Was wirkt – und warum: Monitoring & Evaluation für smarte Stadtentwicklung PDF Free Download

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Titel und Untertitel
zur Abstimmung
Was wirkt und warum: Monitoring &
Evaluation für smarte Stadtentwicklung
Praxisnahe Ansätze und Empfehlungen für Kommunen auf dem Weg zur
resilienten und nachhaltigen Stadt
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION
Im Rahmen des MPSC-Programms wurden seit 2019 in 51
Städten, 10 Landkreisen und 12 interkommunalen Koopera-
tionen zahlreiche Strategien und digitale Lösungen für mehr
Nachhaltigkeit, Resilienz und Lebensqualität entwickelt. Das
Programm erreicht fast ein Viertel der deutschen
Bevölkerung (siehe Abb. 1), was die hohe Relevanz und den
großen Einfluss des Programms unterstreicht. [1]
Der Förderzeitraum ist jedoch begrenzt: Initiativen laufen
maximal sieben Jahre erste sind bereits abgeschlossen,
weitere stehen kurz davor. Vor diesem Hintergrund gewinnt
die Frage nach den konkreten Erfolgen des Programms sowie
nach der nachhaltigen Verstetigung der erarbeiteten
Lösungsansätze zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen des Förderprogramms wurden bereits erste
wichtige Grundlagen geschaffen, um die Wirkung sichtbar zu
machen und somit den Programmerfolg zu messen. Ein
mehrstufiges Monitoring- und Evaluationssystem begleitet
das Programm und bewertet die Initiativen. Die geförderten
Kommunen sind verpflichtet, regelmäßig strukturierte Daten
und Fortschrittsberichte zu übermitteln. Ergänzend versam-
melt die Arbeitsgruppe „Monitoring und Wirkungsmessung“
des Smart City Dialogs kommunale Akteure und Fachleute,
um bewährte Methoden und Ansätze weiterzuentwickeln.
Diese Entwicklungen sind wichtige Schritte in die richtige
Richtung. Angesichts der Größe und des Modellcharakters
des Programms besteht jedoch weiterhin Potenzial für ver-
tiefende Analysen und mehr Transparenz, um Wirkungen
noch umfassender messbar zu machen, sichtbar zu kommuni-
zieren und den Transfer in die Breite gezielt zu unterstützen.
Denn auch nicht geförderte Kommunen stellen eine zentrale
Zielgruppe des Programms dar. Rund 76 %der Bevölkerung
leben in Städten und Regionen außerhalb des MPSC-
Programms (siehe Abb. 1). Daraus ergibt sich eine besondere
Bedeutung des Wissenstransfers: die meisten deutschen
Kommunen sind auf skalierbare, adaptierbare Lösungen
sowie eine transparente Kommunikation der Programm-
Erkenntnisse angewiesen.
Städte im Wandel: Die Bedeutung
von Monitoring und Evaluation
Deutsche Kommunen stehen aufgrund von Entwicklungen
wie dem fortschreitenden Klimawandel und der Urbanisie-
rung vor vielfältigen Herausforderungen und befinden sich in
einem fortlaufenden Transformationsprozess. Durch eine
aktive Mitgestaltung dieser urbanen Transformation können
Kommunen einen umfassenden Wandel hin zu nachhaltigen,
sicheren und wirtschaftlich attraktiven Städten erreichen.
Dieses Ziel verfolgt auch das Konzept der Smart City. Dabei ist
eine Smart City nicht einfach nur eine digitale Stadt, sondern
vielmehr eine ganzheitliche Transformation mit Fokus auf
Resilienz und Nachhaltigkeit.
Um diese komplexe Entwicklung effektiv steuern und gezielt
weiterentwickeln zu können, bedarf es eines verlässlichen
und systematischen Monitorings. Dieses schafft Transparenz
über Fortschritte, macht Handlungsbedarfe sichtbar und
unterstützt datenbasiertes Entscheiden eine wichtige
Grundlage für eine erfolgreiche Smart-City-Transformation.
In diesem Praxisdossier wird das Thema Monitoring und
Evaluation auch als Fortschritts- und Erfolgsmessung be-
zeichnet im Kontext von Smart Cities und Smart Regions
näher beleuchtet.
Folgende Aspekte werden hierbei thematisiert:
Rolle von Förderprogrammen und Wirkungsmessung
Stand der Fortschrittsmessung in deutschen Smart Cities
Methodische Ansätze für Monitoring und Evaluation
Best Practices aus der kommunalen Praxis
Herausforderungen und Bedarfe aus kommunaler Sicht
Leitlinien für die Gestaltung von Monitoring- und
Evaluationsprozessen
Nachhaltig digital: Erfolgsmessung
der Modellprojekte Smart Cities
Um die urbane Transformation nicht nur strategisch zu
planen, sondern auch erfolgreich in die konkrete Umsetzung
zu bringen, sind neben klaren Steuerungsmechanismen vor
allem ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen
unerlässlich. Genau an dieser Stelle setzen bundes- und
landesweite Förderprogramme an: Sie schaffen Rahmen-
bedingungen r Innovation, Pilotprojekte und nachhaltige
Entwicklungen in Kommunen.
Das Programm „Modellprojekte Smart Cities“ (MPSC) ist
eines der zentralen Förderprogramme der Bundesregierung
zur Unterstützung von Smart Cities.
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 2 I
Abb. 1: Eckdaten MPSC-Programm und Bevölkerungsanteil
Deutschland
Gesamt
Bevölkerung
[Anzahl in Mio.]
84,7
Bevölkerung
[Anteil]
100%
Kommunen
[Anzahl]
~11.000
Nicht geförderte
Kommunen und
Regionen
64,4 76% ~10.900
MPSC-geförderte
Kommunen und
Landkreise
20,3 24% 88
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION
Abb. 2: Aktueller Stand von Ansätzen zu Fortschritts- und
Erfolgsmessung in den Top 50 Kommunen des Haselhorst
Associates Smart-City-Rankings 2024
Für eine erste Einschätzung des Status quo in Deutschlands
führenden Smart Cities wurden die Top 50 Städte des Smart-
City-Rankings aus dem Jahr 2024 genauer untersucht:
Verfügen diese Städte über Ansätze zur Fortschritts- und
Erfolgsmessung ihrer Smart-City-Strategie bzw. einzelner
Projekte? Und falls ja handelt es sich dabei um ganz-
heitliche Konzepte oder eher um punktuelle Aktivitäten?
