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Bericht zum Studienaufenthalt an der Meiji Universität in Tôkyô
von September 2023 bis Februar 2024
Für das Austauschprogramm der Meiji Universität 明治大学 bewarb ich mich, weil es für mich als
Japanologiestudent eine außerordentliche Gelegenheit darstellte, für ein Semester an einer
japanischen Universität studieren zu dürfen. Meine größte Motivation war und ist die Verbesserung
meiner sprachlichen Fähigkeiten. Mein Ziel war es, die Japanischkenntnisse so weit auszubauen,
dass ich in Alltagssituationen, im Kontext der Universität und in der Freizeit problemlos mit der
japanischen Gesellschaft kommunizieren kann. Dafür ist es nach meiner Ansicht unerlässlich,
zumindest einmal für einen längeren Zeitraum persönlich in Japan gewesen zu sein. Denn die
persönlichen Einblicke in das Land, die Kultur und die Gepflogenheiten sind von Deutschland aus
in diesem Maße nur sehr schwierig oder kaum zu erhalten. Ein weiterer Grund, für ein Semester an
der Meiji Universität zu studieren, bestand darin, mich mit japanischer Kunst bzw. Kunstwerken
japanischer Künstler zu befassen.
Vor Ort wollte ich die Gelegenheit ergreifen, mir in Japan Ausstellungen verschiedenster
Künstler anzusehen. Künstler, für die ich mich aktuell interessiere, sind: Tenmyôya 天明屋尚
Hisashi (1966- ), Ishida Tetsuya 石田哲也 (1973–2005) oder auch die beiden Holzschnittkünstler
Utagawa Hiroshige 歌川広重 (1797-1858) und Katsushika Hokusai 葛飾北斎 (1760-1849).
Während meiner Zeit an der Meiji Universität besuchte ich verschiedenste Klassen und Seminare.
Dazu zählten der allgemeine Japanisch-Sprachunterricht, der dreimal pro Woche stattfand, spezielle
Japanisch-Kurse, die auf Leseverständnis, Schreibfähigkeiten und Konversationsfähigkeiten
ausgerichtet sind, sowie ein Seminar, indem es um ukiyoe 浮世絵 ging. Die Japanisch-Sprachkurse
fanden allesamt auf dem Campus Surugadai 駿河台キャンパス in Chiyoda 千代田区 statt, das
Seminar zu den japanischen Holzschnitten auf dem Campus Izumi 和泉キャンパス in Suginami 杉
並区. Während des einsemestrigen Aufenthaltes gab es immer wieder kleine Tests und
Präsentationsprüfungen innerhalb des Sprachunterrichts sowie drei größere Japanisch-Klausuren.
Während der Zeit in Japan haben sich meine Japanischkenntnisse spürbar verbessert. Dies
betrifft sowohl den Wortschatz in Sprache und Schrift wie auch die Anwendung japanischer
Satzstrukturen und Grammatik sowie ein verbessertes Lese- und Hörverständnis. Auch meine
Fähigkeiten im Lesen und Schreiben der Kanji konnte ich deutlich erweitern. Außerdem habe ich
dank des Auslandssemesters in Japan viele japanische Kunstwerke ansehen können. Durch die
Exkursion ins Suntory Museum of Art (Suntori-bijutsukan スントリー美術館) im Zuge des
Seminars und auch durch private Museumsbesuche, wie in das Nezu-Museum (Nezu bijutsukan 根
津美術館), National Art Center Tôkyô Kokuritsu shinbijutsukan 国立新美術館) oder The Ueno
Royal Museum (Ueno no mori bijutsukan 上野の森美術館), hatte ich die Gelegenheit, viele
verschiedene japanische und internationale Kunstwerke zu betrachten und darüber zu lernen.
Darüber hinaus konnte ich ein persönliches Interview mit dem Künstler Tenmyôya Hisashi 天明屋
尚 über ein paar seiner Werke führen, da diese Werke Thema meiner Abschlussarbeit sein werden.
Sämtliche Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Japan sammeln durfte, betrachte ich als
großen Gewinn. Denn durch diese bin ich auf meinem Weg als Japanologie-Student und auch als
Person gewachsen. Zu den besonders tollen Momenten während meiner Zeit in Japan gehören der
gegenseitige Austausch mit meinen japanischen Freunden, die Deutsch lernen. Durch diese
Gelegenheit konnte ich ihnen die deutsche Sprache näherbringen und gleichzeitig mehr über die