibana Morikunis Ehon shahô bukuro
14.00–15.00 Präsentation der Frankfurter Arbeitsgruppe (Studierende & MK)
15.00–15.30 Kaffeepause
15.30–16.00 rg QUENZER (Universität Hamburg): „Produktions- und rezeptionsästhetische
Diskurselemente in der höfischen Literatur“
16.00–16.30 Steffen DÖLL (Universität Hamburg): Zum Begriff shôgon 荘厳 in buddhistischen
Räumen und Erzählungen“
16.30–17.00 Eike GROßMANN (Universität Hamburg): „‚Je weniger sinnierend man steht, desto
besser‘: frühneuzeitliche Schriften zur Aufführungspraxis des Nô“
17.00–18.00 Abschlussdiskussion 1. Tag
Datum: 16. Februar
Ort: Campus Westend, Seminarhaus SH1.104
09.15–10.45 gemeinsame Quellenarbeit
10.45–11.00 Kaffeepause
11.00–12.30 gemeinsame Quellenarbeit
Mittagspause
13.30–15.00 gemeinsame Quellenarbeit
15.00–15.30 Kaffeepause
15.30 Abschlussdiskussion: „Kunst und Kunstwerk“ im Kontext vormoderner Literatur
16.30 Workshop-Ende
21
Bericht zum Arbeitskreistreffen:
Am 15. und 16. Februar 2024 fand an der Goethe-Universität Frankfurt das 22. Treffen des
Arbeitskreises für vormoderne Literatur statt. Unter der Leitung und Organisation Michael Kinskis
kamen Mitglieder des Arbeitskreises aus Den Haag, Hamburg und Zürich zusammen, um über das
Thema „Kunst, Kunstwerk, Theorie des Künstlerischen“ zu sprechen. Nach den Vorträgen am
ersten Tag wurde der zweite für einen Workshop genutzt, bei dem ein Edo-zeitlicher Text zu dem
Thema gemeinsam erarbeitet und eine Abschlussdiskussion in gemeinsamer Runde geführt wurde.
Auswärtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren Steffen Döll, Eike Großmann und Jörg B.
Quenzer aus Hamburg, Sebastian Balmes und Simone Müller aus Zürich sowie Pia Schmitt aus Den
Haag. Der Theologe und Religionshistoriker Martin Repp nahm als Gasthörer teil.
Der erste der beiden Tage diente für Vorträge zu verschiedenen Projekten der Anwesenden,
durch die ein genaueres Bild der Vorstellungen von Kunst und der Ansätze für Theorien von Kunst
im vormodernen Japan seit dem 11. Jahrhundert vermittelt wurde. Unter reger Beteiligung wurden
verschiedene Begriffe, die sich immer wieder in den besprochenen Texten fanden, diskutiert. Neben
den Vorträgen der Gäste rundeten ein Eröffnungsvortrag Michael Kinskis, der das Thema allgemein
einleitete, sowie eine Präsentation der studentischen Arbeitsgruppe zu kunsttheoretischen
Überlegungen des Zeitraums 1700 bis 1850 das Programm ab.
Das studentische Projekt ergab sich aus den Seminaren J11.2 bzw. MA 2.1 „Kunst, Kunstwerk,
Kunstverständnis in Japan in vormoderner Zeit“. Dabei wurde der Kurs in verschiedene Gruppen
aufgeteilt, die sich mit vormodernen japanischen Texten zur Kunsttheorie auseinandersetzten.
Hierbei unterschieden sich die Texte in Ausgangssprache und Form stark. Eine Gruppe befasste
sich bspw. mit einem Edo-zeitlichen Text in Kursivschrift. Andere Gruppen arbeiteten mit Texten
in modernem Typendruck oder mit Übersetzungen in das moderne Japanisch oder Englisch. Die
Ergebnisse dieser Gruppenarbeiten wurden nach einigen Wochen zusammengefasst und zu einem
Vortrag zusammengefügt, der am ersten Tag des Arbeitskreistreffens gehalten wurde.
Nach Beendigung des ersten Tages trafen sich alle Teilnehmenden des Arbeitskreises in einem
italienischen Restaurant in der Frankfurter Innenstadt, um den Abend gemeinsam ausklingen zu
lassen. Dies bot nicht nur die Möglichkeit des Austausches zwischen den verschiedenen Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen, sondern gab auch Studierenden die Möglichkeit, noch
einmal privat mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und Anregungen
für eigene Arbeiten zu erhalten.
Der zweite Tag des Arbeitskreistreffens wurde mit einer kleinen Führung der Gäste durch das neue
Gebäude der Sprach- und Kulturwissenschaften (SKW), in dem die Japanologie seit 2022
beheimatet ist, eröffnet, bevor mit dem Workshop-Teil des Treffens begonnen wurde. Bearbeitet
wurde der Text Gatan keiroku von Nakayama Kôyô (1717-1780) sowohl in Kursivschrift als auch
in modernem Typendruck, um das Abgleichen zwischen den beiden Versionen zu ermöglichen. Die
zu bearbeitenden Teile des Textes bestanden aus einer kurzen Einleitung sowie drei Abschnitten,
die verschiedene Themen der Malerei beschrieben.
Zwar wurde die Einleitung des Textes noch im Plenum gemeinsam bearbeitet, für die
folgenden Abschnitte sollte der Arbeitskreis jedoch in drei gleichmäßige Gruppen aufgeteilt werden,
22
die jeweils einen Abschnitt genauer untersuchen sollten. Auf Vorschlag Jörg Quenzers wurden
diese Gruppen nicht von etablierten Wissenschaftlern, sondern von anwesenden Studierenden der
Japanologie der Goethe-Universität geleitet. Unter dieser Leitung wurden die verschiedenen
Abschnitte gelesen und zum Ende noch einmal im Plenum besprochen. Eine Diskussion entspann
sich, die in eine Abschlussbesprechung des Arbeitskreistreffens mündete und den Schlusspunkt
setzte.
Wir freuen uns über die rege Teilnahme aller Beteiligten und die produktiven Diskussionen
sowie darüber, als Studierende die Möglichkeit gehabt zu haben, am diesjährigen Arbeits-
kreistreffen teilnehmen zu können. Schon jetzt herrscht Vorfreude auf das nächste Treffen, das im
Laufe des Jahres in Zürich stattfinden soll.
Jonas MÖNICKE und Alessio D’ANDREA
23
Zur „Geisternacht“ der Japanologie Frankfurt
Geisternacht an der Goethe-Universität‘: Japanologische Erkundungen des japanischen Jenseits
(Organisation Lisette GEBHARDT)
Datum: 13. Juli 2023, 18 Uhr bis viel später ...
Raum: Gebäude SKW, Hörsaal A
24
UniReport 5.23, Bericht zur Geisternacht an der Goethe-Universität“
Reise ins Geisterland
An dem schwülwarmen Sommerabend war es sehr still auf dem Campus Westend: War die
seltsame Ruhe auf die Geister und Gespenster zurückzuführen, die sich schon auf den Weg gemacht
hatten für die Geisterveranstaltung der Japanologie?
Der Geruch von Räucherstäbchen durchzog die Luft des
stimmungsvoll dekorierten Hörsaales A im SKW-Gebäude,
der sich zusehends füllte. Schaurige Melodien erklangen,
Lampions mit bleichem Licht leuchteten aus dem Bambus,
und auch ein Kitsune ein japanischer Fuchsgeist hatte
sich hinter einem Paravent vor den Besuchern verborgen.
Vier Vorträge entführten dann Zuhörer und Zuhörerinnen
in eine „andere Welt“ diesen ikai benannten, jenseitigen
Raum, in dem seit den 1980er Jahren vermehrt überlieferte
Gestalten wie Geister (yûrei) und Gespenster (yôkai) auf
junge, urbane Geistererscheinungen aus den Großstadt-
legenden (toshi densetsu) treffen, wie die Japanologin
Lisette Gebhardt in ihrem Vortrag erklärte. Laut
Kadowaki Atsushis soziologischer Interpretation führten
die entfremdenden Umstände moderner Industriegesellschaften wie Japan zu einer Renaissance des
Übernatürlichen, die spätestens in den 1990ern u.a. einen signifikanten Anstieg der Beliebtheit
moderner Schauermärchen bedingte. Ihren Höhepunkt fand die Faszination für die „Anderswelt“, so
Gebhardt, dann im J-Horror. Diese Horrorfilme, und darüber hinaus Manga oder Anime, gelangten
auch außerhalb Japans zu großer Popularität. Geisterthemen sind wie es in der Japanologie
erforscht wurde bis heute Teil der japanischen Medienberichterstattung. Aufgrund aktueller
Gegebenheiten behandelt man derzeit „stigmatisierte Immobilien“, d.h. Wohnungen, in denen sich
ein tragisches Ableben, oft ein länger nicht entdeckter Todesfall, ereignet hat. Für diese gibt es
sogar „Geisternachlässe“, da spukende Mietobjekte naturgemäß nicht hochpreisig veranschlagt
werden können.
Beinahe die gesamte Bandbreite der faszinierenden japanischen Geisterphänomenologie spiegelt
sich im Bibliotheksbestand der Goethe-Universität. Hier sind zahlreiche Bildbände, Ausstellungs-
kataloge sowie einschlägige Manga und auch literarisches Material zu finden. Einiges davon stellte
Elena Müller vor, zuständig für die Japanologie in der neuen Bibliothek SKW. Müller präsentierte
zum Beispiel einen neu angeschafften Kunstband zum japanischen Höllenwesen sowie den Manga
Hakaba resutoran (Band 9: „Das Friedhofsrestaurant“) aus der Reihe Kaidan resutoran, die von
einer Mitautorin der erfolgreichen Kinderliteratur-Serie vor Jahren dem Fach gestiftet wurde.
25
Die Religionswissenschaftlerin und Japanologin Inken Prohl von der Universität Heidelberg
erklärte, wie die sogenannten Neuen Religionen mit Reinigungsritualen oder auch Exorzismen
gegen böse Geister viel Geld verdienen. Für die Geister lieber Verstorbener bietet man jedoch
schöne Tauchrituale auf dem Grund des Pazifiks an. Diese Serviceleistungen verdeutlichen
Zeittendenzen: Mitglieder von World Mate etwa erhalten Angebote zur Befriedung der
Ahnengeister direkt per Post nach Hause, mit bereits ausgefülltem Überweisungsträger. Prohl
erläuterte japanische Vorstellungen zu Geistern dahingehend, dass man in Japan nicht selten der
Vorstellung anhänge, Ahnen, die einen schmerzvollen oder ungerechten Tod gestorben seien,
könnten als Geister das Leben ihrer Nachfahren unheilvoll beeinflussen. Letztere sind dann unter
Umständen vom Pech verfolgt: Sie finden keine Arbeit oder keine Wohnung, bis der Geist befriedet
wurde. Solche Charakterisierungen sind in der japanischen Kultur verbreitet, lassen sich aber nicht
auf eine Religion festlegen, sondern weisen Bezüge zu Buddhismus, Shintoismus oder auch
Taoismus auf. Laut japanischer Tradition kann ein Geist auf drei Arten „geboren“ werden: durch
Autogenese in der Natur, z.B. im Fall von Steinen, Bäumen oder magischen Tieren wie Füchsen
oder Schlangen; durch Missachtung eines Menschen zu seinen Lebzeiten oder eben durch seine
Erfahrung von Leid und Schmerz.
Eva Jungmann, Doktorandin der Frankfurter Japanologie, befasste sich in diesem Kontext mit den
in zeitgenössischen Todesbildern und Suizidfantasien zum Ausdruck gebrachten negativen
Gefühlen, die die Malerin Matsui Fuyuko künstlerisch umsetzt. Matsui greift dabei auf die
vormoderne japanische Kunstform kusôzu zurück. Kusôzu-Malerei stellt in neun Stufen den Verfall
einer (meist weiblichen) Leiche dar, um die Natur der Vergänglichkeit, wie sie der Buddhismus
lehrt, zu illustrieren und dem Betrachter zu innerer Einkehr und Kontemplation zu verhelfen. Nicht
zuletzt verdeutlicht Matsui eindrucksvoll, wie es der japanischen Kultur bis heute gelingt, dem
Jenseitigen den gebührenden Raum zu lassen und dem Bedürfnis der Menschen sich zu erinnern,
durch ästhetisch perfekt gestaltete wie spirituell anrührende transzendente Figuren
entgegenzukommen.
Beendet wurde der Abend mit einer „reinigenden“ Sakerunde,
die jegliche Spuren einer Geister-Anhaftung vom Publikum
entfernen sollte. Der Ausschank erfolgte an einem von
fleißigen Helfern eigens aufgebauten, traditionellen Getränke-
stand. Erst spät endeten die anregenden Debatten in dieser
authentisch-japanischen Atmosphäre.
Anna SPRINGER
Link: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/en/veranstaltungen/japanologie-reise-ins-geisterland/
26
6. Laufende und aktuelle Forschungsprojekte
„Amerika in der japanischen Gegenwartsliteratur“
(Christian CHAPPELOW)
Die japanische Literatur der Gegenwart zu definieren bedeutet auch, diese mit ihren Eigenarten als
„Nationalliteratur“ (koku bungaku) eines ehemalig besetzten Landes in der Nachkriegsordnung zu
verstehen.