In 37 von 50 Fällen finden sich in den Strategiepapieren oder
auf den städtischen Webseiten bereits Hinweise auf
Konzepte, erste Ansätze oder geplante Maßnahmen zur
Fortschritts- und Erfolgsmessung der Smart-City-Aktivitäten
(siehe Abb. 2).
Dabei verfügen bereits 22 Kommunen über ein klares
Konzept und ein erstes Vorgehen, um die Entwicklung ihrer
Smart City kontinuierlich zu messen (siehe Abb. 3). Diese
Städte haben konkrete Zielsetzungen formuliert sowie
Indikatoren entwickelt, die eine Fortschrittsmessung und eine
gezielte Steuerung der Smart-City-Projekte ermöglichen.
Sieben der identifizierten Kommunen verfolgen hingegen
bisher nur punktuelle Ansätze, meist in Bezug auf einzelne
Projekte, während sich acht Kommunen noch in der Planung
entsprechender Konzepte befinden.
Die Modellprojekte sollen hierbei als Vorbilder und Leucht-
türme fungieren, um aufzuzeigen, wie digitale Innovationen
zur erfolgreichen Bewältigung urbaner Herausforderungen
beitragen können.
Für die Übertragbarkeit und Nachnutzung ist eine syste-
matische und nachvollziehbare Auswertung der Ergebnisse
unerlässlich. Zwar gibt es erste Hinweise auf die Anzahl
potenziell übertragbarer Lösungen, doch fehlen vertiefte
Einblicke: Haben die Ansätze Wirkung über die geförderten
Kommunen hinaus? Welche konkreten Wirkungen zeigen sich
dort bereits heute und welche sind perspektivisch zu
erwarten? Wie stehen diese Wirkungen im Verhältnis zu den
Programmzielen und zur Gesamtheit der deutschen
Kommunen?
Die kontinuierliche Erhebung und Analyse relevanter Daten
zu Fördervolumen, Zielerreichung und Wirkung ermöglicht
eine transparente Nachvollziehbarkeit der Programmfort-
schritte und schafft fundierte Grundlagen für künftige
Förderentscheidungen. Diese evidenzbasierte Vorgehens-
weise stärkt die Legitimität weiterer Investitionen, verbessert
die strategische Steuerung des Programms und legt wichtige
Grundlagen für eine nachhaltige Verstetigung in den
Kommunen.
Denn gleichzeitig ist auch auf kommunaler Ebene ein
belastbares Monitoring- und Evaluationskonzept unerlässlich.
Da jede Stadt und jede Region individuelle Ausgangs-
bedingungen, Zielsetzungen und Herausforderungen mit-
bringt, müssen die jeweiligen Strukturen für die Messung von
Fortschritt und Erfolg einer Smart City oder Smart Region
flexibel und effizient angepasst werden.
Deutsche Städte im Vergleich:
Fortschrittsmessung in den
Top 50 Smart Cities
Eine wachsende Zahl an Städten in Deutschland befasst sich
aktiv mit ihrer digitalen Transformation. In Handlungsfeldern
wie Klima, Mobilität, Verwaltung oder Tourismus werden
zunehmend zukunftsfähige Ansätze erarbeitet und umge-
setzt. Diese Entwicklung zeigt sich unter anderem im jährlich
erscheinenden Smart-City-Ranking von Haselhorst Associates
Consulting. Seit 2018 wird mit diesem Ranking die nach-
haltige und zukunftsfähige Entwicklung von über 400
deutschen Städten erfasst.
Es wird deutlich: Das Konzept der Smart City gewinnt in den
Kommunen an Relevanz und strategische Grundlagen werden
zunehmend geschaffen. Rund 40 %der im Ranking erfassten
Städte verfügen mittlerweile über eine Smart-City- oder
Digitalisierungsstrategie. Ein Blick in die Strategien macht
jedoch deutlich: Die gezielte Verankerung von Strukturen,
Methoden und Prozessen für regelmäßiges Monitoring und
Evaluation hat sich bislang nicht als Standard etabliert.
37
Erste Ansätze
oder Konzepte
vorhanden
13
Keine Ansätze
vorhanden
∑ 50
22
7
8
Gesamtkonzept
vorhanden Erste Ansätze
vorhanden Ansätze in
Planung
Abb. 3: Vertiefte Einordnung der kommunalen Ansätze
der Top 50 Kommunen des Haselhorst Associates Smart-
City-Rankings 2024
3 I
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION
Monitoring und Evaluation:
Methoden für smarte
Bewertungen
Monitoring und Evaluation schaffen Transparenz und bilden
die Grundlage für kontinuierliches Hinterfragen, Optimieren
und informierte Entscheidungen. Während das Monitoring
der laufenden Beobachtung dient und durch die regelmäßige
Erhebung vordefinierter Indikatoren Fortschritte dokumen-
tiert, Abweichungen identifiziert und gezielte Steuerungs-
maßnahmen ermöglicht, setzt die Evaluation punktuell an.
Sie bewertet systematisch und in regelmäßigen Abständen
die Effizienz und Wirkung von Maßnahmen, um Antworten
auf folgende Fragen zu gewinnen:
Werden die definierten Ziele der Strategie erreicht?
Welche Wirkungen haben umgesetzte Maßnahmen?
Welche Projekte haben sich bewährt, wo sollten
Prozesse optimiert werden?
Inwiefern sind Ressourcen effizient eingesetzt worden?
Wo konnten Ressourcen eingespart werden?
Welche Erkenntnisse lassen sich für die weitere
Entwicklung und künftige Maßnahmen ableiten?
Im Zusammenspiel unterstützen beide Ansätze Monitoring
und Evaluation einen datenbasierten Optimierungsprozess:
Monitoring wirkt primär operativ, Evaluation vorwiegend
strategisch. Gemeinsam tragen sie zur Qualitätssicherung und
zum langfristigen Erfolg eines Vorhabens bei. [2]
Beim Aufbau von Strukturen für eine kontinuierliche bzw.
regelmäßige Fortschritts- und Erfolgsmessung ist es von
zentraler Bedeutung, zunächst klar zu definieren, welche
Ziele, Wirkungszusammenhänge und Erkenntnisinteressen im
Rahmen der Evaluation betrachtet und sichtbar gemacht
werden sollen. Nur auf dieser Grundlage kann ein gezieltes
Evaluationsdesign entwickelt werden.
