insbesondere für Lehrkräfte, Schulleitungen und Verwaltungsmitarbeitende
(Mandinach und Gummer 2016b; Mandinach und Gummer 2016a). Der datenbasierte
Entscheidungsprozess wird strukturiert als Abfolge von Schritten: Stakeholder
identifizieren, Fragen formulieren, Daten sammeln und nutzen, Informationen
generieren, Entscheidungen treffen und schließlich Ergebnisse evaluieren
(Mandinach und Gummer 2016b; Gummer und Mandinach 2015). Darüber hinaus
integrieren sie ethische Überlegungen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz
sensibler Daten von Schüler:innen. DL wird in ihrem Ansatz als integraler Bestandteil
professionellen pädagogischen Handelns verstanden, der sich mit curricularen und
didaktischen Inhalten sowie der Lernentwicklung von Kindern verknüpft. (Mandinach
und Jimerson 2022; Gummer und Mandinach 2015)
Die zweite zentrale Säule wird durch Prado und Marzal repräsentiert, die DL aus der
Perspektive der Informationskompetenz im bibliothekarischen Kontext betrachten
(Calzada Prado und Marzal 2013). In ihrem Werk verstehen sie DL als Teilbereich der
Informationskompetenz und verknüpfen sie mit statistischer Bildung. Ihr Modell
definiert DL als Fähigkeit, Daten zu finden, zu verstehen, kritisch zu bewerten, zu
organisieren, zu nutzen und dabei ethische Standards zu beachten. Das Framework
besteht aus fünf Kernelementen: (1) Datenverständnis, (2) Datenbeschaffung, (3)
Interpretation und Bewertung, (4) Datenmanagement und (5) Datenanwendung. Diese
Struktur ist praxisorientiert und zielt darauf ab, Lernenden sowohl technische als auch
kritisch-reflektierende Kompetenzen im Umgang mit Daten zu vermitteln. DL wird hier
als Bildungsprozess verstanden, der wissenschaftliches Denken und gesellschaftliche
Handlungsfähigkeit fördert (Calzada Prado und Marzal 2013).
Die dritte Säule stellt Koltay mit einem akademisch-theoretischen Zugang zu
Datenkompetenz (Koltay 2011, 2015, 2016, 2017a, 2017b). Koltay beschäftigt sich
seit über einem Jahrzehnt mit DL, insbesondere in den Feldern
Bibliothekswissenschaft, Medienpädagogik und Hochschuldidaktik. Er betrachtet DL
als Schnittmenge verschiedener Literacies – insbesondere Informations-, Medien-,
Statistik-, Visualisierungs- und wissenschaftliche Kompetenzen (Koltay 2011). Koltay
fordert eine Standardisierung der Begriffe rund um DL und betont die Notwendigkeit,
Daten kritisch zu nutzen, zu transformieren und in handlungsleitendes Wissen zu
überführen. Wichtige Themen sind dabei Datenkuratierung, Datenqualität, Re-Use,
Open Data, sowie Fragen der Ethik und Governance (Koltay 2015). Sein Ansatz ist