Diese Untersuchung wird eine umfangreiche literatur- und zeitgeschichtliche Analyse des
Verhältnisses von „Amerika“ zu japanisch-nationaler Identität im Wandel der Dekaden bieten, mit
einem besonderen Fokus auf den noch wenig erforschten Zeitraum um die Jahrtausendwende. Die
zentrale Untersuchungsfrage ist, wie sich in literarischen Texten ein Paradigmenwechsel im
Verhältnis zu Amerika beobachten lässt und wie japanische Nationalität in einem amerikanisierten
Nachkriegssystem als identitätsstiftender Faktor im Geflecht Literatur und Zeitgeschichte diskutiert
wurde und wird. Die Sichtung japanischer „Amerika“-Diskussionen und der Faktor „Nation“ im
Kontext der japanischen Literatur der Gegenwart werden also durch die Verbindung philologisch-
textimmanenter und zeitgeschichtlich-kontextueller Lesungen begonnen.
Sekundärliteratur
27
Überlegungen zu Literatur- und Fachgeschichte
(Lisette GEBHARDT)
Mit der Erkenntnis, dass die westliche / europäische japanologische Literaturwissenschaft, wie sie
sich nach 1945 formierte, ebenso wie die japanische Landesliteraturwissenschaft (kokubungaku) in
ein zeitgeschichtliches Stadium eingetreten ist, stellt sich für die deutschsprachige Japanologie die
Frage nach einer „neuenjapanbezogenen Literaturwissenschaft. Die Ansätze der 1980er, 1990er
Jahre im Hintergrund, gilt es, für das 21. Jahrhundert zeitgemäße Betrachtungsweisen der gesamten
Literaturgeschichte Japans sowie der Klassiker der Moderne und der Gegenwart (kindai bungaku,
gendai bungaku) zu finden, gleichzeitig aber auch wenn nötig diesen Kanon zu revidieren.
Diskutiert werden müssen dann vor allem adäquate Interpretationsweisen für die zeitgenössische
japanische Literatur.
Dabei wäre die bisher geleistete literaturgeschichtliche Arbeit nicht zu vergessen. Während es
zudem nicht ratsam ist, Fragen des Sprachlichen, der Erzählstruktur und der Literaturästhetik
auszusparen, erscheint es ebenso wenig sinnvoll, anglophonen Vorgaben unreflektiert zu folgen.
Der Rückblick auf die Fachgeschichte, deren Rekonstruktion und Kommentierung ein Spezialfeld
japanbezogener Literaturstudien bildet, überprüft einerseits die Basis, eröffnet andererseits
innovative Wege und bleibt deshalb trotz aller Mainstreamisierung der Forschung ein spannendes,
möglicherweise nicht ohne Grund vernachlässigtes Gebiet. Spätestens nach „Fukushima“ stellt sich
die Frage nach einer „kritischen Japanologie“.
Japanische Literatur zwischen Weltliteratur und global literature
(Lisette GEBHARDT)
Der Wandel der japanischen Literatur und der Literaturszene seit den 2000er Jahren ist signifikant
und als solcher noch nicht hinreichend erklärt worden. Während Literatur in den letzten Dekaden
als Medium der Zeitdiagnose etwa in ihrer Ausprägung als „Prekariatsliteratur“ oder als iyashi
bungaku (Literatur der Heilung und des Trosts) zu rezipieren war, hätte man nun aus dem
größeren Abstand die Aufmerksamkeit auf ein Gesamtpanorama zu lenken. Als Arbeitsbegriffe für
eine solche Distanzbeobachtung sind die Termini Weltliteratur und global literature geeignet. Die
zentralen Begriffe, die ihrerseits der Definition bedürfen, müssen in ihrem Verhältnis zueinander
bestimmt werden, können aber auch als Antonyme verstanden werden. Prominentes Beispiel für
diesen Fall wäre der Autor Murakami Haruki. Er war längere Zeit im Gespräch für die
weltliterarische Ehrung Nobelpreis.
Die Konzepte global literature and Weltliteratur teilen sich an dem Punkt, wo Kommerzialität
und Uniformität mit Sprachkunst und ihren intellektuellen Implikationen kollidieren die
landeseigenen Diskussionen zu Murakami sind an dieser Stelle aufschlussreich: Die dichotomische
Konstellation und andere Parameter sind Gegenstand der laufenden Studien.
28
Geschichte der Kindheit und Kindheitsbilder in Japan
(Michael KINSKI)
Die Geschichts- und Kulturwissenschaften werden in den vergangenen Jahren zunehmend von
zyklischen Moden erfasst sowohl auf der Ebene der Themen (z.B. „Essen“, „Körper“) als auch
der methodischen Zugänge („turns“). Manche Fragestellungen ziehen die Aufmerksamkeit der
unterschiedlichsten geistesgeschichtlichen und kulturwissenschaftlichen Fachbereiche auf sich und
vermögen, sich in Form selbstständiger Fachbereiche nachhaltig zu etablieren. Ein hervor-
stechendes Beispiel sind die „Gender Studies“.
Auffällig ist dagegen, dass der Beschäftigung mit der Kindheit, einem so prägenden Abschnitt
des menschlichen Lebenszyklus, nicht die Aufmerksamkeit zuteilwurde, wie andere Lebens-
abschnitte, etwa das Alter oder Menschengruppen z.B. Frauen sie auf sich zogen. Im Fall der
Beschäftigung mit Japan muss das insbesondere erstaunen, da die Schrift- und Bildkultur des
Landes reichhaltiges und teilweise sehr gut erschlossenes Material zur Verfügung stellt und die
(kultur-)geschichtliche Forschung über Kinder und Kindheit auf hohem Niveau steht. Angestrebt ist
daher, die kultur- und geistesgeschichtliche Erforschung japanischer Kindheiten“ in Frankfurt zu
etablieren und zu einem Netzpunkt nationaler und internationaler Kooperation auszubauen.
Jüngste Station ist die Mitarbeit an einem Sammelband zur Geschichte der Kindheit in der
Meiji-Zeit. Michael Kinski steuerte dazu zwei Kapitel bei, in denen es um die Verankerung der
„Leibeserziehung“ bzw. der „Gymnastik“ (taisô) in der Schulerziehung geht. Während „Childrenʼs
Bodies on the Stateʼs Anvil“ den allgemeinen Kontext und die politischen Maßnahmen aufarbeitet,
geht es in „Gymnastic Manuals and Children“ um einige Beispiele der Lehrbücher, die bis in die
1880er Jahre entstanden. Der Band wurde von Christian Galan und Harald Salomon herausgegeben
und ist 2024 bei Routledge erschienen.
Edo-Bibliothek Institut für Ostasiatische Philologien, Japanologie Edo bunko 江戸文庫
(Michael KINSKI, Bastian VOIGTMANN, Koray BIRENHEIDE)
Die Sammlung aus überwiegend illustrierten literarischen Werken, praktischen Ratgebern,
Enzyklopädien und gelehrten Büchern (insgesamt 100 Titel mit ca. 300 Einzelbänden aus dem
Zeitraum von 1656 bis 1866) wird in der Japanologie aufbewahrt und teilweise als Material zur
Auseinandersetzung mit vormoderner Sprache und Literatur verwendet. Unter der Anleitung
Ekkehard Mays (Lehrstuhlinhaber von 1981 bis 2000) wurden einige der Schriften, die auch in
Japan noch unbearbeitet sind, bereits früher in Magister- und Doktorarbeiten vorgestellt. In jüngster
Zeit werden sie wieder im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten aufgegriffen. Die Herkunft
der Schriftstücke ist nicht mehr rekonstruierbar. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass sie vom
Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre von Sammlern und Kunstliebhabern erworben
und an das damalige China-Institut verkauft oder abgegeben wurden (einige Hefte tragen
Besitzervermerke wie „Städtisches Völkermuseum Frankfurt a.M.“). Durch Ankäufe zwischen 1981
und 2000 fand eine Erweiterung statt. Danach kamen sporadisch durch Schenkungen oder
Neuerwerbungen Bände hinzu.
29
Quantitative Analysen japanischer Texte auf der Grundlage der Programmiersprache „R“
(Michael KINSKI, Bastian VOIGTMANN, seit WS 2016/2017)
Im Sommersemester 2018 fand wöchentlich eine Übung zur Untersuchung japanischer Quellen
mithilfe der freien statistischen Programmiersprache „R“ statt. Hierbei ging es vor allem um die
Anwendung grundlegender Techniken auf der Basis von Matthew Jockers „Text Analysis with R
for Students of Literature“ und die Lösung von Problemen, die sich aus dem Gebrauch
verschiedener Betriebssysteme, Kodierungen und dem Alter der Ausgangstexte ergaben.
Ende 2021 wurde ein Antrag bei der DFG eingereicht. Darin geht es um die Digitalisierung und
Aufarbeitung der Edo bunko und die von Koray Birenheide entwickelte Software DemiScript ein
Kurationswerkzeug, mit dem sich vormoderne Text- und Bildzeugnisse bearbeiten lassen. Trotz sehr
positiver Gutachten wurde der Antrag zunächst negativ beschieden. Er befindet sich in der Überarbeitung.
Wachstum und Interaktion von Gelehrtengruppen Japanische Gelehrte der Frühen Neuzeit
und ihr sozialer Kontext. Ein Projekt zur Analyse von sozialen und semantischen Netzwerken
(Michael KINSKI, Bastian VOIGTMANN, seit WS 2018/2019)
Das Aufkommen der Digital Humanities hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass Akteure der
Ideengeschichte nicht nur aufgrund der Originalität ihrer Ansichten gewürdigt werden sollten,
sondern dass sie als Mitglieder sozialer Netzwerke zu betrachten sind, die nicht nur andere
„Denker“ einschließen. Daher sollten die zwischenmenschlichen Beziehungen zu Personen aus
einem breiten Spektrum gesellschaftlicher Milieus auf ihre Rolle hinsichtlich der Entwicklung
persönlicher Œuvres genauer untersucht werden. Die Vertreter der Cambridge School of Intellectual
History (Skinner, Pocock) haben bereits hervorgehoben, dass Denksysteme nicht als ahistorisches
Konstrukt origineller Denker, sondern als das Resultat kommunikativer Prozesse gesehen werden
sollten, welche in ganz konkreten historischen Situationen stattfinden und eine weite Palette
sozialer Gruppen und deren gemeinsames Bewusstsein zu Fragen der politischen und sozialen
Realität sowie deren Redensarten, Ausdrucksweisen und Rhetorik abdecken. Mithilfe der
Werkzeuge aus dem Bereich der Social Network Analysis sowie der Semantic Network Analysis
wird der Umfang der Quellen erweitert, die bei Untersuchungen zur Arbeit individueller Denker
und dem Zustandekommen ihrer Standpunkte und Ausdrucksstrategien im breiteren sozialen und
historischen Kontext herangezogen werden können.
Das Projekt zielt auf eine Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen anderer europäischer
Universitäten (Madrid, Paris VII, Leiden, SOAS London, Cambridge), welche bereits als Mitglieder
der Edo Europe Group, die ihr Gründungstreffen im Jahr 2012 in Frankfurt hatte, zusammen-
arbeiten. Gleichzeitig baut das Projekt auf der akademischen Partnerschaft mit Bettina GRAMLICH-
OKA an der Sophia-Universität Tôkyô auf, die 2011 mit der Erstellung einer Datenbank
frühneuzeitlicher japanischer Gelehrter begonnen hat und regelmäßig ihre Ergebnisse bei den
Vortragsveranstaltungen der Digitalen Japanologie vorstellt.
Die „Digitale Japanologie Frankfurt“ (seit WS 2016/2017)
Unter dem Titel „Digitale Japanologie Frankfurt“ werden Forschungsprojekte, Vorträge und
Unterrichte im Kontext der Digital Humanities durchgeführt, die durch ihre Regelmäßigkeit, die
innovativen Ansätze sowie die Beteiligung internationaler Forscher die Goethe-Universität zu einem
fachlichen Vorreiter auf diesem Gebiet machen. Gegenwärtig ist ein DFG-Antrag in Vorbereitung.
30
7. Lehre
Programm Literaturübersetzungen aus dem Japanischen in das Deutsche
Kimiko NAKAYAMA-ZIEGLER, M.A.
Seit dem Wintersemester 2009/2010 führt die Übersetzerin japanischer Gegenwartsliteratur, Kimiko
Nakayama-Ziegler M.A., ein auf mehrere Semester angelegtes Programm zur Literaturübersetzung
aus dem Japanischen durch, das es alten und neuen Teilnehmern der Übersetzungskurse an der
Japanologie Frankfurt ermöglicht, ihre Kenntnisse zu vertiefen und ihr Engagement auch mit einer
entsprechenden Bescheinigung dokumentiert zu bekommen.
Zu den Übersetzungsübungen zählten bisher u.a. Texte von Kawakami Hiromi,
Ogawa Yôko, Murakami Haruki, Shimada Masahiko, Aoyama Nanae, Furui Yoshikichi, Ôe
Kenzaburô, Higashino Keigo, Yû Miri, Tawada Yôko, Tsuji Hitonari, Akagawa Jirô, Inagaki
Taruho und Uchida Hyakken.
Das Programm beinhaltet Lehreinheiten zu den Themen:
Literarische Texte im kulturellen Kontext
Japanische Autoren im europäischen Literaturmarkt
Analyse von Zeit- und Individualstilen
Übersetzungsvergleich (geglückte und weniger geglückte Übersetzungen)
Übersetzungstheorie: Erörterungen zur japanischen Literatur
Lektüre von Übersetzungskritik, Lektüre von Texten zum Thema Übersetzung
Übersetzen japanischer literarischer Texte ins Deutsche: Praxisübung
Auf Wunsch der Studierenden findet der Kurs auch im Sommersemester 2024 wieder im Rahmen
des Programms seine Fortsetzung.
Weitere Informationen sind einzusehen unter: www.japanologie.uni-frankfurt.de/jap09_studium/
jap_literatur_uebersetzung.html.