Es empfiehlt sich daher, den Prozess konzeptionell auf einer
strategischen Metaebene zu beginnen, um sicherzustellen,
dass die Systematik in Einklang mit der übergeordneten
Vision und den langfristigen Zielsetzungen der Smart-City-
oder Digitalisierungsstrategie steht. Ein top-down-orien-
tierter Ansatz ermöglicht es hierbei, relevante Indikatoren
und Bewertungskriterien systematisch aus den strategischen
Zielvorgaben abzuleiten und eine konsistente Logik der
Wirkungsmessung zu etablieren.
Eine durchdachte und präzise Zielformulierung nimmt im
gesamten Prozess eine besondere Rolle ein. Das SMART-
Kriterienset bietet hierfür eine bewährte Methodik, um Ziele
eindeutig zu formulieren und die Messung ihrer Erreich-
barkeit zu ermöglichen (siehe Abb. 4). Der Ansatz eignet sich
dabei sowohl für die Formulierung langfristiger strategischer
Zielsetzungen als auch für einzelne Projektziele.
Doch worauf kommt es in diesem Zusammenhang besonders
an? Zielvorgaben sollten präzise und eindeutig formuliert
sein, damit keine Unklarheiten entstehen. Sie müssen mess-
bar sein, um den Fortschritt mithilfe geeigneter Kennzahlen
nachvollziehen zu können. Außerdem ist entscheidend, dass
die Ziele realistisch und umsetzbar also erreichbar sind
und einen klaren, nachvollziehbaren Mehrwert für die
Stadtentwicklung bieten. Ergänzend dazu wird eine Ein-
schätzung empfohlen, die einen verbindlichen Rahmen für
den Zeitraum definiert.
Sind die Ziele einmal „smart“ formuliert, ist es wichtig, die
Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Ebenen
Vision, strategische Ziele, Handlungsfelder und Projektebene
zu erfassen und ein gemeinsames Verständnis dafür bei
allen relevanten Smart-City-Akteuren zu schaffen. Zur Veran-
schaulichung dieser übergeordneten strategischen Logik
eignet sich das Bild einer Pyramide: Sie reicht von der über-
geordneten Vision über strategische Ziele, relevante Hand-
lungsfelder und Teilziele bis hin zur operativen Umsetzung
auf Projektebene (siehe Abb. 5).
Die Untersuchung zeigt, dass die betrachteten Städte sehr
unterschiedliche Ansätze verfolgen teils bereits mit
ganzheitlichen, gezielten Strategien und Prozessen, häufig
jedoch noch ohne verbindliche Standards.
Doch nur mit klaren Zielen, messbaren Indikatoren und einer
strukturierten Erfolgskontrolle lassen sich Smart-City-
Maßnahmen wirksam steuern. Daher sollten Kommunen, die
sich gerade erst auf den Weg zur Smart City machen,
Monitoring und Evaluation von Anfang an als integralen
Bestandteil ihrer Strategie mitdenken. Städte, die bereits
mitten in der Umsetzung stehen, aber noch keine
ganzheitliche Erfolgsmessung aufgesetzt haben, sollten dies
nachbessern. Denn nicht zuletzt hilft eine gezielte Evaluation
dabei, Maßnahmen gegenüber Politik, Verwaltung und
Öffentlichkeit zu vermitteln.
Abb. 4: SMART-Kriterien für die Definition von Zielen
Spezifisch
Das Ziel ist klar und eindeutig formuliert
S
Messbar
Der Fortschritt lässt sich durch Kennzahlen
überprüfen
M
Ausführbar
Das Ziel ist realistisch umsetzbar mit
vorhandenen Ressourcen
A
Relevant
Das Ziel zahlt auf den Gesamterfolg ein
R
Terminiert
Es gibt einen klaren zeitlichen Rahmen
T
4 I
Das IOOI-Modell überführt strategische und operative Ziel-
setzungen in eine klare Wirkungskette und macht zentrale
Elemente einer Intervention sichtbar: die eingesetzten
Ressourcen (Input), die daraus resultierenden Leistungen
oder Produkte (Output), kurzfristige Veränderungen bei Ziel-
gruppen oder Strukturen (Outcome) sowie längerfristige
Wirkungen im Sinne übergeordneter Ziele (Impact).
Solche Modelle bilden eine belastbare Basis für die Entwick-
lung von Indikatoren, die je nach Zielsetzung auf unterschied-
lichen Ebenen ansetzen können. Mithilfe dieser Ansätze las-
sen sich aus strategischen Zielsetzungen konsistente Kenn-
zahlensysteme ableiten und deren Wirkungsmessung logisch
strukturieren, wodurch eine zielgerichtete Steuerung und
Evaluation sowohl operativer Maßnahmen als auch über-
geordneter Strategien möglich wird.
Die verschiedenen vorgestellten Methoden und Ansätze
können sowohl zur Bewertung gesamter Strategien als auch
zum Monitoring einzelner Maßnahmen genutzt werden, was
ihre Flexibilität zeigt. Dabei geht es nicht darum, aufwändige
und ressourcenintensive Verfahren einzuführen. Vielmehr
steht die Entwicklung effizienter und praktikabler Strukturen
im Vordergrund, die kommunale Akteure ohne großen
Aufwand in ihren Arbeitsalltag integrieren können und dabei
klare, hilfreiche Ergebnisse liefern ganz abhängig von der
jeweiligen Kommune, ihrer Ausgangslage und Zielsetzung.
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION
Erfolgreich umgesetzt:
Best Practices aus der
kommunalen Praxis
In einigen deutschen Kommunen wurden bereits erfolg-
versprechende Ansätze und Konzepte für Monitoring und
Evaluation im Kontext von Smart-City-Prozessen entwickelt.
Die Vielfalt der im Folgenden dargestellten Beispiele ver-
deutlicht zwar unterschiedliche Vorgehensweisen, Methoden
und Kommunikationsinstrumente, eines verbindet sie jedoch
alle: Es wurden konkrete erste Schritte unternommen und in
die Praxis umgesetzt (siehe Abb. 7).