Lektürekurs WS 2023/2024
Relektüren moderner Klassiker Nakai Hideo
Der Dichter und Schriftsteller Nakai Hideo 中井英夫 (1922-1993) ist in Japan unter Literatur-
kennern eine feste Größe. Er gilt als Autor ästhetisch geprägter literarischer Phantastik (gensô
bungaku), widmete sich aber auch früh schon dem Gedicht (tanka) und schrieb Tagebuch (aus dem
man später eine für die Nachkriegszeit repräsentative demokratische Agenda las). Zunächst (ab
1964) publizierte er unter dem Künstlernamen Tô Akio 塔晶夫. Ein wichtiger Prosatext ist Kyomu e
no kumotsu (虚無への供物; Opfergabe an die Leere). Weitere nennenswerte Werke sind: Gensô
hakubutsukan 幻想博物館 (Museum der Illusionen), Akumu no koppai 悪夢の骨牌 (Spielkarte des
Albtraums), Jingaikyô tsûshin 人外境通(Außermenschliche Kommunikation), Shinjubo no
kushige 真珠母の匣 (Perlmutter-Schachtel), Toramputan とらんぷ譚 (Kartenspiel-Geschichte) und
31
Kurzgeschichten wie Mi-shiranu hata 見知らぬ旗 (Unbekannte Flagge) oder Bara e no kumotsu
薇への供物 (Opfergabe an die Rose). Er schrieb darüber hinaus Kritiken und Essays wie z.B. Kokui
no tanka-shi 黒衣の短歌史 (Geschichte der Tanka im schwarzen Gewand) und Gesshoku-ryô
sengen 月蝕領宣言 (Erklärung zur Mondfinsternis). Für „Spielkarte des Albtraums“ wurde Nakai
mit dem 2. Izumi Kka-Literaturpreis und 1996 für Kazoku no shin’en 家族の深淵 (Abgründe
einer Familie) mit dem Mainichi-Kulturpreis ausgezeichnet.
Cover von Nakais Werken Nakai Hideo
32
Sommersemester 2023 – Lehrveranstaltungen (Vorlesungszeit 1. April – 14. Juli)
Montag
10 - 12
K
BA J9 Modernes Japanisch IV (LekGram 1)
Woldering
10 - 12
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Gram 1)
Schruff
10 - 12 Ü
Historische Grundlagen und moderne Interpretation
von yôkai in der jap. Popkultur
Podzierski SKW 05.B103
12 - 14 AG AG Literarisches Übersetzen aus dem Japanischen
Nakayama-
Ziegler
SKW 05.B127
12 - 14
K
BA J9 Modernes Japanisch IV (LekGram 2)
Woldering
12 - 14
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Gram 2)
Schruff
12 - 14
Ü
Einführung in die jap. Sprachgeschichte
Podzierski
14 - 16
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Gram 3)
Woldering
16 - 18
S
AG
MA 5.2 Übung zu 5.1/ Forsch.projektseminar II
MA 6.2 + AG Digital Humanities
Kinski SKW 05.B127
Dienstag
08 - 10
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Gram 4)
Woldering
SH 3.106
10 - 12
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Lek 1)
Schruff
H 2
10 - 12 KO
BA J12 BA-Kolloquium Kultur- und Ideengeschichte
MA 9.2 MA-Kolloquium Kultur- und Ideengeschichte
Kinski SKW 05.B127
12 - 14
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Lek 2)
Schruff
H 2
12 - 14
Ü
BA J8.3 Fachtexte (Gruppe A) 1SWS
Schmitt
SKW 05.B127
14 - 16
AG
AG J-Games
Chappelow
SKW 05.B127
16 – 18 S
BA J8.2 Literatur und Kultur I (Gruppe A)
MA 4.1 Literatur und Kultur: Theoretische und
Methodische Zugänge 1: „ikikata
Gebhardt SH 5.102
18 - 20
AG
AG Kalligraphie
Eichler
SKW 05.B127
Mittwoch
10 - 12
KO
Kolloquium MA 9.2
Übung MA 6.1 Forschungs-/Projektseminar II
Gebhardt SKW 05.B127
10 - 12
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Lek 3)
Woldering
SH 3.109
10 - 12
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Hör/Konv 1)
Inoue
H 2
10 - 12 K BA J9 Modernes Japanisch IV (Hör/Konv 1)
Nakano-
Hofmann
H 1
12 - 14
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Hör/Konv 2)
Inoue
H 2
12 - 14 K BA J9 Modernes Japanisch IV (Hör/Konv 2)
Nakano-
Hofmann
H 1
12 - 14 V
BA J4 Einführung in die japanische Literatur- und
Kulturwissenschaft
Gebhardt /
Chappelow
SKW Hörsaal A
12 - 14 S
BA J8.1 Kultur- und Ideengeschichte I
MA 5.1 Theoretische und methodische Zugänge II Kinski SH 1.109
14 - 16
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Hör/Konv 3)
Inoue
H 2
14 - 16
AG
AG Nihongo
Woldering
HZ 9
16 - 18
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Hör/Konv 4)
Inoue
H2
16 - 18
AG
AG Zeitgenössische japanische Kunst
Gebhardt
SKW 05.B127
33
Donnerstag
8 - 10
K
BA J9 Modernes Japanisch IV (Lek/Gram 3)
Woldering
SH 5.105
10 - 12
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Lek 4)
Woldering
SH 4.109
10 - 12
S
BA J8.2 Literatur und Kultur I (Gruppe B)
Chappelow
SH 2.103
12 - 14
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Hör/Konv 1)
Terai
H 10
12 - 14
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Schreibworkshop 1)
Terai
SH 3.10
12 - 14
AG
AG Shiranui
Kinski
NM 130
14 - 16
K
BA J3 Modernes Japanisch II (Schreibworkshop 1)
Terai
SH 3.106
14 - 16
AG
AG Buchclub
Chappelow
SH 2.103
16 - 18 Ü
BA J8.3 Fachtexte (Gruppe B)
MA 4.2 Literatur und Kultur: Texte, Theorien
Akutsu SH 1.102
Freitag
10 - 13 KO
BA J12 BA-Kolloquium Literatur und Kultur
(7 Termine, bis 2. Juni)
Gebhardt SKW 05.B103
16 - 18 T
Tutorium Programmieren Lernen mit R (Data
Science) im Rahmen der Digital Humanities
urer SKW 05.B103
Einzeltermine
20. April, 10 Uhr
Vortrag Dr. David Adebahr: „Japans neue Pazifikstrategie: Realpolitische
Anpassungen oder tiefgreifender Strategiewandel?“
27./28. April, 18 Uhr Studentische Werkstatt (Fachgruppe)
11. Mai, 18 Uhr – Vortrag Dr. Lukas Wilde: „Demon Slayer im Media Mix: Non-Narrative
Dimensionen japanischer Franchises“
23. Mai, 16 Uhr Beratung Auslandsaufenthalte, Dr. Guido Woldering
6. Juni, 19 Uhr – Kommentierte Lesung Dr. Christian Chappelow, Nippon Connection: „Japanisches
‚Amerika‘, amerikanisches Japan?“
8. Juni, 18 Uhr Vortrag Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Nippon Connection: „Menschenhaarpullover und
Fake-Schwangerschaft. Zum Mehrwert japanischer Literatur“
22. Juni, 12 Uhr – Vortrag Dr. Andreas Singler (Journalist und Japanologe): „Präsentation aus zehn
Jahren FeldforschungFukushima‘“ – Vortrag anlässlich der Übergabe von Forschungsmaterialien an
das Archiv der UB – 17 Uhr – Materialpräsentation
29. Juni, 18 Uhr – Vortrag Morgaine Setzer-Mori, M.A.: „Traumjob Wissenschaft? Über Frust und
Freude eines Werdegangs in der Japanologie“
13. Juli, 18 Uhr – Vorträge im Rahmen der „Geisternacht“ an der Goethe-Universität
34
Wintersemester 2023/2024 – Lehrveranstaltungen (Vorlesungszeit 16. Oktober – 9. Februar)
Montag
10 - 12
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Gram 1
Schruff
H 2
10 - 12 Ü BA J11.3 Fachtexte (Gruppe A) (14-tägl.) Schmitt
SKW
05.B127
10 - 12
Ü
MA 2.2 Textlektüre (14-tägl.)
Schmitt
Zoom
12 - 14
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Gram 2
Schruff
H 2
12 - 14 AG
AG Literarisches Übersetzen aus dem Japanischen
„Der Schriftsteller Nakai Hideo
Nakayama-
Ziegler NM 132
14 - 16 S
BA J11.1 Kultur- und Ideengeschichte
MA 2.1 Japan in der Welt: Kultur- und Ideendiskurse
MA 8.1 Japan in der Welt: Aktuelle
Herausforderungen
Kinski SH 2.103
16 - 18
AG
+ S
AG Digitale Japanologie Frankfurt + MA 3.2
Forschungs-/Projektseminar I Kinski
SKW
05.B127
Dienstag
10 - 12 K BA J1 Modernes Japanisch I, Gram 3 Schruff
H 2
10 - 12 AG AG Videospiele Chappelow
SKW
05.B127
12 - 14 K BA J6 Modernes Japanisch III, Gram 1 Schruff
H 2
14 - 16 S
MA 3.1 Forschungs-/Projektseminar I: „Die Debatte
um die Japanologie und ein relevantes Japanwissen“ 5
Einzeltermine
Gebhardt SKW
05.B127
14 - 16 PS
BA J7 Einführung in den Themenschwerpunkt
Kultur- und Ideengeschichte: „Manabu
Kinski SH 2.105
18 - 20 AG AG Schreibübungen Shiranui Eichler SKW
05.B127
Mittwoch
10 - 12
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Lek 1
Nakano-
Hoffmann
HZ 14
10 - 12
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Hör/Konv 1
Inoue
H 2
10 - 12
K
BA J6 Modernes Japanisch III, Gram 2
Schruff
SH 2.109
10 - 12 S
MA 1.1 Japan in der Welt: Kultur- und
Identitätsdiskurse I
MA 7 Aktuelle Herausforderungen I:
„Literaturgeschichte und Zeitgeschichte
Gebhardt SKW
05.B127
12 - 14
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Hör/Konv 2
Inoue
H 2
12 - 14 V
BA J2 Einführung in die japanische Kultur- und
Ideengeschichte
Kinski/Schmitt/
Podzierski HZ 8
14 - 16
K
BA J1 Modernes Japanisch I, Hör/Konv 3
Inoue
H 2
14 - 16 S BA J5 Hilfsmittel und Methoden
Gebhardt, Kinski,
Chappelow,
Ciani
SKW
Hörsaal B
14 - 16
K
BA J6 Modernes Japanisch III, Lek/Konv 1
Inoue
H 2
35
Donnerstag
10 - 12
T
Tutorium 1 BA J1 Modernes Japanisch I
Toida
H5
10 - 12 Ü
BA J11.3 Fachtexte (Gruppe B)
MA 1.2 Theorien und Texte: Kultur und Identitäts-
diskurse I Akutsu H 2
12 – 14
AG
AG Shiranui
Kinski
SH 2.102
12 - 14 S
BA J11.2 Literatur und Kultur II (Gruppe A):
Informiertes und zeitgemäßes Übersetzen
14-täglich
Gebhardt SKW
05.B103
12 - 14
T
Tutorium 2 BA J1 Modernes Japanisch I
Akutsu
H 5
14 - 16 K BA J6 Modernes Japanisch III (Lek/Konv 2)
Nakano-
Hoffmann SH 1.102
16 - 18
T
Tutorium 3 BA J1 Modernes Japanisch I
Löllmann
H 5
Freitag
10 - 12 K BA J1 Modernes Japanisch I, Lek 2
Nakano-
Hoffmann H 2
10 - 12
T
Tutorium 4 BA J1 Modernes Japanisch I
Kojima
H5
10 - 12 S
BA J7.2 Einführung in den Themenschwerpunkt
Literatur und Kultur (Gruppe A)
Gebhardt
SKW
05.B103
12 - 13 K BA J1 Modernes Japanisch I, Lek 1
Nakano-
Hoffmann H 2
Einzeltermine
9.-12. Oktober 2023, jw. 14-18 Uhr – Propädeutikum; Fachgruppe
12. Oktober 2023, 18 Uhr – Verabschiedungsfeier Dr. Guido Woldering
25. Oktober 2023, 18 Uhr – Vortrag Prof. Dr. Steffi Richter (Universität Leipzig): „Inamura no hidie
Geschichte vom Reisgarbenfeuer. Wie eine künftige Japanologie aussehen könnte“
2. November 2023, 18 Uhr – Vortrag Thomas Golk, M.A. (JKI Köln):Kulturarbeit als berufliche
Perspektive für Ostasienwissenschaftler“
21. November 2023, 16 UhrSonderberatung Abschlussarbeiten BA/MA Literatur und Kultur; Prof. Dr.
Lisette Gebhardt
Oktober 2023 – Februar 2024 AG Fukushima-Archiv; Durchführung: Oliver Kleppel (Archiv
Universitätsbibliothek), in Kooperation mit Rieko Akutsu, M.A. (Lehrauftrag); Organisation: Lisette
Gebhardt
36
8. Gastvorträge
SS 2023
Vortrag zur Eröffnung des Semesters
Dr. David ADEBAHR (Universität Kyôto): „Japans neue Pazifikstrategie: Realpolitische
Anpassungen oder tiefgreifender Strategiewandel?