Abb. 5: Pyramidales Modell als Grundlage für einen
systematischen Bewertungsrahmen
Abb. 6: Die vier Wirkungsebenen des
IOOI-Wirkungsmodells
Input Output Outcome Impact
Bereitgestellte
Ressourcen
(z. B. Budget)
Unmittelbare
Ergebnisse
oder Produkte
(z.B. Anzahl
Schulungen)
Veränderun-
gen bei den
Zielgruppen
(z.B. Wissens-
aufbau)
Langfristige,
strukturelle
Veränderun-
gen (z. B.
mehr Teil-
habe)
1 2 3 4
Übergeordnete Vision
(z.B. nachhaltige und digital vernetzte Stadt)
Strategische Ziele
(z.B. Reduktion städtischer CO2-Emissionen
um 40 %)
Handlungsfelder und Teilziele
(z.B. Mobilität und Ausbau der ÖPNV-
Kapazitäten um 30 %)
Projektziele und operative Umsetzung
(z.B. Einsatz von 20 E-Bussen bis 2026)
Monitoring der Ziele auf jeder Ebene mithilfe
von KPIs, bspw. dem IOOI-Modell
Die Vision beschreibt das langfristige Gesamtziel einer Smart-
City- oder Smart-Region-Initiative zum Beispiel „nachhaltige
und digital vernetzte Stadt“. Ohne den Fokus auf eine klare
Vision und die damit verbundenen strategischen Ziele, wie
etwa die „Reduktion städtischer CO2-Emissionen um 40 %“,
laufen Projekte Gefahr, ihre nachhaltige Wirkung zu
verfehlen.
Auf der nächsten Ebene werden die Handlungsfelder und
Teilziele definiert, die für die Smart City oder Region von
Bedeutung sind wie beispielsweise Mobilität, Klima oder
Verwaltung. Innerhalb dieser Handlungsfelder empfiehlt es
sich, Teilziele zu formulieren, die den Fokus weiter schärfen
und als Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen. So
könnte im Handlungsfeld Mobilität etwa „der Ausbau der
ÖPNV-Kapazitäten um 30 %angestrebt werden, um das
übergeordnete Ziel der CO2-Reduktion zu unterstützen.
Damit strategische Ziele in der Stadt umgesetzt werden
können, müssen konkrete Projekte definiert und klare, mess-
bare Ziele festgelegt werden zum Beispiel „Einsatz von 20
E-Bussen bis 2026.
Es ist sinnvoll, eine solche hierarchische Struktur von der
Vision bis zur Umsetzung bei Bewertungs- und Evaluations-
aktivitäten zu berücksichtigen. So bleibt das übergeordnete
Ziel stets im Blick, und Kommunen können vermeiden, sich
im operativen Tagesgeschäft zu verlieren. Die Erfassung der
Wirkungszusammenhänge unterstützt dabei, den Gesamt-
fortschritt und Erfolg in Kommunen und Regionen gezielt zu
kontrollieren.
Während das Pyramidenmodell vor allem der strategischen
Strukturierung und Verknüpfung von Vision, Zielen und
Maßnahmen dient, gibt es weitere Modelle, die die
Wirkungslogik und Indikatoren klar definieren. Ein Beispiel
dafür ist das IOOI-Modell (Input-Output-Outcome-Impact),
das eine methodische Grundlage bietet, um die verschie-
denen Ebenen des pyramidalen Modells nachvollziehbar zu
analysieren und zu bewerten (siehe Abb. 6).
5 I
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 6 I
Abb. 7: Ausgewählte Best Practices mit Ansätzen im Bereich Fortschritts- und Erfolgsmessung in Smart Cities
Stadt Hamburg
Hamburg nutzt eine Strategie-
Pyramide zur wirkungsorientierten
Steuerung, die Zukunftsbild,
Prioritäten, Ziele, Maßnahmen
und Indikatoren verknüpft [3].
Stadt Soest
In Soest dient die Smart-City-Strategie
als stadtweite Gesamtstrategie mit
bereichsübergreifenden Zielen und
jährlicher Kennzahlenerfassung im
Nachhaltigkeitsbericht [4].
Stadt Bochum
Die Smart City Innovation Unit Bochum
koordiniert das Smart-City-Monitoring
mit SMART-Zielen und KPIs auf
Projektebene sichtbar im web-
basierten öffentlichen Dashboard [5].
Stadt Hamm
Die Initiative DIGITALES:HAMM stellt
Projektfortschritte in einem
webbasierten Smart-City-Dashboard
anhand halbjährlich erhobener
Kennzahlen transparent für die Stadt-
verwaltung und Bevölkerung dar [6].
Stadt Kassel
Das Smart Kassel Büro nutzt das IOOI-
Modell zur Wirkungserfassung von
Projekten und Maßnahmen, um
Zielbeiträge sichtbar zu machen
darunter auch erste Ansätze zur
Erhebung qualitativer KPIs [7].
Stadt Troisdorf
Troisdorf steuert das Monitoring und
die Evaluation projektbezogen anhand
von KPIs und qualitativen Faktoren und
kommuniziert die Fortschritte sowohl
online als auch in einer jährlichen
Broschüre [8].
Stadt Mannheim
Die sMArt City Mannheim GmbH
nutzt das IOOI-Wirkungsmodell
mit spezifischen Indikatoren je
Handlungsfeld und ergänzt es durch
szenarienbasierte Trendanalysen zur
flexiblen Steuerung [9].
Stadt München
Münchens IT-Referat koordiniert das
Monitoring auf Maßnahmenebene
mithilfe von KPIs und integriertem
Controlling; die Fortschritte werden im
Digitalisierungsradar dargestellt [10].
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 7 I
Best Practices praxiserprobte Konzepte und Prozesse
machen bewährte Lösungen sichtbar und bieten Kommunen
wertvolle Anregungen. Sie sind jedoch nicht unmittelbar
übertragbar, sondern erfordern stets eine Prüfung und
Anpassung an die lokalen Gegebenheiten.
Die hier ausgewählten Best Practices zeigen auf unterschied-
liche Weise gelungene Ansätze zur Fortschrittserfassung und
Evaluation von Smart-City-Aktivitäten sowohl auf strate-
gischer als auch auf operativer Ebene. Die angewandten
Methoden und der Umfang der Umsetzung variieren und
spiegeln damit die Vielfalt der Herangehensweisen wider.
Gleichzeitig wird deutlich, dass erfolgreiche Monitoring- und
Evaluationsprozesse nicht zwingend von Stadtgröße oder
verfügbaren Ressourcen abhängen.
Die Städte Kassel, Mannheim und Hamburg überzeugen
durch ihre klare Wirkungsorientierung und strategische
Verankerung. Sie zeigen, wie sich Fortschritts- und Erfolgs-
messung über die Projektebene hinaus gestalten lässt und
entwickeln Ansätze, die auch übergeordnete Zielbilder und
Strategien messbar unterstützen. Dabei liegt der Fokus auf
der Erfassung tatsächlicher Veränderungen auch dort, wo
Wirkungen schwer quantifizierbar sind. Kassel und Mannheim
nutzen hierfür das IOOI-Modell zur strukturierten Wirkungs-
erfassung, während Hamburg mit der Strategie-Pyramide
eine nachvollziehbare Ziel-Maßnahmen-Logik etabliert. Diese
Herangehensweisen bieten anderen Kommunen wertvolle
Orientierung, wie Monitoring stärker in strategische Steue-
rungsprozesse eingebunden und methodisch gestaltet
werden kann.
In der Stadt Soest ist der strategische, verwaltungs-
übergreifende Rahmen besonders hervorzuheben: Die Smart-
City-Strategie ist als übergeordnete Gesamtstrategie fest in
der Verwaltung verankert und eng mit anderen Zielsystemen
der Stadt verzahnt. Diese integrative Verankerung schafft
stabile Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, Monitoring
und Evaluation systematisch in bestehende Prozesse
einzubinden und dauerhaft fortzuführen. So zeigt Soest
exemplarisch, wie eine ganzheitliche Steuerung die nach-
haltige Umsetzung und Weiterentwicklung von Smart-City-
Maßnahmen unterstützt.
Die Städte Bochum, Hamm und München veranschaulichen
die Bedeutung eines detaillierten Monitorings auf Projekt-
ebene sowie einer klaren Kommunikation nach außen. Mit
webbasierten Dashboards etwa in Bochum und Hamm
oder der sehr individuellen Lösung des Digitalisierungsradars
in München werden Kennzahlen und Fortschritte anschaulich
und transparent dargestellt. So können sowohl Bürgerinnen
und Bürger als auch interne Stellen jederzeit den Stand der
Smart-City-Maßnahmen nachvollziehen. Diese Transparenz
stärkt das Verständnis, die Akzeptanz und die Identifikation
der Stadtverwaltung und -gesellschaft mit den laufenden
Projekten.
Die Stadt Troisdorf setzt mit ihrem regelmäßigen Fortschritts-
bericht und dem Smart-City-Plan auf ihrer städtischen
Website auf klare Kommunikation des Fortschritts ein
Beispiel dafür, wie regelmäßige und klar aufbereitete
Informationen den Dialog fördern und Transparenz sichern.
.
Aus erster Hand:
Erkenntnisse aus Gesprächen
mit kommunalen Akteuren
Da die kommunale Praxis stark durch lokale Gegebenheiten
geprägt ist, gestaltet sich eine standardisierte Erfassung von
Fortschritts- und Erfolgsmessung im Bereich Smart City
schwierig. Strukturen, Zielsetzungen und verfügbare Res-
sourcen unterscheiden sich teils erheblich von Stadt zu Stadt.
Auch die institutionellen, strategischen und operativen
Rahmenbedingungen der Smart-City-Aktivitäten variieren
deutlich.
Die im Rahmen des Praxisdossiers durchgeführte quantitative
Analyse zum Status quo und zu identifizierten Best Practices
wurde deshalb um eine qualitative Erhebung ergänzt. Ziel
dieser vertiefenden Untersuchung ist es, ein besseres Ver-
ständnis für die Vielfalt kommunaler Herangehensweisen und
Sichtweisen zu gewinnen und praxisnahe Erkenntnisse für die
Weiterentwicklung entsprechender Verfahren abzuleiten.
Dazu wurden Interviews mit kommunalen Experten geführt
darunter Chief Digital Officer sowie Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter aus Smart-City- und Digitalisierungsabteilungen.
Im Mittelpunkt standen zentrale Fragestellungen rund um
den aktuellen Stand von Fortschritts- und Erfolgsmessung,
konkrete Vorgehensweisen und Methoden, Zielsetzungen,
beteiligte Akteure, bestehende Heraus-forderungen sowie
Bedarfe.
Insgesamt wurden 14 Kommunen befragt. Bei der Auswahl
der Städte wurde darauf geachtet, sowohl Groß- als auch
Mittelstädte verschiedener Größenklassen sowie geförderte
und nicht geförderte Kommunen einzubeziehen. Die qualita-
tive Analyse bestätigt dabei die Ergebnisse der quantitativen
Analyse: Die deutschen Städte befinden sich in sehr unter-
schiedlichen Entwicklungsstadien. Während einige bereits
umfassende Konzepte zur Fortschritts- und Erfolgsmessung
etabliert haben, stehen andere noch am Anfang oder planen
erste Schritte in Richtung Monitoring. Der Status quo reicht
von punktuellen Einzelmaßnahmen bis hin zu systematisch
verankerten Evaluationsprozessen.
Der Austausch mit den Kommunen zeigt zudem: Einen
einheitlichen Standardprozess gibt es nicht ebenso wenig
wie den „einen richtigen Weg“. Vielmehr zeigt sich, dass
unterschiedliche methodische Ansätze zum Erfolg führen
können vorausgesetzt, sie werden kontextsensibel und
praxisnah umgesetzt. Entscheidend sind dabei nicht nur die
notwendigen Ressourcen, sondern vor allem auch der Wille
und das Engagement der beteiligten Akteure.
Um so richtig mit Wirkungsmessung
zu arbeiten, braucht es Ressourcen,
Zeit und Willen.
CDO der Stadt Soest über die Anforderungen für
ganzheitliche Fortschritts- und Erfolgsmessung
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 8 I
Abb. 8: Identifizierte Ziele von Monitoring und Evaluation
in den befragten Kommunen
Zentrale Ziele
von Monitoring und Evaluation
Kommunikation und
Transparenz (intern & extern)
Maßnahmen prüfen und
anpassen
Politische Berichterstattung
Wirkungen erfassen
Verstetigung und
Strategieentwicklung
Steuerung und Wirkung Kommunikation und Legitimation
Bericht an den
Fördermittelgeber (MPSC)
Diese Ziele verfolgen Kommunen
mit Monitoring und Evaluation
Aus den Gesprächen wird deutlich, dass Kommunen mit dem
Aufbau von Strukturen zur Erfassung und Bewertung des
Fortschritts und Erfolgs von Smart-City-Aktivitäten vor allem
das Ziel verfolgen, ihre Maßnahmen und Projekte systema-
tisch zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Dabei geht es
nicht nur um Effizienzsteigerungen und Optimierungs-
potenziale, sondern auch um die Sichtbarmachung von
Erfolgen sowie deren gezielte Kommunikation etwa zur
Legitimation gegenüber Politik, Verwaltung und Öffent-
lichkeit (siehe Abb. 8).