Ankündigung:
Neue Rivalitäten im Pazifik, Pekings neue Marinestrategie sowie Spannungen mit Nachbarstaaten
verändern Japans Außenpolitik. Um diesen Veränderungen zu begegnen, hat Tôkyô seit Mitte der
2000er neue multilaterale Kooperationen implementiert, die eine stärkere maritime Vernetzung mit
Pazifikdemokratien (wie Indien oder Australien) in den Blick nehmen. Die Forschung bewertet
Japans veränderte Außenpolitik häufig als Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses, das mit der
Abe-Administration eingeleitet wurde. Allerdings werden hierbei innenpolitische Dynamiken
übersehen. Um die Motivationen hinter Japans neuer Regionalpolitik zu ergründen, untersucht
dieser Vortrag deshalb diplomatische Primärquellen und stellt Interviews mit Politikern und
Diplomaten vor. Die qualitative Untersuchung ermöglicht so, realpolitische Entscheidungen anhand
von Beispielen aus aktuellen politischen Geschehnissen in Ostasien zu begutachten und
einzuordnen.
Der Vortrag soll Studierenden auch Anregungen für mögliche politikwissenschaftlich-
interdisziplinäre Fallanalysen geben und bespricht beispielhaft das methodologische Vorgehen.
Das Plenum ist herzlich eingeladen mitzuarbeiten, Fragen zu stellen und Kommentare zu geben, die
gern auch über das Vortragsthema hinausgehen.
Dr. David Adebahr studierte am Japan-Zentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München und
an der Dôshisha Universität Japanologie, Politikwissenschaft und Soziologie (Magister Artium
Japanologie), mit Fokus auf Sicherheitspolitik und Internationale Beziehungen. Nach
Lehrtätigkeiten an der LMU und einem Forschungsaufenthalt in Japan (MEXT Graduierten-
stipendium) forschte er als JSPS-Doktorand an der juristischen Fakultät der Kyôto Universität und
schloss seine Dissertation (Ph.D.) mit einer neoklassisch-realistischen Analyse zu Japans
Sicherheitspolitik im Pazifik ab. Seit 2020 ist er Assistant Professor an der Graduate School of Law
(Kyôto Universität) sowie mit verschiedenen Lehraufträgen an der Dôshisha Universität und Kyôto
Joshidaigaku tätig.
Datum: 20. April 2023, 10 Uhr c.t.
Ort: Seminarhaus (SH), Raum 3.104
Moderation: Dr. Christian CHAPPELOW
37
Dr. Lukas R.A. WILDE (Associate Professor Department of Art and Media Studies der NTNU
Norwegian University of Science and Technology, Trondheim): „Demon Slayer im Media Mix:
Non-narrative Dimensionen japanischer Franchises“
Ankündigung:
Demon Slayer (Kimetsu no Yaiba) ist eines der kommerziell erfolgreichsten Franchises aller Zeiten.
Die Popularität der Serie ließ sich anhand ihrer ursprünglichen Manga-Veröffentlichung jedoch
kaum vorhersagen: Sowohl die fortlaufenden Folgen in der Zeitschrift Weekly Shônen Jump (seit
2015) als auch die spätere Wiederveröffentlichung (seit 2016) in dreiundzwanzig tankôbon-Bänden
waren nur mäßig erfolgreich. Die 26 Episoden der ersten, von Ufotable produzierten Fernsehstaffel
erfreuten sich jedoch solcher Beliebtheit, dass der nachfolgende Handlungsbogen in den Kinofilm
Infinity Train (Mugen ressha, 2020) übersetzt wurde, der in Japan und Taiwan innerhalb kürzester
Zeit zum umsatzstärksten Film aller Zeiten avancierte. Das Franchise ist damit insgesamt doch
geradezu prototypisch für den japanischen Media Mix (transmedia storytelling). Der Vortrag
möchte daher unterschiedliche Dimensionen seiner Faszination untersuchen, die nicht in der
tatsächlichen Erzählung aufgehen. Umgekehrt gesprochen, lässt sich an Demon Slayer nämlich
besonders gut herausarbeiten, welche „non-narrativen“ Dimensionen des japanischen Media Mix-
Modells in den vergangenen zwei Jahrzehnten besonderes Interesse der japanologisch-geschulten
Medientheorie erfahren haben.
Dazu werden vier relevante Oppositionen vorgestellt, die sehr unterschiedlichen Diskursen zu
Manga, Anime und Videospielen entspringen: „Naturalistische Konsequenzhaftigkeit vs.
Cartoonisierte Fantastik“, „Repräsentationeller Realismus vs. Ludischer Realismus“, „Narrativer
Konsum vs. Datenbank-Konsum“ sowie „Autorisierte Werke vs. Sekundärproduktionen“. Weitere
Aspekte des „non-narrativen“ japanischen Mediengebrauchs finden sich zudem in den „2,5D-
Kulturen“ der Interaktion mit fiktiven Wesen im realen Raum oder in ihrem Einsatz als
Maskottchen oder „Arbeitsfiguren (hataraku kyara) ohne narrative Einbettung. Was all diese sehr
unterschiedlichen Auffassungen der „anderen Seiten des Erzählensverbindet, ist ein gemeinsames
Interesse an Figuren nicht als Teile geschlossener, fiktionaler Geschichten oder Welten, sondern als
Knotenpunkte historisch wandelbarer Medienpraktiken und konventionalisierter Formen der
Imagination und Partizipation.
Datum: 11. Mai 2023, 18 Uhr c.t.
Ort: Seminarhaus (SH), Raum 2.109
Moderation: Dr. Christian CHAPPELOW
38
Dr. Andreas SINGLER (Journalist und Japanologe): „Präsentation aus zehn Jahren
Feldforschung ‚Fukushima‘“ – Vortrag: „‚Fukushima‘ vor Gericht – die Atomkatastrophe
und ihre juristische Aufarbeitung
Ankündigung:
Vortrag und Präsentation finden statt anlässlich der Übergabe von Forschungsmaterialien zu
„Fukushima“ an das Archivzentrum der Universitätsbibliothek.
Mitte März 2011 erreichten die Bilder der Dreifachkatastrophe von Fukushima die Welt. In
Deutschland entfachte das Reaktorunglück vor allem Diskussionen um saubere Energie, die Anti-
Atomkraft-Bewegung erfuhr eine Renaissance. Während man über deutsche Aktivitäten berichtete,
wurde für Japan das Klischee bestärkt, dort gäbe es kaum antiatomare Kundgebungen.
Für Andreas Singler war dies Anlass, über die, entgegen der landläufigen Meinung, reiche
japanische Protestkultur zu forschen. Von 2012 bis 2016 unternahm der Forscher insgesamt neun
Reisen nach Japan. Hier führte er Interviews mit Experten, Betroffenen und Atomkraftgegnern.
Auf zahlreichen Protesten sammelte er aktuelle Aufrufe, Flyer und Pamphlete. Auch
Fotodokumentationen, juristische Darstellungen und Zeitungsartikel zur Dreifachkatastrophe sind in
der Sammlung enthalten. Die Eindrücke seiner Reisen und zahlreiche Interviews mit Aktivisten
veröffentlichte Singler schließlich 2018 in Form eines umfangreichen Recherchetagebuches. Dabei
lag ihm eben besonders am Herzen, die mediale Wahrnehmung Japans als protestarmes Land zu
korrigieren. Endlich sollten auch diejenigen gehört werden, die sich in Japan bereits vor der
Dreifachkatastrophe gegen Atomkraft ausgesprochen und ihre Bedenken hinsichtlich des AKW
Fukushima Daiichi geäußert hatten.
--------------------------------------------
Im April 2021 hielt Dr. Singler unter dem Titel „Feldforschung ‚Fukushima‘: Die
Dreifachkatastrophe 2011 und die Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan“ einen Online-
Semestereröffnungsvortrag an der Japanologie der Goethe-Universität. Als Reaktion auf das rege
Interesse seitens der Studierenden bot er die Übergabe der Materialien zu dem für ihn
abgeschlossenen Projekt an. Diese Übergabe erfolgte im Februar 2023.
In dem Vortrag wird Andreas Singler über einen Aspekt seiner während eines Jahrzehnts in Japan
durchgeführten Feldforschungen sprechen. Im Anschluss an den Vortrag erfolgt eine
Materialpräsentation an der Universitätsbibliothek.
Vortrag: „‚Fukushima‘ vor Gericht – die Atomkatastrophe und ihre juristische Aufarbeitung“
Datum: 22. Juni 2023, 12 Uhr c.t.
Ort: Japanologie, Gebäude SKW, Raum 05.B103
Präsentation: Material des „Fukushima-Archivsanlässlich der Übergabe von
Forschungsmaterialien an das Archivzentrum der Universitätsbibliothek
Datum: 22. Juni 2023, 17 Uhr c.t.
Ort: UB Sitzungssaal / Dr. Mathias JEHN (Treffpunkt: Haupteingang UB, Innenbereich)
39
Morgaine SETZER-MORI, M.A. (Ruhr-Universität Bochum): „Traumjob Wissenschaft? Über
Frust und Freude eines Werdegangs in der Japanologie“
Vortrag in der Reihe „Wissenschaftliche Wege, Wissenschaftliche Praxis“
Ankündigung:
Nach einer kurzen Vorstellung ihrer
Forschungsprojekte zur frühneuzeitlichen
Kulturgeschichte und Literatur gibt die
Vortragende einen Einblick in ihren
akademischen Werdegang sowie den
Arbeitsalltag als Wissenschaftliche Mitarbeiterin
der Bochumer Japanologie. Wie der durch den
Slogan der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft inspirierte Vortragstitel bereits
suggeriert, werden dabei Vor- und Nachteile einer akademischen Laufbahn in den Geistes-
wissenschaften einander gegenübergestellt.
Datum: 29. Juni 2023, 18 Uhr, c.t.
Ort: Campus Westend, Gebäude SKW, Hörsaal A
40
Prof. Dr. Steffi RICHTER (Universität Leipzig): „Inamura no hi - die Geschichte vom
Reisgarbenfeuer. Wie eine künftige Japanologie aussehen könnte“
Ankündigung:
Inamura no hi 稲むらの火 Das Reisgarbenfeuerist eine story,
in der wie in einer Nussschale die hi/story des modernen Japan
verborgen zu sein scheint. Sie erzählt von einem Erdbeben 1854 in
der Nankai-Region, das das siebte Oberhaupt der Sojasoßen-
Manufaktur „Yamasazum Helden werden ließ. Davon aber erfährt
die Welt erst reichlich vier Jahrzehnte später, durch Lafcadio Hearn,
einen Kosmopoliten, der später im Meiji-Japan auf die Suche nach
im Westen verloren gegangener Beschaulichkeit und Tradition
ging und das „exotische Japan“ miterfand. Selbstlose Helden
waren dann auch im Japan seit den 1930er Jahren gefragt, und so fand die Reisgarbengeschichte
Eingang in die Schulbildung, aus der sie allerdings bald nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand.
Nach der Dreifachkatastrophe im März 2011 jedoch wurde sie wieder aktuell und zwar weit
über Japan hinaus. Mittlerweile ist sie in zahlreiche Sprachen übersetzt und nicht ganz
„unschuldig“ daran, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 2015
beschloss, künftig den 5. November als „Welt-Tsunami-Tag“ zu begehen. Welche Akteure auch
medialer Art an all dem beteiligt waren, darum geht es in dem Vortrag. Zudem bietet er einige
Überlegungen an, wie mittels solcher Geschichten eine transdisziplinär und transnational lehrende
und forschende Japanologie bereichert werden kann.
Datum: 25. Oktober 2023, 18 Uhr c.t.
Ort: Gebäude SKW, Hörsaal B
Vortrag Thomas GOLK, M.A. (Japanisches Kulturinstitut, Köln): „Kulturarbeit als berufliche
Perspektive für Ostasienwissenschaftler“
Im Rahmen der Reihe Berufsperspektiven und Berufspraxis für Japanologen“ /
Expertengespräche Kreativwirtschaft“
Ankündigung:
Dargestellt wird hier die Berufspraxis von Ostasienwissenschaftlern, die aktuell im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement tätig sind. Diese Bereiche sind am JKI nämlich nicht
getrennt und neben der Planung und Organisation von Kultur- und Dialogveranstaltungen sind wir
auch für die Presse- bzw. PR-Arbeit zuständig. Im Unterschied zu anderen Kulturveranstaltern
weist die Tätigkeit im JKI einige Besonderheiten auf, denn sie hat keinen kommerziellen
Hintergrund und begleitet inhaltlich die auswärtige Kulturpolitik Japans.
Datum: 2. November 2023, 18 Uhr c.t.
Ort: Gebäude SKW, Raum 05.B127
41
9. Bibliothek
Die Stelle hat seit April 2023 Elena MÜLLER, M.A. inne.
Die Angaben zur Bibliothek SKW lauten wie folgt:
Goethe-Universität Frankfurt
Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg
Rostocker Straße 2
60323 Frankfurt am Main | Tel.: 069-798-39246 & -39400
https://www.ub.uni-frankfurt.de/bskw/
Elena MÜLLER, M.A.
Raum: SKW 01.B109
Tel.: 069-798-39428
----------------------------------------
Bestand:
Die Institutsbibliothek der Japanologie der Universität Frankfurt umfasst aktuell ca. 33.800 Bücher
und Zeitschriften.
Im Berichtszeitraum wurde der Bestand um etwa 300 Medien erweitert, die nach und nach
eingearbeitet werden. Neuerwerbungen sind aus den Feldern japanische Gegenwartskunst,
Zeitgeschichte und Kultur- und Ideengeschichte Japans.
Sammelschwerpunkte:
- Moderne, gegenwärtige und zeitgenössische japanische Literatur
- Kultur und Kulturdiskurse im modernen und zeitgenössischen Japan
- Zeitgeschichtliche und soziokulturelle Strömungen
- Ratgeberliteratur: praktische Ordnungsentwürfe und Konstituierung von Wirklichkeit
- Geschichte der Kindheit und Kindheitsbilder in Japan
- Konfuzianismus und politische Ideengeschichte Japans
- Japan nach „Fukushima“
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10. Fachgruppe der Japanologie Frankfurt
Auch in diesem Jahr gibt es personelle Veränderungen in der Fachgruppe der Japanologie Frankfurt.