Zunehmend besteht das Interesse, nicht nur einzelne
Maßnahmen, sondern auch Wirkungen auf Ziel- und Strate-
gieebene nachvollziehbar darzustellen. Dabei stehen Fragen
im Fokus wie: Entsprechen die aktuell verfolgten Maß-
nahmen noch den in der Strategie definierten Zielen? Sind
Ressourcen angemessen eingesetzt? Wird die strategische
Ausrichtung noch erfüllt? In der Praxis bleibt dieser Anspruch
bislang jedoch häufig auf konzeptioneller Ebene als formu-
liertes Ziel oder langfristige Absicht ohne dass eine
systematische Umsetzung bereits erfolgt.
Ein weiterer zentraler Beweggrund für den Aufbau von
Monitoring- und Evaluationsstrukturen besteht in der
Weiterentwicklung von Strategien. Eine Evaluation der
bisherigen Projektentwicklungen und des Status quo schafft
eine belastbare Grundlage für fundierte Entscheidungen im
Rahmen der Strategieentwicklung oder -fortschreibung.
Jegliche Form der Fortschritts- und Erfolgsmessung trägt auch
zur Kommunikation und Transparenz bei wovon verschie-
dene Akteure einer Stadt profitieren können. So ermöglichen
entsprechende Kennzahlen der Stadtverwaltung eine bessere
Selbstkontrolle sowie eine gezielte Optimierung und Steue-
rung von Maßnahmen. Darüber hinaus sind strukturierte
Berichtsmechanismen eine wichtige Grundlage für Abstim-
mungen mit der Politik. Nicht zuletzt kann auch die Öffent-
lichkeit einbezogen werden.
Für die Modellkommunen im MPSC-Förderprogramm spielt
explizit die verpflichtende Berichterstattung gegenüber dem
Fördermittelgeber eine zentrale Rolle. Aus fachlicher Pers-
pektive ist es hier jedoch sinnvoll, die systematische Erhe-
bung und Aufbereitung von Projektdaten nicht nur für die
formale Nachweisführung gegenüber dem Fördermittelgeber
zu nutzen, sondern diese als Ausgangspunkt und Impuls für
ein breiter angelegtes, strategisch verankertes Monitoring-
und Steuerungssystem für die Smart City oder Smart Region
einzusetzen.
Abb. 9: Identifizierte Herausforderungen von Monitoring
und Evaluation in den befragten Kommunen
Zentrale Herausforderungen
von Monitoring und Evaluation
Messbarkeit strategischer
Ziele
Personelle und finanzielle
Ressourcen
Definition geeigneter
Indikatoren
Vergleichbarkeit und
fehlende Standards
Kritik durch Transparenz
Interne Akzeptanz und
Unterstützung
institutionell methodisch
Machen wir wirklich das
Richtige richtig?
Leitung Digitalisierung & IT-Strategie der Stadt
München über die Funktion eines Monitorings
Herausforderungen und Bedarfe
kommunaler Akteure
Die Ansätze in den 14 befragten Kommunen konzentrieren
sich derzeit überwiegend auf die Projekt- und Maßnahmen-
ebene. Meist arbeiten die Städte dabei mit vordefinierten
Indikatoren sogenannten Key Performance Indicators (KPIs).
In der Regel handelt es sich um quantitative Daten, etwa zur
Anzahl von App-Downloads, zur Nutzung digitaler Services
oder zur Häufigkeit bestimmter Interaktionen. In einigen
Fällen werden auch qualitative Daten erhoben, zumeist durch
Befragungen. Die Entwicklung geeigneter qualitativer Indika-
toren stellt für viele Kommunen jedoch eine große Heraus-
forderung (siehe Abb. 9).
In allen befragten Städten ist das Bewusstsein vorhanden,
dass Fortschritte und Erfolge nicht nur auf Maßnahmen-,
sondern insbesondere auch auf Ziel- und Strategieebene
messbar sein müssen, um die tatsächliche Wirkung von
Smart-City-Aktivitäten zu erfassen. Die Messung strategischer
Ziele erweist sich jedoch als besonders anspruchsvoll, da
diese häufig komplex und schwer quantifizierbar sind.
Fazit
Monitoring und Evaluation sind unverzichtbare Bestandteile
einer erfolgreichen Smart-City-Transformation. Sie ermög-
lichen nicht nur eine kontinuierliche Erfolgskontrolle und
Qualitätssicherung, sondern schaffen auch die notwendige
Transparenz für strategische Steuerung und politische
Legitimation. Auch im Rahmen von Förderprogrammen wie
dem MPSC-Programm sind konsequentes Monitoring und
Evaluation unerlässlich, um die tatsächliche Wirkung der
geförderten Initiativen nachzuvollziehen.
Durch die regelmäßige Erfassung und Analyse von Daten
gewinnen Kommunen praxisnahe Erkenntnisse, um Projekte
gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig ermöglicht kontinu-
ierliches Monitoring, Erfahrungen systematisch aufzuberei-
ten und als Grundlage für die Übertragung und Skalierung
innovativer Lösungen zu nutzen. So wird sichergestellt, dass
Fördermittel nicht nur kurzfristige Impulse setzen, sondern
langfristig wirksame Veränderungen im urbanen Raum
anstoßen.
Das Haselhorst Associates Smart-City-Ranking zeigt zudem:
Smart Cities nehmen sich dem Thema vermehrt an Relevanz
und Bedarf werden wahrgenommen, und es gibt bereits erste
gute Ansätze. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf:
Während Ideen und Pläne vielerorts vorliegen, fehlt es häufig
noch an einer klaren strategischen Verankerung und breiten
Umsetzung.
Gleichzeitig zeigen bestehende Best Practices, dass bereits
wertvolle Ansätze und Methoden existieren, die Kommunen
als Orientierung dienen können. Die Vielfalt macht deutlich:
Kommunen müssen bestehende Konzepte zu Monitoring und
Evaluation an ihre individuellen Gegebenheiten, Ziele und
verfügbaren Ressourcen anpassen. Dabei muss das Rad
jedoch nicht immer neu erfunden werden. Auch wenn der
Aufbau entsprechender Strukturen zunächst komplex
erscheint, können sich Kommunen auf bewährte Methoden
und Erfahrungen stützen, um erste solide Frameworks zu
entwickeln. Es geht darum, gezielt und pragmatisch vor-
zugehen.
Entscheidend für nachhaltigen Erfolg ist die konsequente
Verknüpfung von strategischer Vision, messbaren Zielen und
konkreten Maßnahmen. Die Bündelung dieser Ebenen er-
möglicht den Aufbau zukunftsfähiger Strukturen. Monitoring
und Evaluation sollten dabei als fortlaufender Lernprozess
verstanden werden nicht als bloße Pflicht, sondern als
zentraler Bestandteil einer wirkungsorientierten Stadt-
entwicklung.
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 9 I
Während sich etwa die Nutzung einer App vergleichsweise
leicht über KPIs erfassen lässt, ist es deutlich schwieriger,
Fortschritte bei strategischen Zielen wie der Stärkung
digitaler Teilhabe abzubilden. Hierfür sind meist Indikatoren
nötig, die mehr Planung, methodisches Know-how und
Ressourcen erfordern.
In der Praxis führt das häufig dazu, dass Monitoring auf
Projektebene verbleibt oder mit dem Projektabschluss endet,
statt als dauerhaftes Instrument zur Qualitätssicherung und
Steuerung etabliert zu werden. Fehlende methodische
Standards und begrenzte Erfahrung mit passenden KPIs
erschweren den Aufbau entsprechender Strukturen zusätz-
lich. Hinzu kommt die starke Heterogenität kommunaler
Zielsetzungen und Rahmenbedingungen, die Vergleichbarkeit
und Standardisierung weiter erschwert.
In den untersuchten Kommunen gilt Fortschritts- und Erfolgs-
messung grundsätzlich als gesamtstädtische Querschnitts-
aufgabe. Eine enge Einbindung aller relevanten Fachämter
und Projektbeteiligten ist zentrale Voraussetzung für eine
wirksame Umsetzung. Die Datenerhebung liegt meist bei den
Projektverantwortlichen im Stadtkonzern, während die
Digitalisierungseinheit bzw. Smart-City-Koordinierungsstelle
häufig unter Leitung des Chief Digital Officers eine
koordinierende und unterstützende Rolle einnimmt.
Trotz vielfach funktionierender Zusammenarbeit berichten
einige Kommunen von fehlendem Verständnis und mangeln-
der Unterstützung innerhalb der Verwaltung. Herausforde-
rungen bestehen insbesondere im Zusammenspiel mit
anderen Akteuren des Stadtkonzerns, etwa wenn kommunale
Unternehmen wie die Stadtwerke in Smart-City-Prozesse
eingebunden sind.
Neben den Potenzialen für eine zielgerichtete Kommunika-
tion sehen viele Kommunen auch insbesondere in diesem
Punkt eine Herausforderung: Mehr Transparenz bedeutet
auch eine höhere Sichtbarkeit von Fehlern und Misserfolgen.
Entsprechend begegnen einige der Bewertung ihrer Smart-
City-Aktivitäten mit Zurückhaltung sowohl politisch als auch
innerhalb der Fachbereiche. Hinzu kommen begrenzte per-
sonelle und finanzielle Ressourcen, die den Aufbau und die
Verstetigung strategischer Monitoringstrukturen erschweren.
Die Relevanz des Themas wird grundsätzlich erkannt. Die
Verantwortung sehen Kommunen vorrangig bei sich selbst
insbesondere im eigenen Team. Gleichzeitig wünschen sich
viele Städte mehr methodische Unterstützung von Bund und
Ländern, etwa durch ein standardisiertes Rahmenwerk,
praxistaugliche Tools oder fundierte Best-Practice-
Aufbereitungen. Zwar liegen bereits zahlreiche Erkenntnisse
vor, doch der eigentliche Transfer in die kommunale Praxis
bleibt eine zentrale Herausforderung.
Die Zusammenarbeit mit
Projektpartnern ist entscheidend.
Projektmitarbeiter des Smart Kassel Büros zur
Bedeutung der Akteure im Projektmonitoring
Keep it simple!
Projektmanager Smart City der Stadt Solingen
zum Aufbau zielgerichteter Monitoringstrukturen
PRAXISDOSSIER | JULI 2025 | URBANE TRANSFORMATION 10 I
Leitlinien für die Gestaltung von Monitoring- und
Evaluationsprozessen in Smart Cities
1. Monitoring und Evaluation in Strategie- und
Projektentwicklung integrieren
Das Monitoring und die regelmäßige Evaluation von
Smart-City-Aktivitäten sollten von Beginn an in die
Projekt- und Strategieentwicklung eingebunden werden,
um eine systematische Wirkungsmessung und Steuerung
zu gewährleisten. Dies unterstützt eine konsistente
Verknüpfung von Vision, Zielen und operativer Um-
setzung.
2. Ziele klar definieren und strategisch verankern
Ziele sollten über alle Ebenen hinweg klar formuliert und
möglichst nach SMART-Kriterien strukturiert werden.
Dabei ist entscheidend, sowohl übergeordnete strate-
gische Ziele als auch konkrete Zielstellungen auf Maß-
nahmenebene zu berücksichtigen und miteinander zu
verzahnen. Eine solche konsistente Zielsystematik schafft
eine belastbare Grundlage für Evaluationsprozesse und
ermöglicht eine zielgerichtete Bewertung von Smart-City-
Maßnahmen.
3. Indikatoren anhand quantitativer und qualitativer
Kennzahlen festlegen
Indikatoren sollten gezielt ausgewählt und auf ihren
Nutzen hin geprüft werden. Neben quantitativen Kenn-
zahlen ist es sinnvoll, auch qualitative Aspekte einzube-
ziehen. Das IOOI-Wirkungsmodell kann dabei eine
hilfreiche Struktur bieten, um Wirkungszusammenhänge
verständlich darzustellen.
4. Verantwortlichkeiten zuteilen und notwendige
Ressourcen frühzeitig bereitstellen
Für eine verlässliche Umsetzung sind klare Zuständig-
keiten sowie ausreichende Ressourcen in Form von Zeit,
Personal und Budget essenziell. Dabei gilt: Es muss nicht
immer ein besonders aufwändiger oder umfassender
Ansatz sein entscheidend ist ein gezieltes und
pragmatisches Vorgehen. Notwendige Ressourcen sollten
deshalb frühzeitig definiert und fest eingeplant werden,
um die Umsetzung langfristig zu sichern.
5. Fortschritt regelmäßig kontrollieren
Monitoring- und Evaluationsaktivitäten sollten regel-
mäßig beispielsweise quartalsweise oder orientiert an
definierten Meilensteinen durchgeführt werden, um
belastbare Erkenntnisse zu gewinnen. Standardisierte
Berichtsmechanismen ermöglichen eine konsistente
Bewertung und somit eine gezielte Optimierung und
Weiterentwicklung von Smart-City-Maßnahmen und
-Strategien.