Wir können die neuen Mitglieder Sophia EIBELSHÄUSER, Jonas MÖNICKE und Domenik LÖLLMANN
begrüßen. Weiterhin sind Alessio D’ANDREA, Anahita ESTIRI, Jakob FISCHER, Anastasija
GRAHOVAC, Mike HOMMEL, Matthea ILLION, Valerie KAUPP, Evelyn KESSLER und Jana ZIPPRICH
als aktive Mitglieder tätig sowie Dennis VON KNETHEN als Admin unserer Fachgruppen-Homepage.
Regelmäßige Treffen zur Besprechung wurden abgehalten. WhatsApp-Gruppen und der eigens für
die Japanologie eingerichtete Discord-Server im Server Hub der Goethe-Universität werden nach
wie vor von der Fachgruppe betreut.
Im Wintersemester 2023/24 wurde wie immer das Propädeutikum durchgeführt. Teilnahme und
Mitarbeit der Studierenden waren sehr engagiert. Weiterhin wurden verschiedene Online-
Ressourcen zur Verfügung gestellt, um den Studierenden im ersten Semester den Einstieg so
angenehm wie möglich zu gestalten. Während des Propädeutikums wurden den Studierenden die
Besonderheiten des Japanologiestudiums in Frankfurt nähergebracht, der Studienverlauf erläutert
und der Umgang mit den universitären Verwaltungssystemen QIS, OLAT und der Plattform des
Sprachkurses (Moodle) vermittelt. Nach Abschluss des Propädeutikums ergab sich dann noch die
Gelegenheit, mit einigen der neuen Studierenden die japanische Küche in Frankfurt zu erkunden.
Mitglieder der Fachgruppe nahmen an Treffen der Fachschaft des Fachbereichs 9 teil, um
weiterhin mit anderen Instituten vernetzt zu bleiben, ebenso besuchten Fachgruppenmitglieder
Präsidiumsrunden. Ein Projekt der Fachgruppe im Sommersemester war eine „Studentische
Werkstatt“, bei der Studenten die Möglichkeit geboten wurde, Projekte in lockerer Atmosphäre zu
präsentieren und sich gegenseitig Feedback zu geben. Auch Feierlichkeiten wurden an der
Japanologie wieder organisiert, so eine Halloweenfeier inklusive Kostümwettbewerb wie auch eine
gut besuchte Weihnachtsfeier. Ebenso fand der Japanologie-Stammtisch wieder Einzug in das
Programm der Fachgruppe. So wurde ab dem Wintersemester an jedem zweiten Donnerstag des
Monats ein Treffen im Casino-Anbau am Campus Westend angeboten.
Im Juni 2023 war die Fachgruppe der Japanologie auf der Nippon Connection präsent, auf der sie
das Fach mit seinen Aktivitäten vorstellte. Im kommenden Semester plant die Fachgruppe erneut
Veranstaltungen. So sollen der Stammtisch sowie die studentischen Sprechstunden weitergeführt
werden, der Informationsstand bei der Nippon Connection ist für Mai/Juni 2024 eingeplant.
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Flyer des
Arbeitskreises
11. Aktivitäten des Fachs | Forschungsgruppen | Exkursionen |Alumni
ARBEITSGEMEINSCHAFTEN
Arbeitsgemeinschaft „Shiranui“ (seit 2011)
M. KINSKI
Shiranui ist ein beliebtes Motiv der frühneuzeitlichen Erzählliteratur: eine
Prinzessin aus dem japanischen Mittelalter. Sie und andere Gestalten
bevölkern die Unterhaltungsromane aus der Edo-Zeit, die in Frankfurt
gesammelt wurden. Doch was für damalige Leser leicht zu verstehen war,
sieht für den Ungeübten aus wie ungeordneter Strichsalat. Hier möchte die
AG Abhilfe schaffen. Ob Prinzessin Shiranui oder der Neunschwanzfuchs
zusammen mit phantastischen Gestalten aus der Edo-Zeit soll in den
Sitzungen das Erkennen, Transkribieren und Übersetzen alter Drucktexte
geübt werden. Es ist geplant, die Ergebnisse in einem kleinen Reader zu
veröffentlichen. Wer Spaß an Schrift und Text hat und gerne rätselt, ist bei
uns willkommen.
Projekt J-Games / AG Videospiele
C. CHAPPELOW
Das Projekt „J-Games“ traf sich im Berichtzeitraum unter reger studentischer Beteiligung als
Blockseminar „Horror im japanischen Videospiel“ (Sommersemester 2023) sowie als Proseminar
„Einführung in das Forschungsfeld japanische Videospiele“ (Wintersemester 2023/2024). Bedingt
durch die hohe Nachfrage musste in beiden Semestern eine längere Warteliste für die Teilnahme
eingeführt werden. Einige BA-Abschlussvorhaben zum Thema Videospiele konnten im Rahmen
des Projekts bis dato formuliert werden. Einen vorläufigen Abschluss der AG stellt darüber hinaus
ein studentisches Panel im Februar 2024 in Dresden dar (s. dazu S. 49 in diesem Bericht).
„Horror im japanischen Videospiel“ (SS 2023)
Der schwüle japanische Sommer ist Zeit für Spuk, Gespenster und Ungeheuer. Auch die AG J-
Games wird dieses Motto im Sommersemester 2024 sowie der vorlesungsfreien Zeit aufgreifen und
japanische Horrorspielklassiker wie „Resident Evil“, „Silent Hill“ oder „Bloodborne“ näher
betrachten. Wir analysieren und definieren die zugrundeliegende Designphilosophie sowie die
Facetten menschlicher Angst im Rahmen dieser digital-interaktiven Medien. Dazu lesen wir uns
tiefer ein in Hintergründe und Deutungsmöglichkeiten der jeweiligen Spiele (Game Studies) wie
auch in grundlegende Sekundärliteratur zu yôkai und Horrorfiguren wie Zombie, Monster und
Vampir.
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„Einführung in das Forschungsfeld japanische Videospiele“ (WS 2023/2024)
Im Wintersemester 2023/2024 beschäftigt sich die AG J-Games intensiv mit den Möglichkeiten
einer japanologisch-kulturwissenschaftlichen Games-Forschung. Dazu sichten wir gemeinsam die
wenigen japanologischen Vorarbeiten zum Thema sowie methodische Grundlagentexte aus den
Game Studies. Ziel ist die Formulierung einer wissenschaftlichen Fragestellung an das eigene
Interessensgebiet im Bereich Videospiele. Teilnahmevoraussetzung ist die regelmäßige und aktive
Mitarbeit sowie die Übernahme kürzerer Rechercheaufgaben.
Aktive Mitglieder im Berichtzeitraum: Selin AKDOGAN, Andreas BERNHARDT, Gloria BRÄUER,
Alessio D’ANDREA, Valerie KAUPP, Mike HOMMEL, Domenik LÖLLMANN, Jasmin POUR FATHIEH,
Taylor SCHROPP, Emily SICKERT, Julian THEUERKAUF, Jana ZIPPRICH.
Kurs: Einführung in die japanische Sprachgeschichte“ (SS 2023)
A. PODZIERSKI
Im Rahmen unseres akademischen Programms bot der Kurs „Einführung in die japanische
Sprachgeschichte“ einen tiefgreifenden Einblick in die Entwicklung der japanischen Sprache. Ein
zentrales Anliegen des Kurses war die eingehende Untersuchung der verschiedenen Sprachstufen
sowie deren Periodisierung, um die facettenreiche Entwicklungsgeschichte der Sprache zu
illustrieren. Zudem erhielten die Studierenden mithilfe von Digitalisaten historischer Quellen die
Gelegenheit, sich neben der Grammatikentwicklung auch mit der Diversität historischer japanischer
Verschriftungen auseinanderzusetzen.
Forschungsgruppe „Japanische Schriftsprache(n)“ (WS 2023/2024)
A. PODZIERSKI
Die Forschungsgruppe „Japanische Schriftsprache(n)“ konzentriert sich auf das Studium der
schriftsprachlichen Sprachformen vor und während genbun itchi 言文一致, einer entscheidenden
Bewegung in der japanischen Sprachgeschichte, in der die geschriebene Sprache an die
gesprochene angeglichen wurde, um eine einheitlichere und zugänglichere Form des Japanischen zu
schaffen. Der Schwerpunkt der AG liegt auf der gemeinsamen Lektüre historischer Texte mit
besonderem Augenmerk auf der vormodernen Grammatik und deren Unterschiede zu
Gegenwartsjapanisch. Ein Schlüsselwerk im letzten Semester war Fukuzawa Yukichis 沢諭吉
(1835–1901) Gakumon no susume 学問のすゝめ (1872), welches einen erheblichen Einfluss auf die
japanische Gesellschaft und das Bildungssystem hatte. Durch die Analyse und Übersetzung
gewannen die Studierenden Einblicke in die sprachlichen Besonderheiten der japanischen
Schriftsprache und erlangten ein besseres Verständnis für Fukuzawas Sprachstil.
Die AG richtet sich besonders an Studierende ab dem 5. Semester, die bereits Grundkenntnisse
der japanischen Gegenwartssprache besitzen und ihr Verständnis älterer Sprachformen vertiefen
wollen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den Wandel der japanischen Schriftsprache(n) zu
fördern und eine Gemeinschaft zu schaffen, in der sich die Teilnehmenden gegenseitig beim Lesen
älterer japanischer Texte unterstützen und dabei auch Archaismen des modernen Japanisch
verstehen lernen.
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Arbeitsgemeinschaft „Fukushima Archiv“ (WS 2023/2024; SS 2024)
Von Oktober 2023 bis Februar 2024 hatten die Studierenden der Japanologie die Möglichkeit, ein
Praktikum im Rahmen des Projekts Fukushima-Archiv zu absolvieren. Das Praktikum kam nach
Abstimmung mit dem Archivleiter der Universitätsbibliothek, Dr. Mathias JEHN, zustande,
beinhaltet also eine Kooperation der Japanologie mit dem Archivzentrum der Universitätsbibliothek
der Goethe-Universität. Es befasste sich mit Archivierungsarbeiten von Materialien zur
Dreifachkatastrophe von Fukushima, die dem Archivzentrum im Februar 2023 vom Journalisten
und Absolventen der Japanologie am FB 9, Dr. Andreas SINGLER, übergeben wurden. Die
Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhielten eine Einführung in die Grundlagen des Archivierens und
übten dann eine Reihe von praktischen Tätigkeiten aus. Die intensive Schulung und die
konzentrierte Sichtung japanischsprachiger Textdokumente unter archivarischer Anleitung werden
als japanologisches Praktikum mit 3 CP und einem entsprechenden Praktikumszeugnis anerkannt.
Koordiniert wurde das Projekt von Dr. Mathias JEHN (Leitung Archivzentrum) und Prof. Dr. Lisette
GEBHARDT (Japanologie / Goethe-Universität). Die Durchführung lag bei Oliver KLEPPEL, M.A.;
Rieko AKUTSU, M.A. unterstützte die Veranstaltung.
Da es für Archivierungsaufgaben bzw. für eine Ausbildung zum Archivar an vielen Universitäten
keine eigenen Kurse gibt, bot das Seminar in der Tat eine einmalige Gelegenheit.
Die Veranstaltung wird im Sommersemester 2024 fortgesetzt mit dem abschließenden Ziel, die
Materialien für eine Präsentation vorzubereiten. Der zunächst anstehende Schritt ist jedoch die
Eingabe der Informationen in die Datenbank arcinsys hessen unter der Anleitung von Oliver
KLEPPEL.
Zeit: Donnerstag 14-16 Uhr
Ort: Bockenheim, Schulungsraum der UB
Alte Universitätsbibliothek / Bockenheim
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Praktikumszeugnis Fukushima-Archiv AG
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Arbeitsgemeinschaft „Literarisches Übersetzen aus dem Japanischen Relektüren von
Klassikern der Gegenwart (seit WS 2009/2010)
Für weitere Informationen siehe Seite 59 in diesem Bericht.
ONLINE-FOREN
JALIOnline-Forum zur japanischen Literatur
Das JALI Online-Literaturforum zur zeitgenössischen japanischen Literatur ist eine unabhängige,
frei zugängliche und werbungsfreie Web-Publikation mit Fokus auf Japan. Sie ist seit dem 21.
Januar 2020 im Netz präsent. Das Format wird seit dem Frühjahr 2024 durch einen Blog
repräsentiert.
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TIF Online-Forum Textinitiative Fukushima
Screenshot Textinitiative Fukushima (TIF), Januar 2023
Aktueller Stand: über 330.000 Klicks (März 2024)
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EXKURSIONEN
Exkursion zur DeDeCo Convention, Messe Dresden (22.-24.2.2024)
Im Rahmen der AG Videospiele
Panel DeDeCo 2024: Videospiele aus Japan, japanologische Perspektiven (23. Februar 2024)
Panelisten: Alessio D’ANDREA, Mike HOMMEL,
Domenik LÖLLMANN, Jasmin POUR FATHIEH
Organisation und Moderation: Dr. Christian
CHAPPELOW (Japanologie Frankfurt)
Das Panel „Videospiele aus Japan“ möchte
Klassiker und aktuelle Beispiele der japanischen
Videospielszene als diskussionswürdige Kulturgüter
begreifen und inhaltlich analysieren. Der
japanologisch-kulturwissenschaftliche Ansatz legt
den Fokus dabei einerseits auf die Sprache,
andererseits auf die Entstehungs-, Design- und
Deutungskontexte in Japan. Doch inwiefern sind
digitale und global konsumierte Medien überhaupt
noch „national“? Vier studentische Kurzvorträge zu Silent Hill 2 (2001), NieR:Automata (2017),
Sekiro (2019) und Persona 5 Royal (2019) stellen sich den komplexen Facetten der „Japanizität“ im
japanischen Videospiel.
Mike Hommel: Persona 5 RoyalGesellschaftskritische Themen und die Relevanz des
Mediums
In diesem Vortrag soll aus der Shin Megami Tensei-Reihe das Videospiel Persona 5 Royal
behandelt werden. Neben dem an das heutige Tôkyô angelehnten Setting und der Geschichte des
Spiels stehen die einzelnen, spielbaren Charaktere im Vordergrund der Analyse.
Exemplarisch sollen drei der Hauptcharaktere unter soziologischen Gesichtspunkten innerhalb des
gesellschaftlichen Kontextes „Japan“ diskutiert werden. Dabei stellt sich auch die grundlegendere
Frage nach der Relevanz soziologischer und gesellschaftlicher Diskurse im Medium Videospiel.
Alessio D’Andrea: SekiroJapanische Vergangenheitsfantasien im Videospiel
Das Spiel Sekiro: Shadows Die Twice erzählt eine fantastische Geschichte von einem heiligen
Erben und der Treue eines Shinobi zu seinem Meister. Das Setting ist Japan zur Sengoku-Zeit
(1467-1615) und stellt eine vermeintlich „traditionell japanische Spielwelt dar. Jedoch werden
diese Designelemente durch eine japanologische Perspektive als Teil einer vermeintlichen
Selbstorientalisierung entlarvt. Dieser Vortrag soll aufzeigen, inwiefern man im Fall von Sekiro von
einem wahrhaft „japanischen Stil“ sprechen kann, oder ein mediales Spiel mit etablierten Klischees
von Japanizität stattfindet.
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Jasmin Pour Fathieh: Silent Hill 2 – Japanisches „Amerika“?
In Silent Hill 2 begegnet der Protagonist James Sunderland auf der Suche nach seiner verstorbenen
Frau grotesken Monstern, die sich als Verkörperung seiner Psyche entpuppen. Das Setting dieses
japanischen Videospielklassikers ist dabei eine abgeschiedene amerikanische Resort-Stadt, eine
Anderswelt des Horrors. Der Vortrag widmet sich der Designphilosophie des Spiels, genauer gesagt
der Darstellung des imaginierten „Amerika: Wie und warum wird diese Kulisse als Reflexion der
menschlichen Psyche inszeniert? Welche medialen Referenzen werden genutzt und wodurch ist das
vermeintlich amerikanische Setting inspiriert?
Domenik Löllmann: NieR:Automata„Menschlichkeit“ und „Ideologie“
Im Jahr 11945 kämpfen Androiden und Maschinen um die Vorherrschaft auf der Erde. Doch
obwohl beide künstliche „Lebensformen darstellen, sehen die Androiden sich in ihrer reinen
Existenz den Maschinen überlegen. Dabei soll untersucht werden, wie das Spiel, sowohl für die
Charaktere im Spiel als auch für den Spieler selbst, den Androiden eine Art „Menschlichkeitsowie
Legitimität ihres Handelns zuspricht, die den Maschinen abgesprochen wird. Lassen sich aus
diesem technoethischen Handlungsgefüge ernstzunehmende Diskussionen des Menschlichen
ableiten? Im Vortrag soll hinterfragt werden, inwiefern der im Spiel dargestellte Konflikt reale
Gesellschaften kommentiert.
Link zur Veranstaltung: https://www.dedeco-online.de/de/conventions/dedeco-2024/workshops/
eventables/653-panel-zur-erforschung-japanischer-videospiele
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Bericht zur Exkursion nach Dresden
Vom 23.-25. Februar 2024 fand in Dresden die jährliche DeDeCo Convention zu Anime, Manga
und japanischer Kultur statt. Die Japanologie Frankfurt beteiligte sich am Tag der Eröffnung mit
einem studentischen Panel zum Thema japanische Videospiele. Insgesamt wurden vier Vorträge
präsentiert, die im Zuge der AG Videospiele entstanden. Betreut wurde das Projekt von Dr.
Christian Chappelow, der die AG ins Leben gerufen hat. Neben den Panelisten nahm zudem ein
Großteil der AG-Teilnehmer an der Exkursion teil, sodass sich am Donnerstag, dem 22. Februar,
insgesamt neun Studierende mit dem ICE auf den Weg nach Dresden machten. Nach der Ankunft
am späten Nachmittag bot sich zunächst die Gelegenheit, die Dresdner Altstadt zu erkunden.
Am Tag der Convention nutzte ein Teil der Gruppe zunächst den Vormittag, um gemeinsam
die Galerie Alte Meister im Dresdner Zwinger zu besichtigen. Nach einer kurzen Mittagspause traf
sich die gesamte Gruppe um 14 Uhr vor dem Messegelände, wo sich schon allerlei kostümierte
Besucher sammelten. Neben verschiedenen Vorträgen auf den zwei Bühnen des Messegeländes bot
die DeDeCo ein vielfältiges Angebot, von Workshops zum Cosplay-Nähen bis zum Game-Room,
in dem Spieleturniere stattfanden, Kostümwettbewerben und sogar einem Maid Café. Das
studentische Panel fand auf der kleinen Bühne statt und wurde von den Helfern der DeDeCo
anmoderiert. Über 50 Zuhörer waren bei den Vorträgen zugegen, die in angeregten Fragerunden mit
den Panelisten mündeten. Zum Ausklang setzte sich die Exkursionsgruppe noch einmal zusammen,
ehe man schließlich noch individuell die Messe erkunden konnte.
Im kommenden Semester ist ein gemeinsames Treffen mit allen Teilnehmern in Planung, um
die Exkursion Revue passieren zu lassen.
Jasmin POUR FATHIEH
Alessio D’Andrea referiert zu „Japanischen Vergangenheits-
fantasien im Videospiel“. Foto: ©Christian Chappelow
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12. Neuere Abschlüsse
Abgeschlossene Masterarbeiten (2023-2024):
Luca CIANI
„Das Land bereichern, die Armee stärken und das Herz schulen – Politische Reformideen zur
ausgehenden Edo-Zeit in Yokoi Shônans ‚Erörterung zu den drei Landesprinzipien‘ 国是三論
(Kokuze sanron)“, 2023. 116 S.
Abgeschlossene Bachelorarbeiten (2023-2024):
Nastasja SCHOLL
„Mishima-Relektüren in den Universitätsromanen Der Schatten Mishimas (2007) von Franz
Norbert Mennemeier und Yûkokusha-tachi (2015) von Miwa Tarô - eine komparatistische
Betrachtung“, 2024. 36 S.
Qianhui LIU
„Die Bedeutung der Kirschblüte in der japanischen Kulturgeschichte. Erörterungen zur
Konstruktion kultureller Symbole“, 2024. 41 S., 3 Abb.
Jonas MÖNICKE
„Entwurf eines unabhängigen Japans – Nation und Nationalismus in Fukuzawa Yukichis ‚Umriss
einer Theorie der Zivilisation‘“, 2024. 36 S.
Lisa STIEBING
„Yumiko Otanis Tubu-Tubu Food: Eine Analyse eines zeitgemäßen Ernährungskonzepts in Japan“,
2024. 64 S.
Lisa STEINMETZ
„Sprachentwicklung während der Meiji-Zeit (1868-1912) mit Blick auf die Verwendung neuen
Vokabulars“, 2023. 154 S., 4 Abb., 1 Grafik + 72 S. Anhang.
Jannis DICK
Der Artusstoff im japanischen Videospiel – Eine interdisziplinäre Untersuchung interkultureller
Aspekte in The Legend of Zelda: Ocarina of Time (1998)“, 2023. 34 S., 8 Abb.
Katharina KOPECEK
Japanische Bestattungsetikette im Wandel der Zeit: Kontrastierung ausgewählter ausländischer
Zeugnisse des 16.-19. Jahrhunderts mit zeitgenössischen japanischen Etikette-Ratgebern“, 2023.
49 S., 4 Abb.
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Robert KALDIG
Eine Analyse des japanischen Teeweges und der Etikette der Urasenke-Schule seit der Edo-Zeit
(1603-1868)“, 2023. 69 S., 10 Abb., Glossar.
Jessica WILDE
„Was schulden wir einander? Untersuchung der Problematik des Schenkens im zeitgenössischen
Japan auf der Grundlage von Etiketteliteratur“, 2023. 33 S.
Maria TEWS
Geisha-Stereotypen – Gegenüberstellung des Lebens der Iwasaki Mineko und Arthur Goldens
Memoirs of a Geisha“, 2023. 45 S.
Kristin SCHNEIDER
„Die Schöpfung der fließenden Welt. Eine Analyse von Materialien und Farbmitteln zur
Herstellung japanischer Holzschnitte im 17. bis 19. Jahrhundert“, 2023. 42 S. + 15 S. Anhang, 14
Abb.
Claudia SCHNEIDER
„Das künstlerische Werk von Ishida Tetsuya: Eine visuelle Narration des Salaryman“, 2023. 44 S.
+ 11 S. Anhang, 8 Abb.
Helen Mari MAMBA
„Reis und Gesundheit im frühmodernen Japan. Wie werden Ernährung und Gesundheit in der Edo-
zeitlichen Literatur in Zusammenhang gesetzt?“, 2023. 44 S. + 19 S. Anhang, 2 Abb.
Eva NEUBAUER
„Die Katze der lyrischen Moderne. Tiermotivik in Hagiwara Sakutarôs Aoneko (1923)“, 2023.
42 S.
Katharina GAUS
„Japan, the Beautiful or the Ambigous? Japannarrative in den Nobelpreisvorlesungen von Kawabata
Yasunari (1968) und Ôe Kenzaburô (1994)“, 2023. 42 S., 1 Abb.
Xinyu ZHAO
„Die Japanisierung chinesischer Volksliteratur in der Edo-Zeit mit einem Schwerpunkt auf dem
Einfluss der Geschichtensammlung ‚Neue Gespräche beim Putzen der Lampe剪灯新話 (Jiangdeng
xinhua)“, 2023. 41 S.
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13. Partner-Universitäten
Im Rahmen der gesamtuniversitären Austauschprogramme mit der Dôshisha Universität in Kyôto
und der Ôsaka Universität können sich Studierende der Goethe-Universität für einen ein- bis
zweisemestrigen Studienaufenthalt an einer der Partneruniversitäten bewerben. Es werden
Veranstaltungen in japanischer und englischer Sprache angeboten.
Dôshisha Universität
Die Dôshisha Universität ist eine der ältesten Universitäten Japans und gilt als führende private
Universität des Landes. Frankfurter Studierende der Japanologie und Studierende anderer
Fachbereiche mit eindeutigem Japan-Bezug und guten Japanisch-Kenntnissen haben die
Möglichkeit, sich für ein Studium von ein bis zwei Semestern an der Dôshisha Universität zu
bewerben: Die Studierenden können am Center for Japanese Language and Culture einen
Studienaufenthalt absolvieren. Das CJLC bietet hauptsächlich Kurse zur japanischen Sprache,
Literatur, Geschichte und Kultur an, es gibt aber auch Kurse, die sich mit anderen Disziplinen wie
z.B. Wirtschaft, Weltgeschichte und Journalismus beschäftigen. Die Unterrichte finden in
japanischer und englischer Sprache statt.
Ôsaka Universität
Die Ôsaka Universität bietet internationalen Austauschstudierenden ihrer Partneruniversitäten
unterschiedliche Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes. Für Studierende der Japanologie ist vor
allem das zweisemestrige Maple-Programm interessant, für das man sich ab dem 4. Semester
bewerben kann.
Ferner können sich Studierende der Japanologie im Rahmen von fachbereichsweiten
Austauschprogrammen mit der Rikkyô Universität und der Meiji Universität an einer dieser beiden
Partneruniversitäten bewerben. Es werden Veranstaltungen in japanischer und englischer Sprache
angeboten, Japanisch-Kenntnisse sind für den Austausch Voraussetzung.
Leistungen und Kosten: Die japanischen Partneruniversitäten erlassen Frankfurter Studierenden die
Studiengebühren. Alle weiteren Kosten (Krankenversicherung, Reisekosten, Unterkunft etc.)
müssen von den Studierenden getragen werden. An den gesamtuniversitären Austauschprogrammen
teilnehmende Studierende haben die Möglichkeit, sich bei anderen Stellen um finanzielle
Unterstützung zu bewerben, z.B. DAAD-Jahresstipendien, PROMOS, Auslands-BAföG,
Bildungskredit und andere Stipendiengeber (Antragstermine beachten!). Austauschstudierende in
Japan können sich für ein JASSO-Stipendium bewerben (Info Dôshisha, Info Ôsaka), an der Ôsaka
Universität können sich Teilnehmende an einem Studierendenaustausch außerdem für finanzielle
Unterstützung durch die Gastuniversität bewerben.
Weitere Informationen und Berichte von Studierenden der Ôsaka Universität und der Dôshisha
Universität sowie Informationen zum institutseigenen Austausch mit der Rikkyô Universität und
der Meiji Universität sind zu finden unter https://olat.server.uni-frankfurt.de/olat/url/Repository
Entry/1936556044.
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Praktikums- und Stipendienberichte:
Praktikum im Rahmen der AG Fukushima-Archiv (WS 2023/2024)
Im Wintersemester 2023/24 habe ich zusammen mit sieben Kommilitonen und Kommilitoninnen an
der AG Fukushima-Archiv teilgenommen. Bei der AG handelt es sich um eine Kooperation mit
dem Archiv der Universitätsbibliothek für ein Archivierungsprojekt des Fukushima/Singler-Archivs.
Mitte 2022 hat Dr. Andreas Singler seine Materialien zum Thema „Zehn Jahre Feldforschung
‚Fukushima‘“ an der Japanologie der Goethe-Universität präsentiert. Aufgrund der positiven
Reaktionen entschied er sich dazu, seine originalsprachlichen Forschungsmaterialien an das
Archivzentrum der Universitätsbibliothek zu übergeben. Diese Materialien sind ein Konvolut aus
Flyern, Pamphleten, Zeitungsartikeln und Weiterem, vor allem mit Fokus auf die japanischen
Proteste gegen Atomkraft in Folge der Dreifachkatastrophe von 2011.
Die AG des Wintersemesters, unter der Leitung von Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Dr. Mathias
Jehn und betreut von Oliver Kleppel und Rieko Akutsu, bot sich daraufhin als Gelegenheit für die
Studierenden, einen Einblick in Archivierungsarbeit zu bekommen (für die es eine
Praktikumsbestätigung gab). Aufgrund der hohen Anfrage wurde die AG auf zwei Semester
aufgeteilt: eine Gruppe Studierende im Wintersemester und eine andere im Sommersemester, die
die Arbeit der vorherigen Gruppe fortführen sollte. Die Aufgabe der ersten Gruppe, an welcher ich
teilgenommen habe, war es hauptsächlich, die übergebenen Materialien zu sortieren. Beim ersten
Treffen der AG im Oktober wurde der Ablauf besprochen.
Ziel für das Wintersemester war es, die Materialien thematisch in neu gefaltete wasser- und
feuerfeste Archivboxen zu sortieren, nachdem die Studierenden geprüft hatten, auf welche Weise
sich die einzelnen Quellen mit der Dreifachkatastrophe in Verbindung bringen ließen. Die
Unterteilung der Themen lautete dabei wie folgt: Protest in Japan, Fukushima Stadt, touristische
Infos, Wirtschaft allgemein, Naturbewegung/Umweltbewegung, Andreas Singler, Japanpolitik,
Wiederaufbau nach Tsunami und Anderes/Weiteres. Nachdem die Materialien in die Kisten verteilt
worden waren, folgte die nächste Stufe, indem die Studierenden die Inhalte der Kisten in kleinere
Unterthemen in Archivmappen sortierten. Ich zum Beispiel habe mit einem Kommilitonen an der
Kiste „Wiederaufbau nach Tsunami“ gearbeitet, wo wir u.a. die Unterkategorien „Kinder“,
„Medizin“ und Events“ erstellt haben. Ein letzter weiterer Schritt, den wir unternommen haben,
war es, die einzelnen Kisten und Mappen zu beschriften und konservatorische Maßnahmen an den
Quellen vorzunehmen. Das bedeutet, dass wir jegliches Plastik und Metall von den Materialien
entfernt haben, bevor wir sie in die Kartons einsortierten, da diese auf längere Zeit zu
Zersetzungsprozessen führen könnten.
Ich persönlich habe die AG als informativ und interessant wahrgenommen, da sie durch das
Sichten und Lesen der Materialien sowohl einen Einblick in die Dreifachkatastrophe bot, als auch
einen Einblick in die Archivarbeit lieferte. Darüber hinaus wurde man auch gefordert, seine
Japanischkenntnisse anzuwenden, da es sich hauptsächlich um japanische Texte handelte und wir
angehalten waren, diese soweit durchzulesen, dass wir sie den einzelnen Kategorien zuordnen
konnten.
Jana ZIPPRICH
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Bericht zum Studienaufenthalt an der Meiji Universität in Tôk
von September 2023 bis Februar 2024
Für das Austauschprogramm der Meiji Universität 明治大学 bewarb ich mich, weil es für mich als
Japanologiestudent eine außerordentliche Gelegenheit darstellte, für ein Semester an einer
japanischen Universität studieren zu dürfen. Meine größte Motivation war und ist die Verbesserung
meiner sprachlichen Fähigkeiten. Mein Ziel war es, die Japanischkenntnisse so weit auszubauen,
dass ich in Alltagssituationen, im Kontext der Universität und in der Freizeit problemlos mit der
japanischen Gesellschaft kommunizieren kann. Dafür ist es nach meiner Ansicht unerlässlich,
zumindest einmal für einen längeren Zeitraum persönlich in Japan gewesen zu sein. Denn die
persönlichen Einblicke in das Land, die Kultur und die Gepflogenheiten sind von Deutschland aus
in diesem Maße nur sehr schwierig oder kaum zu erhalten. Ein weiterer Grund, r ein Semester an
der Meiji Universität zu studieren, bestand darin, mich mit japanischer Kunst bzw. Kunstwerken
japanischer Künstler zu befassen.
Vor Ort wollte ich die Gelegenheit ergreifen, mir in Japan Ausstellungen verschiedenster
Künstler anzusehen. Künstler, für die ich mich aktuell interessiere, sind: Tenmya 天明屋尚
Hisashi (1966- ), Ishida Tetsuya 石田哲也 (1973–2005) oder auch die beiden Holzschnittkünstler
Utagawa Hiroshige 歌川広重 (1797-1858) und Katsushika Hokusai 葛飾北斎 (1760-1849).
Während meiner Zeit an der Meiji Universität besuchte ich verschiedenste Klassen und Seminare.
Dazu zählten der allgemeine Japanisch-Sprachunterricht, der dreimal pro Woche stattfand, spezielle
Japanisch-Kurse, die auf Leseverständnis, Schreibfähigkeiten und Konversationsfähigkeiten
ausgerichtet sind, sowie ein Seminar, indem es um ukiyoe 浮世絵 ging. Die Japanisch-Sprachkurse
fanden allesamt auf dem Campus Surugadai 駿河台キャンパス in Chiyoda 代田区 statt, das
Seminar zu den japanischen Holzschnitten auf dem Campus Izumi 和泉キャンパス in Suginami
並区. Während des einsemestrigen Aufenthaltes gab es immer wieder kleine Tests und
Präsentationsprüfungen innerhalb des Sprachunterrichts sowie drei größere Japanisch-Klausuren.
Während der Zeit in Japan haben sich meine Japanischkenntnisse spürbar verbessert. Dies
betrifft sowohl den Wortschatz in Sprache und Schrift wie auch die Anwendung japanischer
Satzstrukturen und Grammatik sowie ein verbessertes Lese- und Hörverständnis. Auch meine
Fähigkeiten im Lesen und Schreiben der Kanji konnte ich deutlich erweitern. Außerdem habe ich
dank des Auslandssemesters in Japan viele japanische Kunstwerke ansehen können. Durch die
Exkursion ins Suntory Museum of Art (Suntori-bijutsukan スントリー美術館) im Zuge des
Seminars und auch durch private Museumsbesuche, wie in das Nezu-Museum (Nezu bijutsukan
津美術館), National Art Center TôkKokuritsu shinbijutsukan 国立新美術館) oder The Ueno
Royal Museum (Ueno no mori bijutsukan 上野の森美術館), hatte ich die Gelegenheit, viele
verschiedene japanische und internationale Kunstwerke zu betrachten und darüber zu lernen.
Darüber hinaus konnte ich ein persönliches Interview mit dem Künstler Tenmya Hisashi 天明屋
über ein paar seiner Werke führen, da diese Werke Thema meiner Abschlussarbeit sein werden.
Sämtliche Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Japan sammeln durfte, betrachte ich als
großen Gewinn. Denn durch diese bin ich auf meinem Weg als Japanologie-Student und auch als
Person gewachsen. Zu den besonders tollen Momenten während meiner Zeit in Japan gehören der
gegenseitige Austausch mit meinen japanischen Freunden, die Deutsch lernen. Durch diese
Gelegenheit konnte ich ihnen die deutsche Sprache näherbringen und gleichzeitig mehr über die
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japanische Sprache erfahren. Des Weiteren war ich Teil des „Esperanza エスペランサ-
Fußballteams“ der Meiji-Universität. Ich habe die Trainingseinheiten und Spiele sehr genossen und
konnte dabei neben meinem Talent als Fußballer auch mein Japanisch jederzeit verbessern. Nach
dem Training bzw. nach den Spielen sind wir oft mit einer Gruppe essen gegangen, und auch dort
bot sich jedes Mal die Gelegenheit, auf Japanisch mit den Teamkollegen zu sprechen und über
Japan zu lernen.
Tôkyô Tower Art Fair, Januar 2024
https://www.tokyotowerartfair.com/
Merlin Moritz BELZ
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14. Ausblick Sommersemester 2024
SEMINARE
Prof. Dr. Michael KINSKI BA J8.1 Seminar
Umweltgeschichte Japans“
Hoimar von Ditfurth befasste sich bereits 1978 in zwei Folgen der ZDF-Sendung Querschnitt unter
dem Titel „Der Ast, auf dem wir sitzen“ mit dem, was er schon damals „Klimakatastrophe“ und
„Treibhauseffekt“ nannte. Beides wird anschaulich und für ein breites Fernsehpublikum leicht
verständlich erklärt. Die Sendungen machen den Zuschauern keine Hoffnung auf ein Entkommen
aus dem drohenden Kollaps der Biosphäre. H. v. Ditfurth spricht von der Notwendigkeit einer
„globalen Solidarität“ („eine Eigenschaft, zu der sich die Menschen bisher nicht fähig erwiesen
haben“); doch Sachzwänge, „die es so schwer machen, den Fortschritt zu stoppen“, sprächen
dagegen, dass die Menschheit weltweit auf die technische Weiterentwicklung und die Emissionen
aus der Verbrennung fossiler Energieträger verzichten werde. Es würde sowieso nichts helfen, so
meint er, beides zu stoppen und auf Atomkraft umzusteigen, weil die katastrophale Zerstörung der
Vegetation (zum Gewinn von Anbaufläche für die Ernährung der vielen Menschen) ohnehin immer
mehr CO2 freisetze.
Freilich gibt H. v. Ditfurth am Ende der zweiten Folge eine Antwort auf die Frage nach den
Ursachen, die in die Sackgasse führten: Umweltverschmutzung, Artensterben etc. seien nur
Symptome einer einzigen Ursache der Überbevölkerung; die Erde sei überbesetzt mit einer
einzigen Spezies, der Wurzel aller Übel, aller Umweltprobleme. Ob es in der Atmosphäre zu viel
CO2 gibt oder immer mehr Tierarten aussterben: „alles nur Symptom der einen Ursache.“ Wer nur
an den Anzeichen herumdoktert, provoziere lediglich neue Probleme an völlig unerwarteten Stellen,
„wie ein medizinischer Stümper, der versucht das Fieber zu senken, ohne sich um die
zugrundeliegende Infektion zu kümmern.“ Die einzige Rettung vor der sicheren Katastrophe sei die
Verringerung der Zahl der Menschen (durch weltweite Senkung der Geburtenrate) insgesamt.
„Nicht ein einziger Mensch müsste dafür sterben; die Probleme hätten sich in wenigen
Generationen in Luft aufgelöst, als hätte es sie nie gegeben.“ Allerdings hatte H. v. Ditfurth nicht
die Erwartung, dass sein Lösungsvorschlag Aussicht habe, umgesetzt zu werden. Schon damals
erschien ihm die Hoffnung, trotz einer viel geringeren menschlichen Weltbevölkerung, illusorisch.
Heute ist der Spielraum für eine in Generationen rechnende Lösung erst recht nicht mehr vorhanden.
Zur gleichen Zeit wurde in Fernsehsendungen über Japan die Naturverbundenheit der dortigen
Menschen in mystifizierender kulturalistischer Weise angesprochen und zu einem auch heute noch
anzutreffenden Klischee verdichtet trotz der auch damals schon offensichtlichen Überbevölkerung
der urbanen Ballungsräume und der zu Berühmtheit gelangten Umweltkrankheiten (Itai-Itai-
Krankheit, Minamata-Krankheit, Yokkaichi-Asthma). Die Veranstaltung will sich der Frage nach
dem Verhältnis der auf der japanischen Inselkette lebenden Menschen zu ihrer Umwelt in einem
historischen Überblick nähern und verschiedene Phasen unter Einbezug japanischsprachiger
Materialien untersuchen.
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Prof. Dr. Lisette GEBHARDT BA J8.2 Seminar (A)
893: Texte und Filme
Das Seminar behandelt die künstlerische Repräsentation einer für die japanische Gesellschaft als
typisch betrachteten Gestalt: des Yakuza. Während bekannte und weniger bekannte (japanische und
westliche) Yakuza-Filme (z.B. Black Rain 1989, Sonatine 1998, Ichi, the Killer 2001, The Outsider
2018, A Family 2020) und neuere japanische literarische Texte zum Thema der landeseigenen
„Mafia“ gesichtet werden, werfen wir auch einen Blick auf den Wandel, den diese schillernde
Sozialfigur und ihr Umfeld gegenwärtig in der sozialen Realität Japans erleben.
Dr. Christian CHAPPELOW BA J8.2 Seminar (B)
Japanische Besatzungsliteratur
Anschließend an vergangene Kurse zum Thema „Amerika“ in der japanischen Gegenwartsliteratur
wird sich im Sommersemester 2024 das Seminar Literatur und Kultur II mit der japanischen
Besatzungsliteratur beschäftigen. Diese Texte formten zu Beginn des japanischen
Nachkriegssystems ein Bewusstsein für die neue real- und kulturpolitische Situation des Landes
nach 1945. Im lektüreintensiven Seminar werden Texte von Autoren wie Ôe Kenzaburô, Kojima
Nobuo und Nosaka Akiyuki besprochen, dabei methodische und theoretische Überlegungen auf
„Landesliteratur“ (koku bungaku) im Zeichen von Besatzung angestrebt.
Prof. Dr. Lisette GEBHARDT BA J12 Kolloquium
„Horror hören“
Seit einiger Zeit bietet das Internet-Forum (YouTube) Gomadango no Kaiki na Channeru ごまだん
ごの怪奇なチャンネル die Möglichkeit, japanische Horrorgeschichten im Audioformat zu rezipieren.
Die Stimme des Vorlesers „Gomadango“ und dessen ausgezeichnete japanische Prosodie machen
den Vortrag sehr eingängig. Die Beschäftigung mit dem Forum, der wir uns widmen wollen, bietet
also zum einen eine gute Hörübung des Japanischen, zum anderen geben die erzählten Inhalte die
Aufgabe vor, japanische Folklore, urban legends (toshi densetsu) sowie typische Horrorszenarien
aus Japan und das Repertoire japanischer Okkultfans (unheimliche Erinnerungen, Geistermutproben
etc.), d.h. die Welt des japanischen Grusels und ihre kulturellen Muster auf japanologischer Basis
nachzuvollziehen und zu analysieren.
Dr. Christian CHAPPELOW Summer School Buchclub
Im Anschluss an die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2024 ist geplant, die Arbeits-
gemeinschaft Buchclub im Format einer leseintensiven „Summer School“ fortzuführen (24.7.-4.9.,
Mittwoch 14-16 Uhr). Das Programm richtet sich an jüngere BA-Studierende und eignet sich
insbesondere als Ergänzung zur einführenden Vorlesung J4. Gelesen werden repräsentative Texte
aus der japanischen Literatur nach 1945 in deutscher Übersetzung. Didaktisch versteht sich das
Intensivprogramm der Summer School als Heranführung sowohl an zentrale Akteure der
japanischen Gegenwartsliteratur (gendai bungaku) und ihrer Poetik, als auch an eine japanologisch-
literaturwissenschaftliche Diskussions- und Denkweise. Nähere Informationen zur Fortführung des
Buchclubs werden im Verlauf des Sommersemesters 2024 bekanntgegeben.
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Programm Literaturübersetzungen aus dem Japanischen in das Deutsche
Kimiko NAKAYAMA-ZIEGLER, M.A.
Relektüre ein Klassiker der Gegenwart: Yoshiyuki Junnosuke
Yoshiyuki Junnosuke 吉行淳之介 (13. April 1924 26. Juli 1994) ist ein Schriftsteller der Nach-
kriegszeit (der sogenannten Dritten Generation-Debütanten / Daisan no shinjin 3の新), der in
den 1950er Jahren mit kürzeren Prosatexten bekannt wurde. 1954 wurde er für den Kurzroman 短編
小説 Shûu 驟雨 (Regenschauer) mit dem renommierten Akutagawa-Preis geehrt. 1956 publizierte er
seinen ersten Roman Genshoku no machi 原色の街, danach auch die autobiographische
Aufzeichnung Honoo no naka 焔の中 (In den Flammen), in dem er seine Erlebnisse im Tôkyô der
Kriegszeit schildert. Großen Erfolg hatte der Roman Suna no ue no shokubutsugun の上の植物群
(Pflanzen auf dem Sand) von 1963. Für Anshitsu 暗室 (Das dunkle Zimmer) erhielt er den Tanizaki-
Preis; der Text erschien 1976 in englischer Übersetzung als The Dark Room. Kaban no nakami 鞄の
中身 (Der Inhalt der Tasche) brachte dem Autor 1975 zwei Auszeichnungen ein, den Yomiuri-Preis
und den Großen Preis für japanische Literatur. Mit dem Noma-Literaturpreis wurde er 1978 für
gure made 夕暮まで prämiert; der Bestseller wurde 2011 als Toward Dusk and Other Stories ins
Englische übertragen. Den letzten Roman Medama 目玉 konnte er nicht fertigstellen, er erlag im
Juli 1994 einer Leberkrebserkrankung.
Yoshiyuki stammte aus einer Literatenfamilie, sein Vater war der Lyriker und Dadaist
Yoshiyuki Eisuke (1906-1940), seine Schwester die Schriftstellerin Yoshiyuki Rie 吉行理恵 (1939-
2006). Die Familie zog, als er drei Jahre alt war, von Okayama in die Landeshauptstadt. Aufgrund
eines Asthmaleidens musste er nicht in die Armee eintreten. Ab 1945 studierte er an der Universität
k englische Literatur, schloss sein Studium aber nicht ab. Er arbeitete als Redakteur und
Publizist, gründete früh z.B. das Literaturmagazin Ashi. 1971 gründete er mit einem Partner die
Firma Omoshirohanbun, die ein gleichnamiges Monatsmagazin herausgab. Der Autor war in seinen
jungen Jahren für sein durch zahlreiche Affären und Glücksspiel charakterisiertes dandyhaftes
Leben in einschlägigen Vierteln der Metropole bekannt. Seinen Stil beschreibt man so:
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„The writer, allergic and sensitive, offers weak and damaged bodies of marginal people
(prostitutes, tired man, etc.) with very delicate descriptions. The change of Japanese society
influences the states of the bodies of his novels. The body of prostitutes shows their energetic
power in the town, which is only possible in the Japan beaten after the World War II, free of
traditional moral. It disappears shortly. As the Japan normalizes, the weak and damaged
bodies are destined to be cooped up indoors“ (Akira Hamada, 2011).
Links: https://ja.wikipedia.org/wiki/吉行淳之介
https://de.wikipedia.org/wiki/Yoshiyuki_Junnosuke
https://en.wikipedia.org/wiki/Junnosuke_Yoshiyuki
https://www.jlpp.go.jp/en/works/author01_27.html
https://journals.openedition.org/itineraires/1537?lang=en (Yoshiyuki Junnosuke : voix et silence à
travers le corps)
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Prof. Dr. Lisette GEBHARDT Summer School Wissenschaftstexte verstehen und schreiben“
Das Intensivseminar in drei Sitzungen vom 8.-9. August 2024 möchte den Studierenden kompakt
die Grundlagen des wissenschaftlichen Ausdrucks und der Techniken seiner sprachlichen /
praktischen Umsetzungim geisteswissenschaftlichen Kommentar vermitteln. Einerseits gilt es,
den wissenschaftlichen Schreibstil verstehen zu können, zum anderen die Eigenschaften
wissenschaftlichen Schreibens in kleineren Übungen praktisch nachzuvollziehen.
SITZUNGSTHEMEN
1. Grundlagen im Schnelldurchgang sowie Auswertung eines wiss. Texts (8. August)
2. Strukturlogik, Sprachlogik, Argumentation (9. August)
3. „Die wissenschaftliche Sprache sprechen – Übungen (9. August)
HINWEIS
Die Übungsblätter werden zu Beginn und während der Veranstaltung ausgegeben bzw. finden sich
nach Möglichkeit in OLAT eingestellt.
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Gastprofessor an der Japanologie, Prof. Miyamoto SHINYA
Für das Sommersemester 2024 und das Wintersemester 2024/2025 freuen wir uns auf Prof.
MIYAMOTO Shinya 宮本真也 (Meiji Universität, Fakultät für Informations- und Kommunikations-
wissenschaften), der sein Sabbatical an der Goethe-Universität verbringen und in der Japanologie
als Gastwissenschaftler arbeiten wird.
Gegenstand seines Forschungsaufenthalts ist in Kooperation mit M. Kinski eine
Auseinandersetzung mit der Umweltproblematik und ihrer Einschätzung in Japan und im globalen
Kontext in Geschichte und Gegenwart. Prof. Miyamoto bietet im Sommersemester eine
Veranstaltung zu japanischer Gegenwartskultur in deutscher und japanischer Sprache an.
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Vorträge | Workshops
Filmfestival Nippon Connection 2024 (28. Mai - 2. Juni 2024)
Lesung Dr. Christian CHAPPELOW
„Kunst als Staatsstreich, Staatsstreich als Kunst? Zum Phänomen „Mishima“
Eine kommentierte Lesung von Dr. Christian Chappelow (Japanologie Frankfurt)
Mishima Yukio, Starautor und schillernde
Persönlichkeit der Nachkriegszeit, rief 1970 vergeblich
zum Staatstreich und zur Wiedereinführung der
Kaiserherrschaft in Japan auf. Die öffentliche
Inszenierung kaisertreuer Traditionalität und seiner
Persona wirft bis heute Fragen auf. In einer
kommentierten Lesung soll dem komplexen Phänomen
„Mishima“ nachgegangen werden.
Datum: 28. Mai, 19 Uhr
Vortrag Prof. Dr. Lisette GEBHARDT
„Ôes Welt“
Im Frühjahr 2023 ist der Altmeister der japanischen
Literatur 88-jährig gestorben. Was bleibt von seinem
Werk? Wie wird man sich an ihn erinnern? Der
Vortrag führt durch Ôes Welt mit Exkursen zu
Groteskem und Genialem.
Datum: 30. Mai, 18 Uhr
Foto: ©Jasmin Pour Fathieh
Kreativ-Workshop Japanologie
„Komainu – Der Herr der Angst“ – Eine Präsentation von Sean ERDEL
Ziel der Veranstaltung mit einer Power Point-Präsentation ist es, einen Einblick in die kreative
Arbeit mit japanischen Quellen zu gewinnen anhand des ersten Jugendromans „Komainu Der
Herr der Angst“ von Sean Erdel. Der Roman wird vorgestellt mit allen Inspirationen und Quellen,
die zur Recherche genutzt wurden. U.a. wird die Symbolik bestimmter Textstellen erklärt. Darüber
hinaus wäre anschließend zu diskutieren, wie man im Fach kreativ sein bzw. kreativ in unserem
wissenschaftlichen Feld arbeiten kann, sei es in der Literatur, Kunst oder Musik, etc.
Datum: 2. Mai 2024, 18 Uhr
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Übersetzungs-Workshop „J-Content“ u.a. mit Dr. Verena MASER, Yukiko LUGINBÜHL, M.A. und
Cheyenne DREIßIGACKER, M.A.
Datum: 11.-12. Juli 2024
Plakat: ©Jana Zipprich
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ÜBERSETZERWERKSTATT SOMMERSEMESTER 2024 PROGRAMM
(STAND 15. FEBRUAR)
11.-12. Juli 2024
„J-CONTENT“: NEUE JAPANISCHE LITERATUR UND IHRE ÜBERSETZUNG FÜR DEN AKTUELLEN
BUCHMARKT
DONNERSTAG, 11.7. BEGRÜßUNG JAPANOLOGIE Raum: SKW 05.B127
15.00 UHR
15.30-16.45 BIBLIOTHEKSFÜHRUNG „J-CONTENT“:
BESTÄNDE ZUR ZEITGENÖSSISCHEN JAP. LITERATUR
Elena MÜLLER SKW BIBLIOTHEK
ABENDVERANSTALTUNG „ÜBERSETZERWERKSTATT Raum: SKW 05.B127
17.00-18 Uhr
BEGRÜßUNG
EINFÜHRUNG IN DAS THEMA | DISKUSSION
„J-Content oder Weltliteratur? Japanische Texte und der globale Buchmarkt“
Lisette GEBHARDT
GESPRÄCH MIT DER ÜBERSETZERIN VERENA MASER
18.30-20.00 Uhr
UMTRUNK | 乾杯の音頭: Kimiko NAKAYAMA-ZIEGLER
20.00-21.30 Uhr
FREITAG, 12.7. ÜBERSETZERWERKSTÄTTEN Raum: SKW 05.B103
9.45-16.45 Uhr
Einblicke in die Übersetzerwerkstatt (1) 9.45-11.15 Uhr
„Übersetzen zwischen Generationen Charakteren eine eigene Stimme verleihen
in Hika Haradas ‚3000 Yen fürs Glück‘“
Seminar mit Cheyenne DREIßIGACKER
Einblicke in die Übersetzerwerkstatt (2) 11.15-12.45 Uhr
Ich der fette Kater – Manga-Übersetzen mit Ausschnitten aus Umi Sakurais
‚A man and his cat‘
Seminar mit Verena MASER
MITTAGSPAUSE IM JAPANOLOGISCHEN CAFÉ 12.45-14.00 Uhr
Imbiss (Onigiri + Tee) und Büchertisch
Einblicke in die Übersetzerwerkstatt (3) 14.00-16.00 Uhr
Ein Yakuza spricht Deutsch Übersetzen zwischen Welten in Hiiragi
Sanakas ‚Die Erinnerungsfotografen‘
Seminar mit Yukiko LUGINBÜHL
ABSCHLIEßENDER AUSTAUSCH UND VERABSCHIEDUNG 16.00-16.30 Uhr
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15. Neuerscheinungen | Publikationen in Planung
Neuerscheinung A
Cover: Renate Hausenblas (2015)
Der Band ÔE lesen erschien am 29. Januar 2024!
Die Beiträge des Bandes ÔE lesen möchten zu erneuter Beschäftigung mit Werk und Wirken
anregen; sie behandeln z.B. das Engagement Ôes nach Fukushima, seine frühen Einlassungen zu
Hiroshima sowie die japanische Kritik an einem Zeitgenossen. Zudem bietet er einen Kommentar
aus dem Ôe-Archiv (Universität Tôkyô), Zeitzeugenberichte und andere Materialien zum Autor.
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Neuerscheinung B (2024 / in Arbeit)
Der Band, dessen neun Manuskripte aktuell in Redaktion
befindlich sind, erscheint voraussichtlich im Herbst 2024.
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Notizen | Termine