6. Transparenz fördern und Fehlerkultur stärken
Transparenz auch auf die Gefahr hin, dass kritische
Ergebnisse sichtbar werden sowie eine offene Fehler-
kultur sind essenziell, um eine realistische und wirksame
Transformation zu schaffen. Monitoring sollte nicht als
reines Kontrollinstrument verstanden werden, sondern
als Chance zur Weiterentwicklung und Reflexion in der
kommunalen Praxis. Kommunale Akteure in Verwaltung
wie Politik sollten Transparenz nicht scheuen, sondern als
Grundlage einer lernenden Organisation begreifen.
7. Aktive Teilhabe für politische Entscheider, Stadt-
verwaltung und Bürgerschaft ermöglichen
Für eine höhere Akzeptanz und eine stärkere strategische
Verankerung sollten alle betroffenen Akteure von der
Politik über die Fachabteilungen bis hin zur Bevölkerung
frühzeitig eingebunden werden. Die Transformation zu
Smart Cities und Smart Regions hängt letztlich maß-
geblich von den beteiligten Personen ab. Deshalb sind
eine frühzeitige Einbindung und ein gemeinsames
Verständnis entscheidend, um Motivation und Engage-
ment zu fördern.
8. Mit klaren Strukturen und niedrigschwelligen Verfahren
die Effektivität steigern
Monitoring sollte einfach, ressourcenschonend und
praxistauglich aufgebaut sein. Klare Strukturen und
niedrigschwellige Verfahren erleichtern die Umsetzung
im Alltag und fördern die Mitarbeit, ohne Fach-
abteilungen unnötig zu belasten.
9. Prozesse dauerhaft verstetigen und in kommunale
Strukturen einbetten
Monitoring- und Evaluationsaktivitäten sollten dauerhaft
institutionalisiert und in die kommunalen Strukturen
eingebettet werden. Nur so lässt sich eine kontinuierliche
Steuerung und nachhaltige Entwicklung der Smart-City-
Maßnahmen über Förderzeiträume hinaus sicherstellen.
10. Bestehende Strategien nachschärfen, statt neue zu
entwickeln
Besteht bereits eine Strategie, sollte zuerst die über-
geordnete Zielstruktur überprüft und die Projekte sowie
Maßnahmen entsprechend ihrer Wirkung zugeordnet
werden. Anschließend lassen sich passende Indikatoren
auswählen und Erhebungsroutinen aufbauen. So wird die
Wirkungsmessung systematisch an der Strategie aus-
gerichtet. Dabei ist es meist effizienter, bestehende
Strategien gezielt nachzubessern und zu optimieren,
anstatt von Grund auf neu zu entwickeln.
[1] BMWSB Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (o.J.). Modellprojekte Smart Cities. Verfügbar
unter: https://www.smart-city-dialog.de/ueber-uns/modellprojekte-smart-cities (zugegriffen am 20.06.2025).
[2] UNDP (2021). UNDP Evaluation Guidelines. Verfügbar unter:
https://erc.undp.org/api/cms/asset?location=/document/ck_editor_pdf_1727457376133.pdf (zugegriffen am 05.06.2025).
[3] Freie und Hansestadt Hamburg (2018). Digitalstrategie für Hamburg Digitale Stadt 2025. Verfügbar unter:
https://digital.hamburg.de/resource/blob/1010436/3d2434f6488b743c92c732e12b66d295/pdf-digitalstrategie-2025-
data.pdf (zugegriffen am 16.06.2025).
[4] Stadt Soest (2024). Haushaltsbuch 2025/2026 Teil A (Beschlussfassung). Verfügbar unter:
https://www.soest.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Politik_und_Verwaltung/Finanzen_und_Haushalt/Haushaltsbuc
h_2025_2026_Teil_A__Beschlussfassung_.pdf (zugegriffen am 16.06.2025).
[5] Stadt Bochum (o. J.). Smart City Dashboard Bochum. Verfügbar unter: https://www.bochum-smartcity.de/dashboard/
(zugegriffen am 16.06.2025).
[6] Stadt Hamm (o. J.). Smart City Dashboard. Verfügbar unter: https://digitaleshamm.de/projekt-smart-city-dashboard/
(zugegriffen am 16.06.2025).
[7] Stadt Kassel (2025). Interview mit Vertreter der Stadt Kassel, geführt am 06.06.2025.
[8] Stadt Troisdorf (o. J.). Smart City Strategie. Verfügbar unter: https://www.troisdorf.de/de/rathaus-
service/digitalisierung/smart-city-strategie/ (zugegriffen am 16.06.2025).
[9] Stadt Mannheim (2025). Smart City Strategie der Stadt Mannheim. Verfügbar unter: https://smartmannheim.de/wp-
content/uploads/2025/02/Smart-City-Strategie-der-Stadt-Mannheim.pdf (zugegriffen am 16.06.2025).
[10] Landeshauptstadt München (o. J.). Digitalisierungsradar. Verfügbar unter:
https://muenchen.digital/digitalisierungsradar.html (zugegriffen am 16.06.2025).
PRAXISDOSSIER | OKTOBER 2024 | URBANE TRANSFORMATION 11 I
Referenzen
Über Haselhorst Associates Consulting
Haselhorst Associates Consulting ist ein Beratungsunternehmen, das Städte, Versorger und Unternehmen bei ihrer
strategischen Positionierung sowie der operativen Umsetzung von Transformationsprozessen unterstützt. Das Beraterteam
verfolgt dabei einen methodisch fundierten Ansatz.
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit von Haselhorst Associates Consulting ist das jährlich erscheinende Smart-City-Ranking. Es
liefert eine umfassende und fundierte Datenbasis zur digitalen und nachhaltigen Entwicklung der 400 größten Städte
Deutschlands. Das Ranking ermöglicht die Identifikation von Trends, Innovationen und Best Practices und dient als
strategisches Analyse- und Steuerungsinstrument.
Das Team der Urbanen Transformation bei Haselhorst Associates Consulting widmet sich regelmäßig strategischen
Fragestellungen zur nachhaltigen und digitalen Entwicklung von Städten und Regionen. Dabei fließen Erkenntnisse aus dem
Smart-City-Ranking sowie ergänzende Recherchen und Analysen ein, um fundierte Impulse, Einblicke und praxisnahe
Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung abzuleiten.
Das vorliegende Praxisdossier wurde von Leonie Schiermeyer und Annika Schäfer gemeinsam erarbeitet.
Ansprechpartner
Leonie Schiermeyer
Associate Urbane Transformation
Haselhorst Associates GmbH (Herausgeber)
Schiffbauerweg 1
82319 Starnberg
T+49 160 24 91 850
@l.schiermeyer@haselhorst-associates.com